Dienstag, 29. Mai 2012

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Petersaurach

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Petersaurach
Petersaurach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Petersaurach hervorgehoben
49.30944444444410.7475442
Koordinaten:
49° 19′ N, 10° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Ansbach
Höhe: 442 m ü. NN
Fläche: 41,8 km²
Einwohner:

4.964 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91580
Vorwahlen: 09872, 09802 (Adelmannssitz, Frohnhof, Külbingen, Langenheim, Schafhof, Vestenberg, Wicklesgreuth), 09824 (Neumühle, Steinbach), 09827 (Langenloh), 09874 (Altendettelsau, Ziegendorf)
Kfz-Kennzeichen: AN
Gemeindeschlüssel: 09 5 71 190
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: Hauptstraße 29 91580 Petersaurach
Webpräsenz: www.petersaurach.de
Bürgermeister: Lutz Egerer (SPD)
Lage der Gemeinde Petersaurach im Landkreis Ansbach
Karte
Über dieses Bild

Petersaurach (umgangssprachlich: Beʲdəsáura [2]) ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Sie wurde im Zuge der Gemeindegebietsreform im Jahre 1978 aus den ehemaligen Gemeinden Petersaurach, Großhaslach und Vestenberg geschaffen.

Geografie

Geografische Lage

Petersaurach liegt etwa 15 km östlich von Ansbach.

Topographie

Der Hauptort mit den meisten Ortsteilen liegt auf einer Hochebene (ca. 450 m), die im Nordwesten bei Vestenberg, Adelmannssitz und Großhaslach ins Haselbachtal abfällt.

Auf dem Gemeindegebiet gibt es überwiegend Nadelwälder. Nordöstlich befindet sich der Klosterwald, westlich von Wicklesgreuth der Herrnwald und nordwestlich von Großhaslach der Haslacher Wald.

Im Gemeindegebiet entspringen folgende Fließgewässer:

  • die Aurach
  • der Heiligenbach, der ein rechter Zufluss der Aurach ist
  • der Haselbach, der mit weiteren Bächen zu einem rechten Zufluss der Bibert zusammenfließt
  • der Büschelbach und der Ziegendorfer Bach, beide linke Zuflüsse der Fränkischen Rezat

Gemeindegliederung

Die politische Gemeinde Petersaurach hat 16 amtlich benannte Ortsteile[3]:

Nachbargemeinden

Bruckberg, Weihenzell Dietenhofen Heilsbronn
Ansbach Nachbargemeinden
Sachsen bei Ansbach Lichtenau Neuendettelsau

Klima

  • Diagramm Niederschlagsmittelwerte Petersaurach für den Zeitraum von 1961 - 1990

  • Niederschlagsdiagramm für Petersaurach (blaue Kurve) vor den Mittelwerten (Quantilen) für Deutschland (grau)

Geschichte

Urkundlich wird der Ort erstmals im Jahre 1212 erwähnt, als Bischof Otto von Würzburg seine Güter in „Urah“ dem Kloster in Heilsbronn vermacht. Erst im Jahr 1311 taucht der Name Petersaurach auf. Der Ortsname rührt vom hl. Petrus her, nach dem auch die Petersauracher Kirche benannt worden ist. Die erste urkundliche Erwähnung der Kirchengemeinde Petersaurach stammt aus dem Jahre 1390. Im Jahre 1528 wurde in Petersaurach die Reformation eingeführt. Die Grund- und Landesherren in früherer Zeit waren die Bischöfe von Würzburg, dann das Kloster Gumpertus in Ansbach und deren Vögte. Im Laufe der Zeit bis zum Jahre 1400 erwarb das Kloster Heilsbronn alle Höfe in Petersaurach.

Bereits im Jahr 1560 wurde in Petersaurach unterrichtet anfangs im Mesnerhaus. Erst im 19. Jh. wurde die alte Schule errichtet, 1904 ein großes Schulgebäude neben der Kirche und 1956 wurde man eine moderne Schule fertiggestellt.

Im Jahr 1875 wurde die Gemeinde Petersaurach durch die Eisenbahn der Hauptstrecke Nürnberg – Ansbach erschlossen. 1894 bekam Petersaurach einen eigenen Bahnhof an der Nebenstrecke Wicklesgreuth – Windsbach.

Die Gemeinde bestand seit 1818 aus den Orten Petersaurach und Wicklesgreuth.

Eingemeindungen

Gemeinde Einwohner (1970) Eingemeindungs- datum Bemerkungen
Altendettelsau[4] 172 1. Januar 1972 Eingliederung von 167 der 172 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Neuendettelsau
Großhaslach 997 1. Mai 1978
Herpersdorf[4] 371 1. Januar 1972 Eingliederung von 288 der 371 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Lichtenau
Vestenberg 527 1. Mai 1978 Eingliederung von 475 der 527 Einwohner, Umgliederung der anderen Einwohner nach Weihenzell

Einwohnerentwicklung

Stichtag Einwohner
01. 12. 1840 ¹ 1.769
01. 12. 1871 ¹ 2.019
01. 12. 1900 ¹ 2.066
16. 06. 1925 ¹ 2.211
17. 05. 1939 ¹ 2.315
13. 09. 1950 ¹ 3.802
06. 06. 1961 ¹ 3.428
27. 05. 1970 ¹ 3.727
31. 12. 1979 4.022
25. 05. 1987 ¹ 3.927
31. 12. 2000 5.023
31. 12. 2005 5.091
31. 12. 2010 4.964

Petersaurach ohne eingemeindete Ortsteile:

  • 1605: 0058 Anwesen
  • 1910 ¹: 0792 Einwohner[5]
  • 1933 ¹: 0872 Einwohner
  • 1939 ¹: 0875 Einwohner[6]
  • 1987 ¹: 1491 Einwohner[7]

¹ Volkszählungsergebnis

Politik

Bürgermeister

  • Bis 30. April 2008 Hans Fischer (Freie Wähler)
  • Seit 1. Mai 2008 Lutz Egerer (SPD)

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat (einschl. Bürgermeister) 21 Mitglieder.

Partei Sitze
CSU 8
Freie Wähler 6
SPD 4
Einigkeit 2

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Wappen

Altes Wappen

Blasonierung: Gespalten; vorne in Grün ein silberner Balken, überdeckt von einem gestürzten, schrägen goldenen Schlüssel; hinten geteilt von Gold und Rot mit zwei Eisenhüten in verwechselten Farben.

Wappengeschichte: 1982 wurde das alte Wappen durch dieses Wappen ersetzt. Aus dem untergegangenen Wappen von Petersaurach stammt der goldene Schlüssel als Attribut des heiligen Petrus, der der Namenspatron der St. Peterskirche ist. Die Eisenhüte sind dem untergegangenen Wappen von Großhaslach entnommen. Sie weisen auf die Grafen von Oettingen hin, die ursprünglich Güter in Großhaslach hatten. Der silberne Balken in grünem Feld ist das Wappenbild der Herren von Vestenberg, die für alle drei Orte von großer Bedeutung waren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baudenkmäler

St. Peter
  • St. Peter: Gotischer Chorturm 14./15. Jahrhundert mit später erfolgtem Sakristei- und Saalanbau
  • Pfarrhaus: von 1720 mit späteren Änderungen; zweigeschossig mit Ecklisenen
  • Haus Markgrafenplatz Nr. 2 (ehemaliges Markgrafengut): zweigeschossiger Bau des 18. Jhs. mit zweigeschossigem Giebel, Satteldach und Schleppgauben; zugehöriges Scheunengebäude.
  • Fraischstein: wohl des frühen 18. Jahrhunderts zwischen Markgrafschaft Ansbach und der ehemaligen nürnbergischen Pflegschaft Lichtenau; Sandstein mit giebelartiger Verdachung und nürnbergisches Wappenrelief auf der „Ziegendorfer Höhe“.

Regelmäßige Veranstaltungen

Für Ortskundige gilt vor allem die Kirchweih in Petersaurach mit der Wahl der Kärwasau (fränkisch für Kirchweihsau) als besondere Attraktion. Die Kirchweih findet jeden letzten Sonntag im August (von Freitag bis Montag) statt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Gemeinde liegt an der A 6, der B 14, sowie an der Bahnlinie Nürnberg-Ansbach (R7), mit einem Bahnhof in Wicklesgreuth, sowie in Planung für die zukünftige S-Bahn Petersaurach-Nord und der Bahnstrecke Wicklesgreuth–Windsbach (R71) mit dem Bahnhof Petersaurach.

Ansässige Unternehmen

Der größte Arbeitgeber am Ort ist die RKW AG – Rheinische Kunststoffwerke die im Südwesten von Petersaurach niedergelassen ist und Kunststofffolien produziert. In Langenheim bei Wicklesgreuth gibt es die Busch + Co Hanns Seifert GmbH & Co. KG die Farben herstellt. Im Gewerbegebiet Großhaslach siedeln bisher nur kleinere Firmen.

Bildungseinrichtungen

In Petersaurach gibt es eine Volksschule, welche für die Schüler der Gemeinde zuständig ist. Sie verteilt sich derzeit auf die Schulorte Petersaurach (Grund- und Hauptschule) und Großhaslach (Grundschule).

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

  • Margarete Bucklin, wurde 1594 zur Zeit der Hexenverfolgungen in einem Hexenprozess angeklagt. Sie wurde einen Monat lang wegen Hexereiverdachts gefangen gehalten, kam aber frei, da sie trotz heftiger Folter kein Geständnis ablegte. Die Grundlagen ihrer Existenz waren jedoch zerstört.
  • Wilhelm Ludwig Steinbrenner (* 6. Januar 1759; † 26. Dezember 1831 in Großbodungen), evangelischer Theologe

Literatur

  •  Dallhammer, Hermann: Petersaurach; Dokumentation einer Großgemeinde. Petersaurach 1996.
  •  Fechter, Elisabeth: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, S. 153, DNB 480570132.
  •  Fehring, Günter P.: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdemkmale, Bd. 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, S. 132f., DNB 451224701.
  •  Muck, Georg: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. C. H. Beck, Nördlingen 1879, S. 257-269, DNB 940177943.
  •  Rosenhauer, Konrad u.a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, S. 184ff., DNB 450093387.

Weblinks

 Commons: Petersaurach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. E. Fechter, S. 153.
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?val=1356&attr=590&modus=automat&tempus=20110610/161907&hodie=20110610/161918
  4. ab  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7., Seite 421
  5. Gemeindeverzeichnis.de
  6. http://geschichte-on-demand.de/bay_ansbach.html
  7. http://gov.genealogy.net/item/show/PETACHJN59JH
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Diese Seite wurde zuletzt am 16. Mai 2012 um 21:07 Uhr geändert.

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