| Saint-Gobain | ||
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| Region | Picardie | |
| Département | Aisne | |
| Arrondissement | Laon | |
| Kanton | La Fère | |
| Gemeindeverband | Villes d’Oyse | |
| Koordinaten | 49° 36′ N, 3° 23′ O49.5958333333333.375165 Koordinaten: 49° 36′ N, 3° 23′ O |
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| Höhe | 165 m (53–207 m) | |
| Fläche | 29,73 km² | |
| Einwohner | 2.347 (1. Jan. 2009) | |
| Bevölkerungsdichte | 79 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 02410 | |
| INSEE-Code | 02680 | |
| Website | www.villedesaintgobain.com | |
Saint-Gobain ist eine französische Gemeinde mit 2347 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) in der Picardie im Norden Frankreichs.
Saint-Gobain liegt 20 Kilometer west-nordwestlich von Laon und 30 Kilometer südlich von Saint-Quentin im Staatsforst von Saint-Gobain (forêt domaniale de Saint-Gobain).
Der Name der Gemeinde geht auf einen irischen Mönch namens Goban zurück, der im 7. Jahrhundert in der Gegend unterwegs war, um sie zu missionieren.[1] Der Legende nach ruhte Goban, auf der Flucht vor heidnischen Verfolgern, sich im Wald aus und schlief ein. Als er aufwachte, stellte er fest, dass an der Stelle, wo er seinen Stock in die Erde gesteckt hatte, eine Quelle mit ausgezeichnetem Wasser sprudelte. Er beschloss, sich an diesem Ort, der heute Mont de l'ermitage (Einsiedelei-Hügel) genannt wird, niederzulassen. Der Überlieferung zufolge bewirkte er eine Reihe von Wunderheilungen in der Gegend, bis ihn seine Gegner schließlich gefangennahmen und am 20. Juni 670 enthaupteten. Die Stelle seiner Hinrichtung wurde in der Folgezeit zu einer Wallfahrtsstätte, um die herum sich das Dorf Saint-Gobain entwickelte.
Im 13. Jahrhundert gelangte das Dorf in den Besitz der Adelsherren von Coucy (sires de Coucy). Einer von ihnen, Enguerrand III., baute eine Reihe von Burgen in der näheren Umgebung, darunter von 1226 bis 1242 die Burg von Saint-Gobain, eine große Burg mit fünf Türmen mit annähernd quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von rund 100 m. Diese Burg wurde 1475 auf Befehl von König Ludwig XI. geschleift.
Zwei Jahrhunderte lang waren die Mauern dem Verfall anheim gegeben, bis sie 1692 Ludwig XIV. der Compagnie des Grandes Glaces als Produktionsstätte zur Verfügung stellte. Damit trat das Dorf in die europäische Industriegeschichte ein: 1830 nahm die Gesellschaft den Namen des Ortes an und wurde zur Compagnie de Saint-Gobain, der Vorläuferin des heutigen Weltkonzerns. Bereits zuvor, im 18. Jahrhundert, wurde das Dorf zu einem Zentrum der europäischen Glasproduktion, dank neuer Produktionsverfahren, durch die die zuvor dominierende venezianische Glasmanufaktur zurückgedrängt werden konnte. 1856 wurde eine Eisenbahnstrecke gelegt, über die Rohmaterialien an- und fertige Glasprodukte abtransportiert wurden. 1892 wurde die Produktion auf Ziegel und Bodenplatten ausgeweitet.
Nach starken Zerstörungen und Produktionsstillstand in beiden Weltkriegen wurde die Fabrik jeweils wieder aufgebaut und die Glasproduktion fortgesetzt. 1982 wurde im Glasofen von Saint-Gobain das Glas für die Pyramide vor dem Louvre hergestellt, in einer besonders hellen Qualität mit speziellen chromatischen Eigenschaften, für die zuvor umfangreiche Studien angestellt wurden.
Am 30. November 1993 beschloss der Konzern, die Produktion am Standort Saint-Gobain einzustellen. Am 31. Dezember 1995 wurde, nach 300 Jahren der Glasproduktion, zum letzten Mal Glas am Ort hergestellt.
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1793 | 2.023 | 1856 | 2.374 | 1901 | 2.317 | 1962 | 2.994 | |||||
| 1800 | 2.013 | 1861 | 2.261 | 1906 | 2.268 | 1968 | 2.893 | |||||
| 1806 | 2.119 | 1866 | 2.190 | 1911 | 2.305 | 1975 | 2.657 | |||||
| 1821 | 2.339 | 1872 | 2.133 | 1921 | 1.586 | 1982 | 2.278 | |||||
| 1831 | 2.338 | 1876 | 2.193 | 1926 | 2.196 | 1990 | 2.321 | |||||
| 1836 | 2.378 | 1881 | 2.120 | 1931 | 1.976 | 1999 | 2.340 | |||||
| 1841 | 2.256 | 1886 | 2.219 | 1936 | 1.909 | 2004 | 2.343 | |||||
| 1846 | 2.186 | 1891 | 2.346 | 1946 | 2.217 | 2006 | 2.349 | |||||
| 1851 | 2.210 | 1896 | 2.147 | 1954 | 2.535 | - | - | |||||
| ab 1962 ohne Einwohner mit doppeltem Wohnsitz[2] | ||||||||||||
Blasonierung: „ Ein mit rotem Balken unterstütztes Schildhaupt ist durch blau - silbernes Eisenhutfeh geteilt; unten in Schwarz pfahlweise drei silberne Salamander ohne Flammenglorie, erster und dritter nach links gekehrt.“[3]
Der Wald, der den Ort umgibt, war ehemals Eigentum der Glasfabrik und ist jetzt Staatsdomäne. Es handelt sich um einen Mischwald mit Eichen, Rot- und Weißbuchen, Eschen. Auch Birken, Vogelkirschen, Linden und Kastanien findet man vor. Ein Netz von Fußpfaden durchzieht den Wald. Besonders bemerkenswerte Bäume sind auf der örtlichen Wanderkarte verzeichnet; desgleichen Punkte wie die Felsen der Einsiedelei (Roches de l’Ermitage), das Seizine-Kreuz (Croix Seizine), die Sébourgand-Steinbrüche (carrières Sébourgand) und andere. Der Wald ist reich an Rot- und Schwarzwild.
Nach dem Wegfall der Glasproduktion setzt die Gemeinde auf den Tourismus als Wirtschaftsfaktor und wirbt um Besucher.[4]
Bahnanbindung besteht über den Bahnhof von La Fère in 8 km Entfernung und den Bahnhof von Tergnier in 12 km Entfernung. Letzterer bietet schnelle Direktverbindungen zum Pariser Gare du Nord und nach Maubeuge.
Über den Anschluss Nr. 12 ist die französische Autobahn A26 (E 17) in 15 km Entfernung in nord-nordöstlicher Richtung erreichbar.
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