Das Patriziat der Freien Reichsstadt Nürnberg, die für den Inneren Rat berechtigten Familien, stellte das eigentliche Machtzentrum Nürnbergs bis zur französischen Besetzung im Jahr 1806 dar.
Von 1256 bis zur französischen Besetzung und der folgenden Einverleibung durch Bayern am 15. September 1806 wurde Nürnberg vom Rat regiert, wobei bis 1427 noch viele Kompetenzen in der Stadt und dem Umland bei den ab 1105 eingesetzten Burggrafen lagen. Nach dem Kauf des Burggrafenamtes im Jahr 1427 hatte der Rat die alleinige Herrschaft inne.
Der Rat gliederte sich in den „Inneren Rat“ und den „Großen Rat“. Dabei stellte der Innere Rat, in dem neben nur acht Vertretern der Handwerke nur patrizische Familien, das Patriziat der Stadt, vertreten waren, das eigentliche Machtzentrum und den Inhaber der Souveränität dar. Die Reichsstadt Nürnberg selbst bezeichnete sich – wie auch andere Reichsstädte – als „Republik“. Neben der Anlehnung an das römische Vorbild bedeutet der Begriff hier auch den Gegensatz zu den ansonsten üblichen monarchischen Regierungsformen. „Republik“ darf aber nicht mit „Demokratie“ gleichgesetzt werden.
Die für den Rat berechtigten Familien, die sich – allerdings erst seit der Renaissance – ebenfalls nach römischem Vorbild Patrizier nannten, waren die politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich führenden Familien in der Reichstadt. Sie stammten überwiegend aus der Ministerialität. Nach dem Untergang des Stauferreiches zogen die meisten der Reichsministerialenfamilien, wie zum Beispiel die Pfinzing, Stromer, Haller, Muffel oder Groß aus dem Reichsland (Terra Imperii) in die Stadt.
Zwischen dem Landadel und dem Stadtadel gab es anfangs keine Unterschiede, doch seit etwa der Mitte des 14. Jahrhunderts gingen die Wege auseinander. Der neue Stadtadel gelangte durch Handel (Fernhandel), Finanzgeschäfte und durch gewinnreiche Beteiligungen an Montanunternehmen, insbesondere in der Oberpfalz, in der Regel zu großem Reichtum. Vom Landadel wurde ihnen die Stifts- und die Turnierfähigkeit verweigert, weshalb die Söhne der Patrizier das sogenannte „Gesellenstechen“ durchführten und das Patriziat damit begann, eigene Standesklöster zu stiften. Viele Patrizierfamilien ließen sich vom Kaiser die Adelsqualität durch kaiserliche Adels- oder Wappenbriefe bestätigen, die häufig mit Wappenbesserungen verbunden waren. Andere Familien fügten, um zu demonstrieren, dass sie sich adelig fühlten, ihrem ursprünglichen Familiennamen einen Zusatz mit „von“ und den Namen zugekaufter Landsitze an. In den meisten Fällen wurde dieser Zusatz später vom Kaiser auch als Adelsprädikat anerkannt.
Durch das Aussterben vieler stadtadeliger Familien im Laufe des späten Mittelalters, war man gezwungen, den Rat durch Kooptation neuer ehrbarer Familien zu ergänzen. Im 15. Jahrhundert fanden zweiundzwanzig neue Familien den Aufstieg ins Patriziat, darunter die Kreß, Rieter und die Harsdörffer. Aus dem Handwerksstand schafften nur die Fütterer, über Finanzgeschäfte und das Verlagswesen, die Aufnahme in den Inneren Rat. Vielfach wurden Geschlechter, die aus oberdeutschen Städten zugezogen waren, wie etwa die Welser aus Augsburg, die Ehinger aus Ulm sowie die Imhoff und Paumgartner aus Lauingen, in den Rat kooptiert. Der Kreis der ratsfähigen Familien wurde, mit dem Erlass des Tanzstatuts von 1521, endgültig festgeschrieben und das Patriziat von zweiundvierzig Familien schloss sich kastenartig ab. Nach diesem Erlass bestimmte das Geblütsprinzip der „genießenden Familie“ die Nürnberger Gesellschaft und Politik, denn nur diese zweiundvierzig Familien waren ratsfähig. Von 1536 bis 1729 wurden nur noch die Schlüsselfelder kooptiert und den Oelhafen und Scheurl die Gerichtsfähigkeit zuerkannt. Aufgrund des Aussterbens einiger Familien mussten im 18. Jahrhundert zunächst sechs und dann nochmals drei Familien kooptiert werden, da nicht mehr alle Ämter und Deputationen besetzt werden konnten.
Die reichen Patrizier, auch als Nobiles Norimbergenses bezeichnet, hoben sich durch die Kleiderordnungen als erster Stand deutlich hervor. Ein von Rat erlassenes Modediktat regelte Form, Qualität und Ausschmückung dessen, was die Vertreter des ersten Standes, zur Aufrechterhaltung der Ständeordnung, tragen sollen. Sie zogen sich mehr und mehr von den Handelsgeschäften zurück, erwarben ausgedehnte Landgüter, pflegten auf ihren prunkvoll ausgestatteten Herrensitzen demonstrativ den adeligen Lebensstil und versuchten ihre kaufmännische Vergangenheit zu verdrängen. Sie vernachlässigten darüber aber vor allem die wirtschaftlichen Belange der ihnen anvertrauten Stadt und trugen mit ihrer Prunksucht maßgeblich zur immer weiter zunehmenden Verschuldung Nürnbergs bei. Auch nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten sie keine Lehren gezogen und gaben, aus Prestigegründen, das Geld mit vollen Händen aus.
Erstmals etwas bekannt wurden diese Missstände 1696 durch den vordersten Losunger Paul Albrecht Rieter von Kornburg. Er versuchte diesen Fehlern entgegenzuwirken und die Finanzen neu zu ordnen (Abbau der Staatsverschuldung), drang jedoch beim Rat nicht durch. Aus Protest legte er sein Amt nieder, gab sein Bürgerrecht aus, schloss sich der Reichsritterschaft an und zog sich nach Kornburg zurück.
Obwohl neununddreißig Patrizierfamilien die Eigenherrschaft über rund 3.000 bäuerliche Hintersassen besaßen, wurde ihnen vom Ritteradel, vereint in der Reichsritterschaft, die Ebenbürtigkeit abgesprochen, mit Ausnahme der Rieter von Kornburg. Als der Streit um die Gleichrangigkeit, die Titulatur und Anrede im Jahre 1654 eskalierte, wandte sich das Patriziat an den Kaiser.
In den Privilegien von 1696 und 1697 bestätigte Kaiser Leopold den patrizischen Familien ihren alten Adel und das Recht, neue Familien aufzunehmen. Er stellte fest, dass sie lange „ehe sie sich in die Stadt begeben, in einem adeligen und Rittermäßigen Stand“ gelebt hätten, wären zu Turnieren zugelassen gewesen, zu Rittern geschlagen und in adelige Stifte und Ritterorden aufgenommen worden, enthielten sich aller Handelsgeschäfte und anderer bürgerlicher Gewerbe, und ihnen wäre die Regierung einer volkreichen Stadt anvertraut. Dem Rat wurde korporativ (als Stand) das Prädikat „Edel“ zugestanden und den drei Vordersten Ratsherren seit 1721 der Titel „Wirklicher Geheimer Rat des Kaisers“ verliehen. Der Reichsritterschaft gegenüber mussten die Ansprüche auf Ebenbürtigkeit und die Titulatur „Edel“ erst noch durchgesetzt werden. Mehrere patrizische Familien, wie die Geuder, Kreß, Welser, Tucher, Imhoff und Holzschuher, konnten in den folgenden Jahrzehnten, durch den Erwerb von Rittergütern, ihre Immatrikulation bei der Reichsritterschaft in Franken erreichen. Es galt nur für das Nürnberger Patriziat, dass der Ratssitz in der Stadt und die Mitgliedschaft bei der freien Reichsritterschaft in einer Person vereinigt werden konnte. Um beim Kanton ein Amt übernehmen, mussten die Patrizier ihr Bürgerrecht aufgeben. Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit mit der freien Reichsritterschaft hatten die ratsfähigen Familien zweifellos in kaiserlichen und fürstlichen Verwaltungsdiensten und beim Militärdienst erlangt. Sie stiegen im Offizierskorps des Fränkischen Reichskreises und im kaiserlichen Heer bis in die höchsten Ränge auf.
Durch die Rieterstiftung wurde die Stadt Nürnberg 1753 Mitglied der Reichsritterschaft.
Nach Ende der reichsstädtischen Zeit, wurde der Rat der Stadt entmachtet, die Ebenbürtigkeit des alten Patriziats wurde jedoch auch vom Königreich Bayern anerkannt und von den fünfundzwanzig beim Übergang an Bayern noch existierenden Patriziergeschlechtern wurden die, nach dem Tanzstatut, alten Familien in die Freiherrenklasse immatrikuliert. Die erst im Verlauf des 18. Jahrhunderts kooptierten Familien wurden dagegen nur in die Klasse der einfachen Adeligen aufgenommen. Die Interessen der Patrizier, wurden auch nach dem Übergang an Bayern durch den 1799 von ihnen gegründeten Selekt des Nürnberger Patriziats vertreten.
(siehe auch: Bürgermeister der Stadt Nürnberg)
| Name | Erste Erwähnung | Im Rat ab: | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen |
| Ebner von Eschenbach | 1251 | 1319 | 1813 | Christine Ebner (1277–1356)Erasmus Ebner (1511–1577)Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916)Moritz von Ebner-Eschenbach (1815–1898) | ||
| Fürer von Haimendorf | 1295 | 1501 | 1599 | Christoph Fürer von Haimendorf (1663–1732) | ||
| Geuder von Heroldsberg | 1253 | 1349 | 1697 | † 1963 Rabensteiner Linie (Nachkommen: Brunel-Geuder (weibliche Linie)) | ||
| Grundherr von Altenthann und Weiherhaus | 1265 | 1340 | 1547 | |||
| Gugel von Brand und Diepoltsdorf | 1450 | 1729 | 1543 | Fabius von Gugel (1910–2000) | ||
| Haller von Hallerstein | 1293 | 1314 | 1790 | August(in) Haller von Hallerstein (1703–1774) | ||
| Harsdorf von Enderndorf (auch: Harsdörffer/Harsdorfer/Harstörfer) | 1377 | 1450 | 1697 | Georg Philipp Harsdorf (1607–1658), | ||
| Holzschuher von Harrlach | 1228 | 1319 | 1547 | Rudolf Sigmund von Holzschuher (1777–1861) | ||
| Imhoff | 1340 | 1402 | 1697 | Gustaaf Willem Imhoff (1705–1750) | ||
| Kreß von Kressenstein | 1307 | 1418 | 1530 | Otto Kreß von Kressenstein (1850–1929)Friedrich Kreß von Kressenstein (1870–1948)Franz Kreß von Kressenstein (1881–1957) | ||
| Löffelholz von Kolberg | 1420 | 1440 | 1512 | |||
| Oelhafen von Schöllenbach | 1363 | 1729 | 1489 | seit 1546 gerichtsfähig | ||
| Praun | 1383 | 1788 | 1789 | † 1867 ältere Linie Nachkommen: jüngere Linie - Münchner Raum | ||
| Scheurl von Defersdorf | 1440 | 1729 | 1540 | seit 1580 gerichtsfähig | Christoph von Scheurl II (1481–1542) | |
| Stromer von Reichenbach | 1230 | 1291 | 1697 | Peter Stromer (um 1298–1388)Ulman Stromer (1329–1407)Wolf Jacob Stromer (1561–1614)Otto Stromer von Reichenbach (1831–1891)Ernst Stromer von Reichenbach (1871–1952)Wolfgang Stromer von Reichenbach (1922–1999) | ||
| Tucher von Simmelsdorf | 1309 | 1340 | 1697 | Endres Tucher (1423–1507)Hans Tucher (1428–1491)Anton Tucher (1457–1524) | ||
| Volckamer von Kirchensittenbach | 1337 | 1362 | 1813 | |||
| Welser von Neunhof und zu Beerbach | 1420 | 1504 | 1368 | † 1797 Augsburger Linie † 1878 Neunhofer Linie Nachfolger: Ulmer Linie der Welser | Augsburg:Bartholomäus V. Welser (1484–1561)Bartholomäus VI. Welser (1512–1546)Philippine Welser (1527–1580) Nürnberg: Carl Wilhelm von Welser (1663–1711) Ulm:Johann Michael von Welser (1869–1943) |
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| Name | Erste Erwähnung | Im Rat ab: | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen |
| Eyb - Pilgram von Eyb | 1165 | Mitglieder des fränkischen Adels | ||||
| Hegner von Altenweiher Hegner von Altweyer und Moos Edle und Ritter von Högen (Högn) Hegener, Hegnein, Heegn | 1385 | 1441–1459 | um 1600 abgewandert in die Oberpfalz nach Böhmen (Kostrzan, Kosterschan | Ulman Hegner, Bürgermeister von Nürnberg (1441–1459) | ||
| Langmann (Patrizier) | 1352 | Im Rat bis 1369, † 1381 | Cunz Langmann, RatsherrAdelheid Langmann, Mystikerin | |||
| Münzmeister (Patrizier) Haller genannt Münzmeister | 1418 | im Rat bis 1423, abgewandert | ||||
| Rehlinger (Patrizier) auch: Rehlingen, Rehling | 1302 | 1468–1475 | 1302 in Augsburg erwähnt 1475 wieder nach Augsburg abgewandert siehe auch: Rehling | |||
| Wolf von Wolfsthal | 1469 | 1499 | 1500 | im Rat bis 1504 abgewandert um 1605 von Maximilian I. geadelt, ab 1707 Reichsgrafen, † 1717 [1] | ||
| Name | Erste Erwähnung | Im Rat ab: | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen |
| Ammon (Patrizier) Ammann | 1357 | † 1483 | ||||
| Behaim von Schwarzbach auf Kirchensittenbach | 1285 | 1319 | 1681 | † 1942 | ||
| Derrer von Unterbürg | 1319 | 1355 | † 1706 | |||
| Eisvogel (Patrizier) | 1296 | 1332 | † 1627 | |||
| Esler (Patrizier) | 1274 | † ? | ||||
| Flexdorfer (Patrizier) | 1305 | 1380 | † 1449 | |||
| Fütterer (Patrizier) | 1304 | 1501 | † 1586 | |||
| Geuschmid (Patrizier) | 1270 | 1347 | † ? | |||
| Grabner (Patrizier) | † ? | |||||
| Graser (Patrizier) | 1311 | 1395 | † 1470 | |||
| Groland von Oedenberg | 1305 | 1346 | † 1720 | |||
| Groß (Patrizier) | 1274 | 1319 | † 1589 | Konrad Groß | ||
| Haid (Patrizier) Heyden/Haiden/Heiden | 1305 | 1357 | † 17. Jh. | |||
| Hirschvogel (Patrizier) | 1380 | 1450 | † 1550 | |||
| Kammermeister (Patrizier) | 1303 | 1443 | † 1741 | |||
| Katterbeck (Patrizier) | 1283 | 1318 | † 1395 | |||
| Kestel (Patrizier) | 1355 | † 1355 | ||||
| Koler von Neunhof | 1246 | 1319 | † 1688 | |||
| Krauter (Patrizier) | 1352 | Im Rat bis 1369, † 1450 | ||||
| Küdorfer | 1236 | 1318 | Im Rat bis 1369, † 1598 ab 1400 im fränkischen Adel | |||
| Lemmel (Patrizier) auch: Lemlein [2] | 1249 | 1447 | Im Rat bis 1473, † 1513 (Nürnberg Hauptlinie) | |||
| Maurer (Patrizier) auch: Meurl | 1249 | 1342 | † um 16. Jh. | |||
| Meichsner (Patrizier) | 1396 | 1453 | † 17. Jh. | |||
| Mendel (Patrizier) | 1305 | 1354 | † 1631 | |||
| Mentelein (Patrizier) | im Rat bis 1344, † 1361 (?) | |||||
| Muffel von Eschenau Muffel von Ermreuth | 1286 | 1318 | † 1784 | |||
| Nadler (Patrizier) | 1347 | im Rat 1347 und 1352, † 1360 | ||||
| Neumarkter (Patrizier) | 1259 | 1332 | † 1361 | |||
| Nützel von Sündersbühl | 1272 | 1319 | † 1747 | |||
| Ortlieb (Patrizier) | 1260 | 1332 | Im Rat bis 1442, † 1478 | |||
| Paumgartner von Holnstein und Grünsberg | 1255 | 1396 | † 1726 | |||
| Peller von Schoppershof | 1559 | 1788 | 1585 | † 1870 | ||
| Peßler (Patrizier) | 1427 | 1729 | † 1786 | |||
| Pfinzing von Henfenfeld | 1233 | 1274 | † 1764 | |||
| Pirckheimer (Patrizier) | 1358 | 1386 | † 1530 | Willibald Pirckheimer (1470 - 1530) berühmter Humanist und Freund Albrecht Dürers | ||
| Pömer von Diepoltsdorf | 1286 | 1395 | 1697 | † 1814 | ||
| Prünsterer (Patrizier) | 1358 | 1455 | † um 1500 | |||
| Puck (Patrizier) | 1344 | nur 1344 im Rat, † 1427 | ||||
| Reich (Patrizier) auch: Reichel | 1372 | 1447 | † 1578 | |||
| Rieter von Kornburg und Kalbensteinberg | 1361 | 1437 | 1447 | † 1753 | ||
| Rummel von Zant und Lonnerstadt | 1281 | 1402 | † 1807 | |||
| Sachs (Patrizier) | 1360 | im Rat bis 1372, † 1500 (ca.) | ||||
| Schlüsselfelder von Kirchensittenbach | 1382 | 1536 | † 1709 | |||
| Schmugenhofer (Patrizier) | 1291 | im Rat bis 1378, † 1469 | ||||
| Schopper (Patrizier) | 1267 | 1319 | † 16. Jh. oder abgewandert | |||
| Schürstab (Patrizier) Schürstab von Oberndorf [3] | 1299 | 1355 | † 1743 | |||
| Schütz (Patrizier) Schütz von Hagenbach[3] | 1404 | nur 1404 und 1405 im Rat, dann abgewandert, † 1540 [4] 1310-1540 Rittergut Hagenbach. | ||||
| Seibold (Patrizier) | 1352 | nur 1352 im Rat, † 1369 (ca.) | ||||
| Starck von Röckenhof | 1387 | 1453 | † 1715 | |||
| Tetzel von Kirchensittenbach | 1326 | 1343 | † 1736 | |||
| Stein (Patrizier) | 1291 | im Rat bis 1365, † 1395 (Nürnberger Linie) | ||||
| Steinlinger (Patrizier)Steinling | 1397 | im Rat bis 1455,† in Nürnberg 1477,† 1984 | ||||
| Teufel (Patrizier) | 1233 | ? | im Rat bis 1441, † 1451 | |||
| Thill (Patrizier) Hack von Suhl | 1422 | 1729 | † 1771 | |||
| Toppler (Patrizier) Topler | 1408 | 1475 | † 1687 | Heinrich Toppler | ||
| Valzner (Patrizier) | 1401 | 1403 | im Rat bis 1418, † 1423 | |||
| Viehtel (Patrizier) auch: Pecus | 1285 | 1318 | † ? | |||
| Vorchtel (Patrizier) | 1243 | 1319 | † 1515 | |||
| Wagner (Patrizier) | † ? | |||||
| Waldstromer von Reichelsdorf | 1223 | 1729 | 1551 | † 1844 | ||
| Weigel (Patrizier) | 1285 | 1332 | † 1430 | |||
| Woelckern (Patrizier) | 1530 | 1788 | 1728 | † 1905 | ||
| Zenner (Patrizier) | 1377 | im Rat 1377 und 1379, † ? | ||||
| Zingel (Patrizier) | 1367 | 1435 | † 1539 | |||
| Zollner vom Brand | 1340 | 1402 | † 1776 | |||
In der Ständegliederung der Reichsstadt Nürnberg wurde zwischen dem durch Ratsfähigkeit ausgezeichneten ersten Stand, dem Patriziat, und dem als Ehrbarkeit bezeichneten zweiten Stand unterschieden, dessen Mitglieder in Einzelfällen auch Gerichtsfähigkeit besaßen. Der Begriff „erbar“ bezeichnete ursprünglich sowohl die ratsfähigen, später dem Patriziat zuzurechnenden Geschlechter, deren Mitglieder und auch den Kreis von Familien, aus denen sich das Patriziat bis ins 16. Jahrhundert und in neun Fällen im 18. Jahrhundert rekrutierte und mit denen sie durch Heirat verbunden waren. Im 16./17. Jahrhundert wurde mit "erbar" gerade der patrizische Stand bezeichnet, bis dieser 1697 das Recht zugebilligt bekam, sich als „edel“ zu titulieren.
Unter gerichtsfähigen Geschlechtern verstand man seit der endgültigen Ausbildung der Nürnberger Ständegliederung jenen kleinen Kreis von Familien, die lange Zeit dem Patriziat anderer, rangähnlicher Städte angehört hatten und bereits mit kaiserlichen Wappen- oder Adelsbriefen ausgestattet waren. Im späten 16. Jahrhundert waren es nur die Oelhafen und die Scheurl, im 17./18. Jahrhundert kamen noch einige andere hinzu. Die gerichtsfähigen Familien zählten, wie die Familien der Ehrbarkeit, zum zweiten Stand in der Nürnberger Gesellschaft, sie konnten Ämter besetzen, die sonst nur durch Ratsfähigkeit zu erlangen waren, der Zugang zum Inneren Rat blieb ihnen verwehrt.
Durch das Aussterben von Ratsfamilien, schafften es einige „Geschlechter der Ehrbarkeit“ und gerichtsfähige Familien, in das Patriziat kooptiert zu werden.
| Name | Erste Erwähnung | Ehrbar ab: | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen |
| Ditl | † ? | |||||
| Fürleger | 1310 | 1495 | 1625 | † ? | Gottfried Fürleger war der letzte nachgewiesene Vertreter des Geschlechts (* 1702,† ?) | |
| Gundelfinger | 1350 | 1550 wegen Überschuldung geflüchtet | ||||
| Halbwachs Halbwachsen | † ? | |||||
| Held (genannt Hagelsheimer) | 1357 | † 1682 genannt nach Schloss Hagelsheim an der Tauber | ||||
| Kämmerer | † ? | |||||
| Ketzel (auch: Kötzel) | 1438 | 1422/35 aus Augsburg nach Nürnberg zugewandert, † 1588 | ||||
| Koburger/Koberger | † ? | Anton Koberger | ||||
| Köler | † ? | |||||
| Kötzler | 1298 | † 1674 | ||||
| Krell | † ? Tuchhändler, Montanunternehmer | |||||
| Letscher | † ? | |||||
| Lochaim | 1373 | † 1546 (?) | Wolflein von Lochamer (Lochaim), um 1500, Besitzer des Lochamer-Liederbuchs; nach ihm wurde diese Sammlung benannt | |||
| Melber | † ? | |||||
| Örtel | † ? | |||||
| Ploben auch: Plob von Ploben Plauen | 1451 | † 1619 [5] | ||||
| Pucher | † ? | |||||
| Römer | † ? | |||||
| Schedel | † 1571 | Hartmann Schedel | ||||
| Schlaudersbach | 1495 | † 17. Jh. | ||||
| Schleicher | † ? | |||||
| Schmidmeyer von Schwarzenbruck | 1380 | † 1707 | ||||
| Schnöd | 1342 | 1552 nach Ulm ausgewandert | ||||
| Stockamer | † ? | |||||
| Trainer | † ? | |||||
| Voit von Wendelstein | † 1718 | |||||
| Name | Erste Erwähnung | Gerichtsfähig ab: | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen |
| Dietherr von Anwanden | 1431 | 1730 | 1813 | † 1819 | ||
| Furtenbach auf Reichenschwand | 1371 | 1768 | 1813 | † 1957 | ||
| Gammersfelder von Solar | 1466 | 1730 | 1466 | † 1740 [6][7] | ||
| Petz von Lichtenhof | 1450 | 1730 | 1813 | |||
| Viatis | 1538 | 1730 | 1818 | † 1834 | Bartholomäus Viatis | |
Einigen Familien war es trotz hohen Ansehens, großen Vermögens und verwandtschaftlicher Verbindungen zu Patrizierfamilien nicht gelungen in den inneren Zirkel der Reichsstadt zu gelangen, sie haben ungeachtet dessen einen wesentlichen Beitrag zum Ruhm und zur Blüte Nürnbergs geleistet und werden aus diesem Grund erwähnt.
| Name | Erste Erwähnung | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen | |
| Landauer | 14. Jahrhundert | † 1515Landauersches Zwölfbrüderhaus | ||||
| Name | Erste Erwähnung | in Nürnberg ab: | Adelstitel seit: | Anmerkungen | Persönlichkeiten | Wappen |
| Dilherr von Thumenberg | 1423 | 1531 | 1600 | † 1707 erste Nürnberger Linie († 1758 zweite Nürnberger Linie) | Johann Michael Dilherr (Hennebergische Linie der Dilherr) | |
| Gründlach | 1140 | 1140 | ? | † 1314/15 Nürnberger Linie † 1464 Berg-Hertingsberger Linie | Leopold I. von Gründlach | |
| Winkler von Mohrenfels | 1156 | ? | ||||
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