| Schutter | ||
| Gewässerkennzahl | DE: 2348 | |
| Lage | Baden-Württemberg, Deutschland | |
| Flusssystem | Rhein | |
| Abfluss über | Kinzig → Rhein → Nordsee | |
| Quelle | Am Hünersedel in Schweighausen48° 12′ 39″ N, 7° 59′ 35″ O48.2108333333337.9930694444444680 | |
| Quellhöhe | 680 m ü. NN | |
| Mündung | Bei Kehl48.5593416666677.855525 Koordinaten: 48° 33′ 34″ N, 7° 51′ 20″ O48° 33′ 34″ N, 7° 51′ 20″ O48.5593416666677.855525 |
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| Länge | 55,6 km | |
| Rechte Nebenflüsse | Prinschbach, Durenbach, Laulisgraben, Kambach, Michelbronnbach, Tretenbach, Selmenbächle, Steinbächle, Talbach, Giesen, Brudertalbach | |
| Linke Nebenflüsse | Runzenbach, Regelsbach, Wolfersbach, Litschentalbach, Sulzbach, Unditz | |
| Mittelstädte | Lahr | |
| Kleinstädte | Seelbach | |
Die Schutter ist ein 55 Kilometer langer Fluss in Baden-Württemberg, ein (linker) Nebenfluss der Kinzig.
Über die etymologische Bedeutung des Namens „Schutter“ sind sich die Sprachwissenschaftler uneinig. Vermutlich liegt dem Wort „Schutter“ die frühgermanische Form „scutro“ zugrunde, was so viel wie „schnell dahinfließendes Gewässer“ heißen soll. „Scutro“, das die indogermanische Wurzel „sceud“ beinhaltet, lässt aber auch die Auslegung im Sinne von „Umdämmung“, „Aufstauung des Wassers“ zu und weist auf die an Dämmen und Mühlen reiche Schutter der Ebene hin.
Neben den Gemeinden Schuttertal und Schutterwald tragen auch Schuttern, ein Ortsteil von Friesenheim, und Schutterzell, ein Ortsteil von Neuried, den Namen des Flusses in ihren Ortsnamen. Außerdem leitet sich die Bezeichnung des Schutterlindenbergs in Lahr vom Namen des Flusses ab.
Die Schutter entspringt am Hünersedel (Schwarzwald) oberhalb von Schweighausen in 680 Meter Höhe, entsteht aber eigentlich erst im Ort Schweighausen aus der Vereinigung mit zwei kleineren Bächen, dem Geisbergbach und dem Lohbach. (Dessen Quelle wurde 1904 von der Sektion Lahr des Schwarzwaldvereins als „Schutterquelle“ gefasst.) Sie fließt zunächst nach Westen, dann nach einem fast rechtwinkligen Knick in nördlicher Richtung durch die Gemeinden Schuttertal und Seelbach, macht dann immer mehr einen Bogen nach Westen und durchfließt das Stadtgebiet von Lahr. Dann verlässt die Schutter den Schwarzwald und fließt in nördlicher Richtung parallel zum Rhein durch die Oberrheinische Tiefebene. Sie durchquert die Gemarkungen von Friesenheim, Neuried, Schutterwald und mündet bei Kehl in die Kinzig, wenige Kilometer, bevor diese ihrerseits in den Rhein mündet.
Am Ende der letzten Eiszeit (Würmeiszeit) floss die Schutter mit weiteren Schwarzwaldflüssen parallel zum Rhein in der noch heute erkennbaren Kinzig-Murg-Rinne.
Größere Zuflüsse zur Schutter sind der Sulzbach und die Unditz.
Auf seinem Weg durch 19 Städte und Dörfer war der Fluss für die gewerbetreibenden Anlieger jahrhundertelang ein wichtiger Energielieferant. Nach dem Badischen Wasserkraftkataster von 1925 hat die Schutter damals nicht weniger als 36 Wasserkraftanlagen mit insgesamt 47 Wasserrädern, 12 Generatorenkraftanlagen mit 17 Turbinen betrieben, darunter Haus- und Hofmühlen, Kundenmühlen, Hammerschmieden, Elektrizitätswerke, Ölmühlen, Gerstenstampfen und Sägewerke.
Das Wasser der Schutter wurde auch zur Wiesenbewässerung genutzt (Wässerwiesen). Dies geschah auf den Gemarkungen der heutigen Gemeinden Hohberg und Neuried. Das Wasser wurde oberhalb von Mühlen (Schutterzeller Mühle, Dundenheimer Mühle) in Bewässerungsgräben abgeleitet, da dort der Fluss so stark aufgestaut war, dass die Wasseroberfläche über der umgebenden Landoberfläche lag. Die größten Wässerwiesen waren die Unterwassermatten (heute Naturschutzgebiet), deren Wässerung etwa hundert Jahre in Betrieb war und 1935 aufgegeben wurde.
Immer wieder, so in den Jahren 1958, 1970, 1978, 1980 und 1987, kam es zu Hochwasserschäden durch die Schutter, bei denen die Schutter Ackerland überflutete und Straßen, Brücken und Häuser zerstörte. Vom Schutter-Hochwasser waren gleichermaßen das Schuttertal, Lahr und die Rheinebene betroffen. Außer den vielen Berichten über die Hochwasserschäden in den örtlichen Gemeinderatsprotokollen erinnert heute noch das „Hochwasserkreuz“ in Schweighausen an ein Hochwasser im Jahr 1895. Damals war am 6. Juni der Landwirt Landolin Bauer mit seinem Pferdefuhrwerk fortgerissen worden. Am Unglücksort oberhalb des „Stefisbauernhofs“ in der Steig wurde zum ehrenden Gedenken an den Verunglückten ein Kreuz errichtet.
Um die Schutter-Anliegergemeinden in der Rheinebene auf Dauer vor Hochwasser zu schützen, wurde in den Jahren 1936 bis 1938 vom Reichsarbeitsdienst der Schutter-Entlastungskanal zwischen Lahr-Dinglingen und Nonnenweier gebaut. Zusätzlich entstanden bei Lahr-Kuhbach (erbaut von 1983 bis 1985) und Seelbach-Wittelbach (erbaut von 1989 bis 1991) zwei Hochwasserrückhaltebecken.
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