| Taipei 101Taipei World Financial Center | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Ort: | Taipeh, Taiwan | |
| Bauzeit: | 1999–2004 | |
| Status: | Erbaut | |
| Baustil: | Asiatisch | |
| Architekt: | C.Y. Lee & Partners | |
| Nutzung/Rechtliches | ||
| Nutzung: | Büro | |
| Technische Daten | ||
| Höhe: | 508 m | |
| Höhe bis zur Spitze: | 508 m | |
| Höhe bis zum Dach: | 448 m | |
| Rang (Höhe): | 3. Platz (Welt) 1. Platz (Taiwan und Taipeh) | |
| Etagen: | 101 | |
| Aufzüge: | 61 | |
| Nutzfläche: | 412.500 m² | |
| Baustoff: | Tragwerk: Stahl, Stahlbeton; Fassade: Glas, Aluminium | |
| Baukosten: | 1,6 Mrd. Euro | |
Taipei Financial Center (Spitzname Taipei 101, chinesisch 台北101 Táiběi yīlíngyī) ist der Name eines Wolkenkratzers in Taipeh, der Hauptstadt von Taiwan.
Der Taipei 101 war der höchste Wolkenkratzer der Welt (ohne Antennen oder Masten einzubeziehen), bis er Anfang 2007 vom Rohbau des Burj Khalifa abgelöst wurde, der Anfang 2009 seine endgültige Höhe von 828 Metern erreichte. Mit 508 Metern[1] ragt Taipei 101 (benannt nach seinen 101 Stockwerken) weit über die Skyline der Stadt. Neben den 101 oberirdischen Stockwerken gibt es weitere fünf unterirdische. Auch mit dem höchsten begehbaren Geschoss löste das Gebäude den 1974 vollendeten Willis Tower (früher Sears Tower genannt) in Chicago ab, dennoch ist der Willis Tower aufgrund seiner Antenne mit insgesamt 527 Metern noch 19 Meter höher.
Da der Burj Khalifa eine gemischte Nutzung erhält (bestehend aus Apartments, einem Hotel und Büros) verbleibt der Taipei 101 als das höchste Bürogebäude der Welt. Diesen Titel wird das Gebäude noch bis zur Fertigstellung des One World Trade Center in New York tragen, das im Jahr 2013 mit einer Höhe von 541 Metern den Rang des höchsten für Büros genutzten Wolkenkratzers übernehmen und den Taipei 101 um 33 Meter übertreffen wird.[2]
Die offizielle Einweihung fand Silvester 2004 statt; bereits am 1. Mai 2003 hielt der Präsident von Taiwan eine Feier zur Errichtung des höchsten Stockwerks. Die ersten Mieter waren bereits in die untersten Stockwerke eingezogen.
Im 89. Stock befindet sich das innere Aussichtsdeck; parallel dazu kann man sich dann im 91. Stock nach draußen wagen. Am Fuße des Wolkenkratzers befindet sich das größte Einkaufszentrum Taiwans.
Das Gebäude hat auch die schnellsten Aufzüge der Welt. Mit rund 16,8 Metern pro Sekunde (60 km/h) werden die Besucher in den 89. Stock gebracht, mit rund 10 m/s (36 km/h) geht es wieder zurück. Einige Benutzer gewöhnen sich nur langsam an die Luftdruckverhältnisse (Ohrendruck) im fahrenden Aufzug. Jeder Aufzug hat rund zwei Millionen US-Dollar gekostet.
Die Untergeschosse 2 bis 5 sind für Versorgungsaufgaben vorgesehen. Dazu gehören Parkplätze für 1839 Autos und 2990 Motorroller. Auf den Ebenen 1 und 6 sind Geschäfte und Erholungseinrichtungen angesiedelt. Die Ebenen 7 bis 84 beherbergen Büros, 86 bis 88 Restaurants, 89, 91 und 101 Aussichtsmöglichkeiten und 92 bis 100 Telekommunikationseinrichtungen. Das Dämpfungssystem ist in den Stockwerken 88 und 89 untergebracht.
Das Gebäude steht auf einem Fundament aus 9.000 t Stahl und 26.000 m³ Beton, die auf 557 Betonpfeilern ruhen. Nach oben hin tragen das Gebäude je zwei Säulen an jeder Ecke, 3 m lang und 2,4 m breit. Diese Säulen bestehen aus stahlummanteltem Hochleistungsbeton und reichen bis zur Ebene 67. Darüber hinaus bestehen die Säulen nur noch aus Stahl. Die Steifigkeit der Konstruktion wird dadurch erreicht, dass in jedem 8. Stockwerk 16 Quer- und Längsstreben eingezogen sind. Diese bilden ein zweistöckiges Schachbrettmuster mit neun Feldern.
Das Gebäude muss größten Belastungen standhalten können. Bei Taiwan treffen die eurasische und die philippinische Kontinentalplatte aufeinander, so dass Taiwan eine der aktivsten Erdbebenregionen der Welt mit über 40.000 Erdbeben pro Jahr ist. Außerdem rasen bis zu vier Taifune jährlich über den Inselstaat hinweg. Damit das Gebäude diesen Belastungen widersteht, wurde die Tragstruktur der eines Bambusrohres nachempfunden.
Zwischen dem 88. und 92. Stockwerk befindet sich eine 660 Tonnen schwere, vergoldete, aus einzelnen Scheiben gefertigte Stahlkugel mit einem Durchmesser von 5,5 m, die mit ölhydraulischen Dämpfungselementen versehen ist und so Schwankungen des Gebäudes entgegenwirkt. Die maximal auftretenden Beschleunigungen bei Stürmen werden durch den Dämpfer etwa halbiert. Aufgehängt an armdicken Stahlseilen ist sie das momentan größte und das einzige der Öffentlichkeit zugängliche Tilgerpendel (Schwingungstilger) der Welt. Zwei weitere Dämpfer mit je 4,5 Tonnen Masse befinden sich in der Antennenkonstruktion. Sie sollen Schwingungen reduzieren, die zu einer Ermüdung der Stahlkonstruktion führen.[3]
Um den Brandwiderstand zu erhöhen, wurden alle Pfeiler des Gebäudes mit feuerfestem Spezialschaum ummantelt. Das Löschwasser, das im Gebäude gespeichert wird, umfasst eine Menge, mit der zweieinhalb Mal ein Wettkampf-Schwimmbecken gefüllt werden könnte.
Wie bei allen großen Gebäuden üblich, hat auch das Taipei 101 ein gut ausgebautes Sicherheitsmanagement. Größter anzunehmender Notfall ist ein schweres Erdbeben, das in Taipeh etwa alle fünf Jahre eintreten kann. Hier gilt es, die rund 10.000 Menschen geordnet und ohne jede panische Reaktionen aus dem Wolkenkratzer zu evakuieren.
Am 31. März 2002 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,1 (Magnitude) mit dem Epizentrum in 110 km südöstlicher Entfernung zu Taipei die Ostküste Taiwans. Das noch im Bau befindliche Gebäude wurde so stark erschüttert, dass zwei Baukräne vom 56. Stock herabstürzten.[4] Fünf Menschen starben, darunter die beiden Kranführer sowie Autofahrer, deren Autos von den Gebäudeteilen getroffen wurden.[5] Daraufhin wurde die gesamte Statik des Gebäudes überprüft, man fand aber keine Schäden in der Basis-Struktur. Die Bauarbeiten wurden sechs Monate später fortgesetzt.[6]
Das Erdbeben vom 19. Dezember 2009 kurz nach 21 Uhr Ortszeit richtete keine Schäden an.[7]
Das pagodenähnliche Design des Gebäudes entstammt der chinesischen Tradition. So ist beispielsweise die 8, eine chinesische Glückszahl, immer wieder aufgenommen worden. Auch der Jin Mao Tower in Shanghai ist nach der Form der 8 konstruiert. Außerdem wurde das Gebäude nach der Feng-Shui-Lehre erbaut. Eventuelle Mieter sind so nach traditionell-chinesischem Verständnis bestens vor negativen Einflüssen geschützt. Zudem sollen chinesische Glücksmünzen, die überdimensional groß an der Fassade des Gebäudes zu sehen sind, vor schlechten Geschäften schützen. Des Weiteren soll das Design an einen Bambus erinnern.
Chefarchitekt des Gebäudes ist Chang Yong Lee. Den Bau der 120.000 m² umfassenden Glasfassade in 16.000 Elementen übernahm die deutsche Firma Josef Gartner GmbH, Gundelfingen.
Die Baukosten betrugen rund 1,6 Milliarden Euro.
Über das Einkaufszentrum kommt man zu den Aufzügen, die den Besucher auf die 89. Ebene befördern. Der Zugang zur im freien liegenden Plattform auf der 91. Ebene geschieht über eine Treppe. Der Zugang zur Aussichtsplattform ist abhängig von Wind- bzw. Wetterlage und daher zeitweise nicht möglich. Nicht zugänglich für Besucher sind der schlankere obere Gebäudeteil und die wirkliche Spitze.
Taipei 101 – Songzhi Road 8/Xinyi Road – District Xinyi – Taipei – Taiwan (ROC) (chinesisch 中華民國(台灣)台北市信義區西村里信義路五段7號)
| VorgängerPetronas Towers | Höchstes Gebäude der Welt2004–2010 | NachfolgerBurj Khalifa |
25.033611111111121.565
Koordinaten: 25° 2′ 1″ N, 121° 33′ 54″ O
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