Plan 9 from Bell Labs ist ein Betriebssystem, entwickelt in den späten 1980er Jahren von den Bell Laboratories. Diese hatten zuvor bereits Unix entwickelt. Es ist benannt nach dem Film Plan 9 from Outer Space (1959) von Ed Wood, in dem die Außerirdischen Tote wieder zum Leben erwecken (es finden sich in Plan 9 weitere Anspielungen auf das Werk von Ed Wood, z. B. das Maskottchen Glenda, das auf den Film Glen or Glenda (1953) zurückzuführen ist).
Plan 9 ist als Plattform für Forschungsprojekte in den Bereichen (UNIX-) Betriebssysteme und Netzwerke einsetzbar.
2011 spaltete eine Gruppe von Plan 9-Entwicklern aus Unzufriedenheit mit der Entwicklung, unter dem Motto „The Front fell off“, einen Fork des Systems unter dem Namen Plan 9 Front ab.[1][2]
Ein fertig installierbares System existiert zurzeit nur für die x86-Prozessoren, insgesamt werden jedoch die Intel-, MIPS-, DEC Alpha-, PowerPC-, Sparc-, Sparc64- und ARM-Architekturen unterstützt, d. h. Plan 9 läuft auch auf dem iPAQ Pocket PC (hier Bitsy genannt). Zusätzlich existiert eine Portierung auf die virtuelle Maschine Xen. Das System ist in einem Dialekt von ISO-C geschrieben und unterstützt UTF-8 (Unicode). Für eine optimale Bedienung ist eine Drei-Tasten-Maus erforderlich. Plan 9 enthält u. a. das Fenstersystem rio(1), den Editor sam(1), eine Art Fenster-/Dateimanager namens acme(1) und den Kommandozeileninterpreter rc(1). Eine Reihe Softwarepakete wie Perl, Python und TeX wurden portiert und sind separat erhältlich.
Die Entwickler wollen mit Plan 9 eine Antwort auf die Frage „Was versucht Unix wirklich zu erreichen?“ geben. In einem Satz lautet diese Antwort:
Das Konzept der Datei wurde dahingehend erweitert, dass alle Ressourcen (Dateien, Bildschirme, Benutzer, Computer, etc.) einen Namen haben und wie Dateien angesprochen werden. Es gibt ein Standardprotokoll namens 9P, um diese Ressourcen anzusprechen. Weiterhin werden alle Dateisystemhierarchien in einer einzigen großen Hierarchie zusammengefasst. Konkrete Beispiele für die Auswirkungen dieser Grundsätze: Erreichbare Server sind Teil des Dateisystems, laufende Programme sind Teil des Dateisystems usw.
Dieses zugrundeliegende Konzept ist äußerst einleuchtend und leicht zu durchschauen. Es hat allerdings kaum Einzug gehalten in die gängigen Betriebssysteme, da einige radikale Modifikationen an der Softwarearchitektur erforderlich sind. Eine Ausnahme ist die Aufnahme des /proc-Filesystems in Linux und andere Betriebssysteme, welches allen Programmen eine einheitliche und meist abwärtskompatible Zugriffsmöglichkeit auf Daten, wie z. B. Zahl der laufenden Prozesse, Systemauslastung, Zahl der Netzwerkverbindungen etc. erlaubt – alles über die herkömmliche Dateisystemschnittstelle. Die „Alles ist eine Datei“-Idee wird unter Linux in den virtuellen Dateisystemen sysfs und configfs weitergetragen.
An der Entwicklung von Plan 9 haben eine Reihe namhafter Personen mitgewirkt, darunter Ken Thompson, der zeitweilig Leiter des Projekts war und an den ersten Versionen von Unix sowie der Entwicklung der Programmiersprache C beteiligt war.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Plan_9_(Betriebssystem) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |