Die Prignitzer Eisenbahn GmbH (PEG) ist ein Eisenbahnverkehrs- und -infrastrukturunternehmen mit Sitz im brandenburgischen Putlitz.
Die Prignitzer Eisenbahn GmbH wurde im Juni 1996 vom ehemaligen DB-Mitarbeiter Thomas Becken gegründet. Ursprüngliches Ziel war die Rettung von Nebenbahnen in der Prignitz im Nordwesten des Landes Brandenburg.[1] 2004 wurde das Unternehmen an die damalige Arriva-Gruppe (heute: Netinera) verkauft.[2] Die PEG ist heute eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Netinera.
Die PEG betreibt heute den Schienenpersonennahverkehr auf Strecken in Brandenburg/Berlin. Bis 2011 wurden auch Strecken in Nordrhein-Westfalen betrieben. Sie ist zudem Infrastruktur-Besitzer oder -Betreiber mehrerer Bahnstrecken in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
| Linie | KBS | Zuglauf | Vertragslaufzeit | |
|---|---|---|---|---|
| RB 12 | 209.12 | Berlin-Lichtenberg − Löwenberg − Templin | Dezember 2006 –
Dezember 2014 |
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| PE 73 | 209.73 | Pritzwalk – Kyritz – Neustadt/Dosse | Dezember 2003 –
Dezember 2015 |
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| PE 74 | 209.74 | Pritzwalk – Meyenburg ² | Dezember 2003 –
Dezember 2015 |
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| Fahrleistung: ca. 1 Million Zugkilometer pro Jahr | ||||
² – 2 Zugpaare nach Pritzwalk West (nur Mo–Fr an Schultagen)
Die PEG erbringt 1,35% der Verkehrsleistungen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg [3]
Auf den PEG-Strecken gilt der Tarif des Tarifverbands der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) sowie die Tarife der jeweiligen Verkehrsverbünde
| Linie | KBS | Zuglauf | Vertragslaufzeit | heutiger Betreiber |
|---|---|---|---|---|
| RB 36 | 447 | Oberhausen – Duisburg-Ruhrort | Dezember 2002 –
Dezember 2010 |
NordWestBahn |
| RB 44 | 423 | Oberhausen Hbf – Bottrop Hbf – Dorsten | Dezember 2002 –
Dezember 2010 |
NordWestBahn |
| RB 50 | Neustadt/Dosse − Rathenow | bis November 2003 | – (Strecke stillgelegt) | |
| RB 51 | 412 | Dortmund – Coesfeld − Gronau (Westf.) – Enschede | Dezember 2004 –
Dezember 2011 |
DB Regio Westfalen |
| RB 53 | Neustadt/Dosse – Neuruppin | bis Dezember 2006 | – (Betrieb eingestellt) | |
| RB 74 | Meyenburg – Güstrow | bis September 2000 | – (Betrieb eingestellt) |
Die PEG verwaltet seit dem 1. Januar 2004 die Strecke Pritzwalk–Karow (Plau am See) als Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Die Strecke wurde gemeinsam mit der Strecke Pritzwalk–Putlitz auf die PEG übertragen, die wiederum das Eigentum an der Strecke Pritzwalk–Putlitz auf den Landkreis Prignitz übertrug. Zum 1. März 2008 pachtete die PEG die Strecken Pritzwalk–Neustadt (Dosse) sowie Karow (Meckl)-Waren von der DB Netz.[4][5]
Zum Schuljahresbeginn am 27. August 2007 wurde der neue Haltepunkt Pritzwalk West an der Strecke nach Putlitz offiziell eröffnet, der von Zügen aus Richtung Meyenburg und Putlitz angefahren wird. Auf Initiative der PEG und des Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein verkehren von Montag bis Freitag jeweils sechs Zugpaare zwischen Pritzwalk und Putlitz.
Zum 13. September 2007 übernahm die PEG die Betriebsführung der Strecke Blankenberg (Meckl)–Dabel im Auftrag des Eigentümers ecoMotion GmbH, Rapsveredelung Mecklenburg.[6] Diese Strecke wurde seit 20. August 2007 zunächst bedarfsweise für den Bahntransport von Biodiesel vom Werk der ecoMotion GmbH in Sternberg verwendet. Seit 8. April 2008 verkehrt der von der Eisenbahngesellschaft Potsdam (EGP) und der Railion Deutschland AG traktionierte Zug mit 1.100 Tonnen Nettogewicht regelmäßig einmal wöchentlich nach Hamburg.[7]
Zum 24. Mai 2008 hat die PEG Infrastruktur die 31 km lange Strecke Karow (Meckl)–Priemerburg wieder in Betrieb genommen. Mit dieser neuen Verbindung sollen sich für den Schienengüterverkehr im Nord-Süd-Verkehr zum Seehafen Rostock Alternativen zu den derzeitigen Hauptzulaufstrecken von Schwerin und Berlin ergeben.
Zum 22. April 2010 nahm die PEG Infrastruktur in Absprache mit dem Eigentümer den Abschnitt zwischen Ganzlin und Bütow der Bahnstrecke Ganzlin–Röbel wieder in Betrieb. Im Bereich der ehemaligen Ladestelle Bütow sollen Güterwagen abgestellt werden, bis dorthin können Zugfahrten im Zugleitbetrieb durchgeführt wurden. Das Reststück bis Röbel wurde zum Baugleis erklärt.[8]
Auf ihren Strecken in Berlin und in der Prignitz setzt die Prignitzer Eisenbahn sieben Fahrzeuge des Typs "Regioshuttle RS1" ein. Einer davon ist derzeit auf Grund eines Brandes nicht verfügbar. Als Ersatz dienen unter anderem drei Fahrzeuge vom Typ DWA LVT/S. Auf den Strecken in Nordrhein-Westfalen wurden hingegen 17 Fahrzeuge des Typs "Talent" eingesetzt. Im Besitz der Prignitzer Eisenbahn befindet sich zudem der Prototyp vom "Talent" welcher allerdings nicht fahrbereit ist. Bei Fahrzeugengpässen in Nordrhein-Westfalen waren aushilfsweise Regioshuttle RS1, Uerdinger Schienenbusse, RegioSprinter der Vogtlandbahn, Desiros vom Leasingpool Angel Trains oder Doppelstockschienenbusse auf den Linien in Oberhausen im Einsatz.
Die Stationsansagen in den Zügen werden vom rbb-Nachrichtensprecher Peter Wachsmann gesprochen.
Bis Ende 2003 sicherten in der Prignitz zwölf Uerdinger Schienenbusse den dortigen Nahverkehr. Sie wurden noch bis Mai 2009 teilweise für Sonderfahrten genutzt. Am 1. Mai 2009 wurde mit T 11 der letzte Uerdinger nach abgelaufener Frist abgestellt, er wurde zuvor noch an das Lackschema der Regioshuttle angepasst. Die Schienenbusse sind in der Zwischenzeit nach Goes in den Niederlanden verkauft worden.
Die Fahrzeuge der PEG werden mit reinem Biodiesel (B100) betrieben. Triebwagen des Typs Regio-Shuttle RS1 fahren mit Rapsöl.
Uerdinger Schienenbus als Triebwagen „Laaske“ der PEG
Taigatrommel der PEG
Regioshuttle im Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor
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