| Alcatel-Lucent Deutschland AG | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1958 |
| Sitz | Stuttgart, Deutschland |
|
|
| Mitarbeiter | 2.604 (2010)[1] |
| Umsatz | 582 Mio. Euro (2010)[2] |
| Branche | Telekommunikation |
| Website | www.alcatel-lucent.com |
Die Alcatel-Lucent Deutschland AG (vormals Standard Elektrik Lorenz AG) ist ein Telekommunikationsunternehmen mit Hauptsitz in Stuttgart.
Die beiden Stammfirmen des Unternehmens, die Mix & Genest AG und die Telegraphenbauanstalt von C. Lorenz, wurden 1879 bzw. 1880 gegründet. Das erste Patent von Mix & Genest datiert von 1883, das erste Patent von C. Lorenz ist aus dem Jahr 1902.
Das Unternehmen Mix & Genest war wesentlicher Teil der Standard Elektrizitäts-Gesellschaft (SEG), in die auch die Süddeutsche Apparatefabrik (SAF) integriert wurde, die 1875 von F. Heller als "Friedrich Heller, Fabrik Elektrotechnischer Apparate" gegründet worden war. Der technische Schwerpunkt von Mix & Genest bzw. SEG sowie der C. Lorenz AG war der klassischen Fernmelde- bzw. Funktechnik zuzuordnen. Die C. Lorenz AG baute in den 1920er und 1930er Jahren Großsender für den neu gegründeten Rundfunk.
1930 übernahm die International Telephone and Telegraph Company (ITT) die Aktienmehrheit der Mix & Genest AG und der C. Lorenz AG. [3]
Die C. Lorenz AG positionierte sich mit der Übernahme der G. Schaub Apparatebau-Gesellschaft mbH im Jahr 1940 in der Entwicklung und Herstellung von Rundfunkempfängern. Ab dem Jahr 1950 wurden alle Geräte bei Schaub in Pforzheim gefertigt. 1952 wurde das Typenprogramm beider Unternehmen verschmolzen und der Lorenz-Radio-Vertrieb in die Firma Schaub integriert. Ab 1955 wurden die Geräte unter dem Namen Schaub-Lorenz vertrieben.
1956 wurde das Unternehmen SEG in Standard Elektrik AG umbenannt. Ebenfalls 1956 wurde ein Kabelwerk gegründet. Wesentlicher Motor für das 1957 gegründete Informatikwerk war Karl Steinbuch, der von 1948–1958 dem Unternehmen, zuletzt als Technischer Direktor und Leiter der Zentralen Forschung, angehörte.
1958 erfolgte die Vereinigung der Standard Elektrik AG mit der C. Lorenz AG zur Standard Elektrik Lorenz AG (SEL).
Die Standard Elektrik Lorenz übernahm 1961 die Graetz KG. Die Firmenteile Schaub-Lorenz und Graetz waren zusammen mit einem Bildröhrenwerk Bestandteil der Unternehmensgruppe Audio Video der SEL, die 1979 als Audio-Video-Elektronik in die ITT ausgegliedert wurde. Die Produkte, die unter anderem Fernsehgeräte, Radios, Autoradios, Kassettenrecorder, Weltempfänger und Lautsprecherboxen umfassen, wurden fortan unter dem Namen ITT Schaub-Lorenz vertrieben.[3]
Versuche, auf dem neuen Gebiet der Raumfahrt-Elektronik Fuß zu fassen, waren auf die Produkte AZUR (Telemetrie/Telekommandogerätebeschränkt) und Spacelab (Datenerfassung/Kommandoterminal) beschränkt. SEL entwickelte zu Beginn der 1970er Jahre das Präzisionsanflugverfahren SETAC. Dieser Unternehmensbereich wurde im Jahre 1987 von der finnischen Firma Nokia übernommen.
1976 hatte SEL ein Grundkapital von 357 Mio. DM bei 33.000 Beschäftigten und einem Umsatz von 2,6 Mrd. DM.
1983 stellte SEL auf der Internationalen Funkausstellung Berlin 1983 mit dem ITT Digivision den weltweit ersten Fernseher mit digitaler Signalverarbeitung vor.[4]
2003 wurden die Markenrechte am Namen Schaub Lorenz an die italienische General Trading SpA verkauft. Die neugegründete Schaub Lorenz International GmbH vertreibt seitdem unter dem alten Markennamen Schaub-Lorenz importierte Konsumelektronik aus dem unteren Preisbereich.[5]
Bis 1987 gehörte SEL zusammen mit anderen auf dem Sektor Telekommunikation in anderen Ländern tätigen Schwesterfirmen zum US-amerikanischen Mischkonzern International Telephone and Telegraph (ITT). ITT verkaufte die Aktienmehrheit an den ITT-Telekommunikationsfirmen an die französische Compagnie Générale d’Electricité (CGE), die nach der Zusammenfassung mit den eigenen Telekommunikationsaktivitäten daraus Alcatel bildete. Im Dezember 1987 fand die Bekanntgabe eines Vertrages zwischen Nokia und Alcatel SEL statt: Nokia erwarb zum 1. Januar 1988 den Bereich Konsumgüterelektronik von SEL komplett sowie einen Teil des Bereiches Electronic Components Engineering; somit übernimmt Nokia die Unternehmensgruppe Audio / Video und die Werke in Esslingen und Straubing durch Erwerb der 1961 gegründeten Graetz GmbH. Am 2. Februar 1988 wird die Firma in Nokia-Graetz GmbH umbenannt.
Standard Elektrik Lorenz wurde 1993 in Alcatel SEL umbenannt. Die Aktienmehrheit liegt mit über 99 % bei der Alcatel. Mit der Fusion von Alcatel und Lucent zu Alcatel-Lucent am 1. Dezember 2006 und der Neu-Firmierung beider Unternehmen in Deutschland zur Alcatel-Lucent Deutschland entfiel der Zusatz SEL.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Standard_Elektrik_Lorenz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |