Pioneer 11 ist eine US-amerikanische Raumsonde der Pioneer-Reihe, die am 6. April 1973 um 2:11 UTC von Launch Complex 36 auf Cape Canaveral an Bord einer Trägerrakete vom Typ Atlas-Centaur gestartet wurde. Die 259 kg schwere Sonde hatte die Aufgabe, die Planeten Jupiter und Saturn zu erforschen.
Genau ein Jahr nach dem Start der baugleichen Schwestersonde Pioneer 10 sollte auch Pioneer 11 den Vorstoß in das äußere Sonnensystem wagen. Der Missionsbeginn wurde um ein Startfenster zum Jupiter gegenüber Pioneer 10 verzögert, da man befürchtete, der Asteroidengürtel könnte so dicht sein, dass er für eine Raumsonde unpassierbar wäre. Da dies nicht der Fall war, konnte Pioneer 11 wie erhofft starten. Sollte die Sonde nach dem Vorbeiflug am Jupiter noch funktionsfähig sein, sollte sie den zweiten Riesenplaneten Saturn ansteuern.
Wie auch bei der Pioneer 10 befindet sich an Bord der Pioneer 11 eine Pioneer-Plakette, die eine Botschaft der Menschheit an etwaige außerirdische Lebewesen enthält.
Obwohl die Sonde Pioneer 11 den ersten Vorbeiflug am Saturn erfolgreich meisterte, wurden die wissenschaftlichen Ergebnisse der Mission bald durch diejenigen der beiden Voyager-Sonden erweitert und übertroffen. Dies lag daran, dass Pioneer 11 genau wie Pioneer 10 nur teilweise die wissenschaftliche Erforschung des äußeren Sonnensystems als Ziel hatte. Ihre Aufgabe lag vor allem darin, den Durchbruch zu Jupiter und zu Saturn überhaupt zu schaffen, damit sich die nachfolgende Generation von Voyager-Sonden die Planeten genauer anschauen konnte.
Pioneer 11 ist diejenige Sonde, die das Sonnensystem mit der geringsten Geschwindigkeit verlässt. Da sie die bisher letzte Sonde war, die überhaupt in den interstellaren Raum vordrang, und da sie aufgrund des aufwändigen Saturn-Manövers die niedrigsten Energiereserven hatte, spielten auch die zwischen 1990 und 1995 gewonnenen Messergebnisse im interstellaren Raum (im Gegensatz zu denen der Voyager-Sonden) nur eine geringe Rolle.
Im Rahmen der Untersuchungen zur Pioneer-Anomalie wurde den Messdaten der Sonde wieder mehr Interesse geschenkt. Sie zeigen eine systematische Abweichung von der erwarteten Flugbahn, und bestätigen so die vorher schon bei Pioneer 10 festgestellte Anomalie.
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