Sabine Kunst (* 30. Dezember 1954 in Wesselburen, Kreis Dithmarschen) ist eine deutsche Hochschullehrerin und Politikerin (parteilos). Sie ist seit Februar 2011 Wissenschaftsministerin des Landes Brandenburg und war zuvor Präsidentin der Universität Potsdam.
In ihrem Studium 1972-1982 unter anderem in Hannover belegte sie neben Wasserbauingenieurwesen und Politologie die Fächer Chemie, Biologie und Philosophie. 1982 wurde sie zum Dr.-Ing. im Fach Umweltbiotechnologie, Bauingenieur- u. Vermessungswesen promoviert. Acht Jahre später legte sie eine weitere Promotion zum Dr. phil. in Politikwissenschaft, Bereich Technikbewertung und Interdisziplinarität ab.[1] Ihre Habilitation erfolgte ebenfalls 1990 am Fachbereich Bauingenieur- u. Vermessungswesen der Universität Hannover mit einer venia legendi für Wasser- und Abwasserbiologie.
1979-1984 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin am Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik der Universität Hannover. 1984-1985 war Kunst wissenschaftliche Mitarbeiterin der Zentralen Einrichtung für Weiterbildung (ZEW) in Berlin. Lehraufträge der TH Darmstadt übernahm sie 1985-1987. Hauptamtlich war sie 1986-1990 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Abfallwirtschaft beim Umweltbundesamt Berlin. Eine Vertretungsprofessur an der TU Hamburg-Harburg besetzte Kunst 1991-1994. Gleichzeitig war sie 1991-2007 Universitätsprofessorin an der Universität Hannover.[1]
In der universitären Selbstverwaltung übernahm Kunst 2003-2005 die Aufgaben eines Director of International Affairs der Universität Hannover. Geschäftsführende Leiterin der Weiterbildung WBBau der Universität Hannover war sie 2004-2007. Als gewählte Vizepräsidentin für Lehre, Studium, Weiterbildung und Internationales der Universität Hannover amtierte sie 2005-2007.[1]
Der elfköpfige Senat der Universität Potsdam wählte am 20. Juli 2006 Sabine Kunst einstimmig zur neuen Präsidentin der Universität.[2] Das Amt trat sie ab 1. Januar 2007 für eine sechsjährige Amtszeit bis 31. Dezember 2012 an. Die 55-Jährige wurde am 30. Juni in Bonn von der Mitgliederversammlung des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) mit großer Mehrheit gewählt und trat dieses Ehrenamt am 1. Juli 2010 an. Kunst war die erste Frau an der Spitze des DAAD.[3]
Auslandserfahrungen sammelte Kunst unter anderem mit einem Forschungsaufenthalt in Guangzhou, China, 1985 zur Inbetriebnahme von Biogasanlagen. 1986-1989 kooperierte sie mit der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Bolivien und Peru. In La Paz, dem Regierungssitz Boliviens, kümmerte sich die Ingenieurin um den Bau von Teichanlagen in Slumgebieten.[3] Bis 2007 verfolgte sie vielfältige Projekte in der internationalen Forschung in Südafrika, Mexico, Costa Rica, Brasilien, Sibirien zur Ressource Wasser.[1]
2010 bewarb sich Kunst für das Amt der Präsidentin der Universität Leipzig, fiel allerdings bereits im ersten Wahlgang durch. Zur selben Zeit wurde sie vom Centrum für Hochschulentwicklung und der Financial Times Deutschland mit dem Preis „Hochschulmanagerin des Jahres“ ausgezeichnet.
Am 23. Februar trat Kunst die Nachfolge von Martina Münch (SPD) als brandenburgische Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur im Kabinett Platzeck III an. Zuvor hatte sie ihr Amt als Präsidentin der Universität Potsdam aufgegeben, ebenso wie das Ehrenamt der DAAD-Präsidentin.[4][5]
Sabine Kunst ist verheiratet, wohnt seit 2007 in Werder (Havel) und hat drei erwachsene Kinder.[1]
Literatur von und über Sabine Kunst im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
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