| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 53° 9′ N, 12° 11′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Prignitz | |
| Höhe: | 63 m ü. NN | |
| Fläche: | 165,57 km² | |
| Einwohner: |
12.598 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 76 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16928 | |
| Vorwahl: | 03395 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PR | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 70 316 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Marktstraße 39 16928 Pritzwalk | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Wolfgang Brockmann (FDP) | |
| Lage der Stadt Pritzwalk im Landkreis Prignitz | ||
Pritzwalk ist eine Kleinstadt im Landkreis Prignitz im Nordwesten des Landes Brandenburg.
Durch die Stadt fließt die Dömnitz, ein Nebenfluss der Stepenitz.
bestehende Gemeindeteile:
Funde aus der Jungsteinzeit (3000 bis 1800 v. Chr.) deuten auf vorgeschichtliche Besiedlung zweier vorgermanischer Stämme (mit Groß-Steingräbern bzw. Einzelgräbern) hin[2]. Germanische Stämme siedelten bis zur germanischen Völkerwanderung (4. bis 6. Jahrhundert) und danach slawische Stämme, insbesondere der Kleinstamm der Brizanen. Die Missionierung der Slawen erfolgte seit 948 durch das Bistum Havelberg, dass dem Erzbistum Magdeburg unterstellt war. Im Ergebnis der deutsch-slawischen Kämpfe und schließlich des Wendenkreuzzuges im Jahr 1147 wurde die Ortschaft Teil der 1157 gegründeten Mark Brandenburg und somit Teil des im 10. Jahrhundert gebildeten Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Um 1200 gehörte der Ort zum Herrschaftsbereich des Adelsgeschlechts der Gans Edlen Herren zu Putlitz, die als Gründer des 1256 erstmals urkundlich unter dem Namen Prizwalk erwähnten Ortes gelten [3]. Im Jahre 1256 erhielt Pritzwalk vom Fürstenhaus der Askanier das Stadt- und Marktrecht und es wurde mit dem Bau der Stadtkirche St. Nicolai begonnen. Im 14. Jahrhundert wurde Pritzwalk Mitglied der Hanse und kreisfreie Stadt (Immediatstadt) mit weit reichender Selbstverwaltung, mit Bündnisrechten und Gerichtshoheit. Eine Stadtmauer aus Feldsteinen mit Wehrtürmen und Toranlagen wurde errichtet. Pritzwalk entwickelte sich zu einem Knotenpunkt der Handelswege und erhielt 1364 das markgräfliche Zollprivileg. Im 15. bis 17. Jahrhundert litt Pritzwalk stark unter Kriegen und der Pest sowie dem Niedergang der Hanse, bevor es im 18. Jahrhundert zu erneutem wirtschaftlichem Aufschwung kam und Pritzwalk ein Zentrum der Tuch- und Bierherstellung wurde. Nach dem großen Stadtbrand am 1. November 1821, durch den fast die ganze Stadt zerstört wurde, erholte sich die Stadt. 1830 hatte Pritzwalk wieder 78 Tuchmacher, darunter Christoph Wilhelm Draeger[4]. Die Industrialisierung begann mit dem Bau der Tuchfabrik Gebrüder Draeger (1858) und der Lagerbierbrauerei Huth (1862). Emil Quandt war im Jahre 1878 in die Firma Gebrüder Draeger eingetreten und wurde 1896 deren Inhaber. Als Lieferant von Uniformtuchen wuchs die Firma rasch – besonders in Verbindung mit den zwei Weltkriegen – bis zur Enteignung der Familie Quandt im Jahre 1945. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Pritzwalk zum Verkehrsknotenpunkt mit zwei Bahnlinien: 1884 wurde die Linie Perleberg–Pritzwalk–Wittstock durch die Prignitzer Eisenbahn AG eröffnete und 1887 die Bahnstrecke Meyenburg–Neustadt (Dosse) durch die Preußische Staatsbahn. Am 15. April 1945 kam es durch einen Fliegerangriff auf das Bahnhofsgelände und die dadurch ausgelöster Explosion eines Munitionszuges zu zahlreichen Opfern.
Ende 1945 und Anfang 1946 wurden 12 Jugendliche durch den sowjetischen Geheimdienst NKWD verhaftet und unter Werwolf-Vorwurf vom Militärtribunal verurteilt. Bei einem 18-Jährigen wurde das Todesurteil sofort vollstreckt, fünf kamen im sowjetischen Speziallager Sachsenhausen um. Das Schicksal der anderen Jugendlichen ist zum Teil unbekannt. Die Gruppe wurde in den 1990er Jahren von der russischen Generalstaatsanwaltschaft rehabilitiert. [5]
Pritzwalk gehörte 1918 bis 1952 zum Landkreis Ostprignitz, wurde 1952 Kreisstadt bis es 1993 Teil des Landkreises Prignitz wurde. 1969 wurde mit der Errichtung des Zahnradwerkes Pritzwalk eine neue Phase der Industrialisierung eröffnet.
Pritzwalk wurde 1993 um Schönhagen[6], Ende 2001 um Giesensdorf[7] und Ende 2002 um weitere zehn Gemeinden vergrößert[8]. Mit den Eingemeindungen 2002 wurde gleichzeitig das Amt Pritzwalk-Land aufgelöst.
Bereits am 1. Juli 1950 und am 1. Januar 1974 gab es Eingemeindungen auf dem Gebiet der heutigen Stadt Pritzwalk.[6]
| Ehemalige Gemeinde | Datum | Anmerkung |
|---|---|---|
| Alt Krüssow | 31. Dezember 2002 | |
| Beveringen | 31. Dezember 2002 | |
| Bölzke | 1. Januar 1974 | Eingemeindung nach Kemnitz |
| Buchholz | 31. Dezember 2002 | |
| Falkenhagen | 31. Dezember 2002 | |
| Giesensdorf | 31. Dezember 2001 | |
| Kemnitz | 31. Dezember 2002 | |
| Könkendorf | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Wilmersdorf |
| Mesendorf | 31. Dezember 2002 | |
| Neu Krüssow | 1. Juli 1950 | Eingemeindung nach Wilmersdorf |
| Sadenbeck | 31. Dezember 2002 | |
| Sarnow | 1. Januar 1974 | Eingemeindung nach Buchholz |
| Schönhagen | 6. Dezember 1993 | |
| Seefeld | 31. Dezember 2002 | |
| Steffenshagen | 31. Dezember 2002 | |
| Wilmersdorf | 31. Dezember 2002 |
Die Stadtverordnetenversammlung von Pritzwalk besteht aus 22 Stadtverordneten sowie dem jeweiligen Bürgermeister. Die Sitze verteilen sich wie folgt:
(Stand: Kommunalwahl 2008)
Das Wappen wurde am 7. Januar 1994 genehmigt. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert [9]
Blasonierung: „In Silber eine belaubte und bewurzelte grüne Linde, in deren Krone ein roter Adler schwebt; vor dem Stamm ein schreitender schwarzer Wolf.“[10]
Der sogenannte Märkische Adler ist das Wappentier Brandenburgs und symbolisiert die Unabhängigkeit der Stadt und direkten Unterstellung unter den Markgrafen. Wolf und Linde im redenden Wappen werden gedeutet als Versinnbildlichung des Stadtnamens slawischen Ursprungs: "Pritz-walk" (nach neueren Forschungen unzutreffend) übersetzt mit "Geh weg, Wolf", wobei diese das Heidentum (Wolf) und Christentum (Linde) symbolisieren könnten[11].
Die Flagge der Stadt ist rot/grün (1:1) gestreift und mittig mit dem Stadtwappen belegt.
Eine Partnerschaft besteht mit der niedersächsischen Stadt Winsen (Luhe).
In der Liste der Baudenkmale in Pritzwalk stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Baudenkmale.
Die aus dem Mittelalter stammenden Verteidigungsanlagen der Stadt (Stadtmauer mit vorgelagerten Gräben und Wällen) wurden im späten 19. Jahrhundert abgerissen und durch Parkanlagen ersetzt. Diese sind bis heute weitestgehend erhalten und umschließen das Stadtzentrum.
Das Pritzwalker Hainholz am Nordrand von Pritzwalk ist ein Naherholungsgebiet mit Waldschwimmbad, Wald- und Abenteuerlehrgarten, Streichelzoo und Skateranlage. Die Prignitzer Eisenbahn GmbH hat vom 1. Juni bis 18. September einen Haltepunkt im Hainholz eingerichtet. Für Rundflüge und sonstige Flugsportaktivitäten stehen insbesondere an den Wochenenden der Flugplatz Pritzwalk-Sommersberg und das Segelfluggelände Pritzwalk-Kammermark zur Verfügung.
Das Kulturprogramm wird im Wesentlichen durch das Kulturhaus der Stadt Pritzwalk geprägt. Dieses wurde am 21. April 1959 seiner Bestimmung übergeben. Seitdem wurden zahlreiche Musik- und Tanzveranstaltungen durchgeführt. Im Zuge der Umbauarbeiten, die 2003 begannen, wurde im oberen Geschoss ein modernes Kino mit 102 Sitzplätzen eingerichtet.
In der Stadt Pritzwalk gibt es zwei Gewerbegebiete (Gewerbegebiet Süd und Gewerbegebiet Ost). Das Gewerbegebiet Süd ist durch die neue Umgehungsstraße gut angebunden. Dort haben sich neben einigen Autohäusern die örtliche Verkehrsgesellschaft, Großhändler und kleineres Gewerbe angesiedelt. Im Gewerbegebiet Ost sind die Zahnradwerk Pritzwalk GmbH, die PricoGear GmbH, ein Zweiradhändler, ein Reifendienst und weitere Firmen angesiedelt.
Das Gewerbegebiet Falkenhagen gehört seit der Gemeindegebietsreform ebenfalls zur Stadt Pritzwalk. Dort haben sich überwiegend Industriebetriebe wie das Unternehmen Glatfelter und die EOP Biodiesel AG angesiedelt. Trotz der günstigen Lage direkt an der Bundesautobahn 24 ist es jedoch nur wenig ausgelastet. E.ON plant an diesem Standort ab dem Frühjahr 2012 den Bau einer Anlage zur Herstellung von Wasserstoff aus Windstrom. Durch dieses Pilotprojekt soll das Erdgasnetz langfristig als Stromspeicher für die wetterabhängigen Erneuerbaren Energien genutzt werden.[15]
Pritzwalk ist der Knotenpunkt mehrerer Eisenbahnlinien. Über die Bahnstrecke des Prignitz-Express besteht mit dem RE6 Anschluss nach Wittenberge und Perleberg sowie nach Wittstock, Neuruppin, Hennigsdorf und Berlin, mit der Linie PE74 über die Strecke Meyenburg–Neustadt nach Meyenburg, mit der Linie PE73 über die gleiche Strecke nach Kyritz und Neustadt (Dosse) sowie mit der ausschließlich für Schülerfahrten genutzten Linie PE70 über die Strecke Pritzwalk–Putlitz nach Putlitz. Letztere Linien werden von der Prignitzer Eisenbahn GmbH betrieben, die auch Eigentümer bzw. Besitzer der Strecken ist. Der Schülerverkehr erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Putlitz-Pritzwalker Eisenbahnförderverein.[16].
Zur Entlastung der Innenstadt ist eine Umgehungsstraße um Pritzwalk Ende 2007 fertiggestellt worden. Sie beginnt hinter Kemnitz, überquert die B 103 und B 189 und führt bis kurz vorm Anschluss an die nördliche B 103 Richtung Rostock.
In Pritzwalk gibt es mehrere Schulen und Ausbildungsstätten.
Die KMG AG betreibt in Pritzwalk ein Klinikum mit Schwerpunkten im chirurgischen, gynäkologischen und geriatrischen Bereich.
Vor Ort finden sich u.a. Fachärzte für Augenerkrankungen, Gynäkologie, Hauterkrankungen, HNO, Kinder sowie Allgemeinmediziner und Zahnärzte.
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