Dienstag, 29. Mai 2012

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Swap (Wirtschaft)

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Unter einem Swap (engl. (Aus-)Tausch) versteht man in der Wirtschaft eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, an zukünftigen Zeitpunkten vertraglich definierte Zahlungsströme (Cash Flows) auszutauschen. Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet werden und wann sie fällig werden.

Anwendung

Mit Swaps können Zahlungsströme fast beliebiger Natur getauscht werden. Dadurch können gezielt finanzielle Risiken in der Finanzierung, in der Bilanzstruktur oder in der Absicherung eines Portfolios optimiert werden. Die beiden Vertragspartner eines Swaps sollten unterschiedliche Bonität, entgegengesetzte Finanzierungsinteressen und unterschiedliche Zinsrisikoprämien haben.[1]

Zu den häufigsten Swaps zählen der:

Darüber hinaus sind weitere Swaps denkbar, etwa Derivate auf Wettergeschehen oder Rohstoffpreise in Swapform.

Auch bei jedem herkömmlichen Termingeschäft wird getauscht. Der Unterschied zum Swap liegt darin, dass es beim Termingeschäft nur einen einzigen Austauschtermin gibt.

Bewertung

Ein Swap lässt sich mittels Duplikation bewerten. Dabei wird für beide Seiten des Swaps je eine Anleihe mit dem jeweiligen Zahlungsstrom beobachtet. Ein Zinsswap kann zum Beispiel mit Hilfe einer Anleihe mit fixem Kupon und einer Anleihe mit variablem Kupon bewertet werden. Ein Credit Default Swap kann mit Hilfe einer ausfallrisikofreien und einer ausfallrisikobehafteten Anleihe bewertet werden.

In der Regel findet zum Beginn und zum Ende der Laufzeit kein Austausch von Nennwerten statt. Das heißt, dass bei einem gewöhnlichen Swap beide Seiten den gleichen Nennwert haben und zu Laufzeitbeginn den gleichen Marktpreis. Um den gleichen Marktpreis zu erhalten, werden die Zahlungsverpflichtungen beider Seiten entsprechend ausgestattet.

Gründe für die Existenz von Swapgeschäften

Eine Begründung für die Existenz von Swaps liegt darin, dass ein Kontraktpartner des Swap-Geschäftes die relativen Kostenvorteile (komparativen Kostenvorteile) des anderen Kontraktpartners ausnutzt und beide somit ihre Kosten reduzieren können.[2] Beispielsweise kann ein deutsches Unternehmen auf Finanzierungsvorteile eines amerikanischen Unternehmens – und andersherum – zugreifen, sofern beide Unternehmen einen Währungsswap vereinbaren.

Darüber hinaus sind riskante Aktiva häufig nicht handelbar. Eine Bank kann zum Beispiel Kredite ihrer Kunden aus rechtlichen Gründen nicht am Kapitalmarkt verkaufen, jedoch mit Hilfe von Swaps die Kredit- und Zinsrisiken getrennt weitergeben. Swaps sind häufig leichter zu handeln und ihre Märkte liquider als die Märkte ihrer Basiswerte.

Einzelnachweise

  1. Schierenbeck, H.; Ertragsorientiertes Bankmanagement; Band 2; 6. Auflage, Seite 134.
  2. Ricardo. D; The Principales of Political Economy and Taxation; London/New York 1817.
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