Der Siemens 2002 war ein Mitte der 1950er-Jahre von der Firma Siemens & Halske hergestellter Computer welcher Transistoren verwendet.
Nachdem die Firma Siemens & Halske 1954 beschlossen hatte, auch Geräte zur Datenverarbeitung herzustellen, wurde mit der Entwicklung entsprechender Geräte begonnen. Bereits 1956 war ein erster Prototyp fertiggestellt. 1959 wurde dann mit der Auslieferung dieser Geräte begonnen. Der Siemens 2002 wurde bis 1966 gefertigt.
Das System benutzte Speicherwörter und Register mit einem Vorzeichen und 12 Dezimalziffern. Intern wurde jede Dezimalziffer durch 4 Bits dargestellt. Da mit 4 Bits 16 verschiedene Zustände dargestellt werden können, für eine Dezimalziffer aber nur 10 gebraucht werden, bedeutete dies eine gewisse "Verschwendung" gerade zu einer Zeit, in der Hardware noch extrem teuer war. Der Hauptspeicher war als Magnetkernspeicher realisiert, es gab ihn mit Kapazitäten von 1000, 5000 oder 10000 Wörtern, die Zugriffszeit betrug 14 µs. Als optionale Erweiterung gab es einen Trommelspeicher mit 10000 Wörtern und einer mittleren Zugriffszeit von 19 ms. Verschiedene Peripheriegeräte wie Lochstreifengeräte, Blattschreiber, Lochkartengeräte, Magnetbänder und Schnelldrucker konnten angeschlossen werden.
Ein Wort konnte auf 4 verschiedene Weisen interpretiert werden:
Das System hatte ein akkumulatives Register AR, ein Quotienten-Multiplikator-Register QR und ein Divisor-Register DR mit Wortbreite, sowie einige Register im Steuerwerk, darunter das 5-stellige Befehlszählerregister BZR.
Die über 80 verschiedenen Maschinenbefehle hatten 3-stellige Zifferncodes, die mit drei Großbuchstaben dargestellt wurden. Es gab eine Reihe spezieller Befehle für die Ein-/Ausgabe von Lochkarten und -streifen.
Als Betriebssystem wurde ORG 2002 eingesetzt, und als Programmiersprachen konnten Prosa 2002, MAGNUS 2002 oder ALGOL 60 verwendet werden.
Bereits 1964 gab es ein Nachfolgemodell Siemens 3003, und später eine Siemens 4004.
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