Die Planck-Skala, benannt nach Max Planck, markiert eine Grenze für die Anwendbarkeit der bekannten Gesetze der Physik. Auf Distanzen der Größenordnung der Planck-Länge (ca. 10-35 m) müsste die Physik mit Hilfe einer Quantentheorie der Gravitation beschrieben werden, die bisher nur in Ansätzen existiert. Bei Teilchen mit Energien auf der Skala der Planck-Masse wird die Compton-Wellenlänge
vergleichbar mit dem Schwarzschild-Radius und die Planck-Masse ergibt sich zu (siehe unten):
Der empfohlene CODATA-Wert für die Planck-Masse ist[1] 2,176 51(13)·10-8 kg = 2,17651·10-8 kg ± 0,00013·10-8 kg. Es kommt aber bei der Planckmasse nur auf die Größenordnung an.
In der Teilchenphysik und Kosmologie wird auch häufig die „reduzierte Planckmasse“ verwendet, die sich nur durch einen konstanten Faktor von der Planck-Masse unterscheidet:
Entsprechend lassen sich weitere Größen der Planck-Skala (Planck-Einheiten) aus den drei grundlegenden Naturkonstanten, der Gravitationskonstante
, der Lichtgeschwindigkeit
und dem planckschen Wirkungsquantum
konstruieren. Die Planckzeit ergibt sich z.B. aus der Zeit, die das Licht benötigt die Plancklänge zu durchlaufen (c ist bekanntlich die obere Grenzgeschwindigkeit jeglicher Signalausbreitung):
~ 10 -43 s.
Die Planck-Länge
ist um einen Faktor von etwa 1020 kleiner als der Durchmesser des Protons und damit weit jenseits einer direkten experimentellen Zugänglichkeit. Wollte man derartig kleine Strukturen mit einem Teilchenbeschleuniger untersuchen, so müsste die De-Broglie-Wellenlänge
der verwendeten Teilchen vergleichbar mit
sein, bzw. ihre Energie vergleichbar mit
. Die über
zugeordnete Masse wäre über 1016 mal so groß wie die Masse des schwersten bekannten Elementarteilchens, des Top-Quarks. Ein entsprechender Beschleuniger hätte mindestens den Durchmesser unseres Sonnensystems. Der einzige denkbare Prozess, bei dem vergleichbare Energien aufgetreten sein könnten, ist das Universum ungefähr eine Planck-Zeiteinheit nach dem hypothetischen Urknall. Die Planckmasse ist sogar fast schon auf der „menschlichen“ Größenskala – ein Floh wiegt 4000 bis 5000 Planckmassen.
Wie oben bereits angedeutet, führt die gleichzeitige Anwendung der Gesetze der Quantenmechanik und der Allgemeinen Relativitätstheorie bei hinreichend kleinen räumlichen und zeitlichen Abständen zu Problemen, wie die folgende Überlegung zeigt: Befindet sich ein Objekt oder Teilchen in einem Raumgebiet mit dem Durchmesser
, so ist aufgrund der Unschärferelation sein Impuls nur bis auf
genau bestimmt, wobei
gilt. Das bedeutet, dass der Impuls mindestens Werte im Bereich bis
annehmen muss. Selbst für ein Teilchen ohne invariante Masse ist damit eine Energie
und daher auch eine Mindestmasse
verbunden, wobei
Befindet sich die Masse
in einem Raumgebiet mit einem Radius kleiner als ihr Schwarzschildradius
so wird sie zum Schwarzen Loch. Das ist durch die Wahl eines hinreichend kleinen
erreichbar, denn mit einer Verkleinerung von
wächst
und damit auch
und
bis schließlich
wird. Diese Situation entzieht sich jedoch einer Beschreibung durch die bekannte Physik. Man erhält die Formel für die Planck-Länge und Planck-Masse der Größenordnung nach, indem man
setzt und die beiden letzten Gleichungen nach
und
auflöst.
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