Thorwald Proll (* 22. Juli 1941 in Kassel) ist ein Schriftsteller und war in der Außerparlamentarischen Opposition der 1960er-Jahre aktiv.
Mit Andreas Baader, Horst Söhnlein und Gudrun Ensslin legte er am 2. April 1968 Brände in den beiden Kaufhäusern Schneider und Kaufhof in Frankfurt am Main, um gegen den „Völkermord in Vietnam“ zu protestieren. Alle Täter wurden schnell gefasst.
Die vier Angeklagten wurden im nachfolgenden Prozess der Brandstiftung für schuldig befunden und zu drei Jahren Haft verurteilt, nach 14 Monaten jedoch bis zur Entscheidung über eine mögliche Revision auf freien Fuß gesetzt. Der Revision wurde im November 1969 nicht stattgegeben. Proll, Baader und Ensslin setzten sich darauf nach Frankreich ab, Söhnlein trat seine Haft an.
Die Flüchtigen fanden in der Pariser Wohnung von Régis Debray Unterschlupf. Nachdem Thorwald Prolls Schwester, Astrid Proll, zu dem Trio gestoßen war, wandte er sich im Dezember 1969 von der Gruppe ab und verließ Paris in Richtung England. Am 21. November 1970 stellte er sich bei der Staatsanwaltschaft Berlin-Moabit. Im Oktober 1971 wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.
Nach der Haftentlassung arbeitete Proll unter anderem als Hilfsarbeiter, Kellner, Verkäufer und Lektor.
Thorwald Proll lebt seit 1978 als Lyriker, Autor und Buchhändler in Hamburg.
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