Als Schattenbanken oder Schattenbanksystem werden verschieden Sachverhalte bezeichnet[1]:
Im Zusammenhang mit der Finanzkrise ab 2007 wird Schattenbank in den ersten beiden Bedeutungen als Schlagwort verwendet,[2] dabei wird normalerweise auf eine zu geringe Regulierung der Finanzmärkte abgestellt.
Das Financial Stability Board erarbeitete in diesem Zusammenhang 2011 im Auftrag der G 20 eine umfassende Untersuchung.[3][4] Unter Schattenbanksystem wird darin im Wesentlichen ein neben dem traditionellen Bankensystem bestehendes System verstanden, das Intermediation von Krediten betreibt. Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass das Schattenbanksystem in den untersuchten Jahren 2002 bis 2007 seinen Umsatz von rund 27 Milliarden Dollar auf 60 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hatte. Es stellte systemische Risiken und eine Neigung zur Verschiebung von Risiken in Volkswirtschaften mit geringeren Auflagen (Regulierungsarbitrage) fest. Daraus leitete es Empfehlungen zur Regulierung des Systems ab und wird ab 2012 jährlich über die Entwicklung berichten.[4]
Auf europäischer Ebene versucht das Financial Stability Board diesen Empfehlungen mit direkten und indirekten Maßnahmen nachzukommen. Die Europäische Kommission, als Mitglied des FSB, prüft dazu Optionen und Schritte zur Regulierung von Schattenbanken. Im März 2012 veröffentlichte sie ein vorlegislatives Grünbuch, das durch eine breite Konsultation von Interessengruppen Erwartungen und Standpunkte abfragen soll.[5] Bis Ende 2012 will die EU-Kommission ausgehend von den Konsultationsergebnissen über angemessene legislative Maßnahmen entscheiden.[6]
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