Pier Aldo Rovatti (* 1942 in Modena) ist ein italienischer Philosoph. Er ist zusammen mit Gianni Vattimo Hauptvertreter des schwachen Denkens, Herausgeber der 1951 von Enzo Paci gegründeten Zeitschrift aut aut[1] und lehrt als ordentlicher Professor theoretische Philosophie an der Universität Triest. Daselbst leitet er auch das "Labor für zeitgenössische Philosophie", in dem sich Nachwuchswissenschafter aus philosophischer Perspektive mit Themen der Zeit auseinandersetzen.[2]
Rovatti studierte in Mailand Philosophie, verkehrte im Kreis des Existenzialisten, Phänomenologen und Marxisten Enzo Paci und wurde mit einer Arbeit über Alfred Whitehead promoviert. 1977 ging er nach Triest und arbeitete als Assistent am philosophischen Seminar. 1999 wurde er zum assoziierten und 2004 zum ordentlichen Professor an der Universität Triest berufen.
Rovatti folgte in den 1960er und frühen 1970er Jahren dem phänomenologisch-marxistischen Ansatz seines Lehrers Enzo Paci, begann sich aber in den späten 1970er Jahren als einer der ersten Philosophen in Italien mit Michel Foucault zu befassen. In der Folge löste er sich vom Denken des frühen Marx und kritisierte den marxistischen Determinismus. Mit seinen Aufsätzen in der Zeitschrift aut aut wurde er in Italien bekannt. 1983 erzielte er internationale Aufmerksamkeit mit der Publikation des Sammelbandes Il pensiero debole, den er zusammen mit Gianni Vattimo herausgab. V.a. in den USA wurde die neue Denkströmung stark rezipiert.[3] Rovattis Denken gilt seither den schwachen Seiten des Subjekts, insbesondere der Passivität und Alterität. Mit einer neuen Interpretation des Werks von Martin Heidegger hat er sich im akademischen Diskurs hervorgetan. Persönliche und intellektuelle Freundschaft verband ihn unter anderen mit Jacques Derrida und Emanuel Levinas. Rovatti ist der Philosophie des Poststrukturalismus zuzurechnen.
Die erste systematische Darstellung seines „schwachen Denkens“ wurde von René Scheu geleistet.[4] Die Arbeit erschien 2010 in italienischer Übersetzung und versehen mit einem Brief von Gianni Vattimo.[5]
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