Schalkhausen (Ansbach)
Schalkhausen (umgangssprachlich: Schalháusen bzw. Schelháusn [1]) ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Ansbach, Mittelfranken.
Geografie
Das Pfarrdorf liegt am Onolzbach, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat, und am Fürstengraben, einem rechten Zufluss des Onolzbachs.
Geschichte
Am 18. Oktober 1144 wurde ein Geschlecht unter dem Namen Scalchusen in einer Urkunde des Bischofs Embrico von Würzburg erstmals erwähnt. Der Ortsname bedeutet wahrscheinlich zu den Häusern der Unfreien (siehe Schalk). Spätestens seit dem 13. Jahrhundert bestand eine Kirche, die 1264 erweitert wurde, die heutige evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Nikolaus. Bereits im 12. Jahrhundert gab es eine Wasserburg, von der noch die Rundanlage mit Wassergraben erhalten ist.
1802 gab es in dem Ort 43 Haushalte, von denen 39 dem Oberamt Ansbach und 4 Fremdherren untertan waren.
Mit dem Gemeindeedikt bildete Schalkhausen mit den Orten Dornberg, Geisengrund, Neudorf, Steinersdorf, Scheermühle und Walkmühle eine politisch eigenständige Gemeinde. Im Zuge der Gebietsreform wurde diese am 1. Juli 1972 nach Ansbach eingemeindet.
Baudenkmäler
- Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Nikolaus
- Abgegangene Kapelle auf dem Kapellenbuck
- Burgstall eines runden Turmhügels mit ehemaligem Wassergraben südlich der Schule. 1144 Sitz der Herren von Dornberg, später der Grafen von Oettingen; 1525 zerstört.
- Haus Nr. 1 („Schlösschen“): Nach Grundstückskauf von 1733 von Ernst Christian Freiherr v. Lyncher unter dem Ansbacher Baudirektorium des Leopoldo Retti als Sommerwohnung erbaut. Zweigeschossiger Bau von 3 × 5 Achsen über etwa quadratischem Grundriss mit Mansardendach und Gauben. Leicht eingetiefte Rechteckfenster über Putzfeldern; rustizierte Ecklisenen. Rechteckportal mit leicht verkröpftem Gurtgesims als Verdachung. Treppenhaus mit Balusterbrüstung. Im Obergeschoss zwei Zimmer mit Stuck-Wandfeldergliederung. Moderner Veranden-Anbau an der Ostseite. Scheune des 18. Jahrhunderts mit Satteldach und Schleppgauben. Östlich des Schlösschens Park aus dem 18./19. Jahrhundert.
- Haus Nr. 9: Zweigeschossiger Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit Satteldach und Fachwerkgiebel; geohrtes Sandsteinportal mit Bügelverdachung und Oberlicht
- Haus Nr. 34 (wohl ehemaliges Amtshaus): zweigeschossiger Bau des 18. Jahrhunderts mit Putzfeldergliederung, rustizierten Ecklisenen und Stichbogenportal mit gerader Verdachung
- Grenzstein, bezeichnet 1786 zwischen Kreisstraße und Scheerweiher
Einwohnerentwicklung der Gemeinde Schalkhausen
- 1910: 0647 [2]
- 1933: 0753
- 1939: 0797 [3]
- 1963: 1178
- 1987: 1216 (nur Schalkhausen)[4]
Bildung
Es bestehen an öffentlichen Einrichtungen ein Kindergarten und eine Volksschule.
Verkehr
Der Ort ist durch die Staatsstraße 2246 mit Ansbach und Lengenfeld verbunden. Gemeindeverbindungsstraßen führen in die benachbarten Orte Steinersdorf, Geisengrund und Dornberg.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Geographisches statistisch-topographisches Lexikon von Franken. Band 5. Stettinische Buchhandlung, Ulm 1802, Sp. 70, DNB 790364328.
- Elisabeth Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. Erlangen 1955, S. 166f., DNB 480570132.
- Günter P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach. In: Bayerische Kunstdenkmale, Bd. 2. Deutscher Kunstverlag, München 1958, S. 139f., DNB 451224701.
- Konrad Rosenhauer u. a. (Hrsg.): Der Landkreis Ansbach. Vergangenheit und Gegenwart. Verl. f. Behörden u. Wirtschaft Hoeppner, Aßling-Pörsdorf/Obb. 1964, S. 192f., DNB 450093387.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ E. Fechter, S. 166.
- ↑ http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/ansbach.htm
- ↑ http://geschichte-on-demand.de/bay_ansbach.html
- ↑ http://gov.genealogy.net/ShowObjectSimple.do?id=SCHSEN_W8801
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Diese Seite wurde zuletzt am 25. April 2012 um 01:56 Uhr geändert.