Dienstag, 29. Mai 2012

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Paris–Roubaix

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Im Vélodrome in Roubaix endet das Rennen

Das Radrennen Paris–Roubaix ist eines der berühmtesten klassischen Eintagesrennen des Radsports mit etwa 250 Kilometern Distanz und gilt als eines der Monumente des Radsports.

Geschichte

Das erstmals 1896 ausgetragene Rennen findet jährlich Mitte April in Nordfrankreich statt und wird als La Reine des Classiques (Königin der Klassiker), aber auch als L'Enfer du Nord (Hölle des Nordens) bezeichnet. Es war bis zu dessen Ende nach der Saison 2004 Teil des zehn Rennen umfassenden Rad-Weltcups und gehörte ab 2005 für drei Saisons zur neu eingeführten UCI ProTour, einer Serie der wichtigsten Radrennen des Jahres. Seit 2011 gehört das Rennen zur Nachfolgeserie UCI World Tour.

Paris-Roubaix 1900
Siegerliste im Café des Vélodromes

Die Streckenführung von ParisRoubaix ändert sich von Jahr zu Jahr nur unwesentlich. Allerdings wird der Frühjahrsklassiker schon seit 1977 nicht mehr in Paris gestartet, sondern rund 80 km nördlich, vor dem Schloss in Compiègne. Charakteristisch für den auf völlig flachem Terrain stattfindenden Klassiker sind die berühmten Pavés, Kopfsteinpflasterpassagen: Wege – teils noch aus dem 19. Jahrhundert stammend – mit grobem Kopfsteinpflaster, die das Rennen besonders bei schlechtem Wetter zu einer außerordentlichen Tortur werden lassen. Heute werden viele Pavés von der französischen Regierung eigens für den Radklassiker erhalten. Der wohl berüchtigtste Pavéabschnitt ist der durch den Wald von Wallers-Arenberg, die Trouée d’Arenberg, der nach zwei Dritteln des rund 250 km langen Rennens bereits oft eine Vorentscheidung bewirkte. 2005 wurde ein Teil des Pflasters aufwendig restauriert, der Abschnitt insgesamt etwas entschärft; er hat dennoch seine Bewertung als 5-Sterne-Abschnitt (höchste Schwierigkeitsstufe) behalten. In den ähnlich schwierigen, im letzten Rennviertel folgenden Pavéabschnitten von Mons-en-Pévèle und Carrefour de l'Arbre fällt ebenfalls häufig eine Vorentscheidung.

Die meisten Siege in der Hölle des Nordens gelangen dem Belgier Roger De Vlaeminck, der zwischen 1972 und 1977 insgesamt vier Mal auf der Radrennbahn von Roubaix triumphieren (und einen Pokal in der Form eines Pflastersteins entgegennehmen) konnte, sowie dem ebenfalls aus Belgien stammenden Tom Boonen, der zwischen 2005 und 2012 ebenfalls vier Mal gewann. Der bisher einzige deutsche Sieger von Paris-Roubaix ist Josef Fischer, der gleich bei der ersten Austragung 1896 gewann. Mit fünf Siegen in sechs Jahren dominierte in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre das Team Mapei den Kopfsteinpflaster-Klassiker. Zweimal (1996 und 1998) konnte die Mannschaft sogar alle drei Podiumsplätze besetzen.

Der Vélo Club Roubaix veranstaltet alle zwei Jahre eine Jedermann-Ausgabe, bei der auf dem Originalkurs neben Teilstrecken über 120 km oder 190 km auch die komplette Strecke des Profirennens von ca. 260 km absolviert werden kann, jeweils mit dem Ziel im Vélodrome von Roubaix.

Pavé-Sektoren

Während der 105. Ausgabe im Jahr 2007 mussten die Fahrer insgesamt 28 Kopfsteinpflaster-Passagen überwinden. Die Sektoren sind in die Kategorien 1 bis 5 eingeteilt, wobei 5 die höchste Stufe ist. Ausschlaggebend für die Kategorisierung ist der Zustand des Kopfsteinpflasters, die Länge des Abschnitts und auch die Lage im Rennen. 2007 waren der Wald von Arenberg, Mons-en-Pévèle und der Carrefour de l'Arbre in die Kategorie 5 eingeteilt. Insgesamt mussten 52,7 Kilometer Kopfsteinpflaster bewältigt werden [1].

Sektor-Nr. Name Rennkilometer Länge (in m) Kategorie
27 Troisvilles 98 2200 3
26 Viesly 104 1800 3
25 Quiévy 106,5 3700 4
24 Saint-Python 111,5 1500 2
23 Vertain 119 1900 3
22 Le Buat 126 1700 3
21 Verchain-Maugré 138 1600 3
20 Quérénaing 141 2500 3
19 Maing 144 1600 3
18 Haveluy 155,5 2500 4
17 Trouée d’Arenberg 163,5 2400 5
16 Hornaing – Wandignies 176,5 3700 3
15 Warlaing – Brillon 184 2400 4
14 Tilloy – Sars-et-Rosières 187,5 2400 3
13 Beuvry-la-Forêt – Orchies 194 1400 3
12 Orchies 199 1700 3
11 Auchy-lez-Orchies - Bersée 205 1200 2
10 Mons-en-Pévèle 210,5 3000 5
9 Mérignies – Pont-à-Marcq 216,5 700 2
8 Pont-Thibaut 219,5 1400 3
7 Templeuve, l'Epinette Moulin de Vertain 225 225,5 200 500 1 2
6 Cysoing – Bourghelles Bourghelles – Wannehain 232 234,5 1300 1100 4 4
5 Camphin-en-Pévèle 239 1800 4
4 Carrefour de l'Arbre 242 2100 5
3 Gruson 244 1100 2
2 Hem 251 1400 1
1 Roubaix, Allée Charles Crupelandt 257,5 300 1

Die letzten 300 Meter vor dem Velodrom von Roubaix sind nach dem einzigen Paris-Roubaix-Sieger aus Roubaix,Charles Crupelandt, „Allée Charles Crupelandt“ benannt. Anlässlich des 100. Jahrestages von Crupelandts Siegs im Jahre 1914 wurden zwischen die dortigen Pflastersteine kleine Marmortafeln mit den Namen der bisherigen Sieger eingelassen.[2]

  • Pavé Josef Fischer.JPG
  • Pavé Fabian Cancellara.JPG
  • Pavé Octave Lapize.JPG
  • Pavé Charles Crupelandt.JPG
  • Pavé Sean Kelly.jpg
  • Pavé Johan Vansummeren.JPG

Sieger

Profis

U23 / Amateure

  • 1997 BelgienBelgien Marc Chanoine
  • 1996 BelgienBelgien Dany Baeyens
  • 1995 FrankreichFrankreich Damien Nazon
  • 1994 BelgienBelgien Kurt Dhont
  • 1993 PolenPolen Marek Lesniewski
  • 1992 FrankreichFrankreich Stéphane Chanteur
  • 1991 FrankreichFrankreich Eric Larue
  • 1990 FrankreichFrankreich Thierry Gouvenou
  • 1989 FrankreichFrankreich Frédéric Moncassin
  • 1988 FrankreichFrankreich Laurent Bezault
  • 1987 FrankreichFrankreich Franck Boucanville
  • 1986 FrankreichFrankreich Vincent Thorey
  • 1985 FrankreichFrankreich Christian Chaubet
  • 1984 FrankreichFrankreich Thierry Marie
  • 1983 BelgienBelgien Frank Verleyen
  • 1982 BelgienBelgien Rudy Rogiers
  • 1981 BelgienBelgien Kenny De Maerteleire
  • 1980 IrlandIrland Stephen Roche
  • 1979 FrankreichFrankreich Marc Madiot
  • 1978 BelgienBelgien Alfons De Wolf
  • 1977 FrankreichFrankreich Michel Lloret
  • 1976 BelgienBelgien Gérard Simonnot
  • 1975 BelgienBelgien Pol Verschuere
  • 1974 BelgienBelgien Marc Steels
  • 1973 FrankreichFrankreich Patrick Beon
  • 1972 BelgienBelgien Yvan Benaets
  • 1971 BelgienBelgien Louis Verreydt
  • 1970 FrankreichFrankreich Enzo Mattioda
  • 1969 FrankreichFrankreich Roger Desmaret
  • 1968 FrankreichFrankreich Alain Vasseur
  • 1967 BelgienBelgien Georges Pintens

Junioren

Die Juniorenaustragung läuft unter dem Namen Le Pavé de Roubaix.

Einzelnachweise

  1. ASO, Paris-Roubaix 2010 – Die 27 pavé-Sektoren
  2. [1] abgerufen am 1. September 2010 (englisch)

Literatur

  • Philippe Bouvet, Pierre Callewaert, Jean-Luc Gatellier: Paris - Roubaix. Die Hölle des Nordens. Verlag Moby Dick, 2011, ISBN 3768832686

Weblinks

 Commons: Paris-Roubaix – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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