Ein Port ist der Teil einer Netzwerk-Adresse, der die Zuordnung von TCP- und UDP-Verbindungen und -Datenpaketen zu Server- und Client-Programmen durch Betriebssysteme bewirkt. Zu jeder Verbindung dieser beiden Protokolle gehören zwei Ports: Je einer auf Seiten des Clients und des Servers.
Ports dienen zwei Zwecken:
Startende Server fordern beim Betriebssystem bestimmte Ports an, um Verbindungen annehmen zu können.
Clients fordern beim Betriebssystem normalerweise einen zufälligen Port an (zumeist im sehr hohen Bereich über 30000), um Verbindungen aufbauen zu können. Allerdings kann ein Client sich auch an einen bestimmten Port binden (Aufruf von bind()); dies ist zum Beispiel nötig für bestimmte verbindungslose Protokolle.
Der Verbindungsaufbau erfolgt durch den Client, der dazu den Port des Servers kennen muss. Durch den Verbindungsaufbau erfährt der Server den Port des Clients, sodass er diesem antworten kann.
Portnummern wurden ursprünglich AEN genannt, was für Another Eightbit Number stand.[2]
1981 wurde mit dem Transmission Control Protocol ein viel größerer Bereich von 16 Bit definiert.[3]
Die Standardisierung geht maßgeblich auf Initiativen von Jon Postel Anfang der 1970er Jahre zurück.[4][5]
Seit 2011 beschreibt mit RFC 6335 ein Request for Comments das Verfahren, nach dem die Internet Assigned Numbers Authority Ports Protokollen zuordnet. Es werden drei Bereiche unterschieden:
Ports 0 – 1023
Diese Ports werden auch well known Ports genannt. Neue Zuordnungen erfolgen nur unter Beteiligung der Internet Engineering Task Force.
Ports 1024 – 49151
In diesem Bereich können auf Antrag neue Zuordnungen ohne Beteiligung der IETF erfolgen.
Ports 49152 – 65535
Dieser Bereich ist der freien Verfügung zugedacht.
Abweichungen von den Zuordnungen der IANA erschweren die Kontaktaufnahme, ohne sie verhindern zu können.
Einen Überblick von Zuordnungen gibt die Liste der standardisierten Ports.
Ports sind neben Protokollen auch Namen für die entsprechenden Dienste zugeordnet. Ein solcher Service Name kann beispielsweise für SRV Resource Records verwendet werden.
Auf einem Unix-Rechner ist diese Liste in der Datei /etc/services definiert.
Unter Betriebssystemen der Windows-NT-Linie findet sich diese unter %WINDIR%\system32\drivers\etc\services, bei der älteren Windows9x-Linie direkt im Windows-Ordner (%WINDIR%\services).
Eine Portweiterleitung bewirkt, dass ein angesprochener Port über einen zweiten Port an ein anderes System weitergeleitet wird.
Eine Portsperre ist das Sperren oder Drosseln eines bestimmten Portes bzw. des darauf zugreifenden Dienstes. Das Sperren von Ports wird von einigen Internet Service Providern eingesetzt, um unerwünschte Dienste zu blockieren. Bei Providern können Dienste beispielsweise unerwünscht sein, weil sie sehr viel Datenverkehr verursachen, wie beispielsweise beim Filesharing.
Ports können auch mit einer Firewall gesperrt werden. Bei einer lokalen Firewall wird normalerweise andersherum vorgegangen: Nur die tatsächlich benötigten Ports werden freigegeben und alle anderen Ports bleiben gesperrt. Somit werden die Angriffspunkte auf das geschützte Netz bzw. den PC reduziert.
Portscanner dienen dem Auffinden von Ports und können ein Vorzeichen eines Angriffs sein. Unterstützt die Firewall bzw. der Paketfilter das Portknocking, kann ein Portscan erschwert werden, indem Ports erst dann geöffnet werden, wenn ihnen eine vorher vereinbarte Folge von Paketen gesendet wurden.
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