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Schüttelfrost (lateinisch Febris undularis) ist ein Begleitsymptom unterschiedlicher Erkrankungen, oft in Zusammenhang mit Fieber.
Es äußert sich durch ein mit Kältegefühl verbundenes Zittern der Skelettmuskulatur, eine rasche und andauernde Folge von Kontraktion und Erschlaffung, und kann nicht willentlich beeinflusst werden. Betroffen sind vor allem große Muskeln der Oberschenkel und des Rückens, aber auch die Kaumuskulatur.
Die Erscheinung ähnelt dem Muskelzittern bei Unterkühlung des Körpers. Da bei Betätigung der Muskeln Wärme erzeugt wird, wird der Körper aufgeheizt. Schüttelfrost tritt in der Regel in Schüben von einigen Minuten Dauer auf.
Bei gesunden Menschen genügen die Stoffwechselvorgänge der Leber und die normale Muskeltätigkeit, um eine Körperkern-Temperatur von ungefähr 37 °C aufrechtzuerhalten. Bei einer Infektion durch Krankheitserreger kann dieser Sollwert durch Pyrogene auf einen höheren Wert verstellt werden. Dann stellt die augenblickliche Körpertemperatur einen zu niedrigen Istwert dar, woraufhin das Regulationssystem reagiert, indem es durch Muskelzittern, Änderung des Stoffwechsels und der Durchblutung der Gliedmaßen für eine Erhöhung der Körpertemperatur (siehe Temperatur-Regulation) sorgt.
Schüttelfrost kann als Begleitsymptom unterschiedlicher Krankheiten auftreten. Oft liegt eine fieberhafte Erkrankung, wie etwa Malaria oder Influenza vor, aber auch bei einem Sonnenstich kann es zu Schüttelfrösten kommen. Weitere typische Erkrankungen sind Lungenentzündung, Scharlach, Wundrose, Wundstarrkrampf, Nierenbeckenentzündungen sowie Pilz- oder Blutvergiftungen.
Da dem Schüttelfrost oft eine Bakteriämie zugrunde liegt, sollte möglichst eine Blutkultur abgenommen werden. Die übliche sonstige Entzündungs- und Erregerdiagnostik zur Suche eines Entzündungsherdes im Körper ist ebenfalls notwendig.
Ein Schüttelfrostanfall kann durch die intravenöse Gabe eines Opiates oder Opioides beendet werden, beispielsweise Tramadol. Auch die Anwendung von Wärmedecken ist sinnvoll. Ein heißes Bad schafft schnelle Abhilfe und ist im Notfall die naheliegendste Lösung der alten Hausmedizin. In der Regel wird man nach erfolgter Abnahme einer bakteriologischen Diagnostik auch eine Antibiotikabehandlung beginnen.
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