Montag, 28. Mai 2012

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Schattenbank

Als Schattenbanken oder Schattenbanksystem werden verschieden Sachverhalte bezeichnet[1]:

  • Unternehmen, die innerhalb des gesetzlichen Rahmens Finanzgeschäfte betreiben, aber keine Kreditinstitute sind, wie Hedgefonds oder Private-Equity-Fonds.
  • Tochtergesellschaften von Banken, die außerhalb der Bankbilanzen tätig werden. Darunter fallen Conduits, Structured Investment Vehicles und einige Formen von Zweckgesellschaften.
  • Unternehmen, die ohne entsprechende Genehmigung, also unerlaubt, Geld- und Bankgeschäfte betreiben. Dies geht häufig mit betrügerischen Machenschaften und Geldwäsche einher.

Im Zusammenhang mit der Finanzkrise ab 2007 wird Schattenbank in den ersten beiden Bedeutungen als Schlagwort verwendet,[2] dabei wird normalerweise auf eine zu geringe Regulierung der Finanzmärkte abgestellt.

Das Financial Stability Board erarbeitete in diesem Zusammenhang 2011 im Auftrag der G 20 eine umfassende Untersuchung.[3][4] Unter Schattenbanksystem wird darin im Wesentlichen ein neben dem traditionellen Bankensystem bestehendes System verstanden, das Intermediation von Krediten betreibt. Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass das Schattenbanksystem in den untersuchten Jahren 2002 bis 2007 seinen Umsatz von rund 27 Milliarden Dollar auf 60 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt hatte. Es stellte systemische Risiken und eine Neigung zur Verschiebung von Risiken in Volkswirtschaften mit geringeren Auflagen (Regulierungsarbitrage) fest. Daraus leitete es Empfehlungen zur Regulierung des Systems ab und wird ab 2012 jährlich über die Entwicklung berichten.[4]

Auf europäischer Ebene versucht das Financial Stability Board diesen Empfehlungen mit direkten und indirekten Maßnahmen nachzukommen. Die Europäische Kommission, als Mitglied des FSB, prüft dazu Optionen und Schritte zur Regulierung von Schattenbanken. Im März 2012 veröffentlichte sie ein vorlegislatives Grünbuch, das durch eine breite Konsultation von Interessengruppen Erwartungen und Standpunkte abfragen soll.[5] Bis Ende 2012 will die EU-Kommission ausgehend von den Konsultationsergebnissen über angemessene legislative Maßnahmen entscheiden.[6]

Einzelnachweise

  1. Merk, Gerhard: Finanzlexikon. Universität Siegen (10 MB)
  2. so in: Die Finanzkrise meistern – Wachstumskräfte stärken. Jahresgutachten 2008/2009 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Ziffer 174.
  3. FSB: Shadow Banking: Scoping the Issues
  4. ab BaFin: G20: Bessere Überwachung von Schattenbanken, In: BaFin-Journal, Ausgabe 11/12 2011, Seiten 16–20
  5. Grünbuch Schattenbankwesen
  6. Netzwerk Europäische Bewegung: EU-Analyse zum Grünbuch Schattenbankwesen, 23. April 2012

Weblinks

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Diese Seite wurde zuletzt am 16. Mai 2012 um 17:07 Uhr geändert.

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