Eine Quelle ist ein Ort, an dem Grundwasser auf natürliche Weise austritt. Quellen bilden einen Übergangsbereich zwischen Grundwasser und Fließgewässer aus, das sich aus dem Quellwasser bilden kann.
Kommt es nicht zur Bildung eines Quellbaches, weil das Wasser nach relativ kurzer Fließstrecke wieder versickert, so heißt eine solche abflusslose Quelle endorheische Quelle. Quellwasser kann durch Baumaßnahmen in einer Quellfassung gesammelt werden. Wird das Grundwasser künstlich aufgeschlossen, so spricht man von Brunnen.
Es gibt mehrere mögliche Einteilungsprinzipien für Quellen: Einteilung nach hydrostatischem Druck des Grundwassers, nach Schwankungen des Wasseraustritts (Quellschüttung), der Quelltemperatur, dem Gehalt an gelösten gasförmigen oder festen Stoffen und nach Art der gebildeten Lebensräume.
Grundwasser wird je nach hydrostatischem Druck unterschieden in freies Grundwasser (Druck an der Grundwasseroberfläche entspricht dem atmosphärischem Druck) und gespanntes Grundwasser (Druck an der Grundwasseroberfläche ist größer als der atmosphärische Druck).
Kommt es zum Austritt freien Grundwassers, so wird von absteigenden Quellen gesprochen. Weitere Untergliederungen werden vorgenommen in Schichtquellen, Überlaufquellen, Stauquellen und Verengungsquellen. Tritt gespanntes Grundwasser aus, so heißt die Quelle aufsteigende Quelle. Deren Formen sind artesische Quellen (oft durch Verwerfungsquellen) und Geysire.
Die Schüttung von Quellen kann aus verschiedenen Gründen schwanken. Solche, die sogar zeitweise trocken fallen, nennt man intermittierende Quellen oder auch Hungerquellen. Besonders Karstquellen sind häufig intermittierend: immer wenn der Grundwasserspiegel im Lösungshohlraum des Karstes niedriger steht als die höchste Stelle des Abflusskanalgrundes, versiegt bei ihnen der Ausfluss. Beständig fließende Quellen heißen perennierend; ihre Schüttung kann dabei beträchtlich schwanken.
Gewöhnlich entspricht die Wassertemperatur einer Quelle der örtlichen mittleren Jahrestemperatur der Luft und ist im jahreszeitlichen Verlauf konstant. In Mitteleuropa entspricht das etwa 6 bis 10 °C, in tropischen Gebieten 20 bis 25 °C. Liegt der speisende Grundwasserleiter weniger als 20 Meter tief, kann es zu geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Quelltemperatur kommen.
Quellen heißen Akratopegen, wenn ihre Temperatur der mittleren örtlichen Jahrestemperatur entspricht. Liegt ihre Wassertemperatur über der mittleren Jahrestemperatur der Luft, so werden sie Akratothermen (auch Thermalquellen) genannt.
Haben Quellen einen besonders hohen Gehalt an gelösten gasförmigen oder festen Stoffen, so werden sie als Mineralquellen bezeichnet. Mit der Wirkung von Heilquellen beschäftigt sich die Balneologie. Mineralquellen lassen sich weiter untergliedern in Solquellen, Schwefelquellen, Säuerlinge, alkalische Quellen, Bitterquellen, Eisenquellen und radioaktive Quellen. Träger der Radioaktivität in radioaktiven Quellen ist das Edelgas Radon, das beim Zerfall von uran- oder thoriumhaltigen Mineralen meist in Granit- oder Gneisgesteinen entsteht (vgl. Radonbalneologie).
Der Lebensraum der quellbewohnenden Organismen (Krenobionte) ist das Krenal. Es umfasst die eigentliche Quelle (Eukrenal) und den Quellabfluss (Hypokrenal), soweit dieser in seinen Eigenschaften noch durch den unmittelbaren Wasseraustritt geprägt ist.
Nach der Quellstruktur wird das Krenal unterschieden.
Das Krenal (der Lebensraum Quelle) ist ein kleinflächiger Lebensraum, dessen physikalische und chemische Faktoren auch jahreszeitlich eine hohe Konstanz aufweisen. Das Krenal ist also störungsarm und folglich sehr störanfällig. Quellen sind außer bei starker Belastung des Grundwassers oligotrophe Gewässer. Die quellbewohnenden Organismen werden als Krenobionte bezeichnet, wenn sie ausschließlich im Krenal leben, Krenophile, wenn sie vorwiegend im Krenal leben, und Krenoxene, wenn sie nur selten im Krenal erscheinen.
An vielen Orten weltweit, wie im Karstgebiet Südosteuropas, treten unterseeische Quellen auf.
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