Dienstag, 29. Mai 2012

Themen


Pier Aldo Rovatti

Pier Aldo Rovatti (* 1942 in Modena) ist ein italienischer Philosoph. Er ist zusammen mit Gianni Vattimo Hauptvertreter des schwachen Denkens, Herausgeber der 1951 von Enzo Paci gegründeten Zeitschrift aut aut[1] und lehrt als ordentlicher Professor theoretische Philosophie an der Universität Triest. Daselbst leitet er auch das "Labor für zeitgenössische Philosophie", in dem sich Nachwuchswissenschafter aus philosophischer Perspektive mit Themen der Zeit auseinandersetzen.[2]

Rovatti studierte in Mailand Philosophie, verkehrte im Kreis des Existenzialisten, Phänomenologen und Marxisten Enzo Paci und wurde mit einer Arbeit über Alfred Whitehead promoviert. 1977 ging er nach Triest und arbeitete als Assistent am philosophischen Seminar. 1999 wurde er zum assoziierten und 2004 zum ordentlichen Professor an der Universität Triest berufen.

Rovatti folgte in den 1960er und frühen 1970er Jahren dem phänomenologisch-marxistischen Ansatz seines Lehrers Enzo Paci, begann sich aber in den späten 1970er Jahren als einer der ersten Philosophen in Italien mit Michel Foucault zu befassen. In der Folge löste er sich vom Denken des frühen Marx und kritisierte den marxistischen Determinismus. Mit seinen Aufsätzen in der Zeitschrift aut aut wurde er in Italien bekannt. 1983 erzielte er internationale Aufmerksamkeit mit der Publikation des Sammelbandes Il pensiero debole, den er zusammen mit Gianni Vattimo herausgab. V.a. in den USA wurde die neue Denkströmung stark rezipiert.[3] Rovattis Denken gilt seither den schwachen Seiten des Subjekts, insbesondere der Passivität und Alterität. Mit einer neuen Interpretation des Werks von Martin Heidegger hat er sich im akademischen Diskurs hervorgetan. Persönliche und intellektuelle Freundschaft verband ihn unter anderen mit Jacques Derrida und Emanuel Levinas. Rovatti ist der Philosophie des Poststrukturalismus zuzurechnen.

Die erste systematische Darstellung seines „schwachen Denkens“ wurde von René Scheu geleistet.[4] Die Arbeit erschien 2010 in italienischer Übersetzung und versehen mit einem Brief von Gianni Vattimo.[5]

Schriften

  • La dialettica del processo. Saggio su Whitehead. Mailand 1969.
  • mit Gianni Vattimo (Herausgeber): Il pensiero debole. Mailand 1983.
  • La posta in gioco. Heidegger, Husserl, il soggetto. Mailand 1987.
  • Il declino della luca. Saggio su filosofia e metafora. Mailand 1988.
  • L'esercizio del silenzio. Mailand 1992.
  • Introduzione alla filosofia contemporanea. Mailand 1996.
  • Die Distanz bewohnen. Wien 1999.
  • mit Jacques Derrida (Herausgeber): L'università senza condizione. Mailand 2002.
  • Der Wahnsinn in wenigen Worten. Wien 2004.
  • La filosofia può curare? Mailand 2006.
  • Etica Minima Mailand 2010.
  • Noi, i barbari Mailand 2011.

Einzelnachweise

  1. http://autaut.saggiatore.it/
  2. http://www.filolab.it/
  3. Giovanna Borradori: Recording Metaphysics: The New Italien Philosophy, Evanston 1988
  4. René Scheu: Das schwache Subjekt. Zum Denken von Pier Aldo Rovatti.. Wien 2008.
  5. René Scheu: Il soggetto debole. Sul pensiero di Pier Aldo Rovatti. Con una lettera di Gianni Vattimo, Traduzione di Antonello Sciacchitano, Mailand 2010.
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde zuletzt am 19. Februar 2012 um 17:05 Uhr geändert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pier_Aldo_Rovatti aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

TOP



TOP