Thorbjørn Jagland (* 5. November 1950 in Drammen) ist ein norwegischer sozialdemokratischer Politiker.
Er war von 1996 bis 1997 Ministerpräsident von Norwegen, von 2000 bis 2001 Außenminister im Kabinett Jens Stoltenbergs und von 1992 bis 2002 Vorsitzender der sozialdemokratischen Partei (Arbeiderpartiet). Er wurde als Vorsitzender von Jens Stoltenberg abgelöst.
Von Oktober 2005 bis 2009 war er Präsident des norwegischen Parlaments (Storting). 2009 wurde er von Dag Terje Andersen abgelöst. Seit 2009 ist er zudem Leiter des Komitees zur Vergabe des Friedensnobelpreises und amtiert in dieser Position voraussichtlich bis 2015.[1] Am 29. September 2009 wurde er durch die Parlamentarische Versammlung des Europarates zum Generalsekretär gewählt. Er setzte sich mit 165 zu 80 Stimmen bei 12 ungültigen Stimmen gegen seinen Mitbewerber, den ehemaligen polnischen Premierminister Włodzimierz Cimoszewicz durch.
Am 9. Oktober 2009 teilte Jagland im Namen des Komitees zur Vergabe des Friedensnobelpreises mit, den amtierenden US-Präsidenten Barack Obama auszuzeichnen. Die Entscheidung stieß weltweit auf ein geteiltes und gedämpftes Echo.[2] Durch eine Indiskretion wurde bekannt, dass es Jagland und seiner Parteikollegin Sissel Rønbeck erst nach langer Diskussion gelang, die drei anderen Juroren von ihrem Vorschlag zu überzeugen.[3]
Am 25. Januar 2010 stellte er seinen politischen Reformplan für den Europarat vor und erklärte zu diesem Anlass, der Europarat könne „ein Leuchtturm für Europa sein, der Entwicklungen sorgfältig beobachtet und versucht, neue soziale und politische Krisen vorauszusehen“.[4]
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Gro Harlem Brundtland | Ministerpräsident von Norwegen 1996–1997 | Kjell Magne Bondevik |
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