Richard Powers (* 18. Juni 1957 in Evanston, Illinois, USA) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er gilt als wichtiger Romancier der Gegenwart. Bekannt wurde Powers vor allem für die literarische Verarbeitung naturwissenschaftlicher und philosophischer Themen, so etwa der aktuellen Gehirnforschung und ihrer psychologischen Implikationen in seinem bekanntesten und preisgekrönten Werk Das Echo der Erinnerung oder der Musikalität und ihrer politischen Relevanz in seiner Familiensaga Der Klang der Zeit.
Richard Powers wuchs in einem Vorort von Chicago auf. Im Alter von knapp elf Jahren ging er mit seiner Familie nach Bangkok, wo sein Vater eine Stelle als Lehrer an der Internationalen Schule angenommen hatte. Nach fünf Jahren kehrte er zurück in die USA und studierte zunächst an der University of Illinois Physik.
Powers wechselte das Fach und studierte Literaturwissenschaften, die ihn allerdings auch frustrierten. Er nahm zunächst eine Stelle als Programmierer an. Eine Fotografie von August Sander im Kunstmuseum von Boston, die drei Bauern aus dem Westerwald 1914 auf dem Weg zu einem Fest zeigt, faszinierte ihn so, dass er seine Arbeit kündigte und seinen ersten Roman Drei Bauern auf dem Weg zum Tanz verfasste. Das Buch wurde ein überraschender Erfolg.
1985 zog er in die Niederlande, wo er seinen zweiten Roman Prisoner's Dilemma zu Ende schrieb und einen weiteren, The Gold Bug Variations, verfasste. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Cambridge kehrte er 1993 in die Vereinigten Staaten zurück und nahm eine Lehrtätigkeit an der University of Illinois at Urbana-Champaign an und veröffentlichte fünf weitere Romane. Zur Zeit wohnt er in Urbana, Illinois.
1989 erhielt Powers den „Genie-Preis“ der MacArthur-Stiftung und 1999 den Lannan Literary Award.
2006 wurde Powers für seinen Roman Das Echo der Erinnerung der National Book Award for Fiction zugesprochen.
2008 ließ Powers als neunter Mensch überhaupt sein Genom sequenzieren, was er in seiner Reportage Das Buch Ich # 9 beschreibt.[1]
Im Sommersemester 2009 lehrte Richard Powers als Samuel-Fischer-Gastprofessor an der Freien Universität Berlin.[2]
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