Der States Reorganisation Act, der am 1. November 1956 Gesetzeskraft erlangte, war ein vom indischen Parlament beschlossenes Gesetzespaket, das die Neugliederung des indischen Staatsgebietes in einzelne Bundesstaaten nach ethnisch-sprachlichen Grundsätzen regelte.
Am 15. Juni 1947 trat der vom britischen Parlament beschlossene Indian Independence Act in Kraft, der die Aufteilung Britisch-Indiens in zwei Staaten, einen überwiegend hinduistischen Staat Indien und einen Muslim-Staat Pakistan vorsah. Am 14. August 1947 wurden durch den obersten Vertreter der britischen Kolonialmacht, den Generalgouverneur und Vizekönig von Indien, Louis Mountbatten in Karatschi Pakistan und am darauffolgenden Tag in Delhi Indien formell in die Unabhängigkeit (als Dominions im Rahmen des Britischen Commonwealth) entlassen. Gleich danach brachen schwere Unruhen zwischen Hindus und Muslimen aus, die in bürgerkriegsähnlichen Zuständen mündeten.
In Indien wurde die politische Macht durch Vertreter des Indian National Congress übernommen. Der Indian National Congress strebte die Gründung einer Republik Indien an. Zu den Zeiten der britischen Kolonialmacht war es jedoch so gewesen, dass ein erheblicher Teil Indiens nicht direkt unter britischer Herrschaft stand, sondern von mehr als 560 einheimischen indischen Fürstendynastien regiert wurde, die in einem vertraglichen und persönlichen Treueverhältnis zur britischen Krone standen. Das Verhältnis dieser Fürstenstaaten zur neu gegründeten indischen Republik war ungeklärt. Einige Fürsten stimmten freiwillig und aus patriotischer Gesinnung der Eingliederung ihrer Länder in die Indische Union zu. Die Herrscher einzelner größerer Fürstenstaaten, wie der Nizam von Hyderabad, der Raja von Travancore und der Nawab von Bhopal, versuchten eine unabhängige Politik zwischen Indien und Pakistan zu betreiben, mussten jedoch z. T. unter militärischem Druck der Indischen Union schließlich ihre Länder in die indische Republik eingliedern. Der Nawab von Junagadh erklärte den Anschluss seines mehrheitlich von Hindus bewohnten Fürstentums an Pakistan, woraufhin es von indischen Truppen besetzt wurde. Der Maharaja von Kashmir and Jammu versuchte ebenfalls seine Unabhängigkeit zu bewahren, schloss sein Land jedoch unter dem Eindruck einer muslimischen Rebellion gegen seine Herrschaft Indien an.
Letztlich wurden alle Fürsten zur Aufgabe ihrer politischen Macht genötigt und ihre Staatsterritorien in die neu gegründeten Staaten Indien und Pakistan eingegliedert. In der Indischen Union wurde zunächst in der Phase der Stabilisierung nach der Unabhängigkeitserklärung die Verwaltungseinteilung der britischen Kolonialmacht weitergeführt. Die kleineren ehemaligen Fürstenstaaten wurden in die früher britischen Provinzen eingegliedert. Die neue indische Verfassung vom 26. Januar 1950 unterschied zwischen 3 Kategorien von Staaten:
Die Aufteilung in Klasse A, B, C-Bundesstaaten war auf die Dauer weder sinnvoll noch tragfähig, sie war von Anfang an nur als Übergangslösung gedacht gewesen. Die Grenzen waren rein historisch bedingt und nahmen keine Rücksicht auf die ethnische Zugehörigkeit der Bevölkerung. Im Dezember 1953 wurde durch Premierminister Jawaharlal Nehru die States Reorganisation Commission ins Leben gerufen, deren Aufgabe es war, Empfehlungen für neue, nach ethnisch-sprachlichen Gegebenheiten gebildete Bundesstaaten zu erarbeiten. Vorsitzender der Kommission wurde der indische Richter und Muslim Fazal Ali.
Der States Reorganisation Act führte zur Neubildung bzw. Neugliederung von folgenden Bundesstaaten:
Die folgenden Unionsterritorien wurden gebildet:
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