Ovadja Josef (hebräisch עובדיה יוסף, auch Obadja Joseph) (* 1920 in Bagdad, Irak) ist ein israelischer Rabbiner. Er ist ehemaliger sephardischer Großrabbiner des Staates Israel und spirituelles Oberhaupt der Schas-Bewegung.
Er wurde in Bagdad unter dem Namen Abdullah Youssef geboren und wanderte im Alter von vier Jahren zusammen mit seinen Eltern nach Jerusalem aus. Mit 20 Jahren erhielt er die Semicha, die rabbinische Ordination. Er amtierte als Oberrabbiner von Ägypten sowie von Tel Aviv und Haifa. Als religiöse Autorität hat er zahlreiche halachische Entscheidungen getroffen. Einige Beispiele:
2000 erregte er Aufsehen mit der Äußerung, die im Holocaust ermordeten Juden seien "wiedergeborene Sünder" gewesen, die immer "wieder und wieder gesündigt" hätten. Als Reaktion darauf verglich der frühere israelische Minister Lapid ihn mit Jörg Haider. Von arabischer Seite wurde seine Äußerung kritisiert, Palästinenser seien "Übeltäter und Schlangen"[1].
2001 äußerte sich Yosef erneute zum Thema Palästinenser: "Man dürfe keine Gnade gegen sie zeigen und müsse Raketen auf sie schießen und sie ausrotten"[2]. Zum Hurrikan Katrina, der im August 2005 ca. 1.800 Amerikaner das Leben kostete, stellte Josef einen Zusammenhang zu den 8.000 Siedlern her, die den Gazastreifen räumen mussten. Josef äußerte sich folgendermaßen: Die Katastrophe sei Gottes Strafe für George Bushs Unterstützung des Abzugs von jüdischen Siedlern aus dem Gazastreifen.[3] Er fügte noch hinzu, dass die Schwarzen getötet wurden, weil sie die Torah nicht studiert hätten:
There was a tsunami and there are terrible natural disasters, because there isn’t enough Torah study... Black people reside there [New Orleans]. Blacks will study the Torah? [God said], Let’s bring a tsunami and drown them... Hundreds of thousands remained homeless. Tens of thousands have been killed. All of this because they have no God... Bush was behind the [expulsion of] Gush Katif, he encouraged Sharon to expel Gush Katif... We had 15,000 people expelled here [in Israel], and there [in America] 150,000 [were expelled]. It was God's retribution. God does not short-change anyone. Da gab es einen Tsunami und da gibt es entsetzliche Naturkatastrophen, weil es nicht genug Torahstudien gibt...schwarze Leute leben dort (New Orleans). Studieren Schwarze die Torah? (Gott) sagte "Lasst uns einen Tsunami schicken und sie ertränken...Hunderttausende verloren ihre Heimat. Zehntausende wurden getötet. Alles, weil die keinen Gott haben...Bush stand hinter der Auflösung (der israelischen Siedlung ) Gush Katif, er ermutigte Sharon Gush Katif ausfzulösen...Wir haben hier 15.000 Vertriebene in Israel und 150.000 Vertriebene in den USA. Es war Gottes Vergeltung. Gott haut niemanden übers Ohr." [4][5][6]
In einem öffentlichen Gebet erklärte das geistliche Oberhaupt der Schas-Partei Ende August 2010: "Mögen all die Bösen, die Israel hassen, wie "Abu Masen"(Mahmoud Abbas) und alle Palästinenser, von unserer Welt verschwinden. Möge die Pest sie befallen."[7]
Am 16. Oktober 2010 sorgte der Rabbiner für großes Aufsehen, als er behauptete, alle Nicht-Juden (Goyim) seien auf der Welt, um Juden zu dienen. Gott habe ihnen ausschließlich zu diesem Zweck ein Leben auf der Welt geschenkt.[8]
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