Dienstag, 29. Mai 2012

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System (Nationalsozialismus)

Nationalsozialisten bezeichneten mit dem Begriff System im verächtlichen Sinne die Weimarer Republik.[1]

Abwertend und verächtlich gemeint waren Wortverbindungen wie Systemzeit, ein weitverbreiteter Begriff, mit der die Nationalsozialisten die Zeitspanne von 1918 bis zur „Machtergreifung“ beschrieben. Weitere Komposita wie zum Beispiel Systempartei, Systempolitiker, Systembeamter oder Systempresse waren im Sprachgebrauch der Nationalsozialisten gängig.[2]

Verwendung

„Wenn aber der Nationalsozialist ‚das System‘ sagt, so meint er ausschließlich das System der Weimarer Verfassung. Das Wort ist in dieser Spezialanwendung der LTI – nein, vielmehr erweitert zur Bezeichnung des gesamten Zeitabschnittes von 1918 bis 1933 – sehr rasch populär geworden …“

Victor Klemperer[3]

Im Wahlaufruf der NSDAP vom März 1932 hieß es: „Der Führer […] fordert heute im Namen dieses Volkes das System in die Schranken.[4]“ Im abwertenden Sinne war der Ausdruck „Systemzeit“ in den 1920er Jahren auch von konservativen und völkischen Kreisen benutzt worden.[5]

Einzelnachweise

  1. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. 2. durchges. u. überarb, Aufl. Berlin 2007, ISBN 978-3-11-019549-1, S. 597.
  2. Cornelia Schmitz-Berning: Vokabular des Nationalsozialismus. S. 599.
  3. Victor Klemperer: LTI – Notizbuch eines Philologen. Leipzig 1975, ISBN 3-379-00125-2, S. 127.
  4. Walther Hofer (Herausg.): Der Nationalsozialismus – Dokumente 1933-1945. Überarb. Neuausgabe, Frankfurt/M. 1982, ISBN 3-596-26084-1, S. 23.
  5. Wolfgang Benz: Enzyklopädie des Nationalsozialismus. München 1997, ISBN 3-423-33007-4, S. 756.
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