Sanfter Tourismus (auch: Nachhaltiger Tourismus[1][2]) ist eine Form des Reisens, die drei wesentliche Anliegen verfolgt:
Dadurch wird versucht, die negativen Auswirkungen des Massentourismus in den Urlaubsgebieten zu verringern, z.B. vermeidet der sanfte Tourismus die natürlichen Gegebenheiten am Urlaubsort zu verändern. Die Anreise soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln (ÖPNV) möglich sein. Im Urlaubsgebiet reduziert man die verkehrsmäßige Erschließung auf ein Minimum, die Gäste sollen sich stattdessen auf die ursprüngliche Weise fortbewegen, das heißt überwiegend zu Fuß, ggf. mit Booten oder Reittieren. Auch die Unterkünfte sind einfach und im Stil des jeweiligen Landes gehalten.
Der sanfte Tourismus macht es sich zum Ziel, die Eigenart des bereisten Gebiets unverfälscht und „mit allen Sinnen“ erlebbar zu machen. Mit dieser Eigenart sind sowohl natürliche als auch kulturelle Charakteristika gemeint (Stadtführungen). Dabei soll das Leben der ansässigen Bevölkerung möglichst wenig beeinträchtigt werden, wodurch auch der Besucher einen möglichst unverfälschten Eindruck von der bereisten Kulturzone erhält.
Beispielhafte Angebote des sanften Tourismus sind:
Den Begriff des sanften Tourismus prägte und umschrieb erstmals Fred Baumgartner 1977 in seinem Beitrag „Tourismus in der Dritten Welt – Beitrag zur Entwicklung?“ (Neue Zürcher Zeitung NZZ vom 16. September 1977). Robert Jungk vertiefte 1980 in einem Artikel in der Zeitschrift GEO den Begriff. Als Erweiterung des sanften Tourismus kann der Begriff integrativer Tourismus verstanden werden, der 1995 von den Naturfreunden und dem Institut für Integrativen Tourismus und Freizeitforschung geprägt wurde. Integrativer Tourismus fördert diesen Vereinigungen zufolge die Vernetzung des Tourismus mit allen anderen Wirtschafts- und Lebensbereichen im Rahmen einer eigenständigen Regionalentwicklung und fordert die Mitverantwortlichkeit der Reisenden für die Tourismusregionen. Die deutsche Bundesregierung hat 2006 eine Beratungsstelle für Nachhaltige Tourismusentwicklung gegründet.
Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat im März 2008 das Sonderprogramm Sanfter Tourismus gestartet. Im Rahmen dieses Sonderprogramms können im Land Baden-Württemberg investive Vorhaben zur Verbesserung der Tourismusinfrastruktur in den Bereichen des Sanften Tourismus gefördert werden. Dazu zählen insbesondere
Mit diesem Sonderprogramm soll die Tourismuswirtschaft des Landes Baden-Württemberg vor dem Hintergrund struktureller Herausforderungen wie dem Klimawandel und der demografischen Entwicklung gestärkt werden.
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