Als Radrennen (Schweiz: Velorennen) werden Wettkämpfe im Radsport bezeichnet, bei denen das Ziel grundsätzlich darin besteht, eine bestimmte Strecke am schnellsten zurückzulegen. Es gibt aber auch Wettbewerbsformen, bei denen es darauf ankommt, wer an einem bestimmten Streckenpunkt an wievielter Stelle den Zielstrich überfährt. Dabei werden Punkte (Kriterium) oder/und Zeitgutschriften (Zwischensprints bei Etappenrennen) vergeben, die am Ende des Rennens bzw. der Rundfahrt aufaddiert werden.
Zu Radrennen treten üblicherweise eine größere Zahl von Radrennfahrern gegeneinander an. Die Wettbewerbe werden für Männer und Frauen veranstaltet. Im von den UCI-Mitgliedsverbänden organisierten Straßenradsport werden die Wettbewerbe für männliche und weibliche Teilnehmer meist voneinander getrennt ausgeführt, im Mountainbikebereich gibt es Wettkampfformen, bei denen Männer und Frauen gemeinsam starten, aber getrennt gewertet werden. Als Radrennen gelten insbesondere alle Veranstaltungen des Straßenradsports, aber z. B. auch Querfeldein- (Cyclocross-) oder Mountainbike-Wettbewerbe. Wettkämpfe auf Radrennbahnen werden als Bahnradrennen bezeichnet, siehe Bahnradsport.
Das erste Radrennen wurde am 31. Mai 1868 über eine Distanz von 1200m im Pariser Vorort Saint-Cloud ausgetragen.
Straßenradrennen lassen sich zunächst hinsichtlich der Dauer und Form der Austragung in die Kategorien Eintagesrennen und Etappenrennen sowie Zeitfahren einteilen. Eintagesrennen können zu Rennserien zusammengefasst werden. Die wichtigsten Formen sind:
Als Eintagesrennen (auch Straßenrennen oder Einerstraßenfahren) werden alle Straßenradrennen bezeichnet, die mit der Zielankunft abgeschlossen sind. Sie stellen die älteste Disziplin des Radsports überhaupt dar. Die Streckenlängen von Eintagesrennen können stark variieren, betragen mit wenigen Ausnahmen nicht mehr als 250 km. Die ältesten und berühmtesten Eintagesrennen werden als Klassiker bezeichnet.
Bei Kriterien und Rundstreckenrennen[1] wird im Gegensatz zu den Eintagesrennen ein meist innerstädtischer Rundkurs befahren, der zwischen 800 Meter und zehn Kilometer messen muss. Rundstreckenrennen bieten sich mit ihren kurzen Kursen besonders in Städten an, da im Gegensatz zu normalen Eintagesrennen der Aufwand an Straßensperrungen minimiert wird. So können die Zuschauer die Fahrer mehrmals hautnah erleben und den Rennverlauf durch den Sprecher an der Strecke live nachvollziehen. Aufgelockert werden solche Rennen häufig durch Prämienwertungen, bei denen die Sieger von Zwischensprints Geld- oder Sachprämien erspurten können.
Eine Form von Rundstreckenrennen stellen die so genannten Kriterien dar, bei denen der Sieger nicht derjenige Fahrer sein muss, der am Ende des Rennens zuerst die Ziellinie überquert. Bei Kriterien finden in regelmäßigen Abständen (beispielsweise alle fünf Runden) Punktwertungen statt, bei denen üblicherweise die ersten vier Fahrer 5, 3, 2 und einen Punkt erhalten. Sieger wird der Fahrer der am Schluss des Rennens die meisten Punkte auf seinem Konto verbuchen kann. Allerdings geht ein Rundengewinn dem Gewinn dieser Punkte vor, so dass durchaus ein Fahrer gewinnen kann, der keine einzige Wertung gewonnen hat.
Als Etappenrennen werden Veranstaltungen bezeichnet, bei denen an mehreren Tagen nacheinander einzelne Wettkämpfe – sogenannte Etappen – ausgetragen werden, deren jeweilige Ergebnisse in einer Gesamtwertung addiert und damit zusammengefasst werden. Als ältestes und berühmtestes Etappenrennen der Welt gilt die Tour de France. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, werden Etappenrennen vor allem im Profiradsport durchgeführt, wobei Amateurteams je nach Art der Ausschreibung zumindest meldeberechtigt sind oder vom Veranstalter eingeladen werden können.
Eine Sonderform des Straßenradrennens bilden die Zeitfahren, bei denen entweder einzelne Fahrer (Einzelzeitfahren) oder ganze Mannschaften (Mannschaftszeitfahren) nacheinander starten und der Sieger durch die individuelle Zeitnahme ermittelt wird. Zeitfahren werden häufig innerhalb von Etappenrennen ausgetragen oder finden im Rahmen von nationalen Meisterschaften statt. Einzelzeitfahren sind auch Bestandteil der Olympischen Spiele, Mannschaftszeitfahren waren es.
Eine Form von Mehrtages-Nichtetappenrennen stellt beispielsweise das Race Across America dar.
Die Rennen der internationalen Kalender werden durch den Weltradsportverband UCI in sogenannte UCI-Kategorien unterteilt.
Diese Kategorien setzen sich aus zwei durch einen Punkt getrennte Komponenten zusammen: Die erste Ziffer zeigt die Art des Rennens (1 = Eintagesrennen einschließlich Zeitfahren; 2 = Etappenrennen), die zweite Ziffer zeigt die Wertigkeit des Rennens in absteigender Reihenfolge an (1 = erste Kategorie, 2 = zweite Kategorie), also ist Kategorie 1 die höchste. So bezeichnet z.B. UCI-Kategorie 2.2 ein Etappenrennen der zweiten Kategorie. Wenn ein Rennen der zweiten Kategorie U23-Fahrern vorbehalten ist, wird ein U angehängt (z.B. 1.2U).[2]
Oberhalb dieser durch Ziffern bezeichneten Kategorien gibt es im Männerradsport die UCI World Tour und die Rennen hors categorie (frz., außer Kategorie, 1.HC bzw. 2.HC) der UCI Continental Circuits, die in ihrer Wertigkeit noch höher angesiedelt sind als die Kat. 1. Entsprechendes gilt im Frauenradsport für die Rennen des Weltcups (Abk. CDM, frz. für Coupe du Monde) und in den männlichen Nachwuchsklassen für die Rennen der Natonencups für U23 bzw. Junioren (1.Ncup bzw. 2.Ncup).[2]
Darüber hinaus werden weitere Abkürzungen vergeben für UCI-Straßen-Weltmeisterschaften (Abk. CM, frz. für Championnat du monde), olympische Radsportwettbewerbe (Abk. JO, frz. für Jeux Olympiques), Kontinentale Meisterschaften (Abk. CC, frz. für Championnats Continentaux), regionale Spiele (Abk. JR, frz. für Jeux Régionaux) und nationale Meisterschaften (Abk. CN, frz. für Championnats Nationaux).[3]
Im Cyclocross werden die Wettbewerbe in Weltmeisterschaften (CM), Weltcuprennen (CDM), Rennen der ersten und zweiten Kategorie (C1 und C2) sowie nationale Meisterschaften (CN) unterteilt.
Die Kategorisierung der Rennen ist u.a. von Bedeutung für die Zusammensetzung des Starterfelds[4] und die für die Radsportranglisten, wie etwa die Ranglisten der Continental Circuits, die Weltrangliste der Frauen im Straßenradsport oder die Cyclocross-Weltrangliste, zu vergebenden Punkte.
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