| Stadt
Rostow am DonРостов-на-Дону
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Rostow am Don (russisch Ростов-на-Дону/Rostow-na-Donu) ist eine der größten Städte im europäischen Teil der Russischen Föderation. Sie liegt im Süden des Landes, 46 Kilometer vor der Mündung des Dons in das Asowsche Meer. Sie ist zugleich Hauptstadt des Rostower Gebiets und wird als „Tor zum Kaukasus“ bezeichnet. Heute ist die Stadt mit über 1 Million Einwohnern eine der größten des Landes. Rostow am Don liegt 1226 Kilometer südlich von Moskau. Es bildet das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Südrusslands.
Auf dem Gebiet Rostows befand sich seit 1749 ein Zollhaus und ein Hafen. Der Ort selbst wurde im Jahr 1761 unter Elisabeth Petrowna zum Schutz russischer Handelswege als Festungssiedlung an der Südgrenze des damaligen Russischen Kaiserreiches gegründet. Benannt wurde sie nach den Metropoliten Dimitri von Rostow. Nach der Eingliederung der unter osmanischer Herrschaft stehenden nördlichen Schwarzmeerregion und des Kaukasusgebiets in das Russische Reich verlor die Festung Ende des 18. Jahrhunderts ihre strategische Bedeutung. Rostow erhielt 1797 den Stadtstatus und fungierte seitdem als Kreisstadt.
Als meernaher Flusshafen stieg Rostow am Don im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Handelsmittelpunkt und Verkehrsknoten im Süden Russlands auf. Seit 1870 besteht eine Eisenbahnverbindung nach Charkow, seit 1871 nach Woronesh und seit 1875 nach Wladikawkas. Die industrielle Entwicklung setzte in der Mitte des 19. Jahrhunderts ein. Auf der Basis der Donbasskohle und der Eisenerze von Krywyj Rih wurde 1846 eine Eisengießerei errichtet, 1859 begann die Produktion von Dampfkesseln und -pumpen. Mit dem industriellen Aufschwung ging eine rasante Zunahme der Bevölkerungszahl einher. Ende des 19. Jahrhundert hatte Rostow am Don 119.500 Einwohner, ansässig waren etwa 140 Industriebetriebe. Der Hafen war einer der größten Umschlagplätze vor allem für den Export von Getreide, Eisenerz und Holz im Süden Russlands. In den 1920er Jahren stieg Rostow am Don zur drittgrößten Stadt Russlands auf, auch aufgrund der Eingemeindung der bis dahin selbständigen Nachbarstadt Nachitschewan am Don.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt erstmalig am 20. November 1941[1] in der Schlacht um Rostow durch die Truppen des deutschen III. Armeekorps eingenommen. Bereits zwei Tage später begann jedoch der massive sowjetische Gegenangriff, und am 28. November verließen die deutsche Truppen zusammen mit Kosakenverbänden Rostow am Don und zogen sich bis nach Taganrog zurück. Auf ihrem Rückzug hinterließen sie eine Schneise der Verwüstung. Viele Fabriken und Wohnhäuser wurden von ihnen niedergebrannt und 200 sowjetische Kriegsgefangene nur wenige Stunden vor ihrer Befreiung am Bahnhof der Stadt erschossen. Auch etwa 3000 Bewohner der Stadt kamen in diesen acht Tagen bei Luftangriffen und Kämpfen ums Leben.
Nachdem die Rote Armee die Stadt befreit hatte, wurde sofort mit dem Wiederaufbau der zerstörten Fabriken und Häuser begonnen, da man davon ausging, dass die Deutschen die Stadt nicht noch einmal erobern könnten. Am 24. Juli 1942 wurde die Stadt jedoch durch die Vorhut des XXXXIX. Gebirgskorps und Einheiten der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ zum zweiten Mal besetzt.
Die in Rostow lebenden Juden mussten sich am 11./12. August 1942 in einem Schulgebäude versammeln und wurden dann zur Smijowskaja Balka (Schlangenschlucht) getrieben, wo sie erschossen wurden. Darunter waren auch die damals 57-jährige Psychoanalytikerin Sabina Spielrein und ihre beiden Töchter Renata und Eva. Nach heftigen Kämpfen wurde die Stadt im Februar 1943 erneut zurückerobert und diesmal endgültig befreit.
In der Stadt bestanden die drei Kriegsgefangenenlager 251, 421 und 475 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2] Mit den Transformationsprozessen der 1990er Jahre ging die Industrieproduktion stark zurück, Ende des Jahrzehnts musste Rostow am Don seine Position als größter Industriestandort des Nordkaukasus an Krasnodar abtreten. Dagegen konnte es nach dem Zerfall der Sowjetunion seine Funktion als großer internationaler Verkehrsknotenpunkt weiter ausbauen. Gleichzeitig hat Rostow am Don anders als die meisten Millionenstädte Russlands einen Bevölkerungszuwachs erfahren der vor allem auf eine starke Zuwanderung durch Flüchtlinge aus den ethnischen Krisengebieten des Kaukasus zurückzuführen ist. Am 5. Mai 2008 erhielt die Stadt vom Präsidenten der Russischen Föderation den Ehrentitel "Stadt des militärischen Ruhms".
Im Jahr 2010 lebten 1 048 124 Menschen in der Stadt. Damit war die Bevölkerungszahl leicht rückläufig gegenüber der von 2009. Damals waren es noch 1 048 991 Einwohner.
Obwohl die stark überwiegende Mehrheit der Stadtbewohner dem Volk der Russen angehört, gibt es eine Vielzahl weiterer Ethnien in Rostow am Don. Eine offizielle Statistik wird seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zwar nicht mehr geführt, die Ethnienzusammensetzung von 1989 könnte jedoch Indizwirkung für die heutige Zeit haben.
Am 12. Januar 1989 wohnten in Rostow am Don folgende Ethnien:
Insgesamt lebten im Jahr 1989 Angehörige von insgesamt 106 verschiedenen Ethnien in Rostow am Don.
Dominierende Glaubensrichtung in Rostow am Don ist das Christentum. Die größte christliche Glaubensrichtung der Stadt ist die Russisch-Orthodoxe Kirche, die in der Stadt mit 30 Kirchen und Klöstern vertreten ist. Die meisten von ihnen wurden nach 1990 gebaut. Darüber hinaus existiert eine Kirche der Altorthodoxen sowie eine griechisch-orthodoxe Kirche. Es gibt drei Kirchen der Armenischen Apostolischen Kirche, eine römisch-katholische Abendmahl-Jesu-Kirche, ein Bethaus der Evangeliumschristen-Baptisten sowie ein Adventhaus der Siebenten-Tags-Adventisten.
Darüber hinaus gibt es in Rostow am Don mehrere Moscheen, eine Synagoge sowie einen buddhistischen Tempel.
Wichtigste Industriezweige der Stadt sind die holzverarbeitende Industrie sowie funkelektronische, elektrotechnische und chemische Produktionsstätten. Daneben werden im Gebiet der Stadt Rostow wegen seiner fruchtbaren Schwarzböden in großem Umfang landwirtschaftliche Produkte, insbesondere Getreide, erzeugt. Weiterhin ist die Region eines der bedeutendsten Steinkohleabbaugebiete der Russischen Föderation.
Rostow am Don ist auch ein Verkehrsknotenpunkt Südrusslands. So befindet sich dort nicht nur ein großer Bahnhof, der den wichtigsten Eisenbahnknotenpunkt des Südens bildet, sondern auch ein internationaler Flughafen (siehe: Flughafen Rostow am Don) und ein wichtiger Binnenhafen am Don.
Nahe der Stadt Wolgodonsk steht das Kernkraftwerk Rostow, das seit 2001 Elektrizität erzeugt.
Interessante Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Kunstgalerie, diverse große Kirchen im Stadtzentrum, unter anderem die riesige vom berühmten russischen Architekten Konstantin Andrejewitsch Thon erbaute Kathedrale, das Musiktheater, der Zirkus, das Oblastmuseum und die Öffentliche Bibliothek. Ferner lädt im Sommer das Don-Ufer mit seinen Gastronomiebuden und Schiffsanlegern zum Flanieren ein.
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Die Stadt verfügt über einige Hochschulen. Die größte davon war die Rostower Staatsuniversität, RGU, die bereits im Jahr 1915 eröffnet wurde. Im Januar 2007 fusioniert die RGU mit weiteren Rostower und südrussischen Universitäten zur YUFU, der Südlichen Föderalen Universität. Des Weiteren existieren pädagogische, ökonomische und medizinische Institute in der Stadt.
Die Fußballvereine FK Rostow (Premjer-Liga) und FK SKA Rostow sind in Rostow am Don beheimatet.
Rostow am Don wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland Austragungsort sein. Hierzu ist der Neubau eines 43.702 Zuschauer fassenden Stadions geplant.
Rostow am Don ist Partnerstadt von:
In Rostow am Don befinden sich die nachfolgend aufgeführten diplomatischen sowie konsularischen Vertretungen (in Klammern die Adresse).[3]
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