Der Preis ist der üblicherweise in Geldeinheiten ausgedrückte Wert eines Gutes oder einer Dienstleistung. Das Ergebnis einer Schätzung ist immer ein Wert und kein Preis. Der geschätzte (Verkehrs-) Wert eines Objekts wird durch Orientierung an Vergleichsobjekten ermittelt und bleibt daher abstrakt. Der Begriff Preis ist objektiv und konkret. Er manifestiert sich erst beim tatsächlichen Verkauf. Solange der Wert nicht realisiert wird, stellt er nur eine Preisforderung des Anbieters oder ein Preisgebot des Nachfragers dar. Erst wenn sich Anbieter und Nachfrager im Verhandlungsprozess auf einen bestimmten Wert einigen und einen Kaufvertrag schließen, entsteht der realisierte Preis.
Anders als Kaufleuten ist kaufenden Konsumenten dieser Zusammenhang ebenso wenig bewusst wie der Preisbildungsprozess am Markt selbst, da Konsumenten regelmäßig ohne Verhandlung in die Preisforderung des Verkäufers einwilligen (sogenanntes konkludentes Handeln). Der Preis, der auf einem freien Markt zwischen mehreren Anbietern und Nachfragern zum Marktgleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führt, wird als Marktpreis oder Gleichgewichtspreis bezeichnet.
Die Indikatorfunktion wird auch Knappheitsfunktion oder Signalfunktion genannt. Preise werden insbesondere in der Volkswirtschaftslehre als Indikatoren für die Knappheit von Gütern angesehen. Ein steigender Preis signalisiert den Anbietern eine gestiegene Nachfrage und damit einen attraktiven Markt.
Beispiel anhand der Preis-Absatzmengen-Funktion:
Diese Preisfunktion wird auch Ausgleichsfunktion genannt. Die Haushalte und Unternehmen nutzen den Preis, um ihre individuellen Pläne aufeinander abzustimmen.
Beispiel anhand der Preis-Absatzmengen-Funktion:
Preise lenken die Produktionsfaktoren (Arbeit, Boden, Kapital) in die Wirtschaftsbereiche, wo sie am dringendsten benötigt werden. Die Allokationsfunktion sorgt bei Unternehmen für eine effiziente Verwendung knapper Ressourcen.
Beispiel: Abwerbung von Arbeitskräften durch Unternehmen während des sog. Superbooms zu Beginn der Siebzigerjahre durch Zahlung höherer Löhne.
Ein höherer Preis stellt für die Unternehmen eine Motivation dar, das entsprechende Gut zu produzieren. Dazu werden typischerweise Produktionsfaktoren re-alloziert, d. h. von der Produktion anderer, niedrigpreisiger (da weniger nachgefragten) Güter abgezogen und in die Produktion des aktuellen Gutes investiert.
Der durch Angebot und Nachfrage gebildete Gleichgewichtspreis gewährleistet bei entsprechenden Annahmen und unter den normativen Zielvorstellungen der Neoklassik, dass die zu einem gegebenen Zeitpunkt vorhandenen Produktionsfaktoren (beispielsweise die Arbeitskraft) dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen (effiziente Allokation). Bei niedrigen Preisen stoppt das Unternehmen die Produktion.
Beispiel anhand der Preis-Absatzmengen-Funktion:
Durch niedrige Preise soll der Kunde animiert werden, ein Gut zu erwerben. Mit der Frage, wie mit Hilfe der Preisgestaltung Kaufanreize gesetzt werden, beschäftigt sich die Preispolitik.
Bei einem Nachfragerückgang sinken Preis und Absatzmenge. Dadurch entstehen bei den nicht wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen Verluste. Diese führen entweder zu einer Marktbereinigung, da diese Unternehmen die Produktion umstellen, Insolvenz anmelden müssen oder zu Strukturkrisen betroffener Branchen.
Die Preisbildung auf einem polypolistischen freien Markt erfolgt theoretisch durch die Wechselwirkung von Angebot und Nachfrage, wobei vorausgesetzt wird, dass Markttransparenz besteht. In diesem Konzept wird davon ausgegangen, dass sich der Preis auf einem kompetitiven Markt so einpendelt, dass er Angebot und Nachfrage ausgleicht; die dabei entstehende Preis-Mengen-Kombination ist das Marktgleichgewicht. Übersteigt das Angebot die Nachfrage, so sinkt der Preis. Zu diesem tieferen Preis sind mehr Nachfrager bereit, das Produkt zu kaufen, aber weniger Anbieter bereit, das Gut anzubieten. Die Nachfrage steigt und das Angebot sinkt, damit wird erneut ein Gleichgewicht erreicht.
Preise entstehen jedes Mal, wenn Käufer und Verkäufer einen Vertrag über den monetären Gegenwert eines übertragenen Gutes (Ware, Dienstleistung, Forderung) schließen. Jeder realisierte Preis stellt das Ergebnis aus der Verhandlung über die Preisforderung eines Anbieters und das Preisgebot eines Nachfragers dar. Den Kaufleuten ist dieser marktwirtschaftliche Preisbildungsprozess mit all seinen situations- und machtspezifischen Einflüssen der dynamischen „Marktseitenverhältnisse“ vertraut. Den meisten Konsumenten ist er jedoch nicht (mehr) bewusst, da sie im Regelfall nicht über die effektive Preishöhe verhandeln, sondern ausdrücklich oder stillschweigend (durch konkludentes Handeln) in die Preisforderung des Anbieters einwilligen. (Schenk) Entsprechend bildet sich der Kurs als Preis für Wertpapiere und der Zins als Preis für ge- oder verliehenes Geld.
Mit abnehmender Zahl der Anbieter und Abnehmer eines Gutes weicht die Preisbildung von den oben beschriebenen Prinzipien ab und wird unstetiger. Bei einem unilateralen Monopol bestimmt der Anbieter oder der Abnehmer allein den Preis und in einem bilateralen Monopol ist die Preisfindung oft willkürlich.
Kosten: Die Kosten bilden die Preisuntergrenze, wenn ohne Verlust gewirtschaftet werden soll. Für den Umsatz sind die Kosten aber nicht alles. Dazu kommt noch die Begehrtheit eines Gutes, um Gewinne zu erzielen, die über die kalkulatorischen Zinsen und den Unternehmerlohn (Bestandteile des Selbstkostenpreises) hinausgehen.
Die Begehrtheit eines Gutes ist seine Wertschätzung, eine bestimmte Geldmenge an den Anbieter zu übertragen. Es gibt in der Volkswirtschaft Phasen, wenn zum Beispiel die Erwartungen der Nachfrager durch eine negative Einschätzung der Zukunft beeinträchtigt sind, den Kauf eines Gutes zu verschieben oder ganz darauf zu verzichten. Wenn Güter weltweit angeboten werden, dann kommt noch das Wechselkursverhältnis ins Spiel. Deshalb muss die Währungsrelation Bestandteil von Kalkulationen werden.
Die Güter können in verschiedenen Währungen (Euro, US-Dollar oder Yen) angeboten werden. Die Umrechnung eines Gutes in die jeweilige Landeswährung kann zu einem Preisvorteil führen, der das Gut für den Nachfrager besonders attraktiv macht. Damit kann sich ein Arbitragevorteil realisieren lassen. Allerdings wird dieser Vorteil kleiner, wenn die Nachfrage nach Gütern aus einem bestimmten Währungsraum zu einer starken Devisennachfrage führt und sich damit der Preis der Devise verteuert.
Der Anbieter/ Verkäufer beziehungsweise Nachfrager/ Käufer in einem Währungsgebiet (beispielsweise Euroraum) kann Preisvorteile durch unterschiedliche Selbstkosten je Region realisieren, wenn die Währungsrelation außer Kraft gesetzt worden ist. Eine Abpufferung von Kostenunterschieden durch nationale Währungen entfällt in diesen Fällen.
Die Preispolitik verfolgt als Verkaufspreispolitik hauptsächlich das Ziel, mit Hilfe der Preisgestaltung Kaufanreize zu setzen, während sie als Einkaufspreispolitik mit Hilfe von distributiven Gegenleistungen und/oder auf dem Verhandlungsweg auf die Senkung von Einkaufspreisen abzielt. Es kann direkte und indirekte Preispolitik unterschieden werden. Bei direkter oder offener Preispolitik wird das Entgelt (Preiszähler) bei gleichbleibender Leistung (Preisnenner) geändert, bei indirekter oder verdeckter Preispolitik wird die Leistung (Preisnenner) bei gleichbleibendem Entgelt (Preiszähler) geändert.
Die Preispsychologie spielt besonders im Handel und im Handelsmarketing eine große Rolle, indem sämtliche Managemententscheidungen über Einkaufs- oder Verkaufspreise sowie über Handelsspannen psychologisch überprüft werden. Es stehen zahlreiche psychostrategische und psychotaktische Preisgestaltungsentscheidungen zur Verfügung (Preislagen, systematische Abschriften, Einheitspreis, Einheitskalkulation, Ausgleichskalkulation, Preispräsentation, Preisoptik, Discountpreis, Preisgarantie, Preisverhandlung - make a bid policy -, Wecken von Preiserwartungen)
Preisoptimierung bezeichnet alle Verfahren, die die bestehenden Preise im Produktionsprogramm eines Herstellers oder im Sortiment eines Händlers so gestalten, dass sich für den Anbieter durch verändertes Kaufverhalten bessere Erträge ergeben.
Bevor ein Produkt in den Markt eingeführt wird, sollte eine Festlegung auf eine Preisstrategie erfolgen.
Ein Preisindex ist ein statistisches Konstrukt, das eine Aussage über die Entwicklung des Preisniveaus und über die Rate der Inflation in der gesamten Volkswirtschaft oder in einem volkswirtschaftlichen Sektor erlaubt.
Der Preisvergleich ist eine (in der Regel gedruckte) Gegenüberstellung von zu einem bestimmten Zeitpunkt empirisch ermittelten Preisen für identische Waren oder gleichartige Dienstleistungen verschiedener Anbieter oder Nachfrager für denselben Zweck (Absatz- oder Beschaffungszweck).[1] Gegenüberstellungen von Verkaufspreisen, gedacht als verbraucherpolitisches Instrument zur Verbesserung der Markt(preis)übersicht für Konsumenten und zur Senkung ihrer Informationskosten, vermögen die lokal oder regional verglichenen Preise für isolierte Waren die Leistungsfähigkeit der erfassten Anbieter im Handel jedoch nicht exakt widerzuspiegeln, vor allem wegen zahlreicher wirtschaftlicher und methodischer Implikationen (Schenk 1981). Nach frühen Versuchen in den 1980er Jahren stellten die Preisvergleiche erstellenden Verbraucherorganisationen diese Arbeit wieder ein. Die von sog. Preisagenturen und Betreibern von (Preis-)Suchmaschinen erstellten Online-Preisvergleiche für bestimmte Waren und Dienste von Online-Anbietern haben hingegen weite Verbreitung und Akzeptanz gefunden.
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