Die Pauli-Matrizen
(nach Wolfgang Pauli) bilden zusammen mit der 2×2-Einheitsmatrix, die in diesem Zusammenhang mit
bezeichnet wird, eine Basis des 4-dimensionalen reellen Vektorraums der komplexen hermiteschen 2×2-Matrizen. In der Quantenphysik stellen sie die Wirkung der Spindrehimpulsoperatoren,
, auf Spin-½-Zuständen, beispielsweise auf Elektronen, dar.
Die Pauli-Matrizen lauten
(An dieser Stelle ist der Index i von der imaginären Einheit
zu unterscheiden.)
Die Pauli-Matrizen können neben der Darstellung als Matrizen mit Hilfe der Dirac-Notation dargestellt werden: Dabei können für die Linearkombination entweder die Standard-Basisvektoren oder die Eigenvektoren der Pauli-Matrizen verwendet werden.
| Pauli-Matrix | Matrix | Linearkombination (Standard-Basisvektoren) | Linearkombination (Eigenvektoren) |
|---|---|---|---|
Die verwendeten Vektoren sind wie folgt definiert:
Die Pauli-Matrizen sind hermitesch und unitär. Daraus folgt
wobei
wie erwähnt die 2×2-Einheitsmatrix ist.
Die Determinanten und Spuren der Pauli-Matrizen sind
Aus Obigem folgt, dass jede Pauli-Matrix
die Eigenwerte +1 und -1 besitzt.
Des Weiteren:
Die Pauli-Matrizen erfüllen die Algebra
(
ist das Levi-Civita-Symbol), also insbesondere bis auf einen Faktor 2 die Drehimpulsalgebra
und die Clifford- oder Dirac-Algebra ![]()
Die Pauli-Matrizen gehören zum Spezialfall
von Drehimpulsoperatoren, die auf Basisvektoren
eines Drehimpuls-
-Multipletts mit Quantenzahlen
in Maßsystemen mit
folgendermaßen wirken:
Dabei ist
eine natürliche Zahl und für
treten die
verschiedenen Quantenzahlen
auf. Für
wirken die Drehimpulsoperatoren auf die Komponenten von Linearkombinationen der beiden Basisvektoren
und
demnach durch Multiplikation mit den folgenden Matrizen
Mit
und
ergibt sich dann, dass die Drehimpulsoperatoren auf die Komponenten von Spin-1/2-Zuständen durch Multiplikation mit den halben Pauli-Matrizen wirken.
Die lineare Hülle der mit
multiplizierten[1] Pauli-Matrizen
ist mit der üblichen Matrizenmultiplikation eine Lie-Algebra, und aufgrund der mit
für jeden Einheitsvektor
und alle reellen
geltenden Identität[2]
sind diese drei Matrizen die Generatoren der komplexen Drehgruppe SU(2).
Der Faktor 1/2 in der obigen Gleichung ist zwar mathematisch verzichtbar. Die Gleichung wird jedoch in der physikalischen Anwendung häufig in genau dieser Form benötigt. Denn (wie in der Einleitung erwähnt) stellen in der Quantenphysik die Matrizen
Operatoren dar, die die Veränderung des Zustands eines Spin-1/2-Systems (beispielsweise eines Elektrons) bei Messung der verschiedenen Spinkomponenten beschreiben. Andererseits beschreibt die durch den Exponentialausdruck gegebene Matrix die Veränderung des Spinzustands bei einer räumlichen Drehung.
entspricht dabei dem gerichteten Drehwinkel um die durch den Einheitsvektor
gegebene orientierte Drehachse. Für
ergibt sich
; d. h. ein Spin-1/2-System wird nicht durch Drehung um den Winkel
, sondern erst durch Drehung um den Winkel
wieder in den Ausgangszustand übergeführt („Spinordrehungen“).
Die Matrix
hat die Eigenvektoren
wie man leicht erkennen kann:
entsprechend den Eigenwerten
. Die Eigenvektoren von
sind
und die Eigenvektoren von ![]()
Hier zeigt sich, dass die Eigenzustände der Spinoperatoren
und
Superpositionen der Eigenzustände von
sind.
Die mit der imaginären Einheit multiplizierten Pauli-Matrizen zusammen mit der Einheitsmatrix, also die Menge
, spannen eine 4-dimensionale R-Algebra auf, die zu den Quaternionen H isomorph ist. Eine isomorphe Zuordnung ist beispielsweise:
mit
als den bekannten Einheitsquaternionen. Vor diese Zuordnung lässt sich jeder der 24 Automorphismen der Quaternionengruppe Q8 schalten. So kann auch ein Isomorphismus „in umgekehrter Ordnung“ gebaut werden:[3]
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