Dienstag, 29. Mai 2012

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Rolls-Royce Motor Cars

Rolls-Royce Motor Cars Ltd.
Logo der Rolls-Royce Motor Cars Ltd.
Rechtsform Limited Company
Gründung 1998 (1904/1906)
Sitz Bracknell,[1]Vereinigtes Königreich
Leitung Torsten Müller-Ötvös (CEO), Ian Robertson (Chairman)
Mitarbeiter ca. 900 (2008)
Branche Automobilhersteller
Website www.rolls-roycemotorcars.com

Rolls-Royce Motor Cars Ltd. ist ein englischer Automobilhersteller in der Tradition des Unternehmens Rolls-Royce, dessen Wurzeln im Bau von Elektroanlagen, Kränen und den luxuriösen Rolls-Royce-Automobilen liegen. Der Automobilbau und dessen Brauchtumspflege sind seit dem Jahr 2000 ein Teil des BMW-Konzerns.

Unternehmensgeschichte

Unternehmensgründung

F.H. Royce & Co.

1884 gründete der Ingenieur Henry Royce zusammen mit A.E. Claremont eine Firma, die F.H. Royce and Co, zum Bau und zum Vertrieb von Elektroanlagen. 1894 wurde diese Firma in Royce Ltd. umgewandelt.[2]

1902 ersetzte Henry Royce sein erstes Motorfahrzeug, ein Quadricycle, durch einen gebrauchten französischen Zweizylinder vom Typ Decauville 10hp. Das Auto wurde per Bahn geliefert. Royce persönlich holte das Fahrzeug ab. Es gelang ihm jedoch nicht, den Decauville zu starten.[3] Er war mit der Qualität des Fahrzeuges so unzufrieden, dass er sich vom Verwaltungsrat seines Unternehmens die Erlaubnis holte, drei Autos nach eigenem Design zu bauen.

Am 1. April 1904 fuhr Henry Royce ohne Probleme mit dem ersten fertigen Prototyp, einem Royce 10 hp, als Testfahrt vom Firmengelände in Manchester zu seinem Wohnhaus in Knutsford – und zurück.

Entgegen der Legende, Royce wollte schon mit seinem ersten Auto ein besonders leises Fahrzeug schaffen, erinnerte sich F.D. Nawell, ein Firmennachbar des Royce-Werks in der Cooke Street, später an die Testfahrten des ersten Royce-Autos:“Everybody knew when it was coming.” (dt.: „Jeder wusste, wenn es [das Auto] näherkam.“)[4]

Einen der drei Prototypen behielt Royce selbst, den zweiten fuhr Claremont und der dritte wurde an einen Großaktionär von Royce, Mr. Henry Edmunds übergeben. Edmunds besprach die positiven Erfahrungen mit dem Royce 10 hp mit seinem Freund Claude Johnson, der der Geschäftspartner von Charles Rolls war. Rolls verkaufte zu diesem Zeitpunkt Luxus-Autos der Typen Minerva (Belgien) und Panhard (Frankreich). Johnson gelang es, Rolls für Royce zu interessieren, und über Edmunds wurde ein Treffen vereinbart.

Am 4. Mai 1904 trafen sich Royce und Rolls im Midland Hotel in Manchester erstmals. Bei diesem Treffen machte Rolls auch eine Probefahrt mit dem brandneuen Royce 10 hp und war von der Qualität des Fahrzeugs überzeugt. Ohne feste Verträge begann Royce mit der Serienproduktion des Royce 10 hp, der nun mit wenigen Modifizierungen als Rolls-Royce 10 hp vermarktet wurde: Der Kühler erhielt die typische „Tempel-Form“ und die Namensplakette wurde geändert. 1904/1905 wurden 17 Fahrzeuge dieses Modells gebaut. Auch der 20 hp wurde in dieser vertragslosen Zeit entwickelt und als Rolls-Royce in Serie gebaut und verkauft (1904–1906: 37 Stück).

Erst am 23. Dezember 1904 wurde vertraglich fixiert, was schon monatelang „per Handschlag“ praktiziert wurde: C.S. Rolls & Co. bekam die Alleinverkaufsrechte für alle Fahrzeuge, die Royce Ltd. baute. Verkauft werden sollten die Fahrzeuge unter dem Namen Rolls-Royce. Die Vertragsverhandlungen auf Seiten von Rolls, und auch in der Folgezeit die Koordination zwischen Verkauf und Produktion der Rolls-Royce-Fahrzeuge, oblag dem Geschäftspartner von Rolls, Claude Johnson.

Auf dem Pariser Autosalon im Dezember 1904 präsentierte Rolls-Royce erstmals seine Modellpalette bei einer Messe.

Zusammenschluss zur Rolls-Royce Ltd.

Am 15. März 1906 fusionierten C.S. Rolls & Co. und Royce Ltd. zur Firma Rolls-Royce Ltd. mit Sitz in Manchester. Im November 1906 wurde auf der Olympia Motor Show in London mit dem später als „Silver Ghost“ bezeichneten Rolls Royce 40/50 hp das erste Modell dieser gemeinsamen Firma vorgestellt (1906–1928: 6173 Stück). Er kostete damals 305 Pfund. Das Fahrzeug verschaffte dem Unternehmen den Ruf, das beste Automobil der Welt zu bauen.

1907 wurden die Geschäftsbereiche bei Rolls-Royce Ltd. reorganisiert und neu aufgeteilt. Der Geschäftsbereich Auto wurde von den anderen Geschäftsbereichen (z.B. Elektroanlagen, etc.) getrennt, indem die C.S. Rolls & Co. aus diesen anderen Geschäftsbereichen herausgekauft wurde.

Am 10. Juni 1910 überquerte Charles Rolls mit seinem Flugzeug als erster Mensch in einem Nonstop-Hin-und-Rückflug den Ärmelkanal. Wenige Tage später, am 12. Juli 1910, starb er im Alter von 32 Jahren als erster Brite bei einem Flugunfall. Seinem Wright-Biplane war zwei Tage zuvor in Frankreich ein neues Heck angebaut worden, das nun im Flug abbrach. Rolls war zu diesem Zeitpunkt ein so bekannter und geehrter Mann, dass Lord Montagu of Beaulieu seine Rede im britischen Oberhaus unterbrach, um den Tod von Rolls bekannt zu geben. Sein Partner Henry Royce ist angeblich – auch als Konstrukteur von Flugmotoren – niemals selbst geflogen.[5][6]

Seit 1911 trug der Silver Ghost als Kühlerfigur den legendären „Spirit of Ecstasy“, eine geflügelte Frauengestalt.

Nach dem Ersten Weltkrieg, Erwerb von Bentley und Park Ward

Rolls-Royce 40/50 hp (1923) Aufbau: Pall Mall Torpedo Tourer Karosseriebauer: Brewster

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Produktion des Rolls-Royce 40/50 hp wieder aufgenommen, die erst 1925 auslief. Ab 1922 wurde als weiteres Modell der Rolls-Royce 20 hp angeboten, der als „kleiner“ Rolls-Royce vorrangig die Selbstfahrer unter den Kunden ansprechen sollte.

Im Jahre 1921 begann Rolls-Royce, auch Chassis im Zweigwerk Springfield in Massachusetts (USA) zu bauen.

Mit der 1920er Jahre waren die Automobile von Rolls-Royce bereits ein Mythos; man assoziierte sie international mit Prominenz, Adel, Glamour und Reichtum. Die im Herbst 1924 erstmals erschienene deutsche Automobilzeitschrift Der Herrenfahrer – Das Blatt vom Auto und anderen Annehmlichkeiten des Lebens widmete Rolls-Royce unter dem Titel „Der Wagen der Könige“ eine mehrseitige Bilderstrecke.[7] Die Fotos zeigten unter anderem

jedoch

Im November 1931 kaufte Rolls-Royce für 125.175 £ den Konkurrenten Bentley, der im Juli des gleichen Jahres Konkurs angemeldet hatte. Die Marke Bentley war als Hersteller teurer Sportwagen bekannt geworden. Rolls-Royce pflegte diesen Ruf, indem sportlichere Modelle als Bentley, die großen Phantom-Limousinen nur als Rolls-Royce und die meisten Modelle sowohl als Rolls-Royce als auch als Bentley angeboten wurden, wobei sich diese doppelten Modelle im Wesentlichen nur durch Kühlergrill, Kühlerfigur und die Markenschriftzüge unterschieden.

Am 22. April 1933 starb Henry Royce.

1933 beteiligte sich Rolls Royce an dem 1919 gegründeten Karosseriebauer Park Ward. Park Ward wurde in dieser Form Hauptanlaufstelle für Bentley-Kunden. Rolls-Royce übernahm 1939 die Firma ganz.[9]

Im Jahre 1938 wurde mit dem Wraith das letzte neue Modell vor Beginn des Zweiten Weltkriegs präsentiert. Kurz nach Kriegsbeginn wurde die Produktion dieser aus dem Rolls-Royce 25/30 hp abgeleiteten Variante – wie auch bei den anderen Modellen – bereits wieder eingestellt.

Rolls-Royce-Motoren vor dem Zweiten Weltkrieg wiesen zum Teil eine Gaswechselsteuerung per Knight-Schieber auf, um einen besonders ruhigen Lauf zu erreichen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Verlagerung der Automobilproduktion nach Crewe

1946 wurde die Automobilproduktion nach Crewe verlegt. Im gleichen Jahr wurde mit dem Silver Wraith die erste Neuentwicklung nach dem Krieg präsentiert, während der Phantom III nicht wieder angeboten wurde. Der ab 1949 angebotene Silver Dawn richtete sich vor allem an den amerikanischen Markt und war als Owner/Driver car(„Selbstfahrerwagen“) gedacht. Auf Wunsch war ein automatisches Hydramatic-Getriebe von General Motors erhältlich. Als erstes Rolls-Royce-Modell wurde der Silver Dawn auch mit einer Werkskarosserie angeboten.[10] Der Silver Wraith wiederum war ab 1952 auch mit verlängertem Radstand und Trennscheibe zum Fahrer erhältlich.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, als immer mehr Karosseriebauer in Konkurs gingen, begann auch Rolls-Royce, komplette Autos auszuliefern. Die Karosserieteile wurden von Pressed Steel zugeliefert, wobei nicht nur Stahlblech, sondern auch schon Aluminium zum Einsatz kam. Erstes Konzernfahrzeug dieser neuen Fahrzeug-Fertigung wurde das Silver-Wraith-Schwestermodell Bentley Mark VI, das anschließend auch als Rolls-Royce Silver Dawn vermarktet wurde.

1950 erschien mit dem Phantom IV der Nachfolger der Repräsentationslimousine. Mit dem 5.675 cm³ großen Achtzylindermotor war der Phantom „ausreichend“ motorisiert.

Der 1955 vorgestellte Rolls-Royce Silver Cloud war identisch mit dem gleichzeitig präsentierten Bentley S, nachdem sich die Vorgängermodelle technisch schon zunehmend angenähert hatten. Der Hubraum der Sechszylindermotoren war in den vergangenen Jahren zunehmend gewachsen und stieg von 4.257 cm³ (1946) über 4.566 cm³ (1951) auf nunmehr 4.887 cm³. Im überarbeiteten Silver Cloud II, der ab 1959 angeboten wurde, kam ein 6.230 cm³ großer V8-Motor in Einsatz. Dieser Motor, seinerzeit der größte Personenwagen-Motor Europas,[11] hielt im gleichen Jahr auch im neuen Phantom V Einzug und wurde nur noch in Verbindung mit dem 4-Gang-Hydramatic-Getriebe angeboten.

Zum Einsatz kam ab 1959 eine V8-Maschine mit 6250 cm³, die 1970 während der Produktion des Silver Shadow I auf 6,75 Liter Hubraum vergrößert wurde. Diese Motorbasis fand bis 2009 im Bentley Verwendung, wo dieses Aggregat entsprechend weiterentwickelt und turbogeladen sogar die jeweils aktuellen Abgasnormen erfüllte. Auch für den aktuellen Phantom wurde wieder ein 6,75-Liter-Motor entwickelt, um die lange 6¾-Liter-Tradition zu wahren.

Übernahme von H.J. Mulliner

1959 wurde H.J. Mulliner in London (nicht zu verwechseln mit dem Karosseriebauer Arthur Mulliner aus Northampton, der ebenfalls Rolls-Royce-Chassis aufbaute) von Rolls-Royce übernommen. 1760 hatte Mulliner mit dem Bau von Pferdekutschen begonnen. Im Jahr 1900 wurde das Geschäft mit Coaches (=Autokarosserien) gegründet. Mulliner baute in den frühen 1920er-Jahren auch die Zweisitzer-Karosserie für den privaten Rolls-Royce 40/50 hp (Silver Ghost) von Henry Royce. Aber erst ab 1928 wurden regulär Aufbauten für Rolls-Royce-Chassis gefertigt.

1961 verschmolz Rolls-Royce das Tochterunternehmen Park Ward mit der neu zugekauften Firma H. J. Mulliner & Co. zu Mulliner Park Ward. Die Geschäfte wurden in der Fabrik in Willesden zusammengefasst. Mulliner Park Ward stellte in Handarbeit die Karosserien für Fahrzeuge wie Rolls-Royce Silver Cloud, Rolls-Royce Phantom V und Bentley Continental her.

Der 1965 präsentierte Silver Shadow wurde zum stilistisch prägenden Modell der Marke in den folgenden Jahren. Die liegenden Doppelscheinwerfer wurden auch vom technisch verwandten Cabrio Corniche übernommen. Mit seinen Scheibenbremsen (an den Vorderrädern) dokumentierte der Silver Shadow auch den technischen Fortschritt. Der Silver Shadow blieb mit kleinen Änderungen als Silver Shadow II bis 1980 im Programm. Ursprünglich sollte das Modell Silver Shadow die Bezeichnung Silver Mist tragen, als stimmige Fortentwicklung der Bezeichnung Silver Cloud. Für den deutschen Markt wäre dieser Name jedoch wenig geeignet gewesen.

Insolvenz und Übernahme

Rolls-Royce RB.211

Am 4. Februar 1971[12] meldete Rolls-Royce Konkurs an, da die Entwicklung des Rolls-Royce RB.211, eines Dreiwellentriebwerkes für die Lockheed L-1011 TriStar, das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten stürzte. Die britische Regierung verhinderte mit großem Aufwand an Steuergeldern durch die Verstaatlichung den Zusammenbruch des Unternehmens.

Aufspaltung von Automobil- und Triebwerksfabrikation

1973 wurde der Triebwerks-Hersteller vom Automobil-Hersteller getrennt. Seit 1973 firmierte unter Rolls-Royce Motor Cars der Automobil-Hersteller, während der Triebwerkshersteller nach der Reprivatisierung 1987 unter dem Namen Rolls-Royce plc. neu aufgestellt wurde. Die Markenrechte am Namen Rolls-Royce gingen an den Triebwerkshersteller. Vickers erhielt das Automobilwerk und eine Lizenz zur Nutzung der Marke Rolls-Royce, jedoch keine Eigentumsrechte an der Marke.

1991 wurde der Karosseriebauer Mulliner Park Ward geschlossen, was auch zur Produktionseinstellung der Phantom-Modelle führte. Der Name ist heute nur noch eine Marketingbezeichnung (für Sonderausführungen) von Bentley.

Übernahme durch Volkswagen

1998 wollte Vickers den Automobilhersteller wieder verkaufen. Alles sprach für einen Zuschlag zu Gunsten von BMW, da diese bereits Motoren für Rolls-Royce und Bentley lieferten. BMW wurde jedoch von Volkswagen (VW) überboten.

VW bezahlte 1,44 Milliarden Mark (~ 0,736 Milliarden Euro) für Rolls-Royce Motor Cars und erhielt dafür das Werk in Crewe, die Rechte am Rolls-Royce-Kühler sowie an der Kühlerfigur („Spirit of Ecstasy“), jedoch nicht die Namens- und Markenrechte für Rolls-Royce. VW hatte es versäumt, bei Rolls Royce plc. um die Markenrechte zu verhandeln. Und nachdem diese „Markenlücke“ entdeckt worden war, war es schon zu spät: BMW hatte sich bereits die Rechte gesichert.[13] VW kannte auch nicht die wahre Tiefe der technischen Verbindungen zwischen BMW und Rolls-Royce Motor Cars.

VW besaß somit zwar das Werk und die Rechte an Kühler und Kühlerfigur, nicht aber die Rechte am Namen Rolls-Royce. Daher wurde vereinbart, dass Rolls-Royce und Bentley ab 2003 getrennt wurden. Volkswagen behielt Bentley, das Werk und die Expertise der Mitarbeiter. Ferdinand Piëch von Volkswagen sagte später: „Wir wollten immer nur Bentley“.[14]

In der Folge lief Ende 2002 nach 56 Jahren der letzte Rolls-Royce im Werk Crewe vom Band.

Eingliederung in die BMW-Gruppe

BMW übernahm für 120 Millionen Mark (~ 61,355 Millionen Euro) das Nutzungsrecht der Marke Rolls-Royce, verhandelte mit VW einen Eigentumsübergang für die Rechte an Kühler und Kühlerfigur und startete einen kompletten Neubeginn. Eigentümerin des Namens „Rolls-Royce“ bleibt jedoch die in Derby befindliche, für den Flugmotorenbau zuständige Rolls-Royce plc. Vickers kam nur kurz nach dem Verkauf von Rolls Royce Motor Cars (RRMC) und der Trennung der Marken Rolls-Royce und Bentley selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Verschiedene Baugruppen des Phantom entstehen in deutschen Standorten der BMW Group, so beispielsweise der V12-Motor aus dem Werk München. Auch die Rolls-Royce-Tradition der Zulieferung von Karosserieteilen wurde wieder aufgenommen. Über Jahrzehnte lieferte Pressed Steel Fisher die Karosserieteile für Rolls-Royce, heute kommt die gesamte Karosserie aus dem Aluminium-Kompetenzzentrum des BMW-Werks Dingolfing.

Modellgeschichte

Chassis: Rolly-Royce Phantom II (1930) Karosserie: Mulliner
Rolls-Royce Silver Shadow II (1977)

Bedeutung der Karosseriebauer

In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war es für die Käufer von luxuriösen Fahrzeugen üblich, vom Fahrzeughersteller ein motorisiertes Fahrgestell (=Chassis) zu erwerben, das dann von einem spezialisierten Karosseriebauunternehmen (=Coachbuilder) mit dem nach Wünschen des Kunden gestalteten Karosserie/Aufbau (=Coach) versehen wurde.[15][16] Der Aufbau für das erste Royce-Chassis (Royce 10 hp) wurde von John Roberts in Hulme gefertigt/aufgesetzt[3].

Der Rolls-Royce Silver Ghost (bei der Restaurierung): Auto-Nr. AX 201, Chassis 40/50 hp Coach: Barker
Chassis: Rolls Royce Phantom I, Aufbau: unbekannt

Es kam auch vor, dass von einem gebrauchten Fahrzeug der Aufbau demontiert und durch einen neuen ersetzt wurde. Dieser alte Aufbau wurde des öfteren wieder aufgearbeitet und erneut verbaut[17].

Grundsätzlich lag es in der Hand des Kunden, sich für einen Coachbuilder zu entscheiden. Dennoch gab es Karosseriebauer, die besonders häufig von Rolls-Royce-Kunden ausgewählt wurden, wie beispielsweise Hooper, Park Ward, und Mulliner. Der exklusivste Coachbuilder für Rolls-Royce-Chassis war die 1805 gegründete Kutschenfirma Hooper[18], die beispielsweise über 60 Jahre lang die Kutschen für Königin Victoria lieferte. Hooper hatte eine ganze Anzahl regierender Monarchen in seiner Kundenliste. 1904 wurde das Geschäft für Autoaufbauten eröffnet.

Chassis: Rolls-Royce Phantom III (1937) Coach: Barker
Chassis: Rolls-Royce Silver Wraith (1948) Coach: Franay (Frankreich)

1938 übernahm Hooper den Konkurrenten Barker, der die legendäre Silver-Ghost-Karosserie für den Rolls-Royce 40/50 hp gestaltet hatte.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde Hooper von B.S.A. übernommen. B.S.A. war zu der Zeit auch im Besitz des Rolls-Royce-Konkurrenten und britischen Hoflieferanten Daimler. Diese Übernahme führte dazu, dass das Karosseriedesign, weltweit erstmalig, teilweise von einer Frau gestaltet wurde. Lady Docker, die Ehefrau des B.S.A.-Vorstandsvorsitzenden, errang für ihre Entwürfe viele Preise.

Das allgemeine Coachbuilder-Sterben am Ende der 1950er-Jahre überlebte aber auch Hooper nicht. 1959 wurde der Karosseriebau-Betrieb eingestellt.

Für die einwandfreie Identifizierung eines Rolls-Royce dient ausschließlich die Chassis-Nummer (zentrales Dokument: Rolls-Royce-Chassis-Card), nicht die Karosserie-Form.[19]

Modellübersicht

Die Modellentwicklung ist auch eine Geschichte der technischen Entwicklung von Rolls-Royce.

1903/1904 begann Henry Royce Chassis (= Fahrgestelle bestehend aus Rahmen, Motor, Getriebe, Achsen, Bremsen und Räder) herzustellen. Diese Chassis wurden dann zu Coachbuildern gebracht, die den Aufbau (Karosserie, Sitze, Innenverkleidung, Armaturenbrett, Scheibenwischer etc.) aufsetzten.

Modelle

Im Laufe der knapp 110-jährigen Unternehmensgeschichte hat Rolls-Royce eine Vielzahl von unterschiedlichen Modellen produziert.[20]

Baujahr(e) Name Besonderheiten
1903–1904 Royce 10 hp 3 Chassis (Prototypen/Werkswagen, kein freier Verkauf)
1904–1906 Rolls-Royce 10 hp 17 Chassis / Preis: 395 £ / 2-Zylinder-Motor mit 3-Gang-Getriebe, Hubraum: 1904–1905 1800 cm³, 1906 2000 cm³. Der Royce 10 H.P. wird als Rolls-Royce 10 H.P. vermarktet.
1904–1906 20 hp 37 Chassis / Preis: 650 £ / 4-Zylinder-Motor: 1905: 3600 cm³ Hubraum mit 3-Gang-Getriebe, 1905/1906 4000 cm³ Hubraum mit 4-Gang-Getriebe (4.=Overdrive)
1905–1906 15 hp 6 Chassis / Preis: 500 £ / 3-Zylinder-Motor mit 3089 cm³ Hubraum, 3-Gang-Getriebe. Einerseits lief der Motor nicht so geschmeidig wie von Royce gewünscht, andererseits hatte der 15 H.P. wegen seiner technischen Ausführung wenig Gleichteile mit den anderen Modellen. Deshalb wurde das Modell nach kurzer Zeit aus dem Programm genommen.
1905–1906 30 hp 40 Chassis / Preis: 890 £ / 6-Zylinder-Motor mit 6177 cm³ Hubraum, 4-Gang-Getriebe: erster Rolls Royce mit 4-Gang-Getriebe, 4. Gang als Overdrive.
1905–1906 V8 Zwei Fahrzeugaufbautypen: Legal Limit bzw. Legalimit und Landaulet par Excellence Teile für drei Chassis hergestellt, jedoch nur zwei Chassis assembliert / 90-Grad-V8-Motor mit 3535 cm³ Hubraum, Getriebe: 3 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang (=erster Rolls-Royce mit Rückwärtsgang).
1906–1925 40/50 hp Umgangssprachlich und von der Presse auch als „Silver Ghost“ bezeichnet. Fertigung in GB und USA: 6173 GB, 1703 USA / 6-Zylinder-Motor mit 7036 cm³ Hubraum, und ab 1909 7428 cm³. Getriebe: 4 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang / Radstand 3442 mm.
1914–1918 Erster Weltkrieg 120 40/50-hp-Chassis erhalten von einem Spezialbetrieb Panzeraufbauten, so entsteht das Rolls-Royce Armoured Car.
1922–1938 H.P.- Modelle Rolls-Royce Owner-Driver-(Selbstfahrer-)Modelle:

Bentley Vergleichsmodell: 1921–1929 Bentley 3 Liter / Radstand 2985 mm oder 3302 mm / 1622 Chassis / Mit Fahrzeugen dieses Typs wurde Le Mans 1924 und 1927 gewonnen. Das erfolgreichste Chassis von Bentley mit ca. 200 Stk. pro Jahr. 1927–1931 Bentley 4½ Liter / Radstand 2985 mm oder 3302 mm / 665-4½-Liter-Chassis von Bentley und Rolls-Royce und 55-4½-Liter-Supercharged-Chassis von Bentley und Barclay / Mit Fahrzeugen dieses Typs (normal nicht supercharged) wurde Le Mans 1928 gewonnen. Die Aufbauten die sich die Kunden machen ließen, wurden immer größer, weshalb der 3-Liter-Motor an seine Leistungsgrenzen kam. Auch hatte der Bentley 6-½-Liter einen geradezu alarmierenden Reifenverschleiß bei Sportbeanspruchung. Der 4 ½ Liter sollte diese Probleme lösen. Mit Siegen, geradezu in Serie, auf den wichtigsten Rennstrecken erwies sich der Bentley-4-½-Liter als unerhört erfolgreich. Der ab April 1930 angebotene Bentley 4½ Litre Supercharged, auch „Blower“ genannt, war ein technisches (Schmierungs- und Kühlprobleme) und finanzielles Desaster. Geradezu abenteuerlich war der Treibstoffverbrauch des Blower. So lag der Verbrauch des 4 ½ Liter bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h bei 16 Litern/100 km, der Blower brauchte 102 (!) Liter[21]. Die Blower lieferten bei Rennen meist Rekord-Rundenzeiten und fielen dann aus. Um in Le Mans zugelassen zu werden, mussten mindestens 50 Fahrzeuge produziert worden sein. Man produzierte die Einzelteile für die 50 Fahrzeuge, und baute sie nach dem Eingang einer Bestellung zusammen. Der Verkauf dieser „Lagerware“ verlief allerdings wegen der ausbleibenden Rennerfolge sehr schleppend. Bis zum Konkurs waren noch nicht alle Fahrzeuge zusammengebaut/verkauft.Rolls-Royce nach dem Kauf von Bentley: Der gesamte Bestand an Teilen für den Bentley 4½ Litre Supercharged wurde an Jack Barclay, den größten Bentley-Händler von London verkauft. Barclay fertigte in der Folge aus den vorhandenen Teilen noch einige Bentley-4½-Litre-Supercharged-Chassis/Motor-Einheiten, was die Gesamtproduktion auf 55 brachte. 1936–1937 fertigte Rolls-Royce aus noch vorhandenen Bentley-4-½-Liter-Ersatzteilen sechs weitere Chassis, was die Gesamtproduktion auf 665 brachte[22].

  • 1929–1936: 20/25 hp / Radstand 3277 ab 1930: 3353 mm / 3827 Chassis, meistverkauftes Rolls-Royce-Modell zwischen den Weltkriegen

Bentley Vergleichsmodell: 1931/1932–1933 Bentley 4 Liter / Radstand 3403 mm (39 Chassis) oder 3556 mm (11 Chassis) / gesamt 50 Chassis von Bentley und Barclay produziert Überschüssige Chassis des Bentley 8 Liter wurden geringfügig modifiziert und mit einem Ricardo-F-Motor versehen. Die Auslegung des (qualitativ sehr guten) Motors und auch das gesamte Leistungsspektrum brach mit allen bis dahin bekannten Bentley-Traditionen. Der 4-Liter sollte in direkter Konkurrenz zum RR 20/25 hp – aber mit überlegener Leistung – neue Kunden gewinnen. Es begeisterten sich jedoch nur wenige Kunden für dieses Hybrid-Chassis.Rolls-Royce nach dem Kauf von Bentley: Der gesamte Bestand an 8-Liter- und 4-Liter-Teilen wurde an Jack Barclay, den größten Bentley-Händler von London verkauft. Barclay fertigte in der Folge aus den vorhandenen Teilen noch einige 4-Liter-Chassis/Motor-Einheiten, was die 4-Liter-Gesamtproduktion auf 50 brachte[23].Bentley Schwesterversionen: 1933–1937 Bentley 3,5 Liter / Radstand 3200 mm / 1177 Chassis / Rolls-Royce hatte Bentley gekauft, und musste den Bentley 4-Liter umgehend ersetzen. Rolls-Royce stellte in aller Schnelle ein Ersatzmodell, den 3,5 Liter zusammen: Motor vom RR 20/25 hp, Rahmen von einem nie in Serie gegangenen Rolls-Royce-Modell. W.O. Bentley, der noch bis 1935 in seiner ehemaligen Firma mitarbeitete und mit der Konstruktion des 3,5 Liter nichts zu tun hatte, zu diesem Fahrzeug: „Taking all things into consideration, I would rather own this Bentley than any other car produced under that name“[24].

  • 1936–1938: 25/30 hp / Radstand 3454 mm / 1201 Chassis

Bentley Schwesterversion: 1936–1939 Bentley 4,25 Liter / 1234 Chassis / Ab 1936 wurde das 3,5-Liter-Chassis von RR/Bentley für einen Aufpreis von 50 Pfund mit dem 4257-cm³-Motor des RR 25/30 hp angeboten. Diese Version war so erfolgreich, dass die ursprüngliche 3,5-Liter-Version kurz darauf eingestellt wurde.

1925–1939 Phantom-Modelle Rolls-Royce-Chauffeur-Modelle:
  • 1925–1929: 40/50 hp Phantom / Radstand 3638 mm oder 3822 mm / Chassis in GB und USA gebaut: 2269 GB, 1243 USA / Nachfolger des 40/50 hp, der noch den gleichen Rahmen und viele Gleichteile mit seinem Vorgänger hatte. Zur Unterscheidung wurde der „neue“ 40/50 hp vom Werk mit der Zusatzbezeichnung „Phantom“ versehen.

Bentley Vergleichsmodell: 1926–1930 Bentley 6 ½ Liter / Radstand 3352/3657 mm oder 3810/3848 mm etc. / 545 Chassis 6 ½ Liter und 182 Chassis Speed Six / 1929 und 1930 wurde mit der Speed-Six-Ausführung des 6 ½ Liter Le Mans gewonnen. Kleine Produktionsserien und sehr hohe Produktionskosten: Die unterschiedlichen Rennstrecken hatten unterschiedliche Anforderungen an das Chassis der jeweiligen Fahrzeuge. Der Bentley 6 ½ Liter war deshalb in acht(!) unterschiedlichen Chassis-Varianten erhältlich – bei nur 545 gebauten Chassis. Für die 182 Chassis der Speed-Six-Version wurden vier Chassis-Versionen hergestellt. Zum Vergleich: RR baute jeweils nur die Basisversion und die Langversion eines Chassis[25].

  • 1929–1936: Phantom II / Radstand 3657 mm oder 3810 mm / 1680 Chassis / letztes Fahrzeug, dessen Entwicklung von der ersten Entwurfs-Skizze bis zur Fertigstellung vollständig unter der Kontrolle von F. Henry Royce selbst stand.

Bentley Vergleichsmodell: 1930–1931 Bentley 8 Liter / Radstand 3657 mm oder 3963 mm / gesamt 100 Chassis Der Bentley 8 Liter war in seiner Lang-Version das damals größte Chassis aus britischer Produktion, und in seinem motorischen Leistungsspektrum unerreicht. Der 8-Liter war ursprünglich als limitierten Serie von 150 Chassis geplant, die Teile dafür auch gebaut bzw. gekauft. Da im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Verkäufe hinter den Erwartungen zurückblieben, wurde diese Anzahl auf 100 Chassis reduziert. Die überschüssigen 50 Chassis wurden für den Bentley 4-Liter verwendet. Das Chassis war gut kalkuliert – nur leider fehlten die Käufer. Der Verkaufspreis des Chassis lag bei £ 1,850.00 (erheblich teurer als der Phantom II), während die Bentley-Produktionskosten nur etwa £ 1,000.00 betrugen[26].Rolls-Royce nach dem Kauf von Bentley: Der gesamte Bestand an 8-Liter-Teilen wurde an Jack Barclay, den größten Bentley-Händler von London verkauft.

  • 1936–1939: Phantom III / Radstand 3606 mm / 727 Chassis / erster Rolls-Royce mit V12-Motor, Hubraum: 7.338 cm³.
1938–1939 25/30 hp Wraith Radstand 3454 mm / 491 Chassis / Der Wraith war eine modifizierte Version des 25/30 hp. Die Rolle der Selbstfahrer-Modelle wurde den Bentleys zugewiesen (vor allem in Form von Sport-Versionen).
1939–1945 Zweiter Weltkrieg Die Fahrzeugproduktion wird eingestellt.
1946–1959 Silver Wraith Der Vorkriegs-Wraith wurde technisch überarbeitet und in Varianten angeboten. Letzte größere Fahrzeug-Serie, die fast ausschließlich die Karosserie von Coachbuildern erhielt:
  • 1951–1959: Silver Wraith LWB / Langversion (LongWheelBase) / Radstand 3378 mm / 639 Chassis
  • 1946–1959: Silver Wraith / Basisversion / Radstand 3226 mm / 1244 Chassis

Nach dem Krieg begann Rolls-Royce die Entwicklung einer eigenen Werks-Standard-Karosserie („Standard Steel“ genannt), die es ermöglichen sollte, kompletten Fahrzeuge auszuliefern (dem Chassis wurde im Werk die Standard-Steel-Karosserie aufgesetzt).

  • 1949–1955: Silver Dawn / Radstand 3048 mm / 64 Chassis + 693 mit Standard-Steel-Body / Luxus-Exportmodell des Bentley Mark VI (wurde 1949–1953 nur für den Export angeboten). Die Unterschiede zum Bentley waren gering (RR-Kühler mit RR-Emblem, modifizierte Motorhaube ((wegen des Kühlers)) und andere Instrumentenanordnung).

Bentley Schwesterversion des RR Silver Wraith: 1946–1952 Bentley Mark VI / Radstand 3048 mm / 1012 Chassis + 4190 mit Standard-Steel-Body Erstes Fahrzeug im Rolls-Royce-Konzern das werksseitig als Komplett-Fahrzeug (nicht nur Chassis) mit einer Standard-Steel-Body/Karosserie angeboten wurde.. 1952–1955 Bentley R / Radstand 3048 / 303 Chassis + 2017 mit Standard-Steel-Coach. 1952–1955 Bentley R Continental / Radstand 3048 / 207 Chassis + 1 Prototyp

1950–1992 Phantom Die Serienfertigung der exklusiven Repräsentations-Limousine wurde wieder aufgenommen. Die Coach/Karosserie der Phantom-Modelle wurde in Handarbeit bei Park-Ward hergestellt.
  • 1950–1956: Phantom IV / Radstand 3683 mm / 17+1 Chassis / Dieses Fahrzeug (technische Basis der Silver Wraith) war nur für Angehörige regierender Adelshäuser oder Staatsoberhäupter vorgesehen.

Die technische Basis des Phantom V bzw. VI bildete der Silver Cloud. Die Chassis erhielten ihre Coaches/Karosserien als coachbuilt-car (=handmade/handgedengelte Karosserien etc.) von Park Ward bzw. Mulliner Park Ward. Varianten:

  • 1959–1968: Phantom V / Radstand 3683 mm / 516 Chassis aufgebaut
  • 1968–1992: Phantom VI / Radstand 3683 mm / 374 Chassis aufgebaut
1955–1966 Silver Cloud Nach dem Testlauf von Bentley Mark VI und Rolls-Royce Silver Dawn wurde für den neuen Silver Cloud bereits ab Produktionsbeginn werksseitig eine Standard-Steel-Body angeboten. Diese Fahrzeugserie war das Owner/Driver-(=Selbstfahr-) -Auto von Rolls Royce in dieser Zeit, das auch für Repräsentationszwecke verwendet werden konnte. Varianten:
  • 1955–1959: Silver Cloud:
    • Langversion: 36 Chassis + 86 mit Standard-Steel-Body /// Basisversion: 121 Chassis + 2117 mit Standard-Steel-Body

Bentley Schwesterversion: Die Unterschiede zwischen Rolls-Royce- und Bentley-Modellen beschränkten sich nun allein auf die Kühlerform und das Markenemblem.Bentley S1: Langversion: 12 Chassis + 23 mit Standard-Steel-Body / Basisversion: 145 Chassis + 2922 mit Standard-Steel-Body / Bentley S 1 Continental: 431 mit Standard-Steel-Body

  • 1959–1962: Silver Cloud II:
    • Langversion: 81 Chassis + 218 mit Standard-Steel-Coach /// Basisversion: 107 Chassis + 2311 mit Standard-Steel-Body

Bentley Schwesterversion: Bentley S2 und daraus entwickelt Bentley S3Bentley S2: Langversion: 6 Chassis + 51 mit Standard-Steel-Coach / Basisversion: 15 Chassis (Cabrios von H.J. Mulliner) + 1848 mit Standard-Steel-Body / Bentley S 2 Continental: 388 mit Standard-Steel-Body.Bentley S3: Langversion: 7 Chassis (Coach von James Young) + 25 mit Standard-Steel-Body / Basisversion: 1 Chassis (Cabrio H.J. Mulliner) + 1285 mit Standard-Steel-Body / Bentley S 3 Continental: 312 Standard-Steel-Bodys

  • 1962–1965/66: Silver Cloud III:
    • Langversion: 47 Chassis + 207 mit Standard-Steel-Body /// Basisversion: 328 Chassis + 2227 mit Standard-Steel-Body
1965–1977 Silver Shadow I Der Silver Shadow hatte als erster Rolls-Royce eine selbsttragende Karosserie, unabhängige Radaufhängung rundum, automatische Niveauregulierung und Scheibenbremsen an allen vier Rädern. Die Rolls-Royce-Tradition der Chassis-Fertigung mit anschließendem Coach-Aufbau wurde damit beendet. Gegenüber seinen Vorgängern bot der Wegfall eines separaten Fahrgestells bessere Voraussetzungen für eine geräumige Passagierzelle, besseren Zugang zu einem Kofferraum mit erheblichem Stauvermögen – und Bauhöhe wie Gewicht des Wagens konnten reduziert werden. Die Karosserieteile wurden aber nach wie vor nicht selbst gefertigt sondern von Pressed Steel zugeliefert.

Spitzenmodell: Bodengruppe Silver Shadow und Karosserie-Design by Pininfarina:

  • 1975–1991: Camargue / 525 Fahrzeuge als Rolls Royce sowie ein Exemplar, das auf Kundenwunsch als Bentley geliefert wurde

Bentley Schwesterversion: Bentley T1 und daraus entwickelt Bentley CornicheBentley T1: Langversion: 1971–1976 neun Fahrzeuge / Basisversion: 1965–1977 1703 Fahrzeuge / Coupé-Version: 1966–1971 115 (davon 35 von James Young und 1 von Pininfarina) / Cabrio-Version: 1967–1971 41 Fahrzeuge[27]

1971–1996 Corniche

Ab 1971: Spezielle 2-türige Variante: Chassis: Silver Shadow, Coach: Mulliner Park Ward (=coachbuilt car = großteils in Handarbeit gefertigt):

Bentley Schwesterversionen:Bentley Corniche: Coupé-Version: 1971–1982 63 Fahrzeuge / Cabrio-Version: 1971–1984 77 Fahrzeuge 1984 wurde der Bentley Corniche umgetauft in Bentley Continental:Bentley Continental: 1984–1994 421 Fahrzeuge / Bentley Continental Turbo: 1992–1995 8 Fahrzeuge

1977–1980 Silver Shadow II
  • 1977–1980: Silver Wraith II / Langversion (um 10 cm verlängerte Version des Silver Shadow II) / 2145 Fahrzeuge
  • 1977–1980: Silver Shadow II / Basisversion / 8425 Fahrzeuge

Bentley Schwesterversion: Bentley T2: Lang-Version: 1977–1980 10 Fahrzeuge / Basis-Version: 1977–1980 558 Fahrzeuge Beim Bentley T2 ging die Verwendung von Gleichteilen (Rolls-Royce zu Bentley) so weit, dass man Armaturenbrett-Insturmente verbaute, deren Skalen das verschlungenen RR für Rolls-Royce aufwiesen, statt des Bentley-B.[27]

1980–1995 Silver Spirit
  • 1980–1989: Silver Spirit I:
    • 1982–1988: Silver Spur Limousine / Spezial-Langversionen / extended 14 = 1 Fahrzeug, ext. 36 = 16 Fhrzg, ext. 42 = 84 Fhrzg.
    • 1981–1989: Silver Spur I / Standard-Langversion (10 cm verlängerte Version des Silver Spirit) / 6238 Fahrzeuge
    • 1980–1989: Silver Spirit I / Basisversion / 8129 Fahrzeuge
    • 1984: Silver Spur Centenary / limitierte Sonderversion / 25 Fahrzeuge freier Verkauf, ein Fahrzeug für das Werksmuseum
  • 1989–1993: Silver Spirit II:
    • 1989–1993: Silver Spur II / Standard-Langversion (10 cm verlängerte Version des Silver Spirit) / 1658 Fahrzeuge
    • 1989–1993: Silver Spirit II / Basisversion / 1152 Fahrzeuge
  • 1993–1994: Silver Spirit III:
    • 1993–1994: Silver Spur III Touring Limousine / Spezial-Langversion (Radstand 3772 mm) Nach der Produktionseinstellung des Premium-Repräsentations-Modells Phantom (1992) brauchte man einen Ersatz, der durch die Touring Limousine (wie manche meinen nur unzureichend) gestellt wurde.
    • 1994–1995: Flying Spur / Turbo-Standard-Langversion / Radstand 3161 mm / 134 Fahrzeuge (erstes Rolls-Royce-Modell mit Turbolader)
    • 1993–1994: Silver Spur III / Standard-Langversion / Radstand 3161 mm / 430 Fahrzeuge (Anzahl = incl. Touring-Limousinen)
    • 1993–1994: Silver Spirit III / Basisversion / Radstand 3061 mm / 211 Fahrzeuge
1995–1998 New Silver Spirit (BMW-Motor)

Die Modelle der Baureihe erhielten ab 1994 einen Motor, der in Zusammenarbeit mit BMW entwickelt worden war. Diese Modellreihe ist auch bekannt als die „New“-Reihe, da die Bezeichnungen der Fahrzeuge mit „New“ begannen:

  • 1995–1998: New Silver Spur Touring Limousine / Spezial-Langversion / Radstand 3772 mm
  • 1995–1998: New Silver Spur / Standard-Langversion / Radstand 3161 mm / 507 Fahrzeuge (Anzahl = incl. Touring- Limousinen)
  • 1995: New Silver Spirit / Basisversion / Radstand 3061 mm / 122 Fahrzeuge (zugunsten des „Silver Dawn“ eingestellt)
  • 1994–1998: New Silver Dawn / Basisversion / Radstand 3061 mm / 237 Fahrzeuge

Als Modell mit eigenem Namen separiert:

1998–2002 Silver Seraph Neue Fahrzeugreihe, die noch von Rolls-Royce im Vickers-Besitz entwickelt, aber ab 1998 unter VW-Führung gefertigt wurde. Erstmals wurde bei diesem Fahrzeug auch die Karosserie im Haus selbst gefertigt (bei den anderen Modellen waren die Rohkarosserien Pressed Steel Fisher hergestellt und zugeliefert worden).
  • 2000–2002: Park Ward / Langversion / Länge 5640 mm / 127 Fahrzeuge
  • 1998–2002: Silver Seraph / Basisversion / Länge 5390 mm / 1570 Fahrzeuge
  • 2000–2002: Corniche / Cabrioversion / Länge 5405 mm / 374 Fahrzeuge
seit 2003 Phantom Erste Rolls-Royce-Modellreihe aus BMW-Planung und -Fertigung

Der Traditionsname Phantom wird wieder verwendet:

Motor für alle Phantom-Typen: BMW N73 (V12 / 6749 cm³ / 338 kW @ 5350 min−1)

seit 2009 Ghost Zweite Modellreihe:

Motor für beide Typen: BMW N74 (V12 / 6592 cm³ / 420 kW @ 5250 min−1)

Bis 1998 weigerte sich Rolls-Royce, Angaben zur Motorleistung zu machen, und begnügte sich zumindest in England mit dem Hinweis, es sei „genügend“ Leistung vorhanden. In Deutschland war eine Leistungsangabe seit jeher Bestandteil des Fahrzeugsbriefs, wenngleich diese Angaben auch nur auf persönlichen Schätzungen des jeweiligen TÜV-Prüfingenieurs beruhten.

Aktuelle Modelle

Im Jahre 2003 stellte BMW den ersten selbstentwickelten Rolls-Royce nach der Übernahme vor. Das Modell Phantom besitzt einen ebenfalls neuentwickelten 6,75-Liter-V12-Motor.

Die Innenausstattung wurde 2005 überarbeitet und unter anderem durch das „Division Wall-Package“ ergänzt. Neben den schon üppigen Besonderheiten wie einem Regenschirm in der Tür ist nun auch ein aus dem Dachhimmel ausklappbares DVD- und TV-Entertainmentsystem serienmäßig lieferbar. Zudem kann sich der Gefahrene, sofern er die optionale Trennscheibe bestellt, mittels eines Klappmoduls mit dem Fahrer unterhalten. Nach wie vor verlassen die meisten Fahrzeuge das Werk mit sehr individuellen Extras jenseits der Serienausstattung.

Im Sommer 2007 startete die Produktion des Phantom Drophead Coupé. Als erste Konzeptstudie nach der Übernahme von Rolls-Royce durch BMW entstand die Cabrio-Version des Rolls-Royce Phantom, der 100EX. Der offene Zweitürer basiert auf einem Alu-Space-Frame und ist mit vier Sitzplätzen versehen. Der Motor wird vom geschlossenen Phantom übernommen. Der Preis beginnt bei etwa 440.000 Euro.

Im November 2009 wurde ein weiteres Modell in die Produktion genommen, der Ghost. Der Ghost ist mit 5,40m Länge etwas kleiner und mit einem avisierten Kaufpreis von rund 200.000 Euro günstiger als die Phantom-Modellreihe.

BMW kalkulierte im Jahr 2002 mit etwa 1.000 Verkäufen pro Jahr – nur ein Drittel des Rekordverkaufsjahrs 1978, in dem 3.357 Fahrzeuge verkauft wurden. Die Verkäufe begannen schleppend. So wurden 2003 etwa 300 Autos verkauft; 2005 waren es 796 Exemplare. 2009 wurden die ursprünglich angestrebten Verkaufszahlen mit 1002 Fahrzeugen erreicht. 2010 wurde durch die Markteinführung des Ghost eine Steigerung der Verkäufe auf 2.711 Fahrzeug erzielt.

2011 konnte das Rekordjahr 1978 übertroffen werden: 3.538 Fahrzeuge wurden verkauft, was einer Steigerung von 31 % entspricht. Wichtigstes Modell war der Ghost mit 2.720 Verkäufen. 818 Fahrzeuge des erheblich teureren Phantom konnten abgesetzt werden, wovon 537 Exemplare auf die Limousine und 281 auf das Coupé (inklusive Cabrio) entfielen.[28][29]

Sonderkarosserien

Karosserietyp Sedanca de Ville

Hauptartikel: Coupé de Ville

Bei der Karosserieform Sedanca de Ville ist der Fahrerraum mit einem abnehmbaren Dach ausgestattet, während die Passagiere in einem geschlossenen Fahrgastraum sitzen. Diese Fahrzeugform ist als reines Stadtauto gedacht, daher auch der Namensteil „de Ville“. An der Livree des Fahrers war es möglich, den Rang der Passagiere zu erkennen. So wurde an den königlichen Höfen die Vorfahrt bei offiziellen Anlässen geregelt, weshalb der offene Fahrerbereich hilfreich war.

Der Name Sedanca ist eine Zusammensetzung von Sedan (von lateinisch sedere = sitzen) und dem Namen des Grafen Carlos de Salamanca, dem Rolls-Royce-Importeur für Spanien, der als erster diese Fahrzeugform orderte.

Rolls-Royce Armoured Car

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurden sämtliche Rolls-Royce 40/50 H.P.-Chassis von der britischen Armee requiriert. Die Chassis wurden mit einem Panzer-Aufbau versehen und die Motoren auf 80 H.P. modifiziert. Am 3. Dezember 1914 erreichten die ersten drei (Test-)Fahrzeuge die Front, ab April 1915 erfolgte der reguläre Einsatz der Rolls-Royce Armoured Cars.

Das 4,7 Tonnen schwere Fahrzeug erreichte bei günstigen Straßenbedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von 72 km/h. 1917 wurde die Produktion nach insgesamt 120 Fahrzeugen eingestellt, weil sich Rolls-Royce ganz auf den Flugmotorenbau konzentrieren sollte.

Im Ersten Weltkrieg wurden die Panzer zuerst in Frankreich an der Westfront eingesetzt. Sie erwiesen sich aber im dortigen Gelände als untauglich, weil sie ständig im Schlamm steckenblieben. In der Folge wurden die Armoured Cars vor allem in Afrika eingesetzt. Nach dem Ersten Weltkrieg übergab die britische Armee 13 Fahrzeuge an die irischen Regierungstruppen. Diese setzte sie im irischen Bürgerkrieg (1922–1923) gegen die IRA ein.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges waren noch 76 dieser Fahrzeuge im Einsatz. 1941 wurden sie wegen der nicht mehr zeitgemäßen Panzerung von der Afrika-Front zurückgezogen.

Produktionsstätten

Manchester (1903–1908)

Das Royce-Werk in der Cooke Street in Manchester war die erste Produktionsstätte von Royce und Rolls-Royce-Automobilen, welche sich jedoch mit wachsender Produktionszahl als zu klein erwies.

Derby (1908–1941)

Die offizielle Eröffnung der Rolls-Royce-Fabrik in der Nightingale Road, Derby, war am 9. Juli 1908. Auf dem Fabrikgelände befand sich auch eine Teststrecke.[30]

Springfield, Massachusetts (1921–1934)

Von 1921–1931 baute Rolls Royce auch Chassis im Zweigwerk Springfield in Massachusetts, USA. Insgesamt wurden dort bis 1926 1.703 Silver Ghost sowie von 1926–1931 1.243 Phantom I gefertigt.

Die Chassis wurden sowohl von der US-Tochter Rolls-Royce Custom Coach Work als auch von US-Coachbuildern mit Karosserien versehen.

1925 erwarb Rolls Royce das führende US-Unternehmen im Karosseriebau, den 1810 gegründeten US-Coachbuilder Brewster, der 1934 (wegen der sinkenden Absatzzahlen im Zuge der Weltwirtschaftskrise) in einem Management-buy-out wieder verkauft wurde.[9]

Crewe (1946–2002)

Um den Bedarf an Merlin-Flugzeugmotoren zu decken, baute Rolls-Royce eine neue Fabrik in Crewe. Baubeginn war Mai 1938; die ersten Motoren wurden 1939 geliefert.

1941 war die Produktion von zivilen Fahrzeug-Chassis bei Rolls-Royce wegen des Zweiten Weltkrieges eingestellt worden. Nach dem Krieg entschloss man sich, diese Produktion in Derby nicht mehr aufzunehmen, sondern gleich die Chassis-Fertigung nach Crewe zu verlagern. Derby war dem Bau von Flugzeugturbinen gewidmet worden.

Die Fahrzeug-Produktionshallen gehören heute dem VW-Konzern und werden für die Produktion der Marke Bentley verwendet.

Goodwood (seit 2003)

Nachdem BMW die Markenrechte an Rolls-Royce gekauft hatte, benötigte das Unternehmen eine neue Produktionsstätte. Für die zukünftige Produktion kaufte BMW ein Grundstück etwa 10 Kilometer nordöstlich von Chichester in West Sussex. Zunächst wurde eine Fabrik für 380 Mitarbeiter mit einer Produktionskapazität von 1.000 Fahrzeugen im Jahr geplant. BMW engagierte den Architekten Sir Nicholas Grimshaw, der auch das Eden Project koordiniert hatte. Ziel war es, den Gebäudekomplex möglichst gut in die Landschaft zu integrieren. Zu diesem Zweck schuf Grimshaw eine Anlage, die vertieft angelegt und mit einem 35.000 Quadratmeter großen Grasdach ausgestattet wurde. Dadurch sind die Gebäude von der Straße aus kaum zu erkennen.[31]

2003 startete die Produktion von Rolls-Royce im neu errichteten Werk Goodwood. Die Fabrik ist nach der nahe gelegenen Rennstrecke Goodwood Circuit benannt. Im Werk wird einerseits modernste High-End-Technik geschaffen, andererseits legt man in bestimmten Abteilungen Wert auf klassische Karosseriebauer-Tradition mit Handarbeit.

Die Endmontage und Individualisierung erfolgt ebenfalls im Werk Goodwood. Die Karosserie aus Aluminium in Space-Frame-Bauweise wird im BMW-Werk in Dingolfing von Hand zusammengeschweißt und nach Goodwood geliefert, wo sie lackiert wird.

Nachdem VW das Werk Crewe und die Mitarbeiter dort für die Fabrikation von Fahrzeugen der Marke Bentley übernommen hatte, musste in Goodwood ein neues Team mit hochqualifizierten Handwerkern (Sattler für die Lederbearbeitung, Kunsttischler für Holzbearbeitung, etc.) aufgestellt werden. Inzwischen besteht die Belegschaft aus 800 Personen, die täglich rund 15 Automobile produzieren (Stand: Juni 2010).

Das Know-how zur Herstellung von hochwertigen Fahrzeuginnenräumen will BMW künftig weitergehend nutzen. Künftig sollen in Goodwood auch Fahrzeuge der ebenfalls zu BMW gehörigen Marke Mini mit einer hochwertigen Innenausstattung versehen werden.[32]

Markenzeichen

Kühlergrill

Rolls-Royce-Kühler in Tempel-Form

Auf der Annual Manchester Motor Show stellte die Firma Abel Blackburn & Co. aus Cleckheaton im März ihr Automodell „Norfolk“ vor. Vermutlich hat auch Henry Royce diese Show besucht. Der Norfolk hatte einen Kühlergrill, der eine Eigenheit der Architektur griechischer Tempel, insbesondere des Parthenon, übernimmt: Da gerade Säulen einen eingefallenen Eindruck erwecken, werden die Säulen leicht nach außen gebogen; aufgrund dieser leichten Schwellung wirkt der Tempel stabil und gerade, weshalb der Rolls-Royce-Kühlergrill unter Zuhilfenahme dieses Effekts gebaut wird. Dieser Norfolk-Grill sah dem späteren Rolls-Royce-Kühler sehr ähnlich. Der erste Rolls-Royce-Tempel-Kühler wurde nicht vor August 1904 gefertigt. Ein Grundsatz von Henry Royce lässt diese Inspiration durchaus möglich erscheinen:[33][34]„A good way to proceed was to take the best and improve it“. (dt. „Eine gute Vorgehensweise war, das beste zu nehmen und es zu verbessern“.)

Die historische Sichtweise der Fachpresse: "With respect to the Royce (of Rolls-Royce) radiator grille, historians have noted the general similarity in design with the little-known Norfolk car of the time". (dt.: Im Hinblick auf den Royce-Kühlergrill haben Historiker angemerkt, dass er grundsätzliche Übereinstimmung mit dem Design der seinerzeitigen Norfolk-Autos besitzt.)

Rolls-Royce präsentierte im Dezember 1904 auf dem Pariser Autosalon erstmals die Modellpalette auf einer Messe. Dabei wurde der Kühler in der aufwändig gebauten klassischen griechischen Tempel-Form präsentiert.

Seit 1974 ist der Tympanon-Kühler auch ein eingetragenes Warenzeichen von Rolls-Royce.[35]

Markenemblem

Emblem: rote Schrift 1905–1933, danach schwarz

Im Januar 1905 gab C.S. Rolls & Co. den ersten Katalog von Rolls-Royce-Automobilen heraus. Auf dem Titelbild war das verschlungene RR-Emblem erstmals zu sehen.[36] Die Farbe war zunächst rot.

Im Jahr 1933 gab Henry Royce Anweisung, die Schriftfarbe der Buchstaben „RR“ im Rolls-Royce-Zeichen dauerhaft von rot auf schwarz zu ändern. Diese Änderung erfolgte auf Grund zahlreicher Beschwerden hochrangiger Kunden (u.a. des Prince of Wales), dass das Rot mit manchen Wagenfarben nicht harmonierte. Schwarz wurde gewählt, weil es für alle Farben passend erschien Der Mythos, dass dieser Farbwechsel aus Ursache des Ablebens von Henry Royce (1933) vorgenommen wurde, widerspricht den gegebenen Fakten.[37][38][39][40]

1979 wurden zum 75-jährigen Jubiläum der Unternehmensgründung Sondermodelle der Baureihe Silver Shadow II mit einem Emblem in roter Schriftfarbe verkauft.[41] 1995 wurde bei den 25 Sondermodellen des Corniche S das Emblem in roter Schriftfarbe ausgeführt.[42]

Kühlerfigur „The Spirit of Ecstasy“

Spirit of Ecstasy

Hauptartikel: Spirit of Ecstasy

Die Idee zur Kühlerfigur als solches wird Lord Montagu zugeschrieben, der sich schon 1899 einen Christophorus, den Schutzpatron der Autofahrer auf den Kühler schraubte. Bis dahin hatte noch kein Hersteller Kühlerfiguren verwendet. Seit 1911 ziert den Grill der meisten Rolls-Royce die geflügelte Kühlerfigur Spirit of Ecstasy (einige wenige Fahrzeuge, beispielsweise für das britische Königshaus, sind mit anderen Kühlerfiguren versehen).

Henry Royce selbst lehnte Kühlerfiguren ab, und verwendete für seine persönlichen Wagen keine Kühlerfiguren. Seiner Meinung nach störten sie die Linie des Fahrzeugs und den Sichtbereich des Fahrers. Dennoch waren sie zu jener Zeit sehr beliebt.

Der Herausgeber von The Car, Lord John Walter Edward-Scott-Montagu, ließ sich vom Bildhauer Charles Sykes für seinen privaten Rolls-Royce eine Kühlerfigur gestalten. Modell für die Figur war die Geliebte von Lord Montagu, Eleanor Velasco Thornton. Die Idee wurde populär und schlug ein, sodass Lord Montagu dafür sorgte, dass Rolls-Royce (während Henry Royce im Krankenhaus lag) den Bildhauer beauftragte, eine Kühlerfigur zu gestalten. Sie wurde von Rolls-Royce Spirit of Ecstasy genannt.[43]

Ende der 1920er-Jahre waren die Aufbauten immer niedriger geworden. Royce gab nun eine kniende Version der Figur in Auftrag, die wiederum Charles Sykes modellierte. Diese kniende Version störte das Sichtfeld des Fahrers nicht mehr so nachhaltig. Die kniende Version wurde beim Silver Wraith und als letztes Modell beim Silver Dawn bis nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Dann wurde wieder die stehende Version verwendet, allerdings im Vergleich zum Original von 1911 in verkleinerter Form.

Die Figur wurde bis 1948 in den Ateliers von Sykes hergestellt, dann übernahm Rolls-Royce selbst deren Produktion. Das Wachsausschmelzverfahren wurde noch bis 1950 fortgeführt. Mit dessen Einstellung wurden auch die individuellen Signaturen der Figur abgeschafft.

Literatur

  • Edward Eves: Rolls-Royce: 80 years of motoring excellence. Orbis Books, London 1985, ISBN 0-85613-647-6.
  • Peter Pugh: The magic of a name. Icon Books, Duxford 2001 (Vol. 1-2).
  • Klaus-Josef Roßfeldt: Die Geschichte der Marken Rolls-Royce und Bentley. Brinckmann, Sonsbeck 1981.
  • Klaus-Josef Roßfeldt: Rolls-Royce und Bentley, Geschichte-Daten-Fakten. BLV-Verlag, 1988 [5].
  • Klaus-Josef Roßfeldt: Vom Anfang des Jahrhunderts ins neue Jahrtausend. Eigenverlag, 1998 [6].
  • Jonathan Wood: Spirit of excellence. Königswinter: Heel, 2003, ISBN 3-89880-106-3.

Weblinks

 Commons: Rolls-Royce – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Impressum Rolls-RoyceMotorCars.com
  2. [1]
  3. ab RREC: The Three Royce Prototype Cars: 1904
  4. RREC Kapitel Early car manufacture in Manchester
  5. Unfall-Hergang+Fotos
  6. Aero
  7. Der Herrenfahrer erschien im Almanach Kunstverlag, Berlin. Hier zitiert aus Heft 1, 1924, S. 4ff
  8. Gemeint ist hier Sultan Ibrahim. Siehe die englische Wikipedia [2]
  9. ab Coachbuilder
  10. Enzyklopädie des Automobils. Weltbildverlag, 1994, S. 355.
  11. Roger Gloor: Nachkriegswagen – Personenautos 1945–1960. S. 320
  12. Niels Klußmann, Arnim Malik: Lexikon der Luftfahrt, Seite 447. ISBN 3-540-49096-5, abgefragt am 3. Februar 2011
  13. Focus: ROLLS-ROYCE – Kämpfer und Sieger
  14. Die Welt: Über eine Fusion dürfen Sie spekulieren
  15. Luxury Cars
  16. darkforce: The Coachbuilders
  17. RRAB
  18. Coachbuilder
  19. Chassisregister
  20. RROC
  21. Histomobile
  22. Darkforce: Bentley 4 ½ Liter
  23. Darkforce: Bentley 4 litre
  24. Motorsnaps
  25. Darkforce: Bentley 6 1/2 litre
  26. Darkforce: Bentley 8 litre
  27. ab Das Rolls-Royce Wiki, 30. Juli 2009
  28. Huffington Post [3]
  29. Geschäftsbericht BMW [4]
  30. thisisderbyshire: The day Rolls and Royce opted to make horseless carriages in Derby
  31. Rolls-Royce factory goes green (engl.) The Telegraph; abgerufen am 27. November 2011
  32. Autocar UK
  33. Nr. 37 Abel Blackburn
  34. RREC Kapitel Down to business
  35. Darkforce: Some Interesting Facts
  36. Darkforce: Rolls-Royce 20 hp
  37. content4reprint: A Brief History Of Rolls Royce
  38. rollsroyceclub: Tee One Topics (Seite 51)
  39. hemmings: Sir Frederick Henry Royce
  40. British Cars
  41. rrsilvershadow: The Silver Shadow II Anniversary
  42. rrsilvershadow: Rolls-Royce Corniche S
  43. carsablanca: Spirit of Extasy – Die Geschichte hinter der Kühlerfigur

51.4086-0.7726
Koordinaten:
51° 24′ 31″ N, 0° 46′ 21,4″ W

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