| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 51° 33′ N, 13° 0′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Nordsachsen | |
| Verwaltungs- gemeinschaft: | Torgau | |
| Höhe: | 78 m ü. NN | |
| Fläche: | 90,33 km² | |
| Einwohner: |
19.688 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 218 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 04860, 04861 | |
| Vorwahlen: | 03421, 034221 | |
| Kfz-Kennzeichen: | TDO | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 7 30 310 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Markt 1 04860, 04861 Torgau | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeisterin: | Andrea Staude (SPD) | |
| Lage der Kreisstadt Torgau im Landkreis Nordsachsen | ||
Torgau ist eine Große Kreisstadt mit etwa 20.000 Einwohnern und Verwaltungssitz des Landkreises Nordsachsen in Sachsen. Mit zwei weiteren Gemeinden bildet Torgau die Verwaltungsgemeinschaft Torgau.
Die Stadt Torgau liegt im Norden des Freistaates Sachsen am westlichen Ufer der Elbe auf einer Höhe von 85 Metern über dem Meeresspiegel. Westlich von Torgau beginnt die Dübener Heide, die sich im Westen bis Eilenburg und im Norden bis Gräfenhainichen und Kemberg erstreckt. Südwestlich der Stadt liegt der Große Teich, der vom Schwarzen Graben, aus Richtung Audenhain kommend, gespeist wird. An den See schließt sich südlich der Torgauer Ratsforst an.
Die nächsten größeren Städte sind im Uhrzeigersinn beginnend im Westen: Eilenburg (27 Kilometer, weiter bis nach Leipzig 50 Kilometer), Bad Düben (28), Bad Schmiedeberg (22, weiter bis nach Lutherstadt Wittenberg 45), Herzberg (23), Bad Liebenwerda (28) und Riesa (37).
Die Stadt gliedert sich in die Kernstadt sowie die Ortsteile:
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Klimadiagramm von Torgau[2] |
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Die durchschnittlich Lufttemperatur in Torgau beträgt 8,7 °C, der jährliche Niederschlag 541 Millimeter.
Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort unter dem Namen Torgove in einem Dokument aus dem Jahr 973. Wann der Ort eine Stadt wurde, ist nicht datiert. Zumindest aus dem Jahr 1267 findet sich eine Notiz, die von der Stadt Torgau spricht.
1344 erfolgte die Ersterwähnung der Bürgerwehr Die Geharnischten im Städtebund Torgau, Oschatz und Grimma, die in der Wurzener Fehde 1542 Berühmtheit erlangte.
1485 fand die Leipziger Teilung zwischen den Brüdern Ernst und Albert statt. Ernst machte Torgau zur Residenz seines Machtbereiches. Im März 1530 verfasste Martin Luther aus dem nahen Wittenberg gemeinsam mit Jonas, Melanchthon und Bugenhagen die Torgauer Artikel. Doch schon 1547 war es vorbei mit der Residenzstadt: Der Kurfürst Johann Friedrich verlor gegen Kaiser Karl V., und sein Fürstentum wurde dem seines Vetters Moritz in Dresden zugeschlagen.
1552 reiste Luthers Witwe, Katharina von Bora, nach Torgau, um sich vor der in Wittenberg ausgebrochenen Pest in Sicherheit zu bringen. Bei einem Kutschenunfall brach sie sich jedoch das Becken und starb drei Wochen später, am 20. Dezember 1552, in Torgau an den Folgen. In ihrem Sterbehaus befindet sich heute ein ihr gewidmetes Museum, und ihr Grabmal in der Kirche St. Marien ist eine der Torgauer Sehenswürdigkeiten.
Am 3. November 1760 fand mit der Schlacht bei Torgau auf den Süptitzer Höhen die letzte große Schlacht des Siebenjährigen Krieges statt.
Im Jahr 1811 wurde auf Befehl Napoleons die Festung Torgau ausgebaut, was jedoch nicht seine Niederlage verhinderte. Torgau fiel nach dem Willen der Sieger und den Beschlüssen des Wiener Kongresses 1815 an Preußen.
Zur Zeit des Nationalsozialismus, in den Jahren von 1943 bis 1945, war Torgau Sitz des Reichskriegsgerichts. Im Wehrmachtgefängnis Torgau auf Fort Zinna wurden über 1.000 Todesurteile verhängt und vollstreckt. Opfer der Hinrichtungen waren unter anderem Wehrdienstverweigerer, Zeugen Jehovas, Widerstandskämpfer, amerikanische Kriegsgefangene. Heute befindet sich hier ein von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten betreutes Museum.
Torgau erlangte Ende des Zweiten Weltkrieges internationale Berühmtheit, als sich am 25. April 1945 sowjetische und amerikanische Truppen an der Elbe bei der Stadt trafen und am 26. April 1945 dieses Ereignis nochmals für die Kameras nachträglich auf der zerstörten Elbebrücke in Szene setzten. Der erste Kontakt der beiden Armeen während des Krieges in Europa fand bereits am 25. April 1945 in Strehla, 30 Kilometer entfernt von Torgau, an der Elbe statt. Heute erinnert der Elbe Day als Gedenktag an dieses symbolische Ereignis. Einer der damals am Treffen teilnehmenden US-Soldaten, Joe Polowsky, setzte sich später für die Anerkennung des 25. April als „Weltfriedenstag“ ein. Gemäß seinem letzten Willen wurde er nach seinem Tod 1983 auf dem evangelischen Friedhof in Torgau begraben.
Von September 1945 bis Oktober 1948 betrieb der NKWD in Torgau im früheren Wehrmachtgefängnis Fort Zinna bzw. in der nahegelegenen Seydlitz-Kaserne die Speziallager Nr. 8 und Nr. 10.
Zwischen 1964 und 1989 gab es in Torgau einen Geschlossenen Jugendwerkhof.[3]
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Torgau, das zuvor dem ehemaligen preußischen Regierungsbezirk Merseburg angehörte, Teil des neu gegründeten Landes Sachsen-Anhalt. 1952 folgte dann im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR die Zuordnung zum Bezirk Leipzig. Als mit der Wiedervereinigung 1990 die Grenzen der neuen Bundesländer festgelegt wurden, wurde Torgau im Ergebnis einer Volksbefragung schließlich wieder sächsisch.
Zum 1. Januar 2009 erfolgte die Erhebung zur Großen Kreisstadt.
Am 1. Januar 1994 wurden Graditz und Melpitz eingemeindet. Am 1. Januar 2009 erfolgte die Eingemeindung der zuvor selbstständigen Gemeinde Pflückuff, die Stadtfläche wurde dadurch von 42,08 km² auf 90,33 km² mehr als verdoppelt.
Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 jeweils zum 31. Dezember):
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1) einschließlich Garnison (4. Thüringisches Infanterie-Regiment Nr. 72, Pionier-Bataillon Nr. 3 und I. Abteilung/1. Thüringisches Feldartillerie-Regiment Nr. 19)2) 29. Oktober3) 31. August4) Eingemeindung Plückuff
Der Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:[4]
| Partei/Liste | CDU | SPD | LINKE | FWG | FDP | fraktionslos | Gesamt |
| Sitze | 8 | 4 | 3 | 3 | 2 | 2 | 22 |
Zusätzlich gehört dem Stadtrat Oberbürgermeisterin Andrea Staude an, die den Vorsitz führt.
Torgau pflegt Städtepartnerschaften zu[5]
Außerdem bestehen freundschaftliche Beziehungen zur finnischen Stadt Hämeenkyrö.
Der Kurfürst Friedrich III., auch der Weise genannt, verlieh seiner Geburtsstadt am 11. Juni 1514 das noch heute gültige Wappen.
Blasonierung: „Geviert von Silber und Blau; Feld 1 und 4: je vier rote Sparren pfahlweise, Feld 2 und 3: je ein linksgerichteter steigender silberner Löwe mit roter Bewehrung und ausgeschlagener Zunge.“
Außerdem besitzt Torgau ein Vollwappen mit silbernem Stechhelm und silbern-blauer Helmdecke sowie linksgewendetem silbernem Löwenrumpf mit blauem Flug.
Nahe der Elbe steht Schloss Hartenfels, ein prachtvoller Renaissancebau, der Sitz der ernestinischen Wettiner war und auch die Dauerausstellung Torgau – Ein Fürstenhof der Renaissance beherbergt. Die Aufführung der ersten deutschsprachigen Oper fand ebenfalls im Schloss Hartenfels statt, nämlich der Oper „Daphne“ mit der Musik von Heinrich Schütz. Die Torgauer Schlosskapelle war der erste evangelische Kirchenneubau. Martin Luther rühmte sie mit den Worten: „Salomo hat nirgends einen so schönen Tempel gebaut, als Torgau hat.“ Luthers Vorstellungen von gottesdienstlichen Versammlungen prägen diesen Kirchraum. Er selbst weihte die Kapelle der sächsischen Kurfürsten auf Schloss Hartenfels am 5. Oktober 1544 ein.
Der Torgauer Museumspfad umfasst sechs bedeutende Stationen mit zahlreichen museumspädagogischen Angeboten:
Nahe der Elbe befindet sich am historischen Ort des Geschlossenen Jugendwerkhofes die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Mit ihrer Dauerausstellung dokumentiert sie die repressiven Machtstrukturen des DDR-Bildungssystems, erinnert an die jugendlichen Opfer der sozialistischen Umerziehungspraxis und thematisiert aktuelle Aufarbeitungsprozesse zur Geschichte der Heimerziehung in der DDR, der Bundesrepublik und Europa.[6]
Jährlich im August findet das Endless Summer Open Air, ein zweitägiges Musik-Festival mit zwei Bühnen und Camping-Gelände, im Entenfang statt. Im Brückenkopf Torgau finden mehrmals im Monat Rockkonzerte statt, organisiert werden diese vom sozial-jugendorientierten Verein IG Rock e. V.. Auch die Kulturbastion Torgau ist ein beliebter Anlaufpunkt für die Bürger der Stadt während des Wochenendes.
Der Anfang des 19. Jahrhunderts komponierte Torgauer Marsch wurde nach der Stadt benannt.
Von Mai bis Oktober 2004 fand in Torgau die 2. Sächsische Landesausstellung statt. Im Mittelpunkt stand die Reformationsgeschichte. Zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation wird Torgau Standort einer großen nationalen Sonderausstellung. Die Ausstellung soll schon 2015, zwei Jahre vor dem 500. Jubiläum, eröffnet werden und bis 2017 laufen.
Die drei größten Arbeitgeber in Torgau sind der Autozulieferer Flachglas Torgau GmbH mit 550 Mitarbeitern, die Porzellanmanufaktur Villeroy & Boch und die Justizvollzugsanstalt Torgau.
Das Kreiskrankenhaus Torgau "Johann Kentmann" gGmbH ist mit 250 Betten ein Haus der Regelversorgung, es besitzt ein zertifiziertes Brust- und Darmzentrum. Mit seinem Namen erinnert es an den Stadtphysicus, der im 16. Jahrhundert in Torgau gewirkt hat.
In Torgau befinden sich mehrere Grundschulen, die Katharina-von-Bora-Mittelschule und die Mittelschule Nordwest Torgau, das Johann-Walter-Gymnasium sowie das Berufliche Schulzentrum Torgau.
Der Bahnhof Torgau liegt an der Eisenbahnstrecke Leipzig/Halle (Saale)–Falkenberg/Elster–Cottbus, die 1872 als Teilstrecke der Halle-Sorau-Gubener Eisenbahn mit der Elbebrücke bei Torgau eröffnet wurde und heute von Zügen der DB Regio befahren wird. In der Vergangenheit war Torgau auch Ausgangspunkt der Bahnstrecke Torgau-Belgern, die zwischen 1915 und 1995 die Kreisstadt Torgau mit der Stadt Belgern verband, sowie der Bahnstrecke Pretzsch–Torgau, die zwischen 1895 und 1997 von Torgau nach Pretzsch (Elbe) fahrplanmäßig mit Personenzügen befahren wurde.
Torgau liegt am Kreuzungspunkt dreier Bundesstraßen: der B 87, der B 182 und der B 183, von denen die B 87 und die B 183 die Elbe auf der Elbebrücke überqueren.
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