| Timișoara Temeswar/Temeschwar/Temeschburg Temesvár Temišvar | ||||
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| Basisdaten | ||||
|---|---|---|---|---|
| Staat: | Rumänien | |||
| Historische Region: | Banat | |||
| Kreis: | Timiș | |||
| Koordinaten: | 45° 45′ N, 21° 14′ O45.75611111111121.22944444444490 Koordinaten: 45° 45′ 22″ N, 21° 13′ 46″ O |
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| Zeitzone: | OEZ (UTC+2) | |||
| Höhe: | 90 m | |||
| Fläche: | 130,5 km² | |||
| Einwohner: | 311.428 (2010) | |||
| Bevölkerungsdichte: | 2.386 Einwohner je km² | |||
| Postleitzahl: | 300xxx | |||
| Telefonvorwahl: | (+40) 02 56 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | TM | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2008) | ||||
| Gemeindeart: | Munizipium | |||
| Gliederung: | zehn Stadtbezirke | |||
| Bürgermeister: | Gheorghe Ciuhandu (PNȚCD) | |||
| Postanschrift: | Bd. C.D. Loga, nr. 1 300030 Timișoara | |||
| Webpräsenz: | ||||
Timișoara (
[timiˈʃo̯ara]?/i, deutsch Temeswar, Temeschwar beziehungsweise Temeschburg, ungarisch Temesvár, serbokroatisch Темишвар/Temišvar) ist eine Stadt im westlichen Rumänien und das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats, und nach Bukarest die zweitgrößte Stadt des Landes. Donauschwaben stellten bis zum Zweiten Weltkrieg die größte ethnische Gruppe in der Stadt.
Timișoara liegt im Stadtzentrum auf einer Höhe von 84 (Intre Vii) bis 95 Metern (Ronaț) über dem Meeresspiegel am südöstlichen Rande der Banater Heide als Teil der Großen Ungarischen Tiefebene. Die Schwarzerde des Bodens und der relativ niedrige Grundwasserspiegel bestimmen die hohe Fruchtbarkeit der Felder im Umland.
Die Stadt liegt infolge der Flussbegradigungen aus dem 18. Jahrhundert nicht mehr am Fluss Temesch, sondern an der Bega. Sie liegt in einem seismisch aktiven Gebiet, so konnten Erdbeben mit einer bisher maximalen Stärke von 6 auf der Richterskala verzeichnet werden.[1]
Die Stadt ist im Bezug auf die Bevölkerungszahlen nach Bukarest die zweitgrößte Stadt Rumäniens. Das Stadtgebiet erstreckt sich 2004 auf einer Fläche von 12.927 ha, wovon 7903 ha landwirtschaftlich genutzt werden (7131 ha bebaubares Land, 426,57 ha Weiden, 223 ha Heuwiesen; 390 ha Weinberge, 84,02 ha Obstgärten). Die nicht landwirtschaftlich genutzte Fläche besteht aus 649 ha Wald, 317 ha Gewässer und Teichen, 2920 ha Gebäuden, 1063 ha Straßen, und 75 ha unfruchtbarem Land.
Timișoara ist die Hauptstadt des Kreises Timiș. Die Nachbargemeinden sind Ghiroda im Osten, Dumbrăvița im Norden und Westen sowie Giroc im Süden. Die Stadt ist etwa 550 km von Bukarest, 170 km von Belgrad, und 300 km von Budapest entfernt.
Timișoara bestand zeitweise aus den folgenden zehn Stadtbezirken:
| Bezirk | Fläche in ha | rumänischer Name | deutscher Name | ungarischer Name | Eingemeindung |
|---|---|---|---|---|---|
| I | 480 | Cetate | Innere Stadt | Belváros | |
| II | 1017 | Fabric | Fabrikstadt | Gyárváros | 1718 |
| III | 668 | Elisabetin | Elisabethstadt | Erzsébetváros | 1890 |
| IV | 442 | Iosefin | Josefstadt | Józsefváros | 1744 |
| V | 205 | Mehala | Mehala | Mehala | 1910 |
| VI | 231 | Fratelia | Fratelia | Újkissoda | 1948 |
| VII | 156 | Freidorf | Freidorf | Szabadfalu | 1950 |
| VIII | 67 | Plopi | Kardos-Kolonie | Kardostelep | 1951 |
| IX | 72 | Ghiroda Nouă | Neu-Giroda | Erzsébetpuszta | 1951 |
| X | 102 | Ciarda Roșie | Rote Tscharda | Vörös Csárda | 1953 |
Die größeren Stadtbezirke sind wiederum in weitere Stadtteile ohne administrative Funktion unterteilt:[2]
| Cetate: | Zona Calea Aradului Est, Zona Calea Aradului Vest, Zona Tipografilor |
| Fabric: | Braytim, Calea Buziașului, Fabrica de Zahăr, Kun(c)z, Zona Banat, Zona Lunei, Zona Dorobanților und Zona Ion Ionescu de la Brad |
| Elisabetin: | Complex Studențesc, Plăvăț, Zona Girocului Est, Zona Girocului Vest, Zona Odobescu und Zona Soarelui |
| Iosefin: | Cartier Dâmbovița, Calea Șagului Vest I, Calea Șagului Vest II und Zona industrială Solventul |
| Mehala: | Anheuer, Ronaț (deutsch: Ronatz oder Ronaz), Weisz, Zona Bucovinei, Zona Circumvalațiunii,
Zona Blașcovici, Zona Matei Basarab und Zona Mircea cel Bătrân |
| Fratelia: | Zona Steaua |
| Freidorf: | Zona Ion Slavici, Neu-Freidorf |
Wie das ganze Banat hat die Stadt ein kontinentales Klima, mit kalten Wintern und heißen Sommern, der Frühling ist meistens kurz.
| Mittlere Lufttemperatur (Monatsmittel auf Jahrmittel)[3] | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Monat | Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | jährlich |
| 1901–2000 | −1,5° | 0,6° | 5,7° | 11,1° | 16,3° | 19,6° | 21,5° | 20,9° | 16,8° | 11,2° | 5,7° | 1,2° | 10,7° |
| 2005 | 0,0° | −3,3° | 3,4° | 11,3° | 16,9° | 19,7° | 22,1° | 20,3° | 17,3° | 11,1° | 4,6° | 1,6° | 10,4° |
| Niederschlag (Monatsmittel auf Jahrmittel in mm) | |||||||||||||
| Monat | Jan | Feb | Mar | Apr | Mai | Jun | Jul | Aug | Sep | Okt | Nov | Dez | jährlich |
| 1901-2000 | 39,1 | 37,5 | 36,5 | 48,2 | 63,4 | 81,0 | 58.3 | 51,5 | 43,9 | 49,7 | 48,7 | 49,4 | 583,9 |
| 2006 | 30,3 | 41,7 | 49,3 | 78,8 | 50,2 | 87,8 | 50,4 | 98,0 | 24,6 | 17,4 | 31,3 | 21,3 | 581,1 |
| Höchst- und Tiefsttemperaturen in den Jahren 1901–2000[3] | |||||||||||||
| Jahr | 1926 | 1935 | 1938 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1957 | 1979 | 1994 | |||
| Maximum | 27,1° | 33,8° | 38,4° | 39,6° | 39,7° | 34,5° | 41,0° | 20,2° | 17,4° | 20,5° | |||
| Jahr | 1922 | 1927 | 1931 | 1932 | 1935 | 1949 | 1962 | 1963 | 1970 | 1971 | |||
| Minimum | −15,4° | −24,8° | −5,2° | −20,0° | −29,2° | 5,0° | 5,9° | −35,3° | −1,9° | −6,8° | |||
Von 553 herrschten die Awaren zweihundert Jahre lang über das Gebiet des heutigen Timișoara[4] und errichteten auf den Ruinen des ehemaligen römischen Wehrbaus Zambara eine neue Siedlung namens Beguey[5], strategisch gelegen zwischen den Flüssen Beghei Bega (Theiß) und Temesch.[6] Nach den Awaren zogen die Petschenegen ins Banat. Auch Kumanen, Bulgaren und Walachen waren hier ansässig, gefolgt von den Magyaren zum Ende des Jahrtausends. Es wird vermutet, dass die Festung Temeschburg schon im 10. Jahrhundert in awarischer Architektur errichtet wurde[4] und sich, mit Wassergräben umgeben, an der Stelle des heutigen Nationaltheaters und Opernhauses Timișoara befand.[7]
Im Jahr 1154 wurde Temeschburg erstmals durch den arabischen Geographen al-Idrisi urkundlich erwähnt. Nach der Zerstörung durch die Tataren im Jahre 1241 rief der ungarische König Bela IV. deutsche Siedler in das entvölkerte Land, welche die Stadt wieder aufbauten.[8] Unter Karl Robert I., der im Jahre 1311 den ungarischen Thron bestieg, war Timișoara schon eine volkreiche und befestigte Stadt.[9] Dieser machte den Ort zu seiner Residenz und regierte zwischen 1316 und 1323 von hier aus für einige Jahre das Ungarische Reich.[10] 1443 durch ein Erdbeben erneut zerstört, wurde Temeswar 1552 von den Osmanen eingenommen und für 164 Jahre Teil des Osmanischen Reichs.[8]
Die Stadt wurde nach dem Venezianisch-Österreichischen Türkenkrieg und der Eroberung des Banats durch das habsburgische Österreich im Jahre 1716 zur Festungs- und Garnisonsstadt ausgebaut und blieb in den folgenden beiden Jahrhunderten unter österreichischer beziehungsweise später österreichisch-ungarischer Herrschaft. Temesvár wurde in seiner Geschichte von mehreren Pest- und Choleraepidemien heimgesucht und in Kriegen mehrmals belagert, u. a. von den Türken und während der Revolution von 1848. 1849 bis 1860 war Timișoara die Hauptstadt des Kronlandes Woiwodschaft Serbien und Temescher Banat.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam Timișoara zu wirtschaftlicher und kultureller Blüte, wozu der Anschluss an das Eisenbahnnetz (1857) und die Kanalisierung der Bega wesentlich beigetragen haben. Von 1869 an verkehrte die Pferdestraßenbahn Temesvári Közúti Vaspálya; sie war nach Budapest die zweite Straßenbahn auf dem Gebiet Altungarns, die erste des heutigen Rumänien und eine der ersten weltweit. Ab dem 12. November 1884 gehörte Temeswar nach Paris, Nürnberg , Steyr und Berlin zu den ersten Städten Europas mit elektrischer Straßenbeleuchtung.
Im Ersten Weltkrieg blieb Timișoara von Kampfhandlungen verschont, war dann aber Ziel der Auseinandersetzungen zwischen dem Königreich Serbien und Rumänien, denen die Alliierten jeweils das gesamte Banat vertraglich zugesichert hatten. Am 14. November 1918 besetzten serbische Truppen die Stadt; am 3. August 1919 wurden diese dann von rumänischen Truppen vertrieben. Die Teilung des Banats wurde am 4. Juni 1920 im Friedensvertrag von Trianon besiegelt und sprach die Stadt Rumänien zu. Dadurch verlor Timișoara einen Teil seines Umlandes und die staatliche sowie infrastrukturelle Bindung an den mitteleuropäischen Raum. Diese Veränderung führte zusammen mit den Wirtschaftskrisen der Zwischenkriegszeit zur wirtschaftlichen Stagnation, wovon sich Timișoara erst Ende der 1920er und Ende der 1930er Jahre erholen konnte.[11]
1930 wurde das katholische Bistum Timișoara gegründet.
Im Zweiten Weltkrieg wurden unter anderem der Bahnhof Gara Timișoara Nord und die Bahnanlagen durch einen alliierten Bombenangriff zerstört.[11] Nach dem Seitenwechsel Rumäniens kam es am 30./31. Oktober 1944 zu Bombardierungen durch deutsche Luftstreitkräfte.[12]
Die deutschstämmige Bevölkerung wurde vom 15. Januar 1945 bis Ende 1949 Ziel von Deportationen der Arbeitsfähigen und von Enteignungen. Nachdem sich 1948 die kommunistische Herrschaft gefestigt hatte, wurden die gesamte Industrie und weite Teile der Dienstleistungen verstaatlicht. Der Handwerk- und Dienstleistungssektor wurde im folgenden Jahrzehnt zu Kooperativen zusammengeschlossen, wodurch sich die wirtschaftliche Eigentumsstruktur in Timișoara völlig wandelte.
Nach dem Ungarischen Volksaufstand gingen Ende Oktober 1956 auch rumänische, ungarische, deutsche und andere Studenten beim Studentenaufstand in Timișoara auf die Straße. Zunächst war deren Anliegen das schlechte Mensaessen und die überfüllten Wohnheime, doch bei der spontanen Versammlung von circa 3.000 Studenten wurden auch die bedrängte Lage der Bauern, die Ausbeutung rumänischer Rohstoffe durch die Sowjetunion und ähnliche Misslagen angesprochen. Nachdem viele Studenten bei der Demonstration verhaftet wurden, blieb die Unterstützung durch die Arbeiterschaft aus.[13]
Ab den 1960er Jahren erfolgte eine Veränderung der Branchenstruktur. Die Konsum- und Leichtindustrie wurde zunehmend vernachlässigt, während die ideologisch bevorzugte Schwer- und Produktionsgüterindustrie aus- und aufgebaut wurde; so etwa ab 1960 im Schwermaschinenkombinat U.M.T., das sich auf Bergbauausrüstungen und Hebezeuge spezialisiert hatte. Die schnell vorangetriebene Industrialisierung zeigte sich in Industrieplattformen, wie sie im Südosten der Stadt mit den chemischen Werken und Fabriken zur Herstellung von Baumaschinen entstanden. Im Süden siedelten sich Betriebe der Baustoff- und Energieindustrie an, im Südwesten die Nahrungsmittelindustrie, und im Nordosten die Maschinenbauindustrie. Die größten Unternehmen waren: I.A.T., Electrotimiș, C.P. Solventul, Optica, I.A.E.M., Electromotor, Electrobanat, Banatul oder I.R.A.. Mangelnde Modernisierung und fehlende Instandhaltung sowie der Mangel an Rohstoffen, die instabile Energielage und unrealistische Produktionspläne machten den Arbeitern das Leben schwer.[14] Timișoara erlebte in den 1980er Jahren zusammen mit dem Rest Rumäniens eine dramatische Auszehrung der wirtschaftlichen und sozialen Bereiche. In der Stadt mit einer der ersten elektrischen Straßenbeleuchtungen Europas brannten 100 Jahre nach deren Einführung nachts keine Lampen mehr.[11]
Die rumänische Revolution gegen die kommunistische Diktatur Nicolae Ceaușescus hatte ihren Ursprung in Timișoara. Auslöser war der Widerstand der reformierten ungarischen Gemeinde in der Elisabethstadt gegen die Zwangsversetzung ihres Pfarrers László Tőkés, gegen die am 14. Dezember 1989 Wache gehalten wurde.
Am 15. Dezember 1989 fanden zahlreiche Demonstrationen und Unruhen statt. Es kam in der Folge zu einem Massaker auf dem Platz der Oper, als Armee und Securitate auf Demonstranten schossen, unter ihnen unschuldige Kinder, die ihr Leben als erste Opfer der Revolution ließen. Die genauen Opferzahlen sind bis heute noch nicht geklärt und lassen viele Fragen offen. Es wird von 153 Toten in Timișoara ausgegangen.[15] Die revolutionären Ereignisse in Timișoara breiteten sich im gesamten Land aus und führten schließlich dazu, dass Ceaușescu als einziges Staatsoberhaupt im Rahmen der Revolutionen im Jahr 1989 gewaltsam gestürzt wurde. Unmittelbar nach einem Schauprozess wurden er und seine Frau Elena standrechtlich erschossen.
Die Proklamation von Timișoara, in der die Aufständischen aus Timișoara am 11. März 1990 ihre politischen Ziele darlegten, ist als erstes Dokument zur Gründung eines demokratischen Rumänien anzusehen.[16]
Nach der Überwindung der Lethargie der 1980er Jahre[17] und einer relativ kurzen Transformationsdepression[18] erholten sich die wirtschaftlichen und sozialen Bereiche rasch. Seit 1996 ist ein zunehmender Aufwärtstrend spür- und im Stadtbild auch sichtbar, da sich die Stadt für internationale Direktinvestitionen besonders aus dem deutschsprachigen und italienischen Raum als attraktiv herausgestellt hat.[11]
Im deutschen Sprachgebrauch wurden und werden die Bezeichnungen Temeswar, Temeschwar und Temeschburg verwendet. Temeschburg wird in Urkunden aus dem 13. und 14. Jahrhundert erwähnt, z. B. 1396 in der Schlacht von Nikopolis König Sigmunds gegen die Türken.
1717 wurden die von den Türken eroberten Gebiete wie das Banat in ihrer Gesamtheit vom Haus Habsburg als ärarischer (staatlicher) Besitz erklärt, aus dem ungarischen Länderkomplex ausgegliedert, unmittelbar den Wiener Zentralstellen unterstellt und als kaiserliche Provinz verwaltet.[19] Im Allgemeinen haben die Österreicher bereits bestehende geographische Bezeichnungen übernommen. Die Stadt wurde Temeswar genannt. Man muss daher davon ausgehen, dass der Name Temeschburg ungebräuchlich geworden war. Die Namensform Temeschburg war, seit es eine deutsche Ansiedlung im Banat gegeben hat, niemals amtlich.[20]
Im Verlauf des 18. und 19. Jahrhunderts wurde Temeswar in deutschen Texten und Beiträgen in der Regel mit „w“ geschrieben. Das änderte sich um 1843 und insbesondere mit dem Erlass des Ortsnamengesetzes vom 5. Februar 1898 durch das Budapester Innenministerium, wonach die Stadt fortan mit „v“ geschrieben werden musste. Die im Jahre 1852 gegründete Temesvarer Zeitung schrieb sich schon mit „v“, obwohl seinerzeit Deutsch die Amtssprache im Banat war. Vár bedeutet auf Ungarisch „Burg“ oder „Festung“.
Der Name Temeschburg wurde in den 1920er Jahren durch deutschnationale Kreise wieder eingeführt, konnte sich allerdings innerhalb der deutschen Bevölkerung vor Ort nie durchsetzen. Dennoch ist der Name Temeschburg in Deutschland bis heute auch eine der offiziellen Bezeichnungen.
1972 wurden alle Namensformen in den Sprachen der Minderheiten in ganz Rumänien verboten, die nicht die direkten Entsprechungen der rumänischen Sprache darstellten. So ging zum Beispiel die Neue Banater Zeitung nach Inkrafttreten des Verbots dazu über den Namen ihres Erscheinungsortes – Temeswar – wieder mit „w“ zu schreiben.[21]
Im Januar 2009 hatte Timișoara 311.586 Einwohner, mit einer Bevölkerungsdichte von 2388 pro km². Timișoara wird überwiegend von Rumänen (85,52 Prozent) bewohnt. Es leben aber immer noch viele Magyaren (7,5 Prozent), sowie Deutsche (2,25 Prozent), Serben (1,98 Prozent), Roma (0,96 Prozent), Schweizer (0,5 Prozent) und Italiener (0,4 Prozent) in der Stadt. Nach einer Schätzung des Deutschen Konsulats in Temeswar leben wieder etwa 10.000 Deutsche in der Stadt beziehungsweise im Umland. 20 Prozent der Bevölkerung sind unter 20 Jahren, 4,0 Prozent sind über 70 Jahre alt. Bei den Konfessionen sind 79 Prozent Anhänger des orthodoxen Glaubens, und 12,4 Prozent gehören der römisch-katholischen Kirche an.[22] Das Judentum in Timișoara ist gemäß der Volkszählung von 2002 auf nur noch 367 Personen geschrumpft.
Die Stadt wurde seit Jahrhunderten vom friedlichen Zusammenleben verschiedener Nationalitäten geprägt. Die ethnische Zusammensetzung der Stadtbevölkerung änderte sich wegen der wechselnden Staatszugehörigkeit häufig, auch die Magyarisierung spielte hierbei eine Rolle. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es noch eine deutsche und ungarische Mehrheit und einen sehr hohen serbischen Bevölkerungsanteil. 1910 lag der Anteil der rumänischen Bevölkerung unter zehn Prozent.[23] Bis ungefähr 1944 bildeten die Deutschen die größte Bevölkerungsgruppe.
In der Nachkriegszeit wuchs mit der Industrie die Bevölkerung der Stadt, im Wesentlichen durch Zuzug rumänischer Bevölkerung aus Ost- und Süd-Rumänien. Dagegen war in der letzten Phase des kommunistischen Regimes der Zuzug aus dem Umland verboten, was de facto auf ein Zuzugsverbot der Minderheiten hinauslief. Dies änderte die ethnische Struktur grundlegend. Zusätzlich schrumpfte die Zahl der Deutschen durch die seit den 1970er Jahren anhaltende Aussiedelung.[11]
Seit Mitte der 1990er Jahre sinkt die Bevölkerungszahl stetig durch Geburtenrückgang und die Abwanderung von gut ausgebildeten jungen Fachkräften besonders aus dem technischen und IT-Bereich, sowie einer langsam beginnenden Suburbanisierung in den Umlandgemeinden.[11]
| Volkszählung[24] | Ethnische Struktur | ||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | Bevölkerung | Rumänen | Deutsche | Ungarn | Serben | Juden | Roma | Slowaken | Bulgaren | Ukrainer | Andere Ethnien |
| 1880 | 38.702 | 5.188 | 21.121 | 7.745 | 2.487 | ? | ? | 416 | ? | 29 | 1.716 |
| 1890 | 45.948 | 5.594 | 24.973 | 11.100 | 2.363 | ? | ? | 332 | ? | 27 | 1.559 |
| 1900 | 60.551 | 6.312 | 30.892 | 19.162 | 2.730 | ? | ? | 288 | ? | 13 | 1.154 |
| 1920 | 86.850 | 16.047 | 32.097 | 27.189 | ? | 8.307 | ? | ? | ? | ? | 3.210 |
| 1930 | 102.390 | 25.207 | 33.162 | 31.773 | 2.237 | 7.264 | 379 | 652 | 279 | 56 | 1.381 |
| 1941 | 125.052 | 46.466 | 37.611 | 24.891 | ? | ? | ? | ? | ? | ? | 16.084 |
| 1956 | 142.257 | 75.855 | 24.326 | 29.968 | 3.065 | 6.700 | 122 | 575 | 280 | 56 | 1.310 |
| 1966 | 174.243 | 109.100 | 25.058 | 31.016 | 4.188 | 2.590 | 120 | 490 | 475 | 71 | 1.135 |
| 1977 | 269.353 | 191.742 | 28.429 | 36.724 | 6.776 | 1.629 | 1.109 | 404 | 942 | 299 | 1.299 |
| 1992 | 334.115 | 274.511 | 13.206 | 31.785 | 7.748 | 549 | 2.668 | 675 | 1.314 | 756 | 903 |
| 2002[25] | 317.660 | 271.677 | 7.157 | 24.287 | 6.311 | 367 | 3.062 | 570 | 1.218 | 762 | 2.249 |
| 2007[26] | 307.347 | ||||||||||
| 2009[27] | 311.586 | ||||||||||
| 2010[28] | 311.428 | ||||||||||
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Soziale Probleme
Neben Bukarest tritt das Phänomen der Straßenkinder in Rumänien vor allem in Timișoara auf.[29] In den 1990er und 2000er Jahren hausten teilweise mehrere Gruppen von jeweils bis zu 100 Kindern im Alter von unter sechs bis 17 Jahren zur Winterzeit in der Kanalisation der Stadt. Die Zeitung The Independent nannte sie 1994 the rat children (deutsch die Rattenkinder).[30][31] 1997 wurde die Zahl der Kinder mit bis zu 200 angegeben. Eine Erhebung ergab, dass über 80 Prozent der Kinder Jungen, 50 Prozent zwischen 10 und 14 Jahren alt, und über 40 Prozent nicht in Timișoara heimisch waren. 65 Prozent der tagsüber auf der Straße lebenden Kinder kehrten nachts zu ihren Familien zurück.[32] 2001 gab es in Timișoara noch immer zwischen 200 und 250 Straßenkinder, für ungefähr die Hälfte bestanden Unterbringungsmöglichkeiten im Nachtasyl oder in anderen Institutionen.[33]
Eine Studie der Drogenberatungsstelle an der Piața Libertății aus dem Jahr 2009 zeigt, dass 8,3 Prozent der 866 befragten Schüler und Studenten mindestens ein Mal im Leben illegale Drogen genommen haben. Die Klassifizierung von Drogen und der Strafen bei deren Besitz liegt bei hart für Haschisch oder Marihuana und sehr hart für Kokain und Heroin. Von den 866 befragten Personen aus dem Kreis Temesch gaben 6,4 Prozent an, Marihuana konsumiert zu haben, 0,9 Prozent Kokain und 0,6 Prozent Heroin. Temeswar bietet kein Methadonprogramm an. Die überwiegende Mehrheit der Befragten hatte Erfahrungen mit den legalen Drogen wie Alkohol und Tabak. Ethnobotanische Drogen sind frei verfügbar, zurzeit wird allerdings ihr Verbot diskutiert. Unter den Straßenkindern ist das Schnüffeln der billigen Straßendroge „Aurolac“ aus Plastiktüten verbreitet.[34][35]
Wie in ganz Rumänien besteht für die Organisierte Kriminalität auch in Timișoara ein gehobenes Potential für Prostitution und Menschenhandel[36], die Stadt ist der Ausgangspunkt für die sogenannte Westroute (über Ungarn oder die Länder des früheren Jugoslawien) nach Westeuropa.[37][38]
Auf den Märkten Timișoaras, so auch auf der Piața Timișoara 700 oder dem Josefstädter Markt, floriert der Schwarzhandel mit unversteuerten Zigaretten.[39] Kriminalität ist gemäß Angaben der Haftanstalt Timișoara nach dem Umbruch zu einem Problem geworden. Die Vollzugsanstalten sind oftmals zu klein für die Anzahl der Häftlinge. Eines der wichtigsten Probleme bleibt weiterhin die Reintegration der Insassen nach der Beendigung ihrer Haftstrafe.[40]
Bei den Kommunalwahlen am 1. Juni 2008 konnte sich Gheorghe Ciuhandu von der Partidul Național Țărănesc Creștin Democrat ein viertes Mal mit 59,4 Prozent der Stimmen als Bürgermeister behaupten. Dies gelang ihm mit den Stimmen der Alianța pentru Timiș[41] bestehend aus PNȚCD, Partidul Național Liberal und dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien.
Gheorghe Ciobanu von der Partidul Democrat Liberal erreichte 15,1 Prozent, Ioan Răducanu von der Partidul Social Democrat 13,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 31 Prozent der Wahlberechtigten.[42]
Vorsitzender der Noua Dreapta (ND, deutsch Neue Rechte) des Banater Bezirkes ist Goran Mrakici, der Redakteur einer serbischen Lokalzeitung und Führer der Fans des Fußballclubs Poli Timișoara. Die politische Gruppe gilt als die militanteste im Land.[43]
Mit dem Projekt Zona metropolitană (deutsch Metropolis-Zone) der Stadtverwaltung soll die Einwohnerzahl der Stadt durch eine Erweiterung der Stadtgrenzen auf die Nachbarortschaften bis 2020 auf 700.000 steigen, unter Berücksichtigung der Infrastruktur und der sozial-kulturellen, sportlichen und medizinischen Aspekte. Hintergrund für diese Bemühungen sind eine bessere Erschließung des Arbeitskräftepotentials in der Landbevölkerung, sowie die Erlangung von Zuschüssen aus Förderprogrammen der EU, wobei größere Gemeinden bevorzugt werden. Die Verwirklichung der Pläne trifft auf Widerstand einiger Bürgermeister der Ortschaften im Umland, die eine Auflösung der Lokalverwaltungen befürchten, sowie bei Teilen der Landbevölkerung, die dort zurzeit niedrigere Steuern zahlt.[44]
Timișoara unterhält Städtepartnerschaften mit[1]
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Das Stadtbild wird maßgeblich von den mehr als 14.500 historischen Gebäuden insbesondere in den Altbauquartieren Cetate, Iosefin und Fabric geprägt. Die Gebäude bilden ein Ensemble mit unverwechselbarer Identität, befinden sich aber aufgrund eines jahrzehntelangen Sanierungsstaus in einem überwiegend schlechten und stark erneuerungsbedürftigen Zustand. An vielen Stellen ist ihr Erhalt gefährdet, unter anderem auch aufgrund unsachgemäßer Reparaturen und der Verwendung nicht denkmalgerechter Baumaterialien in den vergangenen Jahren. Ihr Erhalt und die damit verbundene Sicherung des baukulturellen Erbes zur Verbesserung der Lebens- und Wohnverhältnisse stellt eine zentrale Herausforderung für die Stadtverwaltung dar.
Die technische Infrastruktur ist in weiten Teilen durch ausgebliebene Investitionen und fehlende Instandhaltungsarbeiten modernisierungsbedürftig. Insbesondere das Trink- und Abwassernetz ist von hohen Leitungsverlusten gekennzeichnet. Auf dem Boden- und Immobilienmarkt lastet ein hoher Druck bedingt durch Spekulationen ausländischer Investoren. Sanierte Wohnungen werden zu überhöhten Preisen an zahlungskräftige Geschäftsleute vermietet oder verkauft, bisherige lokale Wohnungseigentümer aus ihren Wohnungen „herausgekauft“ und so aus den innerstädtischen Gebieten verdrängt. Bei steigenden Lebenshaltungskosten führen die geringen Haushaltseinkommen in einigen Stadtteilen bereits zu sozialer Segregation und Spannungen innerhalb der Bevölkerung. Die Verkehrs- und Parkplatzsituation hat sich durch die Zunahme des motorisierten Individualverkehr und Durchgangsverkehrs besonders in der Innenstadt deutlich verschärft und schränkt die Aufenthaltsqualität in den öffentlichen Räumen teilweise erheblich ein. Der kleinteilige Branchenmix entlang der bisherigen Geschäftsstraßen ist durch die Errichtung von Einkaufszentren außerhalb der innerstädtischen Quartiere durch die vermehrte Bindung von Kaufkraft und Kapital zunehmend bedroht.[45]
In der Zona Circumvalațiunii im Bezirk Mehala und in der Zona Antene im Bezirk Fabric sind bereits einige Geschäfts- und Einkaufszentren entstanden, und es bestehen Raumplanungen für größere Erweiterungen mit Büro-, Geschäfts- und Wohnkomplexen.[46] So entsteht zum Beispiel zurzeit in Circumvalațiunii der Fructus Tower, mit 62 Metern das höchste Gebäude der Stadt.
Die Innenstadt wird wegen ihrer langen Zugehörigkeit der Stadt zu Österreich-Ungarn und der damit verbundenen Prägung durch Bauten aus der Kaiserzeit auch als „Klein-Wien“ bezeichnet, da sie an das alte Wien erinnert. Rund 15.000 historische Gebäude[47] in Schönbrunner-Gelb und anderen Pastellfarben säumen pittoreske Plätze und Straßen Timișoaras, und Kopfsteinpflaster durchzieht die historische Altstadt.[48] Die Festung Temeswar wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts auf den Resten einer bereits existierenden osmanischen Befestigung mit starken Mauern und insgesamt neun Bastionen umgeben, von der heute neben zwei kleineren Mauerresten nur noch die Maria-Theresia-Bastion existiert. In der nicht mehr als Gebetshaus genutzten Synagoge in der Innenstadt organisiert die Philharmonische Gesellschaft Timișoara regelmäßig Konzerte. Sehenswert sind auch die zahlreichen anderen Sakralbauten der verschiedenen Konfessionen in Timișoara. Vierzehn Brücken überqueren die Bega, von denen die Brücke Podul Decebal oft als die schönste der Brücken in Timișoara beschrieben wird. An der Brücke befindet sich auch das Neptunbad, Baia Publică Neptun.
Das heutige Stadtzentrum an der Piața Victoriei, der bekanntesten Flaniermeile der Stadt, besteht aus einem breiten Boulevard mit Geschäften und Straßencafés in zahlreichen großbürgerlichen, am Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Wohnpalais.
Siehe auch: Handelskammer-Palais • Hotel Timișoara • Palais Dauerbach • Palais Hilt & Vogel • Palais Lloyd • Palais Löffler • Palais Merbl • Palais Neuhaus • Palais Széchényi • Palais Weiss
Der Platz liegt zwischen der rumänisch-orthodoxen Kathedrale der Heiligen drei Hierarchen und dem Nationaltheater und Opernhaus (Sitz des Deutschen Staatstheaters, des Ungarischen Staatstheaters „Csik Geregely“, des Teatrul Național „Mihai Eminescu“, sowie der Oper. Das in der Fußgängerzone aufgestellte Standbild der Romulus und Remus säugenden kapitolinischen Wölfin ist ein Geschenk der Stadt Rom aus dem Jahre 1926.[49] In der Nähe liegt auch der 1957 errichtete Fischbrunnen. Gegenüber der Kathedrale befindet sich eine den Opfern der Revolution vom Dezember 1989 gewidmete, von Paul Neagu geschaffene Skulptur mit dem Namen Crucificarea (deutsch Kreuzigung).[Anmerkung 1] Zwischen der Piața Victoriei und der Piața Huniade befindet sich das Schloss Hunyadi, welches seit 1946 das Banater Museum mit der Abteilung Geschichte und Naturkunde beherbergt.
Ebenso sehenswert ist der alte Festungskern der Stadt (Cetate) rund um die Piața Unirii (auch „Domplatz“) mit ihren repräsentativen, zumeist aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammenden Kirchen und Palais. Im Zentrum dieses Platzes befinden sich die Dreifaltigkeitssäule und ein über 400 m tiefer Artesischer Brunnen. Den Platz umsäumen zahlreiche Baudenkmäler, wie der Dom zu Timișoara (die römisch-katholische Kathedrale des Bistums Timișoara), die Serbisch-orthodoxe Kathedrale mit dem Serbischen Bischofspalais auf der Westseite, das im 18. Jahrhundert erbaut und dessen barocke Fassade zwischen 1905 und 1906 mit Elementen serbischer Architektur modernisiert wurde, der Barockpalast sowie die Häuser Brück und Emmer.
An dem Platz steht das Alte Rathaus (Primăria Veche), das 1731–1734 nach Ideen des italienischen Architekten Pietro del Bronzo mit einer Mischung aus Stilelementen des Barock und der Renaissance[50] errichtet wurde. Hier ist auch der Sitz der Musik-Fakultät der Universität des Westens Timișoara.[51]
Vor dem repräsentativen Bau ist die Statue des Heiligen Nepomuk und der Maria zu finden. Sie wurde 1734 von den Wiener Bildhauern Blim und Wasserburger aus Sandstein geschaffen.[52] Links von der Statue befindet sich das Militärkasino. Gegenüber dem Alten Rathaus steht das Befehlszentrum der Militärgarnison der Stadt. Vor dem Gebäude befinden sich zwei alte Fichten, die im Jahre 1923 zur Erinnerung an die Entstehung Großrumäniens (1921–1947) gepflanzt wurden. Im östlichen Teil des Platzes befindet sich die frühere Sparkasse, die 1855 von dem Architekten Karl Mai errichtet wurde.[53] Der Platz ist an das Straßenbahnnetz des Verkehrsbetriebes R.A.T.T. angeschlossen.
Timișoara hat den Beinamen „Stadt der Rosen und Parkanlagen“. Der folgende Abschnitt behandelt eine Auswahl der zahlreichen Parkanlagen[53][54], gegen den Uhrzeigersinn von Norden:
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Bekanntester Sportverein der Stadt ist der Fußballklub FC Timișoara, der in der ersten rumänischen Liga spielt und zweimal den Landespokal Cupa României gewann. Heimspiele finden in dem 40.000 Zuschauer fassenden Dan-Păltinișanu-Stadion statt. Der Verein darf sich nach FIFA-Beschluss nicht als Nachfolger des Politehnica Timișoara ausgeben. Dieser qualifizierte sich 1978 erstmals für Spiele um den UEFA-Pokal.
Von 1921 bis 1927 gewann Chinezul Timișoara sechs Mal hintereinander die rumänische Fußballmeisterschaft. Mit der Gründung von Ripensia Timișoara entstand 1928 der erste professionelle Fußballverein Rumäniens, welcher von 1932 bis 1938 fünf Mal die Meisterschaft gewann.
Seit 1960 wird im BCM Timișoara (Elba) Basketball gespielt.[58] Bekanntester Handballverein der Stadt ist Politehnica-Izometal Timișoara.
Andere schwerpunktmäßig betriebene Sportarten sind Leichtathletik, Karate, Badminton, Boxen, Rudern, Gymnastik, Ringen, Schwimmen, Wasserball, Rugby, Schach, Tennis, Volleyball und Sportschießen. Neben dem Sportkomplex Bega und der Sporthalle Olympia bestehen noch zahlreiche weitere Sportplätze.[59]
Zu den bedeutendsten Kulturzentren Timișoaras gehören:
Im Frühjahr 2011 gründeten bedeutende Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft den Verein Timişoara Capitală Culturală Europeană (Temeswar Kulturhauptstadt Europas). Der Verein hat das Ziel, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Temeswar die EU-Kriterien erfüllt, um in die Auswahl für den Titel Kulturhauptstadt Europas zu kommen.[66] Vorsitzender des Vereins ist Ioan Holender.[67]
Zu den Vorbereitungen die die Lokalbehörden zu diesem Zweck treffen, gehört die Sanierung des Altstadtkerns. Das Sanierungsprojekt sieht Arbeiten an 45.000 Quadratmetern Fläche im historischen Stadtzentrum vor. Für dessen Umsetzung wurden Finanzmittel in Höhe von mehr als 65 Millionen Lei (15.250.000 Euro) sichergestellt. 42 Millionen Lei stammen aus europäischen Fördermitteln, 10 Millionen Lei werden die Lokalbehörden selbst aufbringen, die Restsumme wird aus dem Staatshaushalt finanziert. Laut Bürgermeister Gheorghe Ciuhandu setzen die Sanierungsarbeiten im Juni 2012 ein und werden Ende 2014 beendet.[68]
Folgende Bands und Sänger haben in Timișoara ihre Karriere begonnen:
Einige der Songs der in Timișoara geborenen Miss Platnum sind von ihrer Kindheit hier geprägt.[72]
In Timișoara besteht eine ausgeprägte Emo-Subkultur.[73]
Auch die Themen Bier (Timișoreana-Festival), Wein und Drama haben ihre eigenen Festivitäten und Festivals.[82]
Timișoara hat eine Vielzahl von Restaurants, Kneipen, Bars, Clubs, Jazz-Clubs und Discos.
Das Restaurant La Leul de Aur (Strada Marasești 12) bietet allabendlich folkloristische Musik zum Essen, und auch das Restaurant Porto Arte (Bulvardul 16 Decembrie 1989) bietet jeden Samstag lebhafte traditionelle Aufführungen.[82] Im Restaurant Casa cu flori (Strada Alba Iulia 1) findet man eine ausgezeichnete Küche und angenehmes Ambiente.[83]
Veranstaltungsorte wie das Setup (Strada Pestalozzi 22)[84], The Note (Strada Cornelia Salceanu 22)[85] und das Van Graph (Strada Matei Corvin 4)[86] haben Veranstaltungskalender mit Bands aus den Genres Gitarrenmusik, Jazz, Folk und Electronica. Das Scârt Loc Lejer (Strada Zoe 1) ist eine von Künstlern unterhaltene Kneipe mit einem durch Licherketten beleuchteten großen Garten und Hängematten, während das Komodo (Strada Gheorghe Lazăr 5,) mit seiner in asiatischem Stil gehaltenen Einrichtung eine vielbesuchte Bar mit ruhiger Atmosphäre ist, in der Cocktails und Zigarren angeboten werden. Im Aethernative Cafe (Strada Marasești) werden regelmäßig Jamsessions für ein geselliges Studentenpublikum veranstaltet.[82] In der Clubszene werden vielfach die Stilrichtungen House, Eurodance und Techno gespielt. Die bekannteste Diskothek ist das Heaven Studio (Zona Stadion „Dan Paltinisanu“).[87] Das Café Trend & Afterhours (Strada Vasile Alexandri 7) bietet mehrere Chill-out Areas und Partyatmosphäre bis in die frühen Morgenstunden. In der denkmalgeschützten ehemaligen Hutfabrik in Iosefin wird heute die Diskothek Club Pure betrieben. Im Vanilla Club (ehemals Discoland)[88] neben dem Modex-Haus (Piaţa Huniade 1-3) stehen Ravern drei Tanzflächen zur Verfügung. Der Club 30 im Cinema Timiş (Piaţa Victoriei 7) bietet dem Besucher eine entspannte Atmosphäre mit Jazz- und Bluesmusik.[89]
Zu sozialistischen Zeiten war die Region von der Nahrungsmittelverarbeitung, der Textil- und Lederindustrie geprägt. In den 1990er Jahren veränderte sich die Wirtschaftsstruktur der Stadt, mit neu angesiedelten Wachstumssektoren wie Elektro- und Baumaschinenindustrie, Automobilzulieferer und der IT-Branche. Timișoara gehört zu den Entwicklungszentren des Landes, und die Wirtschaft hier befand sich seit 2004 in einer Boomphase.
Die Arbeitslosigkeit im Kreis Timiș liegt mit 4,6 Prozent unter dem Landesdurchschnitt von 8,3 Prozent. (Stand Februar 2010)[90] Es ist zunehmend schwierig, geeignetes Personal zu finden. Gleichzeitig steigt das Lohnniveau rasch.[91]
Zu dem Boom der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts trug auch eine Steuerreform durch die rumänische Regierung bei, die eine Flat Tax von 16 Prozent eingeführt hat und sogenannte Mikro-Gesellschaften (bis 100.000 Euro Jahresumsatz) mit optional 3 Prozent des Umsatzes oder 16 Prozent des Gewinns besteuert. Durch die Auswirkungen der Finanzkrise ab 2007 ist auch in Timișoara, wie in ganz Rumänien, ein Rückgang des Wirtschaftswachstums zu verzeichnen.[92]
Auf der Liste der deutschen Direktinvestoren stehen unter anderem die Zulieferer der Automobilindustrie Continental, VDO Automotive, Dräxlmaier, C. Rob. Hammerstein, sowie Kromberg & Schubert, die hier vor Ort produzieren. Die Firma Linde stellt technische Gase her. Die Honold Logistik Gruppe betreibt eines der größten Logistikzentren in Rumänien bei Timișoara. Die Schweizer Firmen Nestlé und ABB sind mit Produktionsanlagen vertreten.
Auch US-amerikanische Firmen wie Coca Cola, Delphi, Procter & Gamble und Solectron sind hier ansässig, ebenso wie der weltgrößte Schweinezucht- und Schweinefleischverarbeitungskonzern Smithfield Foods.[93] Andere internationale Firmen wie Flextronics und Philips haben auch hier Produktionsstätten errichtet.[94] Die Daimler AG prüft derzeit die Produktionsmöglichkeiten in Westrumänien, so auch in Timișoara.[91]
In Timișoara sind rund 35 Banken ansässig.[95]
Das Bega Shopping Center (rumänisch Magazinul Bega) liegt mit fünf Verkaufsebenen im Zentrum der Stadt, direkt neben dem bekanntesten Hotel der Stadt, dem Hotel Continental. Das Kaufhaus war mit 8.600 m² eines der ersten großen Shopping Center in Timișoara und wurde seit seiner Errichtung mehrfach renoviert.[96] Seit 2005 ist die im Norden der Stadt liegende Iulius Mall auf einer Fläche von 83.000 m² mit 210 Geschäften auf drei Etagen sowie einem Kino Cinema City mit 7 Sälen mit 951 Sitzplätzen das größte Einkaufszentrum im Westen Rumäniens.[97]
1989 gab es sechs Hotels in der Stadt, 2004 waren es 28[94], und 2009 bereits 49[98] Das Angebot an Hotels in der Stadt erstreckt sich heute von Unterbringungen für Rucksacktouristen bis hin zu Sterne-Hotels. Erwähnenswert ist das Hotel Timișoara mit seinem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude.
Das Straßennetz der Inneren Stadt orientiert sich am Verlauf der ehemaligen Festungsmauern. Nach der Entfestigung wurde die Innere Stadt durch 40 Meter breite Verkehrsadern erster Kategorie wie den heutigen Bulevard Tinereții und Bulevard Revoluției din 1989 mit der Josefstadt und Fabrikstadt verbunden.[99] Das dichte, geradwinklige Straßennetz der Innenstadt wurde von einer Ringstraße nach Wiener Vorbild umgeben. Andere Straßen folgten diesem Vorbild.
Der öffentliche Personennahverkehr obliegt dem kommunalen Verkehrsbetrieb Regia Autonomă de Transport Timișoara (R.A.T.T.). Er betreibt die Straßenbahn Timișoara, den Oberleitungsbus Timișoara sowie diverse Omnibuslinien.[100] Der Busbahnhof befindet sich am Gara de Est (Ostbahnhof), circa drei Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt. Die wichtigsten europaweiten Buslinien fahren Timișoara mehrfach täglich an. Der Busbahnhof für den nationalen Reiseverkehr befindet sich am Gara de Nord (Nordbahnhof).
Timișoara liegt an der Fernstraße DN6, die in Richtung Nordwest zum circa 80 Kilometer entfernten Grenzübergang Makó-Cenad zu Ungarn führt. Über die Europastraße E76 erreicht man das nördlich gelegene Arad. Über die E70 gelangt man sowohl in das östlich gelegene Lugoj als auch das serbische Vršac im Süden. Die DN59A führt zum westlich gelegenen Jimbolia.
Timișoara ist ebenso ein Schienenknotenpunkt und durch die staatliche Eisenbahngesellschaft Căile Ferate Române an eines der größten europäischen Eisenbahnnetze angeschlossen. Vom Gara Timișoara Nord sind zahlreiche Reiseziele im In- und Ausland per Bahn zu erreichen. Neben diesem Bahnhof bestehen noch die Stationen Timișoara Est im Bezirk Fabric, Timișoara Sud im Bezirk Fratelia und Timișoara Vest im Bezirk Freidorf. An der südlichen Stadtgrenze existiert außerdem noch der Haltepunkt Timișoara C.E.T. beim gleichnamigen Kraftwerk. Der große Rangierbahnhof Ronaț Triaj befindet sich bereits außerhalb des Stadtgebiets an der Bahnstrecke nach Arad.
Der internationale Flughafen Timișoara, benannt nach dem rumänischer Luftfahrtpionier Traian Vuia, liegt im Osten der Stadt. Die Stadt ist so mit einer Reihe von europäischen Flughäfen vernetzt, unter anderem durch die Fluggesellschaften Carpatair und Wizz Air, Lufthansa oder Austrian Airlines. Gegenwärtig steht der Ausbau des Abfertigungstraktes an. Mittelfristig ist geplant, den Flughafen an das Bahnnetz anzubinden. Das Bürgermeisteramt hat mit Unterstützung des städtischen Polytechnikums sowie des Stuttgarter Fraunhofer-Instituts bereits ein breit angelegtes Infrastruktur-Projekt namens „Vision Temeswar 2030“ erarbeitet, das vorsieht, den Flughafen mit dem regionalen Bahnnetz zu verbinden. Das Projekt zielt darauf ab, den Güterverkehr möglichst aus der nahegelegenen Stadt wegzuleiten.[91]
Der kleinere private Flugplatz Cioca befindet sich im Westen der Stadt.
Timișoara war bis in die 1950er Jahre ein Hafen an der Bega. 1958 stellte Rumänien den Schiffsverkehr mit den Nachbarstaaten auf dem Bega-Kanal ein.[101] Der Kanal, seit 1967 ganz geschlossen, wurde über zwei Jahre entschlammt und ausgebaut und ist seit 2011 in Teilen wieder schiffbar. Zur Entlastung des Verkehrs in der Stadt sind vier Vaporettos mit neun Haltestellen geplant, die zwischen dem Wasserwerk und dem Heuplatz (Badea Cârțan) pendeln sollen.[102][103]
Ein Abschlusstermin für die Arbeiten zur Abwicklung von Frachtverkehr ist derzeit nicht bekannt.[104] Die Gesamtinvestition für die Maßnahmen beträgt 22 Millionen Euro.[103] Nach Abschluss der Arbeiten wird Timișoara damit zum Hafen am Paneuropäischen Korridor VII und mit anderen Häfen von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer verbunden sein.[101]
Zuständig für die Brücken der Stadt ist die Regionale Direktion für Straßen und Brücken Timișoaras.[105]
| Name der Brücke, rumänisch | Name, deutsch | Name, ungarisch | Entfernung vom Uzina Hidroelectrică (deutsch Wasserkraftwerk), von Ost nach West in km | Verkehr | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Pasarela de la Uzina Hidroelectrică | 0,14 | |||
| 2. | Podul Mihai Viteazul, auch Podul din Piața Morii, Podul de la Turbină | Mühlenplatzbrücke | 0,52 | Motorisierter Individualverkehr, Straßenbahn | |
| 3. | Podul Dacilor auch Podul din Piața de Fân, Podul Badea Cârțan | Heuplatzbrücke | 1,4 | Motorisierter Individualverkehr, Straßenbahn | |
| 4. | Podul Decebal, auch Podul de pe Aleea Parcului | Decebal- oder Dezebalbrücke, Parkgassenbrücke, Neptunbrücke | Liget-úti híd | 2,21 | Motorisierter Individualverkehr, Straßenbahn |
| 5. | Pasarela dintre Parcuri, auch Pasarela Ioan Polen. | Brücke zwischen den Parks | 2,40 | Fußgänger | |
| 6. | Podul Michelangelo | 3,02 | jüngste Brücke der Stadt | ||
| 7. | Podul Tinereții, auch Podul Episcopal, Podul Mitropolit Andrei Șaguna | Bischofsbrücke | 3,78 | Motorisierter Individualverkehr | |
| 8. | Podul Traian, auch Podul Huniade, Podul de la Maria | Hunyadi híd | 4,16 | Motorisierter Individualverkehr, Straßenbahn | |
| 9. | Podul de Fier | Eisenbrücke | 4,70 | Fußgänger | |
| 10. | Podul Ștefan cel Mare, auch Podul Ancora de Aur, Podul la Ancora, Podul Franz Iosef, Podul de la Gară | Brücke Goldener Anker | Aranyhorgony | 5,13 | Motorisierter Individualverkehr, Straßenbahn |
| 11. | Podul Eroilor, auch Podul Bem, Podul de la Elba, Podul Pieței Iosefin | Heldenbrücke | Bem híd | 5,32 | |
| 12. | Podul Muncii, auch Podul de la Autogară, Podul de la Fabrica de Tutun, Podul Regal | 5,52 | Motorisierter Individualverkehr | ||
| 13. | Pasarela Gelu | 5,98 | Fußgänger | ||
| 14. | Podul Modoș, auch Podul de cale ferată | 7,17 | Eisenbahn |
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Zeitungen Auswahl: |
Hörfunk Radiosenderauswahl:
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Fernsehen Fernsehsenderauswahl: |
Von 1968 bis 1993 erschien die deutschsprachige Neue Banater Zeitung in Timișoara. Sie wird als Beilage der „Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien“ fortgeführt.
Das Rathaus der Stadt, die Primǎria Municipiului Timișoara, liegt am Bulevard C.D. Loga, nr. 1. Der Sitz des Gerichtshofes für den Kreis Timiș ist der Dikasterialpalast. Das Postpalais befindet sich am Bulevardul Revoluției din 1989. Die Stadt verfügt über elf Krankenhäuser.[122]
Timișoara ist eine Universitätsstadt mit den Schwerpunktfächern Physik, Medizin, Mechanik, Elektrotechnik und Jura. Es gibt unter anderem ein deutsches Gymnasium, das Nikolaus Lenau Lyzeum, diverse weitere deutsche Schulen und Kindergärten, sowie das Deutsche Kulturzentrum.[123]
Das Angebot der Universitäten in Timișoara wird von rund 8000 Studenten angenommen.[124](Stand 1997) Diese sind:
Staatliche Universitäten:
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Privatuniversitäten:
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Von 1925 bis 1944 existierte im Gebäude der heutigen Medizinischen Universität die deutschsprachige Hochschule Banatia.
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In Timișoara bestehen drei Schulen mit Klassen I bis VIII und zehn Kindergärten mit deutscher Unterrichtssprache.[144]
Unter den zahlreichen Bibliotheken der Stadt können folgende hervorgehoben werden:
Bedeutende Persönlichkeiten, die in Timișoara geboren wurden oder gewirkt haben, sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Timișoara oder in der Liste der Ehrenbürger der Stadt Timișoara zu finden.
Die Bürgermeister Timișoaras können der Liste der Bürgermeister von Timișoara entnommen werden.
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