Politikwissenschaft (auch Politische Wissenschaft oder Politologie) ist eine Integrationswissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem wissenschaftlichen Studium politischer Prozesse und allen im weiteren Sinne politischen Erscheinungen und Handlungen des menschlichen Lebens. Dementsprechend wird sie sowohl als Sozial-, Kultur- wie auch als Geisteswissenschaft verstanden und betrieben.
Das Fach wird grundlegend in die Teilbereiche Politisches System bzw. Politische Systeme (bezogen auf einzelne Staaten, beispielsweise Deutschland; früher: Regierungslehre), Politische Theorie, Vergleichende Politikwissenschaft (früher: Vergleichende Regierungslehre, auch Vergleichende Analyse politischer Systeme) und Internationale Beziehungen oder Internationale Politik eingeteilt. Entlang dieser Unterscheidung orientiert sich beispielsweise auch die Einrichtung politikwissenschaftlicher Lehrstühle und Professuren.
Eine breiter angelegte Politikwissenschaft, wie sie an manchen Universitäten betrieben wird, unterhält zudem auch eigene Lehrstühle in Methodik, Geschlechterforschung, Politischer Philosophie, Politischer Soziologie, Politikfeldanalyse, Politischer Ökonomie bis hin zur Verwaltungswissenschaft.
Die Politikwissenschaft befasst sich mit dem gesellschaftlichen Zusammenleben der Menschen und untersucht, wie dieses Zusammenleben geregelt ist und geregelt werden kann. Ihr Gegenstandsbereich reicht demnach grundsätzlich über eine alleinige Beschäftigung mit der Tagespolitik hinaus. Ihr Untersuchungsinteresse erfordert die Analyse von grundlegenden Prinzipien, Zusammenhängen und von Ursache- und Wirkungsmechanismen des menschlichen Zusammenlebens in seinen unterschiedlichen Formen. Dabei berücksichtigt sie u. a. institutionelle, prozedurale, sachlich-materielle und politisch-kulturelle Gesichtspunkte. Ein besonderes Augenmerk richtet die moderne Politikwissenschaft auf die Frage, wie staatliche, privatwirtschaftliche und zivilgesellschaftliche Akteure interagieren, wie politische Entscheidungsprozesse ablaufen und wie sich Machtverhältnisse konstituieren und auf die Gesellschaft zurückwirken.
Ursprünglich hatte die Politikwissenschaft eine nahezu rein normative Prägung: Sie beschäftigte sich die längste Zeit mit der Frage, wie das Zusammenleben der Menschen am besten gestaltet werden soll. Dies lässt sich bis zu den antiken griechischen Philosophen – vor allem auf Platon – zurückführen und ist auch heute noch eine bedeutende Aufgabe des theoretischen Zweigs der Politikwissenschaft. Als normative Wissenschaft wurde die Politikwissenschaft auch nach ihrer Wiederbegründung als akademische Disziplin in der Bundesrepublik Deutschland nach 1945 verstanden und konzipiert („Demokratiewissenschaft“). Die deutsche Tradition „polizei“- und staatswissenschaftlicher Forschung war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts größtenteils abgebrochen. Ausgehend von den Vereinigten Staaten wurde die Politikwissenschaft seit den 1960er Jahren („behavioristische Revolution“ in den Sozialwissenschaften) stärker empirisch ausgerichtet. Damit einher ging eine mehrheitliche Umorientierung des Faches von normativen zu positivistischen Fragestellungen.
Ziel der modernen empirischen Politikwissenschaft ist es, aus der Beschäftigung der Gesellschaft und ihrer Strukturen Kausalzusammenhänge zu identifizieren, die das politische Zusammenleben von Menschen erklären und beschreibbar machen. Dieser Zweig des Faches ist stark methodisch geprägt und arbeitet sowohl quantitativ als auch qualitativ. Eine abschließende Wertung der Untersuchungsergebnisse muss hierbei entfallen. Damit orientiert sich dieser prominente Zweig des Faches analytisch und methodisch an den Naturwissenschaften und wird im Allgemeinen nach wie vor wesentlich durch US-amerikanische Entwicklungen und Innovationen geprägt. Dies betrifft vor allem die analytische Stringenz (Einsatz mathematischer Modelle, die sogenannte Theorie der rationalen Entscheidung) sowie methodische Rigorosität (Einsatz statistischer Verfahren).
Etwas anders stellt sich das Fach im Bereich der modernen theoretischen bzw. normativen Politikwissenschaft dar, der größtenteils mit dem eher geisteswissenschaftlich orientierten Teilfach der Politischen Theorie zusammenfällt: In Anknüpfung an die lange normative Tradition der Politischen Wissenschaft, werden hier gesellschaftliche Werthaltungen auf ihren normativen Gehalt hin analysiert und vor dem Hintergrund ideen- und philosophiegeschichtlicher Kontexte diskutiert und bewertet. Dabei bedient man sich beispielsweise der Methode der analytisch-hermeneutischen Textinterpretation oder anderer qualitativer Verfahren. Die Beschäftigung mit Werturteilen steht dementsprechend mitunter im Zentrum der Politischen Theorie als Teilfach der Politikwissenschaft. Im Besonderen gilt dies für die Politische Philosophie als betont normativer politischer Theorie.
Der Streit um den Namen für diese Disziplin ist in Deutschland so alt wie die Disziplin selbst. Politikwissenschaftler erheben in diesem Zusammenhang den Anspruch auf Wertneutralität und auf eine strikte Unterscheidung von Politikwissenschaft und Politik. Ein Politiker macht Politik, ein Politikwissenschaftler setzt sich wissenschaftlich mit politischen Fragen auseinander.
Viele der heute zumeist abgelehnten Begriffe stellen den Versuch dar, die Bezeichnung political science, die im Englischen um 1880 begründet wurde und inzwischen längst etabliert ist, ins Deutsche zu übertragen. Die direkte Übersetzung Wissenschaft von der Politik wird zumeist wegen ihrer Umständlichkeit abgelehnt. Der Terminus Wissenschaftliche Politik erweckt häufig den Eindruck der Reduktion auf eine politisierte Wissenschaft oder reine Politikberatung, was mit leichten Einschränkungen auch für den durchaus angewandten Begriff der Politischen Wissenschaft gilt. Bei allen bisher genannten Begriffen ist zu erwähnen, dass man gerade im Nachkriegsdeutschland durch die Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus lange Zeit Schwierigkeiten mit dieser Begriffsfindung hatte.
Eine Herleitung aus dem Altgriechischen (episteme politike) stellt der Begriff Politologie dar, in Anlehnung an die moderne Soziologie. Allerdings entstand dieser Terminus ohne Kenntnis des Griechischen; eigentlich müsste er Politikologie lauten. Der Begriff Politologie beinhaltet nicht nur den der „Staatswissenschaft“, sondern auch den der „Stadtwissenschaft“, letztere wird in Deutschland jedoch von der Verwaltungswissenschaft behandelt.
Durchgesetzt hatte sich bei den Institutsneugründungen der Nachkriegszeit in Deutschland und im deutschsprachigen Raum zunächst vor allem die Fachbezeichnung Politische Wissenschaft, in den vergangenen Jahrzehnten dann zunehmend die Fachbezeichnung Politikwissenschaft.
Die deutsche Fachbezeichnung ist vergleichsweise jung, da sich die Politikwissenschaft als wissenschaftliche Disziplin hierzulande erst nach dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hat und etablieren konnte. Gleichwohl gab es schon vorher Versuche, eine solche Disziplin im Deutschen Reich zu etablieren: so wurde 1920 die Deutsche Hochschule für Politik in Berlin gegründet. An ihr lehrten hauptsächlich Wissenschaftler aus anderen Disziplinen, da es zum damaligen Zeitpunkt eine Politikwissenschaft in Deutschland noch nicht gab – anders als in den USA. Die Politikwissenschaft wurde in der Zwischenkriegszeit und zunächst auch nach dem Zweiten Weltkrieg als Integrationswissenschaft aufgefasst, die Methoden und Inhalte anderer Wissenschaften vereint. Die Nachfolgeinstitution der Deutschen Hochschule für Politik ist das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin.
Teilweise begreift sich die Politikwissenschaft als Integrationswissenschaft der Staatswissenschaften. Das Ziel war hier die Heranbildung von Generalisten, die in Organisationen und Verwaltung das nötige Sachverständnis hatten, um ihre Funktionen und Ämter führen zu können.
Dabei führt sie Ansätze fort, die schon seit der frühen Neuzeit von Juristen, Theologen und Philosophen sowie später von Historikern begründet worden sind.
Bereits im 18. Jahrhundert lehrte Joseph von Sonnenfels an der Universität Wien Politische Wissenschaften. Es etablierten sich im 19. Jahrhundert Fächer wie die Kameralwissenschaft und die Policeywissenschaft.
Eine eigene Disziplin entwickelte sich in Deutschland aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg unter US-amerikanischem Einfluss. Anknüpfen ließ sich dabei an Aktivitäten der Deutschen Hochschule für Politik, die in der Frühphase der Weimarer Republik 1920 in Berlin gegründet worden war und bis zu ihrer Eingliederung in die Berliner Universität 1940 bestand. Politikwissenschaft wurde in der Weimarer Republik im Wesentlichen als Demokratiewissenschaft verstanden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand ihr Selbstverständnis als Demokratiewissenschaft und damit als Wissenschaft von der Funktionsweise der Demokratie erneut im Zentrum. Mit ihrer Hilfe sollten insbesondere Mittler wie Lehrer und Journalisten befähigt werden, den demokratischen Gedanken zu vermitteln und demokratisches Denken in der Bevölkerung zu verankern. Daher beschäftigte sich die frühe nachkriegsdeutsche Politikwissenschaft hauptsächlich mit der Analyse, der Funktionsweise und dem formellen Interagieren von Institutionen wie etwa den Parteien, den Gewerkschaften, dem Parlament oder der Bundesregierung. Heute bezeichnet man diesen Gegenstandsbereich als Polity.
Mit dem politischen und wirtschaftlichen Erfolg der Bundesrepublik Deutschland rückte die Erforschung der eigentlichen politischen Prozesse in den Vordergrund: Man versuchte zu verstehen, was innerhalb der Institutionen selbst passiert und welche Funktionen sie jeweils im Gesamtsystem erfüllten, anstatt zu beschreiben, welche Aufgaben sie formal hatten. Dabei traten insbesondere die Verbände in den Mittelpunkt des Interesses, die – obwohl nicht gesetzlich verankert – gleichwohl einen wichtigen Anteil am politischen Prozess haben.
Man versuchte also, die tatsächlichen Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse (Politics) zu analysieren und zu verstehen.
Ebenso wie ihr Forschungsfeld, die Politik, ist auch die Politikwissenschaft bestrebt, ihre Betrachtungen zu spezialisieren, etwa auf einzelne Politiksektoren wie z. B. die Gesundheitspolitik. Hierbei ist Fachkompetenz zur Analyse der tatsächlichen Probleme erforderlich. Diese neuere Teildisziplin der Politikwissenschaft, die sich mit Sachproblemen einzelner Politikbereiche auseinandersetzt, wird Policy-Forschung oder auch Politikfeldforschung genannt.
Diese spielt für die Politikberatung eine immer größer werdende Rolle, mit Hilfe derer sich Entscheidungsträger auf wissenschaftlich fundierte Beratung verlassen oder eine politische Entscheidung treffen und absichern wollen. Die Grenzen der Wissenschaftlichkeit solcher Beratungen sind jedoch oft unklar – vielfach sind es „Gefälligkeitsgutachten“, also interessengeleitete Gutachten, die zu einem vom Auftraggeber gewünschten Ergebnis kommen.
Die Paradigmen der Integrationswissenschaft und der Demokratiewissenschaft werden daher heute zunehmend durch die Teilung der Disziplin Politikwissenschaft in die Teildisziplinen Polity, Politics und Policy ersetzt.
Eine weitere auch für die Lehrstuhlbezeichnungen gebräuchliche Unterteilung der Politikwissenschaft in Teildisziplinen ist die Unterteilung in Politisches System (bezogen auf einzelne Staaten, beispielsweise Deutschland; früher: Regierungslehre), Politische Theorie, Politikgeschichte, Internationale Politik oder Internationale Beziehungen, European Studies oder Europäische Politik, Vergleichende Politikwissenschaft oder Komparatistik (früher: Vergleichende Regierungslehre, auch Vergleichende Analyse politischer Systeme).
Zu den wichtigsten Gegenständen der Politikwissenschaft gehören die Strukturprobleme der Demokratie, politische Parteien und soziale Bewegungen, internationale Beziehungen, Konfliktforschung, Staatsinterventionen und Wirtschaft, politische Haltungen und Bewusstseinsformen, öffentliche Meinung, Massenmedien und Wahlverhalten.
Anders als oft vermutet ist die Politikwissenschaft keine Ausbildung zum Politiker, sondern eine zum Wissenschaftler. Politikwissenschaftler werden als Generalisten charakterisiert, welche sich besonders durch Kommunikationsfähigkeit und Organisationstalent auszeichnen.[1] Dies führt dazu, dass jenseits der wissenschaftlichen Tätigkeit Politikwissenschaftler in vielen Berufsfeldern zu finden sind. Klassisch sind dabei die Bereiche Politische Bildung, Publizistik und Medien, die Arbeit in Parteien und Parlamenten, für Verbände, in der öffentlichen Verwaltung und in der Wirtschaft. Die individuellen Berufslaufbahnen orientieren sich dabei weniger an der Absolvierung des politikwissenschaftlichen Studiums, sondern mehr an Zusatzqualifikationen wie Sprachkenntnissen oder anschließenden weiteren Ausbildungen.[1]
An fast jeder größeren deutschen Universität kann man Politikwissenschaft entweder als Haupt- oder Nebenfach studieren. Vereinzelt bieten kleinere Universitäten aus Ressourcenmangel Politikwissenschaft nur als Nebenfach an. Während früher oftmals Diplom- und einige wenige Magisterstudiengänge mit politikwissenschaftlichem Schwerpunkt existierten, werden heutzutage passend zum Bologna-Prozess für Studienanfänger ausschließlich Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Viele Studiengänge sind interdisziplinär ausgerichtet und verbinden Inhalte verschiedener Sozialwissenschaften mit politikwissenschaftlichen Kernthemen, was dem früheren Magisterstudium am ähnlichsten ist. Das Staatsexamen für Lehramt befähigt zur Ausübung des Lehramtes (Lehrerberuf) – das korrespondierende Fach heißt von Bundesland zu Bundesland verschieden; beispielsweise Sozialkunde, Gemeinschaftskunde, Politik und Wirtschaft etc. Hier müssen dann noch zusätzlich soziologische und ökonomische oder geschichtswissenschaftliche Lehrveranstaltungen besucht werden, deren jeweilige Inhalte ebenfalls Bestandteil der Staatsexamensprüfung sind.
In der Nachkriegszeit wurden in Deutschland zahlreiche Institute für Politikwissenschaft gegründet, so z. B. an den Universitäten Darmstadt, Köln, Mainz, Tübingen, Hamburg und Bonn. Auch einzelne Lehrstühle und Professuren können an manchen Universitäten existieren. Zu den führenden Universitäten für Politik in Deutschland laut CHE-Ranking (2012) zählen die Jacobs University Bremen, die Universitäten Konstanz und Mannheim, die Zeppelin Universität Friedrichshafen sowie Ludwig-Maximilians-Universität München. Für die Nachbardisziplinen Verwaltungswissenschaft und Governance sind wiederum die Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, die Universitäten Konstanz, Potsdam bzw. Kassel, die NRW School of Governance, die Zeppelin Universität Friedrichshafen sowie die Technische Universität Darmstadt führend.
Als intellektueller Vater der Politikwissenschaft in Österreich gilt der österreichisch-US-amerikanische Historiker Ernst Florian Winter.[3] 1938 musste er mit seinem Vater Ernst Karl Winter, dem damaligen Vizebürgermeister von Wien, aus politischen Gründen in die Vereinigten Staaten emigrieren. Doch als überzeugter Österreicher marschierte er 1945 mit der US-Armee als erster Austro-Amerikaner im österreichischen Innviertel ein. Auf Einladung der Minister Drimmel und Klaus kehrte er 1960 nach Studien an der University of Michigan und Columbia University und Gastprofessuren an der Fletcher School of Law and Diplomacy, Princeton University, Georgetown University und Indiana University erneut nach Österreich zurück um auch hier die Studienrichtung der Politikwissenschaften zu etablieren. 1964 wurde er vom damaligen Außenminister Bruno Kreisky zum Gründungsdirektor der Diplomatischen Akademie Wien nach dem Zweiten Weltkrieg bestellt, wo er noch heute regelmäßig unterrichtet. Ab 1967 war er im Institut für Höhere Studien in Wien tätig.
Ein Studium der Politikwissenschaft in Österreich wird mit der Verleihung des Diploms zum Magister (meistens Magister Philosophiae, abgekürzt Mag. Phil.) abgeschlossen. Danach ist die Promotion möglich. Neben dem wissenschaftlichen Abschluss eines Diplomstudiums ist auch ein Lehramtsabschluss möglich, bei dem Politikwissenschaft innerhalb des Lehrfachs Geschichte-Sozialkunde-Politische Bildung studiert wird. Politikwissenschaft wird in Österreich an den Universitäten Innsbruck, Salzburg und Wien angeboten. In Innsbruck wurde mit 1. Januar 2005 sogar eine eigene Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie eingerichtet. Dort gibt es seit dem Wintersemester 2007/08 auch die Bachelorstudien Politikwissenschaft und Soziologie. (Abschluss jeweils mit Bachelor of Arts). Im Wintersemester 2008/09 wurden die beiden Masterstudiengänge „Europäische Politik und Gesellschaft“ und „Soziale und Politische Theorie“ eingerichtet.
Auch in der Schweiz lässt sich Politikwissenschaft an fast allen großen Universitäten studieren, namentlich in Zürich, Bern, Genf, Lausanne, Luzern und St. Gallen. In Basel gibt es keinen politikwissenschaftlichen Studiengang, allerdings beinhaltet der interdisziplinäre MA-Studiengang European Studies ebenfalls eine politikwissenschaftliche Komponente.
Das CIS (Center for Comparative and International Studies) ist ein politikwissenschaftliches Forschungsinstitut. Es wurde 1997 gebildet aus dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich und den politikwissenschaftlichen Lehrstühlen der ETH Zürich.
Die Universität Konstanz bietet interdisziplinäre politikwissenschaftliche Studiengänge mit verwaltungswissenschaftlichen Inhalten und besonderem Fokus auf der sozialwissenschaftlichen Methodenlehre an. Die Universität Erfurt und die Universität Passau bieten unter dem Namen Staatswissenschaften einen Studiengang, in dem Politikwissenschaft interdisziplinär mit Bezügen zu Nachbardisziplinen wie Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften studiert werden kann. Die Zeppelin Universität Friedrichshafen bietet einen 4-jährigen Bachelor- und 2-jährigen Master-Studiengang "Politics & Public Management" an, der interdisziplinär mit Wirtschaft-, Kultur- und Rechtswissenschaften konzipiert wurde.
Die FernUniversität in Hagen bietet ein Fernstudium der Politikwissenschaften an, das den Bachelorstudiengang Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie (bis 2008: Politik- und Organisation, danach: Politik- und Verwaltungswissenschaft) und den Masterstudiengang Governance umfasst.
An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg kann Politikwissenschaft im Bachelor- und Master-Studiengang mit verschiedenen Schwerpunkten, teilweise unter Einbindung benachbarter Fächer, studiert werden. So bietet die Erlanger Universität u. a. die Schwerpunkte „Menschenrechte und Menschenrechtspolitik“ (als Teilfach vertreten durch einen eigenen Lehrstuhl), Öffentliches Recht (in Kooperation mit dem Fachbereich Rechtswissenschaft) oder „Außereuropäische Regionen“ (etwa Lateinamerika betreffend) an. Ein Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt Politische Theorie ist in Vorbereitung. Umgekehrt kann Politikwissenschaft auch als Schwerpunkt im regionalwissenschaftlichen Master-Studiengang Nahoststudien gewählt werden.
Es ist auch möglich, an der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg im Diplomstudiengang Politikwissenschaft zu studieren. Voraussetzung hierfür ist eine Verpflichtung in der Offizierslaufbahn zum Soldat auf Zeit für mindestens 13 Jahre. Unter bestimmten Umständen ist auch das Studium als Zivilist ohne eine Verpflichtung bei der Bundeswehr möglich. Eine Besonderheit ist die Organisation des Studienablaufs in Trimestern statt in Semestern. Man studiert somit im Jahr drei Trimester anstatt zweier Semester. Der Arbeits- und Lernaufwand für ein Trimester entspricht dabei dem eines Semesters. Dadurch sind weniger Studienjahre bis zum Abschluss erforderlich und der Diplomstudiengang kann schon nach drei Jahren abgeschlossen werden.
An den Universitäten, Hochschulen und später Fachhochschulen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg ein großer Bedarf an Lehrpersonal, weswegen die Politikwissenschaft eine attraktive Karrierechance für viele politikwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aus den Nachbardisziplinen darstellte.
Heute wird eine wissenschaftliche Karriere an Universitäten oder bei Forschungseinrichtungen nur etwa von jedem fünften Studierenden der Politikwissenschaft angestrebt.[4][5] Die erfolgreiche Einbindung in den wissenschaftlichen Arbeitsmarkt ist dabei von unterschiedlichen Faktoren wie dem Alter zum Zeitpunkt der Promotion, dem Engagement des Betreuers, der breiten fachlichen und thematischen Ausrichtung der Ausbildung und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie beispielsweise einem Generationenwechsel auf der Ebene der Professuren oder gesellschaftlichen Diskursen über die Bedeutung der Politikwissenschaft und der damit einhergehenden staatlichen Förderung der politikwissenschaftlichen Lehre und Forschung abhängig. In diesem Sinne unterliegt auch der politikwissenschaftliche Arbeitsmarkt gewissen Konjunkturen und weist somit momentan einen hohen Konkurrenzdruck auf. Frauen sind von diesen Aspekten auf eine sehr spezifische Art und Weise betroffen.[6][7] Die Zahl der bei Parteien, Parlamenten oder Verbänden tatsächlich im politischen Sektor beschäftigten Politikwissenschaftlern liegt mit 15 % nur unwesentlich unter der Zahl für die Wissenschaft.
Die größte Gruppe der Politikwissenschaftler arbeitet im Bereich der Medien,[4][1] sei es direkt als Journalist oder mittelbar im Bereich der Public Relations. Rund ein Fünftel ist in der freien Wirtschaft tätig, lediglich ein Zehntel in der öffentlichen Verwaltung. In diesem Bereich sehen sich Politikwissenschaftler in Deutschland ebenso wie Vertreter anderer staatswissenschaftlicher Disziplinen wie Verwaltungswissenschaftlern, Soziologen und Volkswirten durch das „Juristenmonopol“ im höheren Dienst der öffentlichen Verwaltung in ihren Karrierechancen beschränkt.
Im Jahr 2002 waren in ganz Deutschland 1.708 Politikwissenschaftler arbeitslos gemeldet.[1]
Mehrere Fachverbände und wissenschaftliche Gesellschaften widmen sich der Förderung des Faches und der Vertretung seiner Anliegen in der Öffentlichkeit oder der Intensivierung der interuniversitären Zusammenarbeit:
Ferner existiert mit der International Political Science Association (IPSA)[8] auch ein internationaler Fachverband für Politikwissenschaftler.
Mehrere wissenschaftliche Zeitschriften befördern die fachlichen Diskurse und versammeln Beiträge aus den einzelnen Teilbereichen der Politikwissenschaft:
Mehrere fachspezifische Bibliografien und bibliografische Datenbanken verzeichnen politikwissenschaftliche Veröffentlichungen und helfen bei der systematischen Erschließung relevanter Literatur:
Portal:Politikwissenschaft – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Politikwissenschaft
Portal:Politik – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Politik
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