Ein Screencast (engl.) ist ein digitaler Film, der die Abläufe bei der Verwendung von Software am Computer-Bildschirm wiedergibt und gegebenenfalls beschreibt. Häufig werden die Abläufe von Audio-Kommentaren begleitet. Screencasts sind meist Filme, die mit webtauglichen, d. h. kompakten, Dateiformaten abgelegt sind. So wie ein Screenshot eine einzelne Aufnahme des Bildschirms darstellt, ist der Screencast ein aus einer Folge von solchen Bildern gefertigter Film.
Man differenziert zwischen Screencasts im engeren Sinn, d. h. Videos, die über einen langen Zeitraum im Internet zur Verfügung stehen und beliebig oft abgerufen werden können, und jenen Bildschirmaufnahmen, die in Echtzeit übertragen werden – diese werden eher unter dem Begriff Desktop Monitoring zusammengefasst. Der technische Unterschied ist gering.
Software zur Aufzeichnung von Bildschirmaktivitäten in Form von Videos gibt es schon seit mindestens 1993. Ein Beispiel dafür ist Lotus CamStudio. Bekannte Hersteller benannten (und benennen) die aus der jeweiligen Software entstehenden Werke sehr unterschiedlich, wie zum Beispiel screen recording, screen capture oder auch viewlet.
Im Verlaufe der Zeit wurden die „Bildschirmvideos“ aber immer professioneller, so dass es sich lohnte, sie in eine extra Kategorie zu fassen. Denn mit einfachem Zusammenkleben von Bildern wie man es z. B. von GIF-Animationen kennt, sind Screencasts nicht mehr zu vergleichen. Gerade weil diese so kurz sind, wird auf jedes Detail geachtet, oft wird die Aufmerksamkeit des Zuschauers durch Spotlighting auf die wesentlichen Bildbestandteile geleitet.
In der letzteren Zeit wurden die Begriffe Screen Capture oder Video Capture auch in einem anderen Bereich bekannt. Denn mit steigender Hardwareleistung und verbesserten Programmen ist es möglich, sogenannte analoge Privatkopien zu erstellen und damit Urheberrechte zu umgehen. Die Rechtslage ist unklar. [1][2]
Geprägt wurde der Begriff Screencast vom Kolumnist und Computerbuch-Autor Jon Udell[3], nachdem er in seinem Weblog Mitte November 2004 dazu aufgerufen hatte, Begriffsvorschläge für diese Form des Films zu unterbreiten. Inspiriert durch den Erfolg des Begriffs Podcast, der einen neuen mehrschrittigen technischen Ablauf in einem griffigen Wort zusammenfasst und sehr schnell Verbreitung in der Welt fand, sah Udell die Zeit gekommen, einen Oberbegriff zu prägen.
Der Begriff leitet sich sprachlich von den englischen Bestandteilen screen (Bild oder Bildschirm) und cast (von broadcasting = Radio-/Rundfunk) ab.
Es gibt eine Vielzahl von Inhalten, die über Screencasts transportiert werden können – das Konzept ist aber immer dasselbe:
Screencasts sind meist nur kurze Videos, selten mehr als 5 bis 10 Minuten lang. Sie zeigen z. B. gezielt kleine Teilaspekte eines Produktes oder einer Software und können auch als Werbemaßnahme genutzt werden.
Um einen Screencast aufzunehmen, bedarf es einer Bildschirmkamera (oder Screencamera). Das ist meist eine Software, die ein digitales Video als Folge von Einzelbildern eines Computerbildschirms erzeugt. Eine „Bildschirmkamera“ hat daher keine optischen Bauteile, da die Bildinformationen direkt aus dem Bildschirmspeicher gelesen werden.
Im Gegensatz zu Streaming-Videos, kann der Nutzer die erzeugten Videos zu jeder Zeit anhalten oder beliebig oft anschauen, um einzelne Inhalte nachzuvollziehen.
Die Erzeugung eines Bildschirmvideos folgt üblicherweise folgendem Schema:
Open-Source-Vertreter:
Proprietäre Vertreter sind:
Proprietäre Vertreter sind:
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