Die Reichsvereinigung Kohle (auch: Reichsvereinigung Kohle für den Bergbau und die Kohlewirtschaft; abgekürzt: RVK) war ein Kartell der deutschen kohleverarbeitenden Industrie während des Zweiten Weltkriegs. Sie wurde im Frühjahr 1941 unter Aufsicht und mit Förderung der Reichsregierung gebildet und vereinigte alle kohleproduzierenden Industriekonzerne. Hauptaufgaben waren Produktivitätssteigerung, Kontrolle von Distribution und Transport sowie Koordination und Durchführung aller staatlichen Maßnahmen auf dem Kohlesektor. Ihr Geschäftsführer war von 1941 bis 1945 der Nationalsozialist und vormalige Ministerialdirektor Erich Flottmann.
Unter ihrem Regime wurden Sonderschichten, Preisfestsetzungen, die Ausbeutung von Fremd- und Zwangsarbeitern sowie privatwirtschaftliche Verfügung über Kohlevorkommen in den von der deutschen Wehrmacht besetzten Gebieten (z. B. in Polen und Belgien) eingeführt. Somit verhalf die Reichsvereinigung einerseits den Konzernen zu hohen Gewinnen und sicherte andererseits dem NS-Regime die kriegsnotwendige Kohleversorgung zur Rüstungsproduktion.
Diese Ausbeutung von Menschen aus den besetzten Ländern und deren Besitz waren später Anklagepunkte im Nürnberger Nachfolgeprozess gegen Verantwortliche der Wirtschaft des Deutschen Reichs (Flick-Prozess, 1947).
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