Montag, 28. Mai 2012

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Savings-and-Loan-Krise

Die Savings-and-Loan-Krise (englisch Savings and Loan Crisis) war eine Bankenkrise in den 1980er-Jahren in den Vereinigten Staaten.

Über 1.000 Savings and Loans in den USA brachen im Rahmen der Krise zusammen. Der Gesamtschaden betrug über 150 Milliarden US-Dollar, von denen an die 125 Milliarden durch die Öffentliche Hand aufgebracht wurden. Der Schaden trug dadurch zu den hohen Budgetdefiziten der USA in den 1980er-Jahren sowie der Rezession Anfang der 90er Jahre bei.

Hintergrund

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts bestanden in den USA Sparkassen (englisch Savings and loan associations, kurz: S&Ls). Als meist kommunale Unternehmen unterlagen sie bis Anfang der 1970er Jahre konsequenten Regulierungsvorschriften. Dies ging so weit, dass selbst die maximale Höhe der Anlagezinsen vorgeschrieben wurde.

Nachdem in den 70er Jahren die Inflationsrate und damit auch die Zinsen deutlich anstiegen, verloren die Sparkassen umfangreiche Einlagen an Geldmarktfonds, die deutlich höhere Zinsen versprachen.

Auf der anderen Seite hatten die Sparkassen umfangreiche Festzinsdarlehen für Baufinanzierungen aufgelegt, die aufgrund der steigenden Zinsen zu Verlusten führten. Die Gewinne und das Eigenkapital der Sparkassen erodierten.

Die Wurzeln der strikten Regulierung lagen in der Ära der Great Depression. Angesichts der damaligen Bankenkrise wurden Sparkassen nur wenige Geschäftsfelder erlaubt. Auch das Trennbankensystem trug zu einer Begrenzung der Geschäftsmöglichkeiten bei.

Am Ende der Regierungszeit von Präsident Jimmy Carter wurden die Begrenzungen schrittweise aufgehoben. Außerdem wurde die Haftung der amerikanischen Einlagensicherung (Federal Deposit Insurance Corporation, FDIC) von 70 Prozent des Guthabens auf 100 Prozent angehoben. Als Ronald Reagan 1981 sein Amt als Präsident übernahm, schrieben 3.300 von 3.800 Sparkassen rote Zahlen.

1982 wurde daher durch den Kongress der Garn-St. Germain Depository Institutions Act erlassen, ein Bundesgesetz, das die Sparkassen wieder befähigen sollte, wettbewerbsfähig zu werden. Die Regulierung wurde gelockert. Sparkassen durften Ratenkredite und Unternehmenskredite vergeben sowie Kreditkarten ausgeben und wurden von den Beschränkungen der Zinssätze befreit. Weiterhin durften sie im Immobiliengeschäft tätig werden. Lediglich das Investmentbanking blieb ihnen verwehrt.

Siehe auch

Literatur

  • Steven Pizzo, Mary Fricker und Paul Muolo: Inside Job. ISBN 0-07-050230-7.
  • Lawrence White: The S&L Debacle: Public Policy Lessons for Bank and Thrift Regulation.
  • Michael Lowy: High Rollers: Inside the Savings and Loan Debacle.
  • Martin Tolchin: Legal Scholars Clash Over Neil Bush Actions. In: The New York Times, 27. September 1990.
  • Gerichtsurteil des Obersten Gerichtshofs der USA, United States v. Winstar Corp., Aktenzeichen 518 U.S. 839(1996). Gibt eine knappe und präzise Übersicht über den zeitlichen Ablauf und die Buchhaltungspraxis, die die Krise verschärfte

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frank Westermann von der Universität Osnabrück im Gespräch mit der FAZ, „Alle haben davon gewusst“, 23. Oktober 2008
  2. Timothy Curry und Lynn Shibut, The Cost of the Savings and Loan Crisis: Truth and Consequences, Federal Deposit Insurance Corporation, December 2000.
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Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2012 um 17:23 Uhr geändert.

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