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Surat (Gujarati: સુરત, Surat) ist eine Stadt im Bundesstaat Gujarat in Indien, am Golf von Khambhat in der Nähe der Mündung des Tapti gelegen. Sie hat 4,5 Millionen Einwohner (Volkszählung 2011) und ist ein Zentrum der Herstellung von Textilien, Teppichen, Gold- und Silberfäden, Hafenstadt, sowie Kulturzentrum mit Universität, Theater, Museen und Galerien.
92 % aller Schmuckdiamanten der Welt werden hier geschliffen.[3]
1194 wird die Ortschaft von General Kutb-ud-din Aibak (1150–1210), Begründer des Sultanats von Delhi, erobert. 1373 plündern die Truppen von Muhammad bin Tughluq (1290–1351), Sultan von Delhi, den Ort. 1512 nehmen die Portugiesen Surat ein, plündern und brennen die Ortschaft nieder. 1576 erobert Akbar das Königreich Gujarat und damit wird Surat zu einer wichtigen Hafenstadt des Mogulreiches. Die Europäer, die die Stadt im 17. Jh. besuchen, zeichnen ein multiethnisches und multireligiöses Bild der Handelsstadt (z. B. Jürgen Andersen, Jean-Baptiste Tavernier, Thomas Roe, Johann Albrecht von Mandelslo), waren aber auch beeindruckt von der Verwaltung und dem Militärsystem des Mogulreiches. Nachdem englische Schiffe im November 1612 die Portugiesen in der Seeschlacht von Suvali (nördlich von Surat) besiegt und deren maritime Dominanz gebrochen hatten, gründete die East India Company die erste Handelsniederlassung Indiens in dem Ort. 1664 wird Surat vom Marathenführer Shivaji erobert und geplündert. Bis zum Jahre 1687 hatte die East India Company ihren Hauptsitz in Surat, danach verlagerte sie ihren Schwerpunkt nach Bombay. Von 1667 bis 1759 gab es in Surat auch eine Handelsniederlassung der Französischen Ostindienkompanie.
Seit dem 16. Jahrhundert nahm der Seehafen von Surat eine führende Stellung als Umschlagplatz für Güter in Indien ein. Erst im 19. Jahrhundert übernahm die südlich von Surat gelegene Stadt Bombay wegen der dort vorhandenen moderneren Hafenanlagen einen Großteil der Handelsaktivitäten.
1796 hatte die Stadt etwa 800.000 Einwohner. 1860 wurde der Bahnhof in Surat eröffnet. Durch den Anschluss an das Bahnnetz des Landes nahm die Entwicklung der Stadt einen Aufschwung und die Einwohnerzahl wuchs erheblich.
Seit dem Jahre 1947 ist Surat Teil des unabhängigen Indien.
Eine Pestepidemie ereignete sich von August bis Oktober 1994 in Surat. Die WHO zählte 6.344 vermutete, 234 erwiesene Pestfälle und 56 Tote. Der dort festgestellte Pesterreger wies dabei bislang noch nicht beobachtete Eigenschaften auf. Er zeichnete sich durch eine schwache Virulenz aus und gilt aufgrund einiger molekularbiologischer Besonderheiten als neuartiger Erregerstamm.
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