Die Single UNIX Specification (SUS) ist der Oberbegriff für eine Familie von Standards für Computer-Betriebssysteme, die durch deren Erfüllung den Markennamen UNIX® tragen dürfen. Die SUS wird von The Austin Common Standards Revision Group entwickelt und auf aktuellem Stand gehalten, basierend auf früheren Arbeiten der IEEE und der Open Group.
Die SUS entstand aus einem Projekt Mitte der 1980er, Betriebssystem-Schnittstellen für Software, die für Varianten des Betriebssystems UNIX entwickelt wurde, zu standardisieren. Der Wunsch nach Standardisierung entstand, weil Computer-nutzende Unternehmen Programme entwickeln wollten, die auf den Computersystemen verschiedener Hersteller lauffähig waren. UNIX wurde zum Teil als die Basis eines standardisierten Systeminterfaces ausgesucht, da es herstellerunabhängig war. Diese Standards wurden zur IEEE 1003 (auch bekannt als ISO/IEC 9945), oder POSIX, was in etwa für Portable Operating System Interface for UNIX steht. Dieser Name wurde von Richard Stallman geprägt, um eine Bezeichnung für die Standards zu schaffen, die man sich auch merken konnte.
Zuvor war die Single UNIX Specification der Open Group kein Teil des offiziellen IEEE POSIX. Die SUS, die praktisch äquivalent war, wurde durch die Beteiligung mehrerer großer Hersteller während der Unix-Kriege immer beliebter, da sie frei erhältlich war, während die IEEE beträchtliche Summen für den Zugang zur POSIX-Spezifikation verlangte. Seit 1998 begann die Austin Group, eine vereinte Arbeitsgruppe, den kombinierten Standard, der als Single UNIX Specification Version 3 bekannt ist, zu entwickeln.
Es gibt zwei offizielle Kennzeichen für SUS-konforme Systeme:
Ältere UNIX-Standards (abgelaufen):
Nachfolgend eine Liste der Betriebssysteme, deren Hersteller die Zertifizierung gegen die jeweilige Spezifikation bezahlt haben.
* IBM kündigte am 28. September 2007 an, dass z/OS 1.9 die UNIX 03-Spezifikation „besser erfüllen“ werde. Welcher Grad der Kompatibilität damit gemeint war, ist unklar. [4]
Vor dem Erscheinen der SUSv3 im Dezember 2001 wurden von Linux-Distributoren häufig die hohen Kosten als Grund für eine fehlende Zertifizierung angeführt. Daher wurde von der Open Group eine Zertifizierung zu einem symbolischen Preis zugesichert. Das Zertifizierungsverfahren, bei dem OpenGroup-Mitglieder aktiv mithalfen, machte zu Beginn gute Fortschritte, wurde jedoch 2005 wegen unüberbrückbarer Differenzen zwischen der Linux Standard Base und der Open Group abgebrochen. Linux ist deshalb bis auf weiteres nicht vollständig SUSv3-konform[5][6].
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