Dienstag, 29. Mai 2012

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Taktik (Militär)

Taktik im militärischen Sinn (von altgriechisch τακτικά taktiká ‚Kunst, ein Heer in Schlachtordnung zu stellen‘)[1] ist die koordinierte Anwendung von militärischen Mitteln nach Kraft, Raum und Zeit zum Zweck des Gefechts.

Begriffsabgrenzung

Die Taktik steht in einem engen Zusammenhang mit den Begriffen Strategie und Operation im Rahmen der Kriegführung. Sie bilden den Entscheidungsrahmen für den richtigen Einsatz bestimmter Mittel in Zeit und Raum in Bezug auf ein Ziel. In diesen Zusammenhang tritt das Planungsdiktum Information über die Verfügbarkeit eigener und fremder Mittel und Absichten, und dient dazu eine Überlegenheit eigener Kräfte in einem Raum zu schaffen.

Frederick W. Lanchester hat das nach ihm benannte Gesetz von Lanchester aufgestellt, mit dem unter bestimmten Voraussetzungen der Ausgang eines Gefechts berechnet werden kann.

Die heute übliche Definition von Taktik, etwa in der Bundeswehr, ist die Lehre von der Führung der Truppen beim Zusammenwirken im Gefecht der verbundenen Waffen und Kräfte sowie der Anwendung dieser Lehre, und erfasst alle Führungsgebiete und gilt auf allen Führungsebenen. Im Rahmen der Taktik soll hierbei vor allem ein optimales Zusammenspiel der (eigenen und gegnerischen) Kräfte in Zeit (Verfügbarkeit der Kräfte) und Raum erreicht werden.

Der Begriff Operation auch Operationführung hingegen wird bei der Führung von Großverbänden als größere Organisationseinheiten ab der Ebene Brigade benutzt. Dieser übergeordnet ist die Strategie als zielgerichteter Einsatz von Gewalt oder Gewaltandrohung zu politischen Zwecken.

Taktische und operative Entscheidungen sind dem strategischen Ziel untergeordnet. Aus strategischer Sicht kann der Ausgang mehrerer einzelner Schlachten unerheblich sein, wenn der Krieg selbst gewonnen wird.

→ siehe auch: Ebenen der Kriegsführung

Taktische Übungen

Die Übungen auf dem Gebiet der angewandten Taktik nennt man im kleineren Maßstab Felddienstübungen, im größeren Maßstab Truppenübungen oder Manöver.

Geschichte

Unter dem Einfluss von Technik und Philosophie hat sich die Taktik ihren Epochen angepasst (siehe Geschichte der militärischen Taktiken).

Literatur

  • Carl von Clausewitz: Vom Kriege. 4. Auflage. Berlin 1880

Einzelnachweise

  1.  Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag/Hölder-Pichler-Tempsky, München/Wien 1965.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Militärische Taktiken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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