Siri (Akronym von Speech Interpretation and Recognition Interface) ist eine Software von Apple, die der Erkennung und Verarbeitung von natürlich gesprochener Sprache dient und so Funktionen eines persönlichen Assistenten erfüllen soll. Sie ist in iOS 5 – jedoch ausschließlich in der Version für das iPhone 4S – freigeschaltet. Die Sprachdaten werden an einen Apple-Server übertragen, dort verarbeitet und das Ergebnis an das Endgerät zurückgemeldet. Das spärlichere Vorläuferkonzept stammt ursprünglich von der gleichnamigen Siri Inc., die Apple im Jahr 2010 übernommen hatte.[1]
Die Firma Siri Inc. wurde 2007 von Dag Kittlaus (CEO), Adam Cheyer (VP Engineering) und Tom Gruber (CTO/VP Design) gemeinsam mit Norman Winarsky (SRI International) gegründet. Am 13. Oktober 2008 gab Siri eine Finanzierung von 8,5 Millionen US-Dollar bekannt. Das Kapital steuerten Menlo Ventures und Morgenthaler Ventures bei.[2] Im November 2009 gab Siri eine weitere Finanzierung von 15,5 Millionen US-Dollar bekannt, zu den bisherigen Investoren kam der in Hongkong ansässige Milliardär Li Ka-shing hinzu.[3] Im April 2010 kaufte Apple das Unternehmen mit allen Rechten an den Produkten.[4] Dag Kittlaus leitete das Projekt weiter bis zur Veröffentlichung des iPhone 4S und verließ anschließend Apple.[5]
Siri wurde am 4. Oktober 2011 von Apple in einer Produktpräsentation des iPhone 4S vorgestellt.[6] Zum Marktstart am 14. Oktober 2011 verstand Siri die Sprachen Englisch, Deutsch und Französisch; ebenso spricht das iPhone in diesen Sprachen Quittierungen und andere Ausgaben für den Nutzer. Apple kennzeichnet diese Version von Siri zunächst als eine Beta-Version, eine für Kenner von Apples Veröffentlichungspolitik ungewöhnliche Maßnahme.
Mehreren Entwicklern ist eine Portierung von Siri auf das iPhone 4 gelungen. Apple äußerte sich dazu nicht. Beobachter vermuten jedoch, dass im iPhone 4S speziell für Siri angepasste Hardware eingesetzt wird[7] oder dass Apple während der Beta-Phase die Zugriffszahlen auf die Server-Infrastruktur allmählich skalieren möchte.[8][9] In der Anfangsphase gab es hierbei einige Probleme,[10] zu denen Apple sich ebenfalls nicht äußerte.
Das Siri-Protokoll wurde im November 2011 geknackt, so dass sich Siri theoretisch auch auf beliebigen anderen Geräten nutzen ließe.[11]
Das Programm kann als persönlicher Assistent agieren, indem es auf Fragen des Nutzers passende Antworten liefert oder Kommandos ausführt, die sonst eine manuelle Eingabe erfordern. Der besondere Nutzen liegt also darin, das Gerät mit der Siri-Software ohne Augenkontakt für komplexere Aufgaben bedienen zu können. Um Siri zu aktivieren, wird zu Beginn der Home-Knopf gedrückt und kurz gehalten. Danach reagiert Siri auf Zurufe, die in der Folge beispielsweise Anrufe zu Personen im Telefonbuch aufbauen, Kalendereinträge vornehmen, Erinnerungen zu Veranstaltungen oder Gedächtnisstützen aufnehmen kann. Auch umfangreichere Anfragen, die eine Internetverbindung und die Erreichbarkeit von Web Services voraussetzen, sind implementiert, darunter Entfernungen zwischen Orten zu berechnen, Wettervorhersagen abzurufen oder in Lexika wie Wikipedia und Wolfram Alpha zu recherchieren.
Als sehr nützlich erweist sich die Software insbesondere für blinde beziehungsweise sehbehinderte Menschen. In Kombination mit der Accessibility-Einstellung VoiceOver bietet sich ihnen mit Hilfe von Siri die Möglichkeit, Tweets zu lesen und zu verfassen sowie auf YouTube Videoclips auszuwählen. Bei einmaliger Berührung eines Buttons auf dem Smartphone-Display erfährt der Nutzer akustisch den Namen des Symbols, per Doppel-Tap kann er die Anwendung öffnen.[12]
Derzeit sind noch nicht alle Features in allen Sprachversionen verfügbar. So sind etwa Verkehrsinformationen und Anfragen bei WolframAlpha derzeit nur in Englisch bzw. in den Vereinigten Staaten verfügbar. Bei einer dort durchgeführten Umfrage äußerten im Mai 2012 insgesamt 55 Prozent ihre Zufriedenheit mit dem Dienst, 36 Prozent legten sich nicht fest und neun Prozent waren eher unzufrieden.[13]
Grundsätzlich haben iPhone-Nutzer die Möglichkeit, ihre Daten vor unbefugtem Zugriff durch einen Code zu sperren. In der Standardeinstellung funktioniert Siri aber auch bei gesperrtem Bildschirm und ermöglicht Dritten die Abfrage von Nachrichten, Kontakten und Kalendereinträgen, was insbesondere für Unternehmen ein Sicherheitsrisiko darstellt.[14] Diese voreingestellte Sicherheitslücke lässt sich durch eine Änderung der Einstellungen des iPhone 4S unter dem Betriebssystem iOS 5 beheben.[15]
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