| Tele2 | |
|---|---|
| Rechtsform | Aktiebolag |
| Gründung | 1993 |
| Sitz | Kista, Schweden |
| Leitung | Mats Granryd |
| Mitarbeiter | 7381 (Dez. 2010) |
| Umsatz | 4,49 Milliarden EUR |
| Branche | Telekommunikation |
| Produkte | Telekommunikation, Internetzugang |
| Website | www.tele2.com |
Tele2 ist ein schwedisches börsennotiertes Telekommunikationsunternehmen, das weitestgehend in Europa agiert. Derzeit nutzen in 11 europäischen Staaten insgesamt über 30 Millionen Menschen die Dienste von Tele2. Von diesen Menschen verwenden etwa 1,5 Millionen das DSL-Angebot von Tele2. 2010 betrug der Netto-Umsatz des Unternehmens fast 40,2 Milliarden Schwedische Kronen (4,49 Milliarden Euro). Der EBITDA lag bei 10,3 Milliarden Schwedische Kronen (1,15 Milliarden Euro).
Seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes 1998 ist Tele2 in der deutschen Telekommunikationsbranche aktiv, Sitz der Deutschlandzentrale ist Düsseldorf. Über zwei Millionen Deutsche gehören zu den Preselection-Kunden von Tele2. Bekannt geworden ist das schwedische Unternehmen als Call-by-Call-Anbieter. Mittlerweile bietet Tele2 in Deutschland die übliche Palette TK-Dienstleistungen an:
2006 gründen Tele2 und QSC die Netzbetreibergesellschaft Plusnet GmbH & Co. KG, um eine gemeinsame DSL-Konzentrationsnetz-Infrastruktur zu installieren. Bis Ende 2007 war die Erschließung von 2000 Hauptverteilern geplant. Tele2 hielt 32,5 % an Plusnet und QSC 67,5 %. Seit Juni 2007 werden auf dieser Basis von Tele2 Komplettanschlusspakete ohne gebündelten Telekom-Festnetzanschluss angeboten. Am 23. Dezember 2010 wurde bekannt gegeben, dass sich Tele2 vorzeitig aus der Partnerschaft zurückziehen will und QSC die 32,5 % von Tele2 für 36,7 Mio Euro übernimmt. Im Gegenzug muss Tele2 allerdings 66,2 Mio Euro an QSC bezahlen, da die geschlossene Vereinbarung der beiden Unternehmen eigentlich noch bis Ende 2013 Bestand hat.
Tele2 engagiert sich im sozialen Bereich mit zahlreichen Spendenaktionen und eigenen Spenden für die Deutsche Herzstiftung, die seit 2009 offizieller Charity-Partner von Tele2 ist.[1]
Nach der Übernahme der UTA Telekom AG im Herbst 2004 ist Tele2 in Österreich der drittgrößte Anbieter nach der Telekom Austria AG und UPC Telekabel mit nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Kunden, davon 100.000 im Bereich Breitbandinternet sowie 174.000 Mobilfunk-Kunden.
In Österreich werden unter dem Namen Tele2 Telecommunication GmbH folgende Dienstleistungen angeboten:
Der Umsatz im Jahr 2007 lag bei 280 Mio. Euro, das Ergebnis soll ausgeglichen gewesen sein. [2][3]
In der Schweiz war Tele2 von Oktober 1998 bis Ende 2009 als selbständiges Unternehmen tätig. Seit der Übernahme durch Sunrise wird Tele2 als Marke weitergeführt. Das Unternehmen war 2004 der drittgrößte Festnetzanbieter nach Swisscom und Sunrise.
Es werden folgende Dienstleistungen angeboten:
Das eigene Mobilfunknetz von Tele2 ist seit Juni 2005 in Betrieb. Es deckt momentan die größten Schweizer Städte (u.a. Zürich, Basel, Genf, Bern, Lausanne und Winterthur) ab. Am 20. Juli 2005 erwarb Tele2 die Econophone AG, einem 1997 gegründeten Anbieter von VoIP, ADSL-Anschlüssen, Webspace- und Webmail-Diensten. Zu diesem Zeitpunkt war Econophone die Nummer 4 im Schweizer Festnetzmarkt.
Im März 2006 hat Tele2 Schweiz ein direktes Roamingabkommen mit dem Netzbetreiber Sunrise abgeschlossen, wodurch die Kunden von Tele2 nun das Netz von Sunrise landesweit mitbenutzen können. Durch die Umstellung wurden einerseits neue SIM-Karten benötigt, andererseits mussten Bestandskunden in neue Tarifmodelle (kostenlose Gespräche und SMS unter Tele2-Kunden) wechseln. Das frühere Prepaid-Angebot, welches über das Netz von Swisscom Mobile lief, wurde indes eingestellt. Am 29. September 2008 gab Sunrise die Übernahme von Tele2 Schweiz bekannt. Tele2, welche in der Schweiz über 491'000 Kunden verfügt, soll als Marke bestehen bleiben, die Mitarbeiter werden übernommen.[4]
Ende August 2011 hat Tele2 zuerst per E-Mail und dann über ihre Website alle E-Mail-Kunden informiert, dass am 3. Oktober 2011 alle E-Mailkonten abgeschaltet werden, da die Verhandlungen über die Erhaltung der Konten, mit Tele2 Schweden als Besitzer der Konten, erfolglos waren. [5]
In Liechtenstein war Tele2 mit seiner Mobilfunkmarke Tango vertreten. Im Juni 2008 wurde es an Belgacom verkauft.
In Luxemburg bot Tele2 folgende Dienste an:
Im Juni 2008 wurden Tele2 Luxemburg und Liechtenstein an Belgacom verkauft.
Die ungarische Tochtergesellschaft Tele2 Hungary mit 490.000 Festnetzkunden wurde im Juli 2007 für 40 Millionen schwedische Kronen an HTCC Hungarian Telephone and Cable Corp verkauft.
2007 wurden die belgischen Töchter Tele2 Belgien und Versatel Belgien für 96 Millionen Euro an die niederländische KPN verkauft. KPN möchte mit den 125.000 Breitbandkunden seine Marktmacht mit BASE weiter ausbauen. Außerdem wurden/oder sollen die Töchterunternehmen in Dänemark, Spanien, Italien, Frankreich und Portugal ebenfalls ausgegliedert (werden). Tele2 möchte sich durch diese Schritte mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren.[6][7]
Die Stiftung Warentest stufte Tele2 2006 im Test mit 15 Internetprovidern als nicht empfehlenswert ein, weil in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen 18 unwirksame Klauseln zu finden waren[8]. Tele2 betrieb in den Jahren 2006 und 2007 eine aggressive Werbepolitik[9], auch deshalb wurde Tele2 von den Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen und Bayern kritisiert, weil sich Beschwerden von Kunden wegen unerbetener Werbeanrufe häuften [10]. Diese Werbeanrufe hatten in zahlreichen Fällen einen unerwünschten Wechsel des Anbieters zufolge [9]. Laut Verbraucherschützer sei im Jahr 2006 kein anderer Anbieter durch Werbeanrufe so negativ aufgefallen wie Tele2 [11]. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte Tele2 Mitte und Ende 2007 in zwei Verfahren auf Grund unerlaubter Telefonakquise zu einem Ordnungsgeld von insgesamt 300.000 Euro[12]. In einem Streitverfahren mit der Verbraucherzentrale Bayern im Herbst 2007 einigte man sich auf 240.000 Euro Strafzahlung[13]. Seit 2008 betreibt Tele2 kein Telefonmarketing mehr. Auch die Geschäftsbedingungen und Verträge wurden grundlegend überarbeitet.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Tele2 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |