Suchmaschinenoptimierung oder Search Engine Optimization (SEO; engl.) sind Maßnahmen, die dazu dienen, dass Webseiten im Suchmaschinenranking in den unbezahlten Suchergebnissen (Natural Listings) auf höheren Plätzen erscheinen. Suchmaschinenoptimierung ist ein Teilgebiet des Suchmaschinenmarketings.
Das Aufsuchen und Einlesen der Inhalte von Webseiten folgt bekannten HTML-Standards des Web, weshalb deren Einhaltung bei der Erstellung von Webseiten den ersten Schritt einer Optimierung darstellt. Laut Aussagen von Google stellt die Validität einer HTML-Seite jedoch keinen Einflussfaktor auf deren Ranking dar.[1] Dennoch können Seiten, die besonders HTML-konform sind vom Browser schneller geladen werden, was von Suchmaschinen durchaus honoriert wird.
Man unterteilt die Suchmaschinenoptimierung im Online-Marketing grob in zwei Aufgabenbereiche, die OnPage- sowie die OffPage-Optimierung. Diese Kategorisierung wird an dem Kriterium festgemacht, ob dabei die eigene Seite bearbeitet wird, oder man Einfluss auf andere Webseiten nimmt.
Die OnPage-Optimierung umfasst alle inhaltsseitigen Anpassungen der eigenen Internetseite. Hierzu zählen die Optimierung des Seiteninhalts (auch Content) in Bezug auf Formatierungen, Überschriften etc., aber auch technische Aspekte, wie die Header und Tags, sowie die intere Linkstruktur der Seite. In der Regel geht einer Optimierung aus SEO-Sicht immer eine OnPage-Optimierung voraus. Der eigentlich für Suchmaschinen konzipierte Meta-Tag Keyword wird inzwischen nicht mehr berücksichtigt. Gleiches gilt für den Meta-Tag Description. Dieser wird jedoch (abhängig von der Suchanfrage) möglicherweise als Textauszug in den SERPs angezeigt und sollte deshalb nicht ignoriert werden.[2]
Ein weiterer Schritt ist die Auswahl der geeigneten Suchbegriffe (Keywords). Hierzu kann man sich frei verfügbarer Datenbanken, wie einer Keyword-Datenbank oder des MetaGer Web-Assoziators, bedienen. Weiterhin bietet sich die Verwendung des Google AdWords Keyword Tool an, das neben verwandten Suchbegriffen auch die ungefähre Anzahl der monatlichen Suchanfragen pro Suchbegriff auflistet.
Üblicherweise wird eine Seite für ein oder zwei Suchwörter optimiert. Oft wird auch eine umfangreiche Seite in mehrere Einzelseiten aufgeteilt, um diese für verschiedene Suchbegriffe zu optimieren. Hierbei werden Haupt- sowie Nebenkeywords (auch Primär- und Sekundärkeywords) für die jeweiligen Seiten festgelegt. Dabei werden die Suchwörter mit den entsprechenden Inhalten kombiniert. Eine Art der Optimierung erfolgt durch sogenannte Landing Pages. Dabei gelangt der Benutzer mit dem Klick auf den Link auf eine speziell für SEO-Zwecke optimierte Seite.
Im Zuge der Methoden des SEO hat sich in diesem Bereich ein eigener Schreibstil entwickelt, den man als suchmaschinenoptimierten Stil beschreiben kann. Dieser folgt den „Regeln“ des SEO, die gewissermaßen durch die Suchmechanismen der Suchmaschine vorgegeben werden. Es handelt sich dabei um implizite Regeln, da diese anhand der Erfolgsfaktoren der Optimierung rekonstruiert werden, das heißt ein Suchmaschinenanbieter gibt in der Regel seine Kriterien zur qualitativen Einstufung der indexierten Seiten nicht bekannt.
Bei der Suchmaschinenoptimierung werden demnach die Techniken der Webcrawler und Sortieralgorithmen von Suchmaschinen untersucht. Diese werden nur zum Teil offen gelegt und häufig geändert, um Missbrauch zu erschweren und dem Benutzer relevante Ergebnisse zu liefern. Die nicht bekannten und geheim gehaltenen Techniken werden durch Reverse Engineering der Suchergebnisse untersucht. Dabei wird analysiert, wie Suchmaschinen Webseiten und deren Inhalte indizieren und nach welchen Kriterien diese von der Suchmaschine bewertet, zusammengestellt und sortiert werden.[3]
Die Vorgaben durch die Suchmaschine an Inhalte der Seiten können dabei gänzlich den Regeln klassischer Textproduktion widersprechen. Beispielsweise spielen grammatische Regeln für die Suchalgorithmen kaum eine Rolle. Auf diese Weise kann ein oft falsch geschriebenes Keyword mehr zur Optimierung des Rankings beitragen als ein fachlich korrekter Begriff.
Da diese Mechanismen einer Entwicklungsdynamik unterliegen wird dieser Schreibstil ebenso oft angepasst, um jeweils wieder das bestmögliche Ergebnis bei der Optimierung zu liefern. Das bedeutet, dass eine Seite niemals nur einmal optimiert wird. Es bedarf vielmehr einer dauerhaften Überprüfung der Relevanz der verwendeten Keywords, da sich auch das Nutzerverhalten im Laufe der Entwicklung verändert.
Die OffPage-Optimierung findet fernab der eigenen zu optimierenden Seite statt. Es geht in diesem Arbeitsbereich um die Herausbildung einer Linkstruktur mit anderen Webseiten, um sich besser in bestimmten thematischen Bereichen zu positionieren. Das heißt man stellt in der Regel eine Recherche an, welche thematisch passenden Internetseiten zu sogenannten Linkpartnern werden. Ein großes Bestreben des SEO liegt darin, Partner zu finden, die selbst eine optimale Linkstruktur und einen hohen Pagerank aufweisen.
Denn mittlerweile genügt es nicht mehr alleine, die Relevanz von Webseiten zu erhöhen. Ein gutes Listing und eine gute Sichtbarkeit in Suchmaschinen sowie die Quantität und Qualität der eingehenden Links auf eine Website (Backlinks) sollten mit in Betracht gezogen werden. Auch der Einsatz sogenannter Link Research Tools kann sich lohnen, welche die besten Unterseiten auf einer Domain durchforsten.[4] Zudem ist die Ausgestaltung des Linktextes der Backlinks essentiell für die Platzierung für bestimmte Suchwörter. Dieser Bereich der Suchmaschinenoptimierung wird als „OffPage-Optimierung“ bezeichnet und wird insbesondere bei der redaktionellen Suchmaschinenoptimierung verwendet.
Um Websites auf ihr Potenzial hin zu untersuchen, können kostenlose Online-Tools genutzt werden. Oftmals genügen kleine Veränderungen, um die Platzierung in Suchmaschinen stark zu erhöhen.
Suchmaschinenoptimierung wird nicht nur im Bereich von Webseiten angewendet, sondern auch für akademische PDF-Dateien, um diese für akademische Suchmaschinen wie Google Scholar und CiteSeer zu optimieren.[5] Das Grundprinzip der akademischen Suchmaschinenoptimierung (Academic Search Engine Optimization, ASEO) ist dasselbe wie bei der traditionellen Web-Suchmaschinenoptimierung. Das PDF sollte eine möglichst hohe Suchwortdichte aufweisen und anstatt von (Hyper)links zählen Zitationen. Der Bereich der akademischen Suchmaschinenoptimierung ist noch jung und wird derzeit sehr unterschiedlich bewertet von der akademischen Gemeinschaft.[6][7][8][9][10] Manche halten es für unmoralisch, wissenschaftliche Artikel auf akademische Suchmaschinen zuzuschneiden, andere halten es für nötig, damit Suchmaschinen die Inhalte der PDFs besser und „fairer“ indizieren und gewichten können.
Methoden, die nicht relevante Webseiten auf vordere Plätze der Ergebnisseiten von Suchmaschinen bringen, werden als Suchmaschinen-Spamming bezeichnet; sie verstoßen gegen Regeln, die Suchmaschinen zum Schutz vor Manipulationen ihrer Suchergebnisse aufstellen. So ist es möglich, automatisierte Umleitungen einzurichten, die speziell für Suchmaschinen erstellte Textseiten enthalten. Diese Methode, mit so genannten Brückenseiten zu arbeiten, widerspricht jedoch den Richtlinien der meisten Suchmaschinen. Fälle, die von den Suchmaschinenbetreibern aufgedeckt werden, haben oftmals den Bann der betreffenden Seite zur Folge, d.h. die betreffenden Zielseiten werden aus dem Suchindex ausgeschlossen.
So musste BMW Anfang 2006 kurzfristig hinnehmen, dass das Internetangebot des Automobilkonzernes komplett aus Google entfernt wurde, weil eine Reihe von automatisch weiterleitenden Brückenseiten erstellt wurden.[11] Nachdem BMW die beanstandeten Seiten entfernt hatte, wurde bmw.de wieder in den Google-Index aufgenommen.[12]
Ethische Suchmaschinenoptimierung (engl. white hat search engine optimization) vermeidet Spamming. Sie verzichtet auf unerwünschte Praktiken wie den Einsatz von Brückenseiten oder einer Linkfarm und befolgt die Direktiven der einzelnen Suchmaschinen. Dadurch wird das Risiko eines Ausschlusses oder der Herabstufung in den Suchergebnisseiten vermieden. Im Gegensatz zur ethisch einwandfreien „white hat“ Suchmaschinenoptimierung wird die Optimierung unter Einbeziehung unerwünschter Methoden seitens der Suchmaschinen „black hat“-Optimierung genannt.
Im Bereich der Suchmaschinenoptimierung trat seit Ende 2000 vermehrt der Begriff der Linkpyramide auf. Die Linkpyramide versucht einen natürlichen Backlinkaufbau zu simulieren. Zu diesem Zweck wurden die Backlinks mehrerer erfolgreicher Unternehmer analysiert und betrachtet. Es war gut zu erkennen, dass das sog. Fundament aus einfachen Links besteht und um so hochwertiger die Links wurden, die Anzahl abnimmt. Hieraus ergab sich das Bild einer Pyramide, woraus sich das Wort Linkpyramide ableitete. Um eine Linkpyramide abzuarbeiten verwendet man von unten nach oben gesehen immer weniger Links. Dies resultiert schon daraus, dass es bei hochwertigen Links immer schwerer wird an diese zu gelangen.
Rein grafisch orientierte, mit Filmen, Bildern und grafisch eingebetteten Texten gestaltete Seiten, wie es z.B. die Programmierung in Flash ermöglicht, bieten den Suchmaschinen schwer auswertbaren Textcode. Seit 2008 hat die Firma Adobe den Unternehmen Google und Yahoo die Technik bereitgestellt, mit denen diese auf bisher nicht erschließbare Inhalte in Flash-Dateien zugreifen können.[13] Google erklärt dazu: „Der Googlebot kann fast alle Texte indexieren, die Nutzern angezeigt werden, wenn sie mit Flash-SWF-Dateien auf Ihrer Website interagieren. Anhand dieser Texte kann der Googlebot Snippets generieren oder in der Google-Suche angefragte Begriffe abgleichen. Zudem kann der Googlebot URLs in SWF-Dateien erkennen, beispielsweise Links zu anderen Seiten Ihrer Website, und diesen folgen.”[14] Allerdings werden auf diese Art weder dynamisch geladenen Texte erfasst, noch können Linktexte oder verschiedene Unterseiten innerhalb von Flash identifiziert werden. Die Programmierung einer Webseite ausschließlich in Flash empfiehlt sich daher aus Sicht der Suchmaschinenoptimierung nicht.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Suchmaschinenoptimierung aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |