| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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Koordinaten: 52° 18′ N, 8° 29′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Detmold | |
| Kreis: | Minden-Lübbecke | |
| Höhe: | 67 m ü. NN | |
| Fläche: | 68,79 km² | |
| Einwohner: |
12.862 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 187 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 32361 | |
| Vorwahlen: | 05742, 05743 (Hedem) | |
| Kfz-Kennzeichen: | MI | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 7 70 036 | |
| LOCODE: | DE POL | |
| NUTS: | DEA46 | |
| Stadtgliederung: | 10 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Rathausstraße 3 32361 Preußisch Oldendorf | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Jost Egen (CDU) | |
| Lage der Stadt Preußisch Oldendorf im Kreis Minden-Lübbecke | ||
Preußisch Oldendorf
[ˈprɔɪ̯sɪʃ ˈɔldn̩dɔʁf] (niederdeutsch: Oldenduorp, Aulendöppe) ist eine Stadt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. Mit rund 13.500 Einwohnern ist Preußisch Oldendorf die kleinste Kommune im ostwestfälischen Kreis Minden-Lübbecke, Regierungsbezirk Detmold. Oldendorf wurde erstmals im 10. Jahrhundert schriftlich erwähnt und 1719 zur Stadt erhoben. 1905 wurde dem Ortsnamen amtlich der Zusatz „Preußisch“ zwecks besserer Unterscheidung im Bahn- und Postverkehr hinzugefügt. Der heutige territoriale Zuschnitt der Stadt geht auf eine 1973 durchgeführte Gebietsreform zurück.
Preußisch Oldendorf liegt im Nordosten des deutschen Landes Nordrhein-Westfalen und im Nordosten Ostwestfalen-Lippes an der Grenze zu Niedersachsen. Das Stadtgebiet wird im Süden durch den Kamm des Wiehengebirges begrenzt. Im Südwesten bilden das Wiehengebirge und die Egge das Eggetal, in dem der Ortsteil Börninghausen liegt. Die höchsten Gipfel in den Mittelgebirgsregionen der Stadt sind von West nach Ost sortiert der Nonnenstein (273 m), der Limberg (190 m), der Maschberg (190 m), der Glösinghauser Berg (289 m) und das Alte Verbrenn (291 m). Nördlich davon beginnt die weitestgehend flache Norddeutsche Tiefebene in der rund zwei Drittel des Stadtgebiets auf einer Höhe von rund 50 m liegen. Naturräumlich lässt sich die Tiefebene im Norden des Stadtgebietes in das direkt nördlich des Wiehengebirges gelegene Lübbecker Lößland und die im äußersten Norden bis an das Stadtgebiet heranreichende Rahden-Diepenauer Geest gliedern.
Von Süden fließt in das Stadtgebiet durch ein Durchbruchstal im Wiehengebirge die noch junge Große Aue ein. Sie durchfließt das Stadtgebiet von Süd nach Nord und nimmt dabei einige Nebenflüsse auf, von denen die rechtsseitig zufließende Flöthe der größte Zufluss im Stadtgebiet ist. Am Limberg entspringt der Große Dieckfluss, der zunächst westlich der Aue nach Norden fließt und teilweise die nördliche Grenze der Stadt bildet. Erst jenseits der Stadtgrenze mündet der Dieckfluss in die Aue. Aue und Dieckfluss unterqueren beide den Mittellandkanal, der das nördliche Stadtgebiet westöstlich durchzieht.
Siehe auch: Liste der Gewässer in Ostwestfalen-Lippe
Die Stadt Preußisch Oldendorf grenzt im Norden an die Gemeinde Stemwede und die Stadt Espelkamp, im Osten an die Stadt Lübbecke und die Gemeinde Hüllhorst, im Süden an die Gemeinde Rödinghausen im Kreis Herford und im Westen an die niedersächsischen Gemeinden Melle und Bad Essen im Landkreis Osnabrück.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 66,78 km². Die maximale Süd-Nordausdehnung beträgt dabei etwa 11 km, die maximale Ost-Westausdehnung rund 10 km. Der höchste Punkt der Gemeinde ist das Alte Verbrenn im Südosten des Stadtgebiets mit 291,1 m. Der tiefste Punkt liegt im Nordwesten der Stadt im Tal des Großen Dieckflusses mit 45,8 m, wobei die gesamte Nordgrenze der Stadt an keiner Stelle die Marke 50 Meter überschreitet.
Das Gebiet der Stadt wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt und ist dementsprechend ländlich geprägt. Im Wesentlichen sind nur das Wiehengebirge und die Egge bewaldet. Das Hollwinkeler Holz ist das einzige kleinere Waldgebiet in der Tiefebene. Da das Wiehengebirge und Egge hier eine relativ breite Stelle des Wiehengebirges darstellen, ist der Waldanteil mit knapp 20 Prozent der Gesamtfläche relativ hoch im Vergleich zu den benachbarten Kommunen. Eine Übersicht über die Flächennutzung gibt folgende Tabelle:
| Fläche nach Nutzungsart | Landwirt- schaftsfläche | Wald- fläche | Siedlungs- und Verkehrsfläche | Wasser- fläche | sonstige Nutzung |
|---|---|---|---|---|---|
| Fläche in ha | 4.335 | 1.343 | 995 | 183 | 3 |
| Anteil an Gesamtfläche | 63,3 % | 19,5 % | 14,5 % | 2,7 % | - % |
Quelle: LDS[2]
Nach § 3 Abs. 1 ihrer Hauptsatzung gliedert sich die Stadt Preußisch Oldendorf in folgende zehn Stadtteile[3] (in Klammern Einwohnerzahlen am 1. Januar 2007[4]):
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Für viele Dinge ist die Stadt aufgrund geografischer Gegebenheiten auch für das niedersächsische Dorf Büscherheide zuständig, z. B. Wasserversorgung, Müllabfuhr, Schule, usw. Ein formaler Anschluss Büscherheides an Preußisch Oldendorf wurde in den 1970er und 1980er Jahren von den dortigen Einwohnern angestrebt.
1Laut Hauptsatzung offiziell (noch) als Holzhausen bezeichnet
Das Klima in Preußisch Oldendorf wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas und durch seine Lage in der Norddeutschen Tiefebene bestimmt. Das Gebiet liegt überwiegend im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist aber temporäre kontinentale Einflüsse auf. Die Winter sind unter atlantischem Einfluss meist mild, die Sommer mäßig-warm, die Niederschläge relativ gleichmäßig verteilt. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 9 °C, wobei die Höhenlage diese beeinflusst. Die Höhenlagen des Wiehengebirges insbesondere Bereiche des Eggetals sind rund 0,5 °C kühler. Das nördliche Stadtgebiet ist noch etwas wärmer. Die Niederschläge sind maßgeblich durch die Lage an der Leeseite am Wiehengebirge beeinflusst. Der Teutoburger Wald und das Wiehengebirge schirmen das Stadtgebiet gegen die vom Atlantik kommenden, feuchten Wetterfronten aus Vorzugswindrichtung Süd-West ab. Obwohl Richtung Nordsee keine merkliche geografische Barriere mehr vorhanden und die Distanz zum Meer auch relativ gering ist, ist die vorherrschende Windrichtung dennoch so dominant, dass das Gebiet nördlich des Wiehengebirges zu den niederschlagärmsten Gegenden Ostwestfalen-Lippes zählt. Die mittlere Jahresniederschlagsmenge liegt zwischen 650 und 700 mm. Einzig die Höhenlage im Wiehengebirge insbesondere die Dörfer im Eggetal sind durch ausgeprägten Steigungsregen niederschlagsreicher. Hier weicht die Jahresniederschlagsmenge um bis zu 100 mm nach oben ab.[5] Für konkrete monatliche Werte wird insbesondere auf das in vergleichbarer naturräumlicher Lage liegende und benachbarte Rahden und Lübbecke verwiesen.
Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe
Das Gebiet im fruchtbaren Lübbecker Lößland gehört zum Altsiedelland. Vorgeschichtliche Funde beispielsweise in Hedem deuten auf bäuerliche Siedlungen ab dem 3. Jahrhundert bis zum 4./5. Jahrhundert nach Chr. hin. Die Stadt Preußisch Oldendorf entwickelte sich nicht zufällig an seiner heutigen Stelle. Die Lage der Stadt ist maßgeblich mit der verkehrsgünstigen Lage an einer frühmittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, der heutigen B 65, nördlich des Wiehengebirges von Minden nach Osnabrück bzw. Bramsche zu begründen. Die südlichen Stadtteile liegen außerdem an einem Übergang durch das Wiehengebirge, durch die früh Wege zur Reichsstadt Herford und weiter nach Bielefeld oder Detmold führten. Die Anfänge der Stadt gehen auf das 10. Jahrhundert zurück. In einer undatierten Traditionsnotiz des Mindener Bischofs Milo von Minden (Amtszeit von 969–996, siehe auch Liste der Bischöfe von Minden) wird die ecclesiam in Aldenthorp (Pfarrkirche in Oldendorf) erwähnt.
Der Bischof von Minden war der größte Grundherr in Oldendorf. Im 14. Jahrhundert erwarben die Grafen zu Ravensberg die Burg Limberg endgültig vom Hochstift Minden. Große Teile des Gebietes der heutigen Stadt gehörten demnach zur Grafschaft Ravensberg. 1535 wird zum ersten Mal das Amt Limberg erwähnt, das als eines der vier ravensbergischen Ämter große Teile des heutigen Stadtgebietes aber auch südlichere Gebiete wie Rödinghausen umfasste. Das Amt Limberg blieb bis zur Ende der Grafschaft erhalten, jedoch wechselte der Amtssitz abwechselnd vom Limberg nach Oldendorf, Bünde und Börninghausen. Mit der Grafschaft Ravensberg fiel das Amt Limberg 1648 an Brandenburg-Preußen.
Um 1570 wurde Oldendorf als Flecken bezeichnet. Um 1701 galt der Ort als „freies Wigbold“. Am 17. April 1719 wurde der Ort von König Friedrich Wilhelm I. zur Stadt erhoben. Ab 1719 wurde durch die junge Stadt die Akzise eingeführt. Die Magistratsverfassung mit einem Bürgermeister und zwei Senatoren wurde 1743 eingeführt. 1783 hatte Oldendorf 41 Gewerbetreibende als Handwerker und Kaufleute, die von ihren Besitzungen aus nebenher Landwirtschaft betrieben. Wie überall in Minden-Ravensberg erschlossen sich die Bürger mit der Verarbeitung von Flachs zu Leinen in protoindustrialistischer Heimarbeit eine neue Einnahmequelle. Gefördert wurde dieses Gewerbe durch den Staat Preußen im Sinne des Merkantilismus. Bereits 1669 richtet der Große Kurfürst eine Leinenlegge für Löwentleinen – Weißgarnleinwand oder Löwentlinnen – in Oldendorf ein. Das Aufkommen mechanischer Webstühle und die zunehmende Konzentration der Textilindustrie auf die großen Zentren, z. B. Bielefeld (vgl. Ravensberger Spinnerei), führte ab Mitte des 19. Jahrhunderts zum Niedergang der Textilindustrie in Oldendorf. In dieser Zeit litten die Menschen große Not und viele Bürger Oldendorfs waren gezwungen auszuwandern, einige davon bis nach Nordamerika. Von 1807 bis 1813 war das Gebiet de facto französisch. Zunächst bis 1811 im Königreich Westphalen (Département du Weser), danach auch direkt im Kaiserreich Frankreich (Département de l’Ems-Supérieur). Nach Ende der napoleonischen Herrschaft wurde das Gebiet 1813 wieder preußisch. Bis 1816 wurden die Verwaltungsstrukturen neu geordnet. Das Amt Limberg wurde aufgelöst und 10 selbstständige Gemeinden im Gebiet der heutigen Stadt – die heutigen Stadtteile – waren ab 1832 in den Ämtern Preußisch Oldendorf und Alswede in der Provinz Westfalen zusammengefasst. Ab 1816 gehörte das Gebiet zum Kreis Rahden (später umbenannt in Kreis Lübbecke).
1840 wurde die Zeche "Amalia" gegründet, um Steinkohle und bald auch Eisenstein zu fördern. Die Eigentümer und Betriebsführer wechselten häufig, und 1875 bekam die Zeche den neuen Namen "Rudolph". 1921 wurden die Berbauaktivitäten eingestellt.[6]
Ab etwa 1860 entwickelte sich das nahe Ravensberger Land und besonders das nahe Bünde zu einem Zentrum der europäischen Tabakindustrie. Die Bewohner Oldendorfs begannen mit der Fertigung von Zigarren in Heimarbeit und Stätten. Am 1. Oktober 1899 erhielt Preußisch Oldendorf im Ortsteil Holzhausen-Heddinghausen Anschluss an den Eisenbahnverkehr, als die Nebenbahn von Bünde (Westf.) nach Bassum (Ravensberger Bahn) in Betrieb genommen wurde. Knapp ein Jahr später am 9. August 1900 kam bereits die Zweigstrecke über Preußisch Oldendorf und Bad Essen nach Bohmte Ost mit Anschluss an die Hauptbahn Münster (Westf.)–Osnabrück–Bremen (KBS 385) hinzu.
1905 wurde dem Ortsnamen amtlich der Zusatz „Preußisch“ zwecks besserer Unterscheidung im Bahn- und Postverkehr hinzugefügt. Das sonst in der Region häufige (Westf.) als amtlicher Namenszusatz, wäre nicht eindeutig gewesen (vgl. Oldendorf). 1906 wurde das Rathaus gebaut. 1910 begann auf dem heutigen Stadtgebiet der Bau des Mittellandkanals und im Dezember 1914 wurde dieses Teilstück eingewässert. Bereits am 2. Weihnachtstag des Jahres 1915 brach der Damm bei Hedem und überschwemmte große Teile des nördlichen Stadtgebiets, das tiefer als der Kanal liegt. Dabei wurden Teile des Viehbestandes getötet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde durch automatische Wickelmaschinen, die Handarbeit in der Tabakindustrie weitgehend verdrängt und ihr Niedergang durch ausländische und technologisierte Konkurrenz beschleunigt. Ein Ausgleich entwickelte sich in Form der Möbelindustrie, der Margarineherstellung und der Ziegelei, die bereits zur Jahrhundertwende im Gebiet der heutigen Stadt entstanden. 1958 wurde das Freibad ausgebaut.
Zum 1. Januar 1973 wurden im Zuge der Neugliederung (Bielefeld-Gesetz) das Amt Preußisch Oldendorf sowie das Amt Alswede aufgelöst und die neue Stadt Preußisch Oldendorf mit 10 Stadtteilen gebildet. Gleichzeitig wurde die Stadt Oldendorf Teil des neugebildeten Kreises Minden-Lübbecke. 1974 wurde Oldendorf Luftkurort, 1981 auch der Ortsteil Holzhausen, 1993 Börninghausen. Seit Dezember 2007 ist der Ortsteil Holzhausen ein staatlich anerkanntes Heilbad und führt seitdem den Namenszusatz „Bad“. 1998 endete die militärische Nutzung des ab 1939 als Lufttanklager 2/VI errichteten Treibstoffdepots, das auch teilweise in Niedersachsen lag. Im zuletzt von der Bundeswehr betriebenen Korpsdepot 155 war zuletzt u. a. das Material für das Feldersatzbataillon 130 und das Jägerbataillon 76 eingelagert.[7]
Die heutige Stadt wurde am 1. Januar 1973 im Rahmen der Gebietsreform im Zuge des Bielefeld-Gesetzes geschaffen.[8] Das ehemalige Amt Preußisch Oldendorf gab die einwohnerstärkste Gemeinde Blasheim an die Stadt Lübbecke ab, erhielt aber im Gegenzug die zum damaligen Amt Alswede gehörenden Gemeinden Hedem und Lashorst. Ursprünglich war gedacht, wie in Lübbecke den Mittellandkanal zur Nordgrenze der neuen Stadt Pr. Oldendorf zu machen und diese Gebiete der neuen Gemeinde Stemwede bzw. Espelkamp anzugliedern. Dies wurde jedoch von den betroffenen Gemeinden Getmold und Schröttinghausen heftigst bekämpft, die, wenn sie schon die Selbstständigkeit aufgeben sollten, wenigstens geschlossen eingemeindet zu werden wünschten. Von den Süd-Gemeinden wurde lange Zeit die Bildung einer Großgemeinde Börninghausen-Holzhausen gefordert, zu der es dann aber doch nicht kam. Als Ergebnis lässt sich konstatieren, dass alle betroffenen Gemeinden geschlossen in der Stadt Pr. Oldendorf aufgingen. Diese ehemals rechtlich selbstständigen Kommunen sind die heutigen zehn Stadtteile.
Folgende Tabelle zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand, d. h. vor 1973 nur Stadt Preußisch Oldendorf nach damaligen Gebietsstand und ab 1973 Stadt Preußisch Oldendorf nach heutigem Gebietsstand. Zusätzlich zeigt die Tabelle die Einwohnerzahlen für Preußisch Oldendorf nach dem heutigen Gebietsstand in den Jahren 1885, 1925 und 1933 (1885 ohne Engershausen mit geschätzt 300 Einwohnern).
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1Quelle: Rademacher[9]; 2Bezogen auf heutigen Gebietsstand, d. h. Summe der Einwohnerzahlen der ehemaligen Kommunen Alswede, Börninghausen, Engershausen (ab 1925), Getmold, Harlinghausen, Hedem, Holzhausen, Lashorst, Offelten, Preußisch Oldendorf, Schröttinghausen; 3Volkszählungsergebnis (Angabe für jeweils aktuellen Gebietsstand)
Spätestens nach der Säkularisation des Fürstentums Minden und durch die Bindungen der grafschaftlichen Gebiete an das protestantische Preußen ab dem 17. Jahrhundert, ist das Gebiet ganz überwiegend evangelisch-lutherisch. Insgesamt gibt es in der Stadt drei evangelische Kirchengemeinden in Preußisch Oldendorf (St.-Dionysius-Kirche), Bad Holzhausen und Börninghausen (St.-Ulricus-Kirche). Das katholische Pfarramt Lübbecke hat eine Pfarrvikarie in Preußisch Oldendorf.
Ein Indiz für die Verteilung kann die Angabe der konfessionellen Zugehörigkeit der Schüler der Stadt sein. Demnach sind rund 70 % der Schüler evangelisch, 5 % katholisch und 3 % islamisch. 14 % geben an, einer sonstigen Konfession anzugehören, und 8 % rechnen sich keiner Konfession zu.[10]
Die jüdische Synagogengemeinde Pr. Oldendorf, die bereits 1677 entstand, hat die Zeit des Nationalsozialismus nicht überdauert. Die Synagogengemeinde in der Stadt war nach Lübbecke und Rahden einst die drittgrößte Synagogengemeinde im Altkreis Lübbecke. Ab etwa 1797 gehörte zur Gemeinde eine jüdische Schule. Die Synagoge wurde 1863 geweiht. Die jüdische Schule wurde 1938 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Die Synagoge an der Mindener Straße wurde 1957 ebenfalls abgebrochen. Die jüdischen Mitglieder der Synagogengemeinde haben den Ort bereits bis 1938 verlassen müssen und haben den Holocaust bis auf den Schlachter und Kaufmann Alfred Ehrlich nicht überlebt. Die letzte bauliche Erinnerung an die jüdische Gemeinde ist der jüdische Friedhof, der 57 Grabsteine aus der Zeit von 1740 bis 1937 umfasst.[11][12]
Seit 1999 wird der Bürgermeister von den Bürgern der Stadt direkt gewählt. Seit 1999 ist der Bürgermeister auch hauptamtliches Stadtoberhaupt und gleichzeitig Leiter der Stadtverwaltung. Das Amt des Stadtdirektors wurde dazu abgeschafft.
Bei der Kommunalwahl vom 30. August 2009 setzte sich Jost Egen mit 50,38 % der Stimmen als Bürgermeister durch.[13]
Seit einer Stichwahl am 10. Oktober 2004 war Anke Korsmeier-Pawlitzky Bürgermeisterin der Stadt. Sie wurde von der SPD aufgestellt, war aber nicht Mitglied der Partei[14]. In der Stichwahl erhielt sie 56,3 Prozent der gültigen Stimmen und setzte sich gegen Herbert Weingärtner (CDU) durch.[15]
Der Stadtrat von Preußisch Oldendorf hat derzeit 32 Sitze. Hinzu kommt der Bürgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1975:
| [16][17][18] | 2009 | 2004 | 1999 | 1994 | 1989 | 1984 | 1979 | 1975 | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Partei | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % | Sitze | % |
| CDU | 14 | 43,27 | 15 | 47,75 | 16 | 51,99 | 13 | 39,87 | 12 | 37,17 | 13 | 35,79 | 12 | 37,78 | 14 | 41,6 |
| SPD | 11 | 32,33 | 10 | 31,31 | 8 | 28,22 | 13 | 38,86 | 15 | 44,74 | 15 | 43,16 | 15 | 45,01 | 15 | 44,0 |
| FWG1 | 4 | 12,24 | 4 | 13,21 | 4 | 14,80 | 5 | 15,28 | 6 | 18,08 | 5 | 14,00 | 4 | 11,90 | 2 | 7,8 |
| Grüne | 2 | 6,77 | 2 | 4,87 | 2 | 4,99 | 2 | 5,98 | − | − | 0 | 4,34 | − | − | − | − |
| Einzelbewerber2 | 1 | 3,09 | 1 | 2,86 | − | − | − | − | − | − | − | − | − | − | − | − |
| FDP | − | − | − | − | − | − | − | − | − | − | 0 | 2,72 | 2 | 5,31 | 2 | 6,7 |
| Gesamt3 | 32 | 100 | 32 | 100 | 30 | 100 | 33 | 100 | 33 | 100 | 33 | 100 | 33 | 100 | 33 | 100 |
| Wahlbeteiligung | 57,51 | 62,68 | 62,59 | 83,46 | 71,92 | 76,72 | 77,97 | 87,76 | ||||||||
1Freie Wählergemeinschaft22009: Einzelbewerber Wilking: 3,09 %, 1 Sitz, Einzelbewerber Lömker: 2,31 %, kein Sitz; 2004: Einzelbewerber Wilking3ohne Berücksichtigung von Rundungsdifferenzen
Der Stadt ist 1976 von der Bezirksregierung Detmold das Recht zur Führung eines Wappens und einer Flagge verliehen worden. Das Wappen zeigt in Silber (weiß) einen roten Sparren, darüber 2 rote sechsstrahlige Sterne, darunter 2 rote schräggekreuzte Schlüssel. Die Flagge zeigt auf rot-weiß längsgestreift das zur Stange verschobene Stadtwappen.
Das Wappen zeigt wie auch das Kreiswappen zwei typische Symbole der Heraldik dieser Region. Der Sparren steht für die ehemalige Zugehörigkeit zur Grafschaft Ravensberg, die dieses Symbol ganz ähnlich im Wappen führte. Die gekreuzten Schlüssel sind ein Symbol für das Bistum Minden bzw. für die daraus hervorgegangenen weltlichen Territorien Hochstift Minden und Fürstentum Minden, denen zunächst alle Gebiete der heutigen Stadt, bis 1815 zumindest noch ein Teilgebiet der heutigen Stadt angehörten. Das Wappen von Preußisch Oldendorf vor 1910 zeigte noch ausschließlich die drei Sparren, die sich im Wappen der Grafen zu Ravensberg finden. Am 25. Februar 1910 wurde das Wappen in seiner heutigen Form angenommen und zeigte nur noch einen einzelnen Sparren sowie zusätzlich die Schlüssel des Apostels Petrus. Das dritte Symbol im Wappen, die Sterne, zeigen eine Ähnlichkeit zum Wappen des benachbarten Lübbecke und wurden diesem vermutlich entlehnt. Der Stern stammt aus dem Wappen derer von Schwalenberg und wird auch heute noch im Wappen von Schieder-Schwalenberg gezeigt; Volkwin van Schwalenberg war Bischof von Minden und verlieh Lübbecke 1279 die Stadtrechte.[19]
Preußisch Oldendorf unterhält seit 1982 eine Partnerschaft mit dem österreichischen Sankt Oswald-Möderbrugg.
in den Kurorten finden regelmäßig Kurkonzerte statt. Der Kreis Minden-Lübbecke veranstaltet zusätzlich zur Förderung von Kunst und Kultur in Kooperation mit dem Verein Herrenhäuser und ihre Parks im Mühlenkreis Kammerkonzerte im Garten des Schloss Crollage. Neben mehreren Gesangs- und Musikvereinen gibt es in der Stadt auch eine Jugendmusikschule.
siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Preußisch Oldendorf
Auf dem Gebiet der Stadt liegen zwei Naturschutzgebiete:
Ferner hat die Stadt im Süden Anteil am Naturpark TERRA.vita (ehemals: Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge).
Siehe auch: Naturschutzgebiete in OWL
Rund um die Rittergüter der Stadt sind einige Gartenanlagen angelegt worden:
Die Kreisverwaltung hat insgesamt 9 Solitärbäume oder Baumgruppen als Naturdenkmäler ausgewiesen, darunter eine Lindenallee.[25]
Neben den regelmäßig stattfindenden Kurkonzerten in den drei Kurorten ist der Maispaß ein bekannter Festumzug und Straßenfest.
Die größten Sportvereine sind der OTSV Preußisch Oldendorf (Fußball, Volleyball, Leichtathletik, Turnen, etc.), der SuS Holzhausen (Fußball), SV "Eggetal" Eininghausen-Börninghausen (Fußball), der Eggetaler Tennisclub, Hedemer Tennisverein, DLRG-Ortsgruppe Preußisch Oldendorf, sowie drei Reitvereine: Reiterverein Holzhausen-Heddinghausen, Reitsportclub Echterbrock e.V., Reit- und Fahrverein "St. Georg" Preußisch Oldendorf. Auf dem Gebiet der Stadt wurden 2 Minigolfanlagen in den Stadtteilen Preußisch Oldendorf und Börninghausen angelegt.
Der Bahnhof Holzhausen-Heddinghausen liegt an der Ravensberger Bahn (KBS 386), auf der im Stundentakt, sonntags alle zwei Stunden, die gleichnamige Regionalbahn 71 Bielefeld–Herford–Bünde–Lübbecke–Rahden verkehrt. Außerdem liegt der Haltepunkt „Neue Mühle“ (frühere Bezeichnung war „Neue Mühle-Mesch“ – Mesch ist Teil Börninghausens) unmittelbar an der Grenze von Rödinghausen und Börninghausen auf Rödinghauser Seite. Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der Eurobahn, die Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 643 (Talent) für Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h einsetzt.
Die in Holzhausen-Heddinghausen westlich nach Bohmte abzweigende Eisenbahnstrecke ist bis zum innenstadtnahe gelegenen Bahnhof "Preußisch Oldendorf" außer Betrieb und dient von dort dem Güterverkehr, der von der Wittlager Kreisbahn durchgeführt wird. Gelegentlich findet Museumsbahnverkehr statt. Früher gab es an dieser Strecke neben den genannten Bahnhöfen "Preußisch Oldendorf" und "Holzhausen-Heddinghausen" die Haltepunkte "Offelten" und "Holzhausen".
Der Busverkehr wird in Richtung Lübbecke und Espelkamp von der Mindener Kreisbahn durchgeführt. Am Wochenende und in den Nachmittagsstunden fahren Anrufbusse („Taxibus“). In Richtung Bohmte verkehren die Busse der Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück GmbH (VLO) über Bad Essen im Stundentakt. Es gibt stündlich von der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück die Buslinie 276 von Preußisch Oldendorf über Bad Essen nach Osnabrück. Preußisch Oldendorf gehört zum Tarifverbund „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) und mit einer Linie zur Verkehrsgemeinschaft Osnabrück.
Preußisch Oldendorf ist über die Landesstraße 557 im Süden an die Bundesautobahn 30 (E 30) angebunden. Die Bundesstraße 65 durchquert Preußisch Oldendorf in west-östlicher Richtung und schlägt im Stadtkern einen bemerkenswerten Bogen um die evangelische Kirche.
Durch Preußisch Oldendorf führt in west-östlicher Richtung der Mittellandkanal. Im Stadtteil Getmold existiert ein Industriehafen. Dies ist der größte Industriehafen zwischen Osnabrück und Minden. Außerdem wurde am Mittellandkanal in Getmold ein Yachthafen angelegt. In Getmold hält die so genannte „Weiße Flotte“ der Mindener Fahrgastschifffahrt auf ihren Fahrten von Bad Essen nach Minden zum Wasserstraßenkreuz.
Die Stadt liegt an der BahnRadRoute Weser-Lippe, der Wellness-Radroute durch die Kurorte der Stadt, dem West-Ost-Radweg u. a. nach Enschede und der Mühlenroute. Zu den Schlössern und Herrensitzen der Umgebung führt davon abzweigend eine spezielle Route der Stadt.
Die südlichen Gebiete der Stadt liegen am Wittekindsweg.
In Preußisch Oldendorf sind die Neue Westfälische (Geschäftsstelle Lübbecke) und das Westfalenblatt als Regionalzeitung mit entsprechenden Lokalteilen für Preußisch Oldendorf vertreten. Das Lokalradio für den Kreis Minden-Lübbecke ist Radio Westfalica.
Die Wirtschaftsstruktur ist überwiegend mittelständisch geprägt. Die Stadt bietet Stand 2006 rund 2700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen Arbeitsplatz. In 2007 betrug die Arbeitslosenquote 5,8 Prozent. Größte Branchen sind die Holz- und Möbelindustrie, die Metallverarbeitung, der Maschinenbau, Handel, Chemie und Tourismus. Größtes Gewerbegebiet ist mit Abstand der Gewerbe- und Industriepark Hafen in Getmold. Insgesamt stehen über 330 Hektar Gewerbeflächen zur Verfügung, die besonders im Norden der Gemeinde liegen. Größte Unternehmen sind die Vortella Lebensmittelwerk W. Vortmeyer GmbH und die Tetra GmbH[26].
Preußisch Oldendorf weist folgende Schulen auf:
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