Dienstag, 29. Mai 2012

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Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012

Out of date clock icon.svg Dieser Artikel beschreibt aktuelle Ereignisse. Die Informationen können sich deshalb rasch ändern.

Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012 ist die 57. Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und findet am 6. November 2012 statt. Formal werden am 6. November nur die Wahlmänner des Electoral College bestimmt, die am 17. Dezember ihre Stimmen für die Ämter des Präsidenten und des Vizepräsidenten abgeben. Gleichzeitig finden die Wahlen zum US-Kongress, elf Gouverneurswahlen und Wahlen von Parlamenten in zahlreichen Bundesstaaten statt.

Ausgangslage

Endgültiges Wahlergebnis (Verteilung der Wahlmänner) 2008 nach Bundesstaaten
  • für Barack Obama (Demokraten): 28 Staaten1 + DC, 365 Wahlmänner
  • für John McCain (Republikaner): 22 Staaten1, 173 Wahlmänner
  • 1 Nebraska benutzt ein anderes Wahlsystem und vergab eine Stimme an Barack Obama, die anderen vier Stimmen an John McCain. In der Staatenzählung ist der Staat McCain zugerechnet.
Ergebnisse der Präsidentschaftswahl 2008 nach einzelnen Countys:
  • Mehrheit für Obama
  • Mehrheit für McCain

In der Präsidentschaftswahl 2008 besiegte der Demokrat Barack Obama den Republikaner John McCain mit etwa 53% zu 46%, während die Demokraten mit Zugewinnen in beiden Kammern des US-Kongress ihre Mehrheit verteidigten. Das vorherrschende Thema der Präsidentschaftswahl war ein Verlangen der US-amerikanischen Wählerschaft nach Wandel ("change") in Washington D.C., sowie einer generellen Reform der Politik unter der Präsidentschaft von George W. Bush. Wirtschaftliche Themen spielten ebenfalls eine große Rolle, insbesondere in den letzten Monaten vor der Wahl nach Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise und dem Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers im September 2008.

Während seiner Amtszeit unterzeichnete Präsident Obama zwei Gesetzesvorlagen zur Unterstützung der amerikanischen Wirtschaft, den American Recovery and Reinvestment Act im Februar 2009, sowie den Tax Relief, Unemployment Insurance Reauthorization, and Job Creation Act of 2010 im Dezember 2010.

Weiters unterzeichnete Obama als Kernstück seiner ersten Amtszeit den Patient Protection and Affordable Care Act, sowie den Dodd–Frank Wall Street Reform and Consumer Protection Act und den Don't Ask, Don't Tell Repeal Act of 2010. Obama verhandelte und unterzeichnete den New START-Vertrag mit Russland, einen Vertrag zur Abrüstung von Nuklearwaffen.

Obama leitete den Abzug der US-Truppen aus dem Irak ein, verstärkte die US-Truppen in Afghanistan und vollstreckte die No-Fly-Zone über Libyen, die von der UNO beschlossen wurde.

Am 1. Mai 2011 gab Obama den Befehl zur Militäroperation Neptune's Spear gegen den mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge am 11. September 2001, Osama bin Laden, welcher im Zuge der Operation in Abbottabad (Pakistan) getötet wurde und danach von US-Marinepersonal im Indischen Ozean bestattet wurde.

Bei den Zwischenwahlen zum US-Kongress im November 2010 konnten die oppositionellen Republikaner deutliche Zugewinne erzielen und die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus gewinnen. Der US-Senat verblieb weiterhin knapp unter Kontrolle der Demokraten. Kandidaten sowie Wähler fokussierten sich auf die zunehmend instabilere US-Wirtschaft und den damit verbundenen Rekord-Budgetdefiziten, sowie generell auf die unpopuläre Wirtschaftspolitik und Gesundheitsreform des US-Präsidenten Obama und seiner Demokraten im Kongress. Die fiskalpolitisch und libertär ausgerichtete Tea-Party-Bewegung wurde zu einer bestimmenden Kraft bei der Mobilisierung republikanischer Wähler.

Umfragen im Jahr 2011 ergaben, dass die US-amerikanischen Wähler weiterhin mit der Arbeit der US-Regierung sowie des US-Kongress frustriert waren. Dies führte dazu, dass auch die Umfragewerte der Republikaner und der Tea-Party-Bewegung erodierten. Insbesondere glaubte eine Mehrheit der Amerikaner, dass Präsident Obama nicht in der Lage war einen Plan zur Schaffung von Arbeitsplätzen vorzulegen, während sie dem US-Kongress noch weniger Vertrauen schenkten. Die Debatte über die Anhebung der US-Schuldengrenze im Sommer/Herbst 2011 trug ebenso zur Verschlechterung der Umfragewerte von Präsident Obama, der Republikaner und der Tea-Party-Bewegung bei.

Änderungen im Electoral College

Verteilung der Wahlmänner nach Bundesstaaten, gelb markierte Staaten haben im Vergleich zu 2008 Wahlmänner verloren, blaue haben Wahlmänner hinzugewonnen. Bei grau hinterlegten Staaten gibt es keine Änderung

Durch den United States Census 2010, eine Volkszählung, die im April 2010 stattfand, hat sich die Verteilung der Wahlmänner zwischen den Staaten im Electoral College verändert. Zehn Staaten, die vorwiegend im Nordosten gelegen sind, verloren insgesamt zwölf Wahlmänner, während acht Staaten im Süden und Westen diese hinzugewannen.

Acht Bundesstaaten, die 2008 von Barack Obama gewonnen wurden, verlieren insgesamt zehn Wahlmänner, während drei Bundesstaaten vier Wahlmänner hinzugewinnen.

Von den Staaten, die 2008 an John McCain gingen, gewinnen fünf Bundesstaaten insgesamt acht Wahlmänner hinzu, während zwei Bundesstaaten jeweils einen Wahlmann verlieren. Dies führt dazu, dass die „Obama-Staaten“ insgesamt sechs Wahlmännerstimmen an die „McCain-Staaten“ abgeben.

Konnte Barack Obama 2008 die Wahlen noch mit 365:173 Wahlmännerstimmen gewinnen, wären es 2012 mit den gleichen Bundesstaaten nur noch 359:179 Wahlmännerstimmen für Obama.

Staaten, die 2008 von Barack Obama gewonnen wurden:

  • Florida – zwei Wahlmänner mehr
  • Illinois – ein Wahlmann weniger
  • Iowa – ein Wahlmann weniger
  • Massachusetts – ein Wahlmann weniger
  • Michigan – ein Wahlmann weniger
  • Nevada – ein Wahlmann mehr
  • New Jersey – ein Wahlmann weniger
  • New York – zwei Wahlmänner weniger
  • Ohio – zwei Wahlmänner weniger
  • Pennsylvania – ein Wahlmann weniger
  • Washington – ein Wahlmann mehr

Staaten, die 2008 von John McCain gewonnen wurden:

  • Arizona – ein Wahlmann mehr
  • Georgia – ein Wahlmann mehr
  • Louisiana – ein Wahlmann weniger
  • Missouri – ein Wahlmann weniger
  • South Carolina – ein Wahlmann mehr
  • Texas – vier Wahlmänner mehr
  • Utah – ein Wahlmann mehr

Party Conventions

Kandidaten

Folgende Personen haben ihre Kandidatur öffentlich bekundet:

Demokratische Partei

  • Barack Obama

Auf Basis einer CNN-Berechnung verfügt Barack Obama seit dem 3. April 2012 über eine Mehrheit der 5.553 Delegierten zur Democratic National Convention in Charlotte, North Carolina. Bis zu seiner Nominierung auf dem Parteitag gilt Obama damit als präsumtiver Kandidat der Demokratischen Partei.[1]

Weitere Kandidaten

  • Darcy Richardson
  • Jim Rogers
  • Vermin Supreme
  • Randall Terry
  • John Wolfe, Jr.

Republikanische Partei

  • Ron Paul
  • Mitt Romney

Aus dem Rennen ausgeschieden

  • Newt Gingrich
  • Rick Santorum
  • Buddy Roemer
  • Rick Perry
  • Jon Huntsman
  • Michele Bachmann
  • Gary Johnson
  • Herman Cain
  • Thaddeus McCotter
  • Tim Pawlenty

Weitere Kandidaten

  • American Third Position Party
  • Boston Tea Party
  • Party of Socialism and Liberation

Vorwahlen

Ergebnisse

Sieger in den republikanischen primaries:

Republikanische Vorwahlen: Termine und Ergebnisse

Delegierte – Zusammenfassung[4]
Kandidat Gewählte Delegierte (1.783) Unverpflichtete Delegierte (503) Gesamt (2.286)
Mitt Romney 792 49 841
Rick Santorum 273 0 273
Newt Gingrich 138 3 141
Ron Paul 76 0 76
noch zu vergeben 504 451 955
Gewinner benötigt 1.144

Wahlkampffinanzierung

Jeder amerikanische Bürger darf jedem Kandidaten direkt maximal 5000 Dollar während eines Präsidentschaftswahlkampfes spenden, jeweils 2500 Dollar im Vorwahlkampf und im Hauptwahlkampf.[5] Diese Beschränkung auf Bürger und die Obergrenze der Spendensumme betrifft jedoch nicht jene Spenden an ein jeweiliges Political Action Committee (PAC).

März 2012

Kandidat Quelle Anfangs-Barbestand („Cash-On-Hand“) in US-Dollar Spendeneinnahmen in US-Dollar Wahlkampf-Ausgaben in US-Dollar End-Barbestand („Cash-On-Hand“) in US-Dollar Schulden in US-Dollar
Barack Obama – D Q 84.673.462 35.080.297 15.657.566 104.096.194 305.168
Ron Paul – R Q 1.367.486 2.631.522 2.218.234 1.780.774 -
Mitt Romney – R Q 7.273.352 13.062.261 10.275.865 10.059.748 -

Umfragen

Rezeption

Der Super Tuesday wurde in Deutschland aufmerksam rezipiert. Man nahm überrascht zur Kenntnis, dass immer noch mehr als zwei Bewerber im Rennen sind. Der Spiegel analysierte die Situation so:

„Wer wissen will, warum Dauerfavorit Mitt Romney nicht längst die Nominierung seiner Partei sicher hat, muss nur die Gegenstimmen in jenen sechs Staaten zusammenzählen, die der Ex-Gouverneur von Massachusetts am Super Tuesday gewonnen hat. In Ohio kommen alle Romney-Rivalen zusammen auf 58 Prozent, in Vermont auf 57 und in Alaska auf 67. Allein in Idaho und seinem Heimatstaat Massachusetts schafft es Romney über die 50-Prozent-Marke. In Virginia ebenfalls, aber da hatte er mit dem radikalliberalen Außenseiter Ron Paul einen denkbar schwachen Gegner - und der kommt sogar noch auf 40 Prozent. Romney siegt, aber es sind mühsame Siege. Die Mehrheit der Partei ist nicht überzeugt, obwohl Romney der wahrscheinlichste Kandidat ist. Unklar bleibt, ob sich die Republikaner mit ihm abfinden können.[6]

Die "New York Times" schrieb zu Romneys Lage in Anspielung auf seine steifen Auftritte: "Die Dinge stehen nicht gut für Mister Roboto." "Er ist hölzern und ungelenk. Seine Überzeugungen sind wankelmütig bis fadenscheinig. Er ist alles andere als redegewandt und leidenschaftlich. ... Man kann sich kaum einen schlechteren Kandidaten vorstellen."[6]

Die Zeit schrieb am 9. März 2012: Der Wahlkampf wird zum Kulturkampf und fragte "Warum bloß debattiert Amerika mitten im Wahlkampf über Sex, Hurerei und die Anti-Baby-Pille?".[7][8]

Weblinks

 Commons: Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten 2012 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. CNN: BREAKING: Obama clinches Democratic nomination
  2. [US-Wahlkampf: Verurteilter macht Obama Stimmen streitig | tagesschau.de]
  3. Blabbermouth.net: LAMB OF GOD'S RANDY BLYTHE OFFERS TO RUN FOR US PRESIDENT...
  4. CNN – Total Delegates, 26. April 2012.
  5. Federal Election Commission
  6. ab spiegel.de 9. März 2012: Republikaner sehnen sich nach dem Erlöser
  7. zeit.de: [1]
  8. zeit.de: Artikelübersicht
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Diese Seite wurde zuletzt am 28. Mai 2012 um 13:25 Uhr geändert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Präsidentschaftswahl_in_den_Vereinigten_Staaten_2012 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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