Dienstag, 29. Mai 2012

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Schlafforschung

Die Schlafforschung studiert das Verhalten und sämtliche körperlichen Prozesse und Bewusstseinsvorgänge während des Schlafs, sowie die Wechselwirkung zwischen Schlafen und Wachen und dem Schlaf und der Umwelt. Es gibt Grundlagenforschung (Chronobiologie, Stoffwechselvorgänge, Gehirnaktivität, Träumen, Lernprozesse), Klinische Forschung (Schlafstörung) und angewandte Forschung (Schichtarbeit). Die Somnologie ist ein allgemeinerer Begriff und bezeichnet die Lehre vom Schlaf, wozu neben der Schlafforschung auch die Schlafmedizin gehört. Ein Wissenschaftler, der sich mit diesem Gebiet beschäftigt, wird Somnologe genannt.

Die Schlafforschung als Wissenschaft ist ein relativ junges Teilgebiet der Medizin. Sie entstand erst, nachdem in den 1950er Jahren die REM-Phase (Rapid Eye Movement) beim Schlaf des Menschen entdeckt wurde. Die Weltgesundheitsorganisation unterscheidet in ihrer Internationalen Klassifizierung von Krankheiten 88 verschiedene Schlafstörungen. Diese sind neben den Grundlagen der Schlaf-Wach-Regulation, Untersuchungsgegenstand der Schlafforschung.

So wurde beispielsweise entdeckt, dass Menschen ähnlich reagieren, wenn sie in der REM-Phase (Traumschlaf) geweckt werden. Sie sind, je nach Trauminhalt, rasch wach und können sich an einen Traum erinnern. Bei Weckungen aus dem Tiefschlaf dagegen fällt das Erwachen schwer und die Probanden können sich nicht so häufig an Trauminhalte erinnern. Heute ist bekannt, das sowohl die NONREM- und REM-Schlaf-Phasen maßgeblich an der Langzeitspeicherung von Gedächtnisinhalten beteiligt sind.

Die verschiedenen Schlafphasen erkennt man, indem man die Gehirnströme, Muskelaktivität und die Augenbewegung misst und diese visuell oder rechnergestützt analysiert. Der REM-Schlaf ist gekennzeichnet durch schnelle salvenartige horizontale Augenbewegungen, einer Lähmung der Muskulatur (Bewegungsunfähigkeit), hoher Gehirnaktivität und gelegentlichen Zuckungen.

Geschichte

Eine wichtige Grundlage für die Somnologie lieferte Hans Berger, Leiter der Neurologie am Landeskrankenhaus Jena, der 1925 die Elektroenzephalografie erfand. Eugene Aserinsky und Nathaniel Kleitman haben 1953 den REM-Schlaf entdeckt. Alexander Borbély hat ebenfalls bedeutende Beiträge zur Schlafforschung geliefert.

Literatur

Bücher
  • Stanislaw Kubicki (Hrsg.): Methoden der Schlafforschung („Methods of sleep research“). Fischer, Stuttgart 1985, ISBN 3-437-10950-2.
  • Hans R. Mächler: Die Anfänge moderner Schlafforschung Juris-Verlag, Dietikon 1994, ISBN 3-260-05373-5 (zugl. Dissertation, Universität Zürich 1994).
  • Peter Spork: Das Schlafbuch. Warum wir schlafen und wie es uns am besten gelingt. Edition Anaconda, Köln 2011, ISBN 978-3-86647-578-6.
  • Jürgen Staedt, Dieter Riemann: Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-17-01-9467-0.
  • Jürgen Staedt, Yehonala Gudlowski, Marta Hauser: "Schlafstörungen im Alter. Rat und Hilfe für Angehörige". Kohlhammer, Stuttgart 2009; ISBN 9783170203846
  • Jürgen Staedt, Yehonala Gudlowski:"Schlaf und Gedächtnis oder Schlafen, um zu erinnern".Kognitive Störungen in Neurologie und Psychiatrie. Hrsg Calabrese P. & Markowitsch H.J.; Hippocampus Verlag 2012.
  • Jürgen Zulley: Mein Buch vom guten Schlaf. Zabert Sandmann, München 2005, ISBN 3-89883-134-5.
Zeitschriften
  • Somnologie. Schlafforschung und Schlafmedizin. Springer Medizin, Heidelberg 1997 ff ISSN 1432-9123

Weblinks

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