Tropical Stud oder Tropical Stud Poker, auch Caribbean Stud oder Oasis Stud, ist eine Poker-Variante, die in Spielbanken angeboten wird. Bei dieser Spielart spielen die Teilnehmer nicht gegeneinander, sondern es spielt jeder Teilnehmer für sich gegen das Casino – im Prinzip handelt es sich daher um ein Zwei-Personen-Spiel.
Die nachstehende Beschreibung folgt dem Reglement der Casinos Austria.
Tropical Stud wird mit einem Paket französischer Spielkarten zu 52 Blatt an einem etwa halbkreisförmigen Tisch gespielt ähnlich dem Black Jack. An der geraden Seite sitzt der Croupier (Dealer, Bankhalter), ihm gegenüber befinden sich die Plätze für bis zu sechs Spieler (Pointeure).
Vor Beginn eines Spieles setzt jeder Spieler seinen Einsatz – zumindest das vom Casino festgelegte Minimum, üblicherweise € 5, höchstens das sogenannte Maximum, zumeist € 200 – auf das Feld mit der Bezeichnung Ante. Sodann mischt der Croupier die Karten, lässt abheben und teilt jedem Spieler fünf Karten verdeckt zu, sich selbst gibt er ebenfalls fünf Karten, davon vier verdeckt, die fünfte jedoch offen.
Nun prüft jeder Spieler sein Blatt – die Spieler dürfen einander ihre Karten nicht zeigen - und entscheidet, ob er
Zusätzlich kann ein Spieler gegen Bezahlung eines Betrages in Höhe des Ante eine Karte tauschen (switch).
Haben sich alle Spieler entschieden, so legen sie ihre Karten wieder verdeckt auf den Tisch zurück, und nun deckt der Croupier sein Blatt auf. Um im Spiel zu bleiben, muss sich der Croupier qualifizieren, d.h. er muss eine Pokerkombination besitzen, die zumindest den Rang von Ass-König besitzt (“Dealer only plays with ace/king or higher“).
Kann sich der Croupier nicht qualifizieren, so ist das Spiel vorbei, d.h. die Spielbank steigt aus. Alle noch im Spiel befindlichen Pointeure erhalten einen Gewinn in der Höhe ihres Einsatzes auf dem Ante-Feld ausbezahlt.
Kann sich der Croupier qualifizieren, so geht die Spielbank mit (call) und jedes Blatt wird separat mit demjenigen des Croupiers verglichen.
| Kombination | Auszahlung |
|---|---|
| Royal Flush | 100 : 1 |
| Straight Flush | 50 : 1 |
| Four of a Kind | 20 : 1 |
| Full House | 7 : 1 |
| Flush | 5 : 1 |
| Straight | 4 : 1 |
| Three of a Kind | 3 : 1 |
| Two Pairs | 2 : 1 |
| One Pair or Ace–King | 1 : 1 |
Beispiel: Ein Spieler setzt € 5 als Ante und erhält einen Drilling zugeteilt, daraufhin setzt er € 10 als Bet.
Sollten der Croupier und der Spieler dieselbe Gewinnkombination aufweisen, so gilt die übliche Reihung, so schlägt z.B. eine Hand von „Zwei Damen, zwei Zehner und ein Ass“ eine Hand von „Zwei Damen, zwei Zehner und ein König“. Die Farben spielen bei der Gewinnentscheidung keine Rolle, haben der Spieler und der Croupier zwei gleichwertige Kombinationen, z.B. beide ein Straight mit einer Dame als höchster Karte, so ist das Spiel unentschieden (Stand off).
Betrachtet man die Regeln des Tropical Stud, so fällt auf den ersten Blick eine Reihe von Asymmetrien auf, die den Spieler bevorzugen.
Diesen Vorteilen steht natürlich ein – versteckter – Vorteil der Spielbank gegenüber. Lässt man die den Spieler begünstigenden Asymmetrien beiseite, so ergibt sich ein sehr einfaches "normales" Pokerspiel für zwei Personen – und dieses ist nicht symmetrisch, denn:
Aus dieser Asymmetrie resultiert der Bankvorteil (Erwartungswert der Spielbank pro gesetztem Euro) beim Tropical Stud, dieser beträgt bei optimaler Spielweise des Spielers ungefähr 1,95 %.
Lässt die Spielbank kein Switching zu, so beträgt der Bankvorteil ungefähr 2,55 %
Spielt man als Pointeur nach der folgenden Strategie, so minimiert man den Vorteil der Spielbank.
Bezüglich der Frage des Aussteigens bzw. Weiterspielens soll man sich an folgende Regeln halten.
Diese Strategie ist nahezu optimal. Da jedoch die Farben der eigenen Karten und die Farbe der offenen Karte des Croupiers nicht berücksichtigt sind, welche die Wahrscheinlichkeit für ein Flush des Croupiers beeinflussen, so besteht theoretisch eine Möglichkeit, diese Strategie zu verbessern, doch ist dies praktisch bedeutungslos, da man den Bankvorteil gegenüber der obigen Strategie nur um 0,001 % verringern könnte – und die Spielanweisungen wesentlich komplizierter würden.
Die bisherigen Anweisungen berücksichtigen jedoch noch nicht die Möglichkeit, eine Karten zu tauschen, hierfür gelten folgende Regeln:
Als Nebenwette (Side bet) boten viele Spielbanken einen Progressive Jackpot an, dieses Zusatzspiel wurde durch ein Spiel mit fixen Auszahlungesquoten ersetzt. Um an diesem Spiel teilzunehmen, muss ein Spieler, einen zusätzlichen Einsatz in Höhe von € 1.- oder € 2.- auf dem Feld Bonus Bet platzieren. Wird einem Spieler eine der höchsten Pokerkombinationen (Premium Hands) zugeteilt, so wird die Bonus Bet wie folgt ausbezahlt:
| Royal Flush | 5000 : 1 |
| Straight Flush | 1000 : 1 |
| Four of a Kind | 500 : 1 |
| Full House | 100 : 1 |
| Flush | 75 : 1 |
| Straight | 30 : 1 |
| Three of a Kind | 7 : 1 |
Wenn ein Spieler eine Karte tauscht, so kann er die Bonus Bet nicht mehr gewinnen.
Die Bonus Bet ist für den Spieler sehr nachteilig, der Bankvorteil liegt bei ca. 27 %.
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