Als Schadprogramm oder Malware [ˈmælwɛə] (Kofferwort aus englisch malicious („bösartig“) beziehungsweise lateinisch malus („schlecht“) und Software) bezeichnet man Computerprogramme, die entwickelt wurden, um vom Benutzer unerwünschte und gegebenenfalls schädliche Funktionen auszuführen. Dieser Begriff bezeichnet keine fehlerhafte Software, obwohl auch diese Schaden anrichten kann. Malware wird von Fachleuten der Computersicherheitsbranche als Über- oder Sammelbegriff verwendet, um die große Bandbreite an feindseliger, intrusiver und/oder unerwünschter Software oder Programmen zu beschreiben.
Der Begriff Computervirus wird umgangssprachlich oft irrtümlich (auch von Fachleuten) als Synonym von Malware verwendet, was darauf zurückzuführen sein kann, dass Viren die ersten Schadprogramme mit weiter Verbreitung waren, und in Folge der Malware-Entwicklung Anfang/Mitte der 1990er Jahre mussten die Antiviren-Hersteller die Erkennung auf weitere Malwaretypen ausdehnen – der Begriff Virus bzw. Antivirus war dann bereits etabliert.
Die Schadfunktionen sind gewöhnlich getarnt oder die Software läuft gänzlich unbemerkt im Hintergrund (Typisierung siehe unten). Schadfunktionen können zum Beispiel die Manipulation oder das Löschen von Dateien oder die technische Kompromittierung der Sicherheitssoftware und anderen Sicherheitseinrichtungen (wie z. B. Firewalls und Antivirenprogramme) eines Computers sein, aber auch in diesem Zusammenhang das ungefragte Sammeln von Daten zu Marketing-Zwecken. Es ist bei Malware auch üblich, dass eine ordnungsgemäße Deinstallation mit den generell gebräuchlichen Mitteln fehlschlägt, so dass zumindest Software-Fragmente im System verbleiben. Diese können möglicherweise auch nach der Deinstallation weiterhin unerwünschte Funktionen ausführen.
Malware wird unterschieden in folgende Typen:
Im Jahr 2008 wurden von Sicherheits-Unternehmen wie F-Secure „eine Million neuer Schädlinge“ erwartet. Täglich erreichen demnach etwa 25.000 neue Schadprogramme – sogenannte Unique Samples, also Schädlinge mit einzigartigem „Fingerabdruck“ nach MD5 – speziell hierfür eingerichtete Server, z. B. Honeypots. Dagegen konnte AV-Test bereits Mitte April 2008 zehn Millionen neue Schadprogramme im Jahr 2008 zählen. Es sei eine starke Veränderung bei der Verbreitung von Schadsoftware zu erkennen: Trojanische Pferde in E-Mail-Dateianhängen werden immer seltener, während die Angriffe über das Web etwa mittels Drive-by-Download zunehmen. Außerdem käme der Einsatz von Rootkit-Techniken zum Verstecken der Schädlinge immer häufiger vor.[1][2]
Auf die Frage, ob Apple- oder Linux-Rechner sicherer sind, gibt es unterschiedliche Positionen. So erklären vor allem Hersteller von kommerziellen Viren-Scannern dies nur zu einer Frage der Verbreitung der jeweiligen Betriebssysteme. Jewgeni Kasperski erklärte in einem Interview: „Nur, weil sie von den Cyber-Kriminellen bisher kaum beachtet wurden. Aber das kann sich ändern.“[3]
Die Verwendung eines Paketmanagers, wie er in Linux-Distributionen üblich ist, senkt nach verbreiteter Ansicht das Risiko von Malware. Für diese Meinung gibt es aber keine technisch nachvollziehbare Begründung. Betriebssystemunabhängig ist die Möglichkeit zur Einsicht in den Quelltext, wie sie bei Open-Source-Software typisch ist, ein starkes Indiz dafür, dass ein bestimmtes Programm – zumindest in der Originalversion – keine Malware beinhaltet. Binärinfektionen und nachträgliche Manipulationen bleiben selbstverständlich weiter möglich (siehe auch Rootkit, Dropper, Injector).
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